Freunde von Freunden

Alexandre Briatore
Fashion Director, Apartment, Eimsbüttel & St.Pauli, Hamburg
Interviews > Alexandre Briatore

“Ein wahrer Gentleman ist jemand, der nichts dem Zufall überlässt. Es reicht nicht, dass man sich tadellos kleidet und dass alles makellos gepflegt ist. Die ganze Erscheinung muss vollkommen sein. Sind die Fingernägel gut manikürt? Sitzt der Hut im rechten Winkel? Ist der Regenschirm so eng gerollt, wie es sich gehört? Alle diese Fragen muss ein Gentleman sich stellen, sobald er mit dem Frühstück fertig ist.”, so Nick Yapp.

Alexandre Briatore könnte als Vorbild für diese Beschreibung gedient haben. Der gebürtige Franzose beschäftigt sich gerne mit den schönen, den genussvollen Dingen des Lebens, gepaart mit großer Detailverliebtheit und einem Hang zum Perfektionismus. So kam es auch, dass er von 2008 bis 2014 Hamburgs bis dato interessantesten Concept Store “YBDPT STUDIO” auf St. Pauli im Karolinenviertel betrieb und wie ganz selbstverständlich mit “Herr von Eden” und anderen Stil-Vorreitern der Hansestadt Freundschaft schloss.

Alexandre Briatore ist ein Entdecker, er ist neugierig und erkundet gerne frische Einflüsse. Spannend ist für ihn, sobald etwas gut durchdacht ist, wenn eine bewusste Entwicklung stattfindet. Kein Wunder, dass es ihn da nicht lang an einem festen Ort hält. Mittlerweile ist er nur noch selten in seinem alten Heimathafen an der Elbe. Wir hatten die Gelegenheit den ehemaligen Hamburger Jung’ in der letzten Woche, die er in seiner Eimsbütteler Wohnung verbrachte, zu treffen.

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Wo kommst du her was brachte dich nach Hamburg?

Ursprünglich komme ich aus Frankreich, bin Anfang der 90er nach Deutschland gekommen und habe mich bereits zu Teenager-Zeiten hier in Hamburg immer herum getrieben. Den stärksten Bezug hatte ich schon damals ziemlich schnell zum Stadtteil St. Pauli, wo ich bis vor kurzem in der Markstraße auch noch den Conceptstore “YBDPT STUDIO” betrieb. Hier im Stadtteil fühle ich seit jeher eine gewisse Rastlosigkeit, Bewegung. Ich hatte immer das Gefühl, dass es hier am ehesten in Hamburg möglich ist, sich immer wieder neu zu erfinden. Es ist wie ein Spielplatz, auf dem ich mich stets weiterentwickelt habe, ob nun persönlich oder beruflich.

Wie hast du in der Marktstraße Wurzeln geschlagen?

Die engste Bindung zu der Straße und dem Viertel ist zwischen 2008 und Anfang 2014 entstanden, als ich hier noch meinen Laden hatte. Nach wie vor gibt es engen, freundschaftlichen Kontakt zu “Herr von Eden” oder zu den Leuten des Record Store “Groove City”. Das sind definitiv Orte, an denen ich immer wieder gerne vorbei schaue und auf einen Café zum Schnacken verweile. Auch in den Restaurants “Mess” oder “Peacetanbul” kehre ich regelmäßig ein. Obwohl ich nicht in diesem Stadtteil wohne, schlägt mein Herz nach wie vor auf St. Pauli.

Was unterscheidet das Karolinenviertel von anderen Teilen Hamburgs?

Besonders in den 80ern, hinein bis in die 90er war das Viertel hier sehr stark links orientiert und ist es teilweise heute noch. Viele alteingesessene St. Paulianer denken sicherlich, dass sich der Kiez oder eben das Karoviertel zum Negativen, zum Kommerzielleren hin entwickelt hat. Ich liebe nach wie vor, besonders im Sommer, den ganz eigenen, persönlichen Dorfcharakter, der geblieben ist. Mit dem Fahrrad in der Marktstraße und den zugehörigen kleinen Nebenstraßen unterwegs zu sein, an jeder Ecke bekannte Gesichter zu sehen, ist immer sehr familiär. Zwar gibt es hier kaum große Clubs oder Bars, dennoch ist immer bis spät geselliges Leben auf den Straßen am brodeln. Diese Lebendigkeit sagt mir sehr zu.

Was wünscht du dir für Hamburg?

