Freunde von Freunden

Adam Wehsely Swiczinsky
Production Designer, Apartment & Studio, Karmeliterviertel, Vienna
Interviews > Adam Wehsely Swiczinsky

Selbst etwas fertigen, das ist Adam Wehsely-Swiczinskys Leidenschaft. Entdeckt hat er diese schon sehr früh, im Alter von neun Jahren. Damals hatte er seinem Vater geholfen einen Kinderspielplatz zu bauen und sich fortan der Tischlerei und dem Produktdesign gewidmet. Als Erwachsener war er dann so von Musik fasziniert, dass er seine eigene elektrische Gitarre entwarf und baute. Adam machte das, was nur die wenigsten schaffen, er verwirklichte seinen Kindheitstraum gleich in vielerlei Hinsicht. Denn heute ist er Tischler, Produktdesigner, Instrumentenbauer und Musiker zugleich.

Die Tischlerei brachte er sich quasi selbst bei und eröffnete seine eigene Werkstatt. Um sich weiterzuentwickeln, entschied er sich dann für das Diplomstudium an der Wiener Universität für angewandte Künste, in deren Rahmen er seine erste eigene Gitarre entwarf und baute. Im Anschluss engagierte ihn ’Tyrolia’ als Leiter ihrer Designabteilung für Skibindungen. Doch schnell schon wünschte er sich Selbständigkeit und Vielfalt zurück und gründete das ’aws designteam’, das auf Musikinstrumente, Medizin- und Sporttechnik spezialisiert ist.

Funktional ist nicht nur die Arbeit des Wieners, sondern auch das Umfeld dafür. Sein Atelier und Musikstudio befinden sich direkt nebeneinander in einem schönen Hinterhof im zweiten Bezirk. Sein Zuhause nur ein paar Stufen aufwärts. Dort haben wir Adam besucht und erfahren, was Skibindungen mit Katzen und Füchsen zu tun haben und was Sport-, Medizin- und Musikinstrumente vereint.

Dieses Portrait wurde in Zusammenarbeit mit departure – die Kreativagentur der Stadt Wien – produziert und ist der 4. Teil dieser Kollaboration.

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Dein Vater ist ein berühmter österreichischer Architekt – aber du bist in eine andere Richtung gegangen. Warum und wie ist das abgelaufen?

Natürlich war das Atelier von meinem Vater sehr präsent, aber ich wollte lieber meine eigenen Sachen machen. Ich habe in Tischlereien autodidaktisch das Handwerk gelernt, während meinem Zivildienst geholfen sozial Benachteiligte auszubilden und danach für ein paar Jahre sogar meine eigene Tischlereiwerkstatt gehabt. Irgendwann stellte ich aber fest, dass die Stücke in meiner Werkstatt verbessert werden könnten und entschloss mich die Universität für angewandte Kunst die Industrial-Designklasse von Paolo Piva zu besuchen. Im Anschluss leitete ich für zwei Jahre die ’Tyrolia’-Designabteilung, wo ich täglich zwölf bis vierzehn Stunden arbeitete. Da meine Frau dann schwanger war und ich mich außerdem auch nicht nur auf Skibindungen beschränken wollte, machte ich mich selbständig und baute das ‘aws deisgnteam’ auf. Sportgeräte und Gesundheitstechnik sind unsere Hauptgebiete. Außerdem arbeiten wir viel mit Otto Bock – aus dem Bereich Medizintechnik- zusammen.

Wie bist du zur Medizintechnik gekommen?

Durch meinen vorherigen Job bei ’Tyrolia’, die etwas für Otto Bock gemacht haben, mir davon erzählten und mein Designteam dann für den nächsten Auftrag empfohlen haben. Seitdem arbeiten wir für den deutschen Mutterkonzern und die schwedische Tochterfirma von Otto Bock.

Und Skibindungen designen – wie ist das?

