Freunde von Freunden

David Fischer
Photographer, Studio & Apartment, Schöneberg & Kreuzberg, Berlin
Interviews > David Fischer

Spontanität und Vertrauen sind für den Fotografen David Fischer essentiell, um interessante Portraits zu kreieren. Da er ganz genau weiß, wie schwierig es für alle Beteiligten bei einem Shooting ist, nicht genau zu wissen, was für ein Bild am Ende dabei entsteht, schätzt David die Freiheit, die ihm bei seiner Arbeit gegeben wird sehr. Anfangs hatte aber auch er Schwierigkeiten mit dem damit verbundenen Druck und der subjektiven Beurteilung umzugehen. “Denn die Kehrseite von Freiheit ist, dass die damit verbundene Ungewissheit auch Angst erzeugen kann”, sagt er. Vielleicht ist das auch der Grund, weswegen ihn die Steuerbarkeit sportlicher Leistung, wie zum Beispiel bei seinem Hobby dem Radsport, begeistert. “Wie und wie viel Zeit ich auf meinem Rad verbringe wird komplett von meinem Trainingsplan bestimmt. Wenn ich dem korrekt folge und nicht krank werde, kann ich auch eine gute Performance abliefern.“

Über die Jahre hat sich die Kombination von Davids zwei Leidenschaften wie ganz von alleine entwickelt. Nachdem er in seiner Schulzeit das Radfahren krankheitsbedingt beenden musste, wollte er den Kontakt zu seinen Teamkollegen nicht aufgeben, nahm eines Tages eine Kamera in die Hand und begann drauf los zu knipsen. Dann bewarb er sich bei der renommierten School of Visual Arts in New York und erhielt ein Vollstipendium. Während seiner Zeit in den USA absolvierte er ein Praktikum beim Interview Magazine, das ihm die Türen für die Arbeit mit angesehenen Modefotografen öffnete.

Nach zahlreichen Assistenzen wollte David seine eigene Karriere starten und zog zurück nach Deutschland. Sein Ansatz: Spontanität und Kompromisslosigkeit, um simple und authentische Porträts zu schießen. Das hat er bislang für Kunden wie adidas, Hugo Boss, Chanel, Jil Sander und Levi’s gemacht, um nur einige zu nennen. Im Rahmen der Berlin Art Week gibt es ab 20. September in Kollaboration mit Interview Magazine die Ausstellung “young urbans” mit David Fischers Porträts im Berliner USM Showroom zu sehen.

Vor einigen Jahren begann er in seiner Freizeit dann auch wieder mit dem Radfahren und sucht sich seitdem jedes Jahr ein Rennen aus, für das er sich sorgfältig vorbereitet. Diese passionierte Aktivität auf dem Sattel, genau wie die hinter der Linse haben auch in Davids Studio und seiner Altbauwohnung in Berlin Spuren hinterlassen. Denn hier finden sich Räder neben gerahmten Fotografien, ebenso wie Fahrradmonturen und Fotografie-Publikationen.

Dieses Portrait wurde in Zusammenarbeit mit adidas für adidas Journeys produziert. Wie jeden Mittwoch ist auch dieses Portrait mit Fokus auf Interior bei Zeit Online zu finden..

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Wie bist du ursprünglich zum Fahrradfahren gekommen?
Eigentlich durch meinen fünf Jahre älteren Bruder. Bis zu einem gewissen Alter habe ich ihm viele Sachen einfach nachgemacht. Radfahren war eine davon.

Warum?

Dazu muss man wahrscheinlich ein bisschen weiter ausholen. Meine Familiensituation war zu der Zeit eher außergewöhnlich. Mein Bruder und ich wohnten nach der Trennung meiner Eltern alleine. Ich war erst elf oder zwölf und natürlich unerträglich für einen siebzehnjährigen. Nach ein par Jahren ist mein Bruder verständicherweise dann ausgezogen, was für mich sehr schlimm war weil auch der Kontakt immer weniger wurde. Zu dieser Zeit hatte mein Bruder entschlossen sich ausschliesslich dem Radsport zu widmen.

Und du auch?

Ich war ja noch in der Schule. Aber ja, die restliche Zeit habe ich viel auf dem Rad verbracht, obwohl das gar nicht zu meiner Persönlichkeit passt, weil es Disziplin fordert und die hatte ich eigentlich überhaupt nicht. Ich war mehr so ein Funsportler, Skateboard fahren, snowboarden, surfen. Aber es schien mir damals eine wilkommene Gelegenheit weiterhin Zeit mit meinem Bruder zu verbringen. Ich bin immer hinterhergehechelt wie so ein Dackel. Der altersbedingte Leitungsunterschied war zu der Zeit bei uns ja riesig aber ich wollte das er stolz auf mich sein konnte, also habe ich gestrampelt bis zum Umfallen. Heute ist mein Bruder Sportpsychologe und schämt sich gelegentlich ein bisschen dafür, dass er damals so unbarmherzig war.

Und wie lange bist du Radrennen gefahren?

Bis kurz vom Abi, also knapp fünf Jahre. Dann hat mir mein Körper einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war so schlimm, dass der Arzt mir sagte, dass ich kein Hochleistungssport mehr treiben kann. Das war für mich natürlich ein kleiner Weltuntergang.

Wie bist du damit umgegangen?

Das war gar nicht so einfach. Vor allem hatte ich auf einmal total viel Zeit. Denn davor hatte ich die ganze Zeit trainiert oder Wettkämpfe. Das war erstmal schlagartig vorbei. Genau wie die damit verbundenen Kontakte. So ist mir sonntags immer die Decke auf den Kopf gefallen. Ich wusste einfach nichts mit mir anzufangen. Ich bin dann aber trotzdem zu den Radrennen gegangen. Aber es war total komisch, keine Funktion mehr zu haben und einfach nur dumm rumzustehen. Irgendwann wurde mir dann eine Kamera in die Hand gedrückt und so habe