Ich würde mich über eine stärkere Zugänglichkeit zu oder zwischen den subkulturellen Randgruppen freuen. Mehr Offenheit im Bereich Fotografie und Design. Etablierte und begabte Leute aus dem Underground sollten sich stärker untereinander austauschen, gegenseitig von einander lernen. Gerade im Theaterbereich wird Hamburg aus der Ferne gerne vor allem als Musical-Stadt wahrgenommen, da wäre ein kleiner Seitenblick zu subkulturellen Institutionen sehr heilsam. Freiräume, Flächen, Orte, die es für kreative Prozesse braucht, sind in Hamburg kaum mehr bezahlbar. Die Stadtentwicklung im Sinne von Wohnen und Arbeiten ist für viele Jungunternehmer, die kreativ arbeiten wollen, sehr schwierig und häufig mit sehr hohen Kosten und einer starker Existenzangst verbunden. Da wäre es wirklich schön, wenn sich Hamburg etwas bei der Hauptstadt Berlin abschauen würde. Klar hat sich in den letzten zehn Jahren auch in Berlin vieles im Hinblick auf Freiräume zum Negativen hin entwickelt. Man hört es immer wieder. Ebenfalls Berlin wird immer teurer, kommerzieller und entromantisiert sich Schritt für Schritt. Dennoch ist dort noch immer mehr möglich als in Hamburg, wenn es darum geht sich selbst zu verwirklichen und sich spielerisch ohne große finanzielle Risiken auszuprobieren.

Und was an Hamburg möchtest du nicht missen?

Ich bin im Herzen ein Hafen-Junge, denn ich liebe das Wasser. Eine urbane, kulturell interessante Hafenstadt in der Größenordnung von Hamburg ist so eigentlich einmalig in Deutschland. An den Menschen schätze ich hier die ehrliche, direkte Art in Kombination mit der Herzlichkeit. Der lockere Schnack halt. Was in Hamburg wächst, ist meistens von Dauer. Wenn man hier jemanden erstmal als Freund gekappt hat, dann bleibt dieser an deiner Seite. Diese Mentalität und diese Verbindlichkeit sind meiner Meinung nach kaum vergleichbar mit einer anderen Stadt. Zumindest habe ich es so noch nie woanders erlebt.

Wo verbringst du deine freien Tage?

Ich gehe sehr gerne ins Museum, häufig trifft man mich beispielsweise im “Haus der Fotografie“. Das ist ein guter Ort, um Inspiration und Ruhe zu tanken, finde ich. Besonders liebe ich die kleine zugehörige Bibliothek, dort fühle ich mich immer wieder sehr sehr wohl. Ob zu zweit, alleine, mit dem Fahrrad oder zu Fuß, spaziere ich außerdem gerne durch die Hamburger Speicherstadt oder am Hafen entlang. Essen gehe ich natürlich auch gerne, z.B. ins Restaurant “Le Plat du Jour” oder im “Café Paris“. Feiern gehe ich am liebsten im “Pudel” oder “Golem” am Hafen. Viele interessante Vernissagen und Ausstellungen gibt es im “Island“. Die Liste der zahlreichen kleinen, feinen Orte in Hamburg, wo ich mich Tag und Nacht freudig herumtreibe, könnte ich endlos weiterführen.

Was ist guter Stil? Wodurch gewinnt man deine Aufmerksamkeit?

Ich denke, dass sich guter Stil vor allem über die eigene Persönlichkeit definiert. Guten Stil prägt die Person, die ihn hat, selbst. Dabei ist es vollkommen egal, ob wir hier von Stil im Sinne von Persönlichkeit oder Kleidung als solches sprechen. Wenn man das auf Kleidung bezieht, habe ich immer hohen Respekt vor demjenigen, der weiß was er will und sich bereits gefunden hat und sich dementsprechend nicht immer wieder neu ‘ver’-kleidet. Gleichzeitig habe ich aber auch sehr viel Achtung vor den Leuten, die sich beständig neu erfinden. Doch, auch das empfinde ich als sehr reizvoll. Es ist spannend, wenn etwas gut durchdacht ist, wenn eine bewusste Entwicklung stattfindet. Menschen mit Humor und Sinn für Kultur, Kunst, gutes Essen und Musik – das sind mir die Liebsten. Egal ob jung oder alt, Frau oder Mann, das spielt dann keine Rolle.

Was kann Mode?

Mode kann ähnlich wie Musik vieles bewegen. Es ist ein Medium, das alle Sprachen spricht. Mode ist seit Menschen Gedenken in erster Linie ein Aspekt der Bekleidung, also funktionell. Später kam das Design. Mode ist für mich als Medium interessant, weil es in feinen Codes erstaunlich mächtig kommunizieren kann. Manchmal ist das positiv, manchmal negativ. Ja, Mode kann in puncto Emotionen viel ausrichten. Mode ist immer wandelbar und passt sich seiner Zeit gut an. Anhand der Mode zu jeweiligen Epochen ist ablesbar, wie sich eine Gesellschaft punktuell entwickelt. Ich persönlich bin ein Freund von Minimalismus.

Beschreibe kurz den Hamburger Stil.

Der Hamburger Stil ist, so wie ich ihn aufgenommen habe, sehr klassisch, nordisch, maritim. Viele dunkle Farben, nicht zu auffallend. Viele verbinden ja mit Hamburg auch noch so ein leichtes Schnösel-Dasein. Jedoch empfinde ich den Hamburger Stil abseits dieser poshen Seite vor allem als etwas rotzig. Es ist, wenn man am Beispiel der Städte bleiben möchte, gefühlt eine gute Mischung aus München und Berlin. Es ist nicht zu klassisch, aber auch nicht zu verlottert. Neben dem Establishment gibt es immer noch sehr viel zu entdecken. Ich finde es am schönsten, wenn sich jemand den beständigen Hamburger Charme mit einer Portion Welt-Blick zu eigen macht.