Am Anfang war es der Horror, weil ich es nicht drauf hatte, wie man so schön sagt. Ich musste mich sehr einarbeiten und herausfinden, wie man Herr eines so kleinen Gegenstandes wird. Vor allem die Darstellung und Entwürfe waren sehr schwierig. Irgendwann bekommt man aber die Zeichnungen und Proportionen in den Griff und schafft es, Modelle zu bauen. Die Tätigkeit ist wirklich skulptural und wir arbeiten sehr viel mit Gesichtern. Katzen, Füchse oder Bullen dienen als Inspiration. Ähnlich wie mein Automotiv-Design, wo viel mit Ausdruck gearbeitet wird. Toll ist vor allem auch, wenn man auf der Skipiste ist und sich freuen kann, dass viele Leute mit deinen Skibindungen den Berg runterfahren.

Und was hast du bisher am liebsten designt?

Die ’Mada’-Gitarre, das war einfach mein Herzensthema. Ich bin extra nach Los Angeles gegangen, um Gitarrenbau zu lernen und habe das Design meiner ersten Gitarre zum Thema meiner Diplomarbeit gemacht: Akustikgitarren aus Hanfzellulose. Denn ich war der Meinung, dass es etwas Besseres geben muss, als Material zusammen zu häckseln und dann wieder zusammen zu kleben. Deswegen goss ich das Ganze aus einem Block heraus und fertig war es. Dafür kooperierte ich mit der Firma ’Neubauer Guitars’ und wir beschlossen, eine halbakustische Gitarre zu machen. Dieses Projekt haben wir bei departure eingereicht und zum Glück auch von ihnen gefördert bekommen.

Inwiefern hat departure dich dabei unterstützt?

Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen. Denn normalerweise ist eine vernünftige Entwicklungsarbeit zusammen mit einem kleinen Handwerksbetrieb schwierig. Doch departure hat das unterstützt. Das war wirklich großartig. Und da man einen Anteil der Förderung für Marketingzwecke ausgeben musste, haben wir sehr viel Wind um die Geschichte gemacht. Die Gitarre wurde beispielsweise auf dem Times Square von Willie Nelson gespielt. Etwas Schöneres gibt es nicht!

Das klingt so, als ob Musik eine wichtige Rolle in deinem Leben spielt.

Ja, im Alter von 13 Jahren habe ich mit meinem Freund Florian Prix begonnen Grunge-Musikstücke zu schreiben, Blues und zwischendurch sogar kurdische Volksmusik zu spielen. Heute findet man uns unter Goatmen. Wir haben vor kurzem auch einem befreundetem Elektronikmusiker und Komponist geholfen auf die Bühne zu kommen. Gemeinsam mit ihm haben wir unter dem Namen mind.in.a.box auf vielen Internationalen Festivals gespielt, unter anderem in Kanada, Schweden und Moskau.

Aber Musikinstrumente, Medizin- und Sporttechnik ist schon eine außergewöhnliche Kombination. Wie lässt sich das vereinen?

Das ist gar nicht so schwer, denn es sind alles Produkte aus dem gleichen Bereich: technische Geräte, die sich am Körper befinden und um den Körper herum gebaut sind. Lustigerweise sind wir erst vor kurzem darauf gekommen. Vor allem im Bereich Sporttechnik und Medizin gibt es viele Gemeinsamkeiten: Es gibt eigentlich keinen Unterschied, ob man etwas Bestimmtes stützen und schützen möchte oder etwas entwirft, das vor Schlägen schützt.

Wie wichtig ist dir Farbe?

Sehr wichtig, aber es ist schwierig, sich für eine Farbe zu entscheiden. Gerade wenn man ein Produkt für so viele Menschen macht. Das kann sich von Tag zu Tag ändern und der eigene Geschmack unterscheidet sich meistens von dem der Zielgruppe. Es ist immer ein Herumprobieren. Der Hersteller bietet ein Produkt meistens in verschiedenen Farben an. Ich persönlich mag Grün, Gelb und Chromfarben. Aber die Nicht-Farben verkaufen sich meistens am besten.

Gibt es einen Produktdesigner, der dich beeinflusst hat?