Du hast hier ein Charlie Brown Tuch von der Designerin Ayzit Bostan an der Wand hängen. Soweit ich weiß, gibt es das offiziell nicht zu kaufen – wie bist du in seinen Besitz gekommen?

Das ist eine Serviette, die Ayzit Bostan limitiert für das sehr tolle Restaurant “Charlie” in München kreiert hat. Da gibt es in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen mit exklusiven Give-Aways als Resultat aus Kooperationen zu interessanten Künstlern aus allen möglichen Ecken und Disziplinen. Ich wollte jedenfalls unbedingt eine dieser Charlie-Servietten haben und schrieb Ayzit eine E-Mail mit meinem Anliegen. Doch wie du schon sagtest, das gute Stück war nicht verkäuflich und eigentlich auch schon vergriffen. Ich hatte Glück: Ayzit ließ sich auf ein Tauschgeschäft ein und suchte sich im Gegenzug etwas aus meinem Besitz aus – eine Mütze aus dem YBDPT Webshop.

Gibt es eine Geschichte zu Eurer Wohnung?

Oh ja, hier gaben sich schon so einige Lebenswelten die Klinke in die Hand. Das Gebäude war früher mal ein reines Lagerwarenhaus, später in den 90ern war’s ein Bürokomplex und noch mal später wohnte hier der mittlerweile verstorbene Deichkind-Künstler Sebi.

Weshalb habt ihr Euch für dieses Loft entschieden?

Die Aussicht ist großartig, denn wir leben hier zwar in der Stadt, aber sehen immer ein Stück Himmel, weil wir so weit oben sind. Der Blick in die Weite, die unverbaute Aussicht ist die große Qualität dieser Wohnung. Die Helligkeit, das Licht, besonders im Sommer, sind einmalig. Fast schon lustig oder bizarr, dass sich die eigentlichen Highlights quasi außerhalb der Quadratmeter, die man bezahlt, befinden.

Lass uns noch mal in das innere deiner Wohnung blicken, du hast hier einiges an den Wänden händen, z.B. das Mädchen mit den Ratten auf der Schulter.

Dieses Bild mag ich sehr gerne. In liebevoller Genehmigung von Amos Fricke, der das Foto geschossen hat, durfte ich es damals für meinen Laden haben. Amos ist einer meiner Lieblingsfotografen aus Deutschland. Sein minimalistischen Stil und die grafischen Akzente in seinen Arbeiten wirken wie malerisch.

Wer ist die gebückte Frau, die uns so kess ihren Hintern entgegen streckt?

Das Bild habe ich mir damals auf einer Ausstellung von “Art Laywer” gekauft. Der französische Fotograf aus den 70/80ern ist bis heute nicht bekannt. Er bleibt ein Mysterium.

Und dieses freizügige Kartenspiel, hast du das auf der Reeperbahn gefunden?

Diese altmodischen Porno-Spielkarten sind ein Geburtstagsgeschenk von meinem damaligen Store-Partner. Ich habe diese mal früher gesammelt. Im Ausland, insbesondere im Süden, sind sie populär gewesen.

Mode spielt eine große Rolle in deinem Leben. Was fällt dir zu der Blouse, die Mary gerade trägt, ein?

Diese Oversize Seidenblouse ist von unserem Lieblings Female Fashion Brand namens “Reality Studio“. Svenja Specht, die Designerin und Gründerin, ist auch eine Freundin von uns.

Welches Kleidungsstück behältst du vor allem wegen einer bestimmten Erinnerung?

Dieses handbemalte Hemd kommt aus Ghana. Es hat mit ein afrikanischer Freund namens John geschenkt. Er kam jeden Tag zu mir in den Laden, um einfach hallo zusagen. Ein sehr lebensfroher Mensch. Aufgrund seines nicht vorhandenen Visums ist er plötzlich verschwunden. Das Hemd erinnert mich an ihn und die langen Sommerabende in der Marktstrasse.

Welche Fähigkeit eines bestimmten Tieres hättest du gerne?

Eine erstrebenswerte Eigenschaft, die wohl alle Tiere haben, wäre: die Neugierde, das Erkunden. Aber wenn ich mich jetzt festlegen müsste, würde ich mich für die Zugvögel entscheiden. Denn die wissen, wann es Zeit ist, weiter zu reisen oder sich einfach mal zurück zu lehnen, zu relaxen.

Vielen Dank für das Gespräch, Alexandre. Alexandre Briatore arbeitet als freischaffender Kreativer, unter andeem für die Agentur Another Slang in Düsseldorf.

Fotografie: Uwe Jens Bermeitinger
Interview & Text: Anika Väth