Es beeinflussen einen immer mehrere Designer und es gibt viele, die ich sehr schätze. Aber niemanden, den ich bewundere. Diese eine Person gibt es nicht.

Welche Arbeit war bislang – neben deinem Herzensprojekt der ’Mada’-Gitarre – die Wichtigste?

Das ist sehr schwierig zu beantworten. Aber das war sicher die erste Skibindung, denn da habe ich das Ganze erlernt. Und im Bereich Medizintechnik war es die ’Dorso-Arexa-Orthese’ mit der wir den deutschen Designpreis gewonnen haben. Es gibt für jede Kategorie ein Thema, das mir sehr wichtig ist.

Wie wichtig sind dir solche Preise und haben sie dir weitergeholfen?

Jetzt, wo man sehr viele hat, sind sie mir nicht mehr wichtig. Als ich noch keine Preise hatte, waren sie mir wichtiger. Ich glaube schon, dass sie mir weitergeholfen haben, aber substanziell hat sich nichts geändert. Man ist mit neuen Projekten beauftragt worden, die das Arbeiten spannender gemacht haben, weil man in Gefilde vorgedrungen ist, in denen man sonst nicht arbeitet. Tableware-Projekte sind beispielsweise hinzugekommen, die gab es vorher nicht.

Ist Wien ein guter Standort für deine Arbeit?

Zum Arbeiten ist es an sich nicht immer optimal, weil Österreich eine sehr kleine Produktindustrie hat und eigentlich eher ein Zuliefererland ist. Aber im Bereich der Sportgeräte gibt es nirgendwo so viele Wintersportgerätehersteller wie in Österreich. Somit ist Wien berufsstrategisch gesehen gut für mich. Und auch mir persönlich ist es sehr wichtig, hier zu sein. Ich fühle mich sehr wohl hier. Nicht nur weil es meine Heimatstadt ist. Sondern auch, weil ich viele andere Orte kenne, aber nirgendwo lieber leben und arbeiten wollen würde als hier.

Warum?

Ich mag es einfach sehr gerne, dass die Gegend von der Donau umschlossen ist und man so gut mit dem Rad unterwegs sein kann. Nur von meinem Viertel, dem zweiten Bezirk, bin ich inzwischen ein bisschen genervt, weil er schon zu schick wird. Das ist etwas belastend, aber natürlich trägt man auch dazu bei, wenn man über Bobos schimpft und dann selber einer ist.

Wo hältst du dich in Wien denn dann am liebsten auf?

Mein Lieblingsarbeitsplatz ist genau da, wo ich momentan bin: im Karmeliterviertel. Privat sind mir die Donau und der Donaukanal sehr wichtig, weil man über die Brücke gehen und weit schauen kann. Ich gehe auch gerne in der Alten Donau schwimmen. Mein Lieblingsrestaurant befindet sich auch gleich ums Eck von meiner Wohnung. Das ist ein Wirt, dessen Lokal Gasthaus zum Sieg heißt. Aber das ist im Gegensatz zu der Assoziation, die durch den Namen erweckt wird, kein Nazi. Dort gibt es immer nur ein Gericht, sowie ein göttliches Gulasch. Wenn ich Besuch habe, zeige ich meinen Gästen gerne dieses urwienerische Lokal.

Gibt es etwas, das du in Zukunft noch einmal gerne machen würdest?

Das ist schwierig, denn mein Problem ist, dass ich meine Traumjobs alle schon gemacht habe oder mache: Tischler, Instrumentenbauer, Musiker und Designer. Jetzt bleibt nichts mehr übrig.

Vielen Dank Adam für das interessante Gespräch und den Rundgang in seinem Atelier und seiner Wohnung. Mehr zu Adams Produkten und Design, gibt es hier.

Dieses Porträt ist in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsagentur Wien und ihrem Kreativzentrum departure entstanden. Mehr Porträts und Berichte zu der Wiener Kreativszene gibt es hier

Fotos: Martin Stöbich

Interview & Text: Nathalie Halgand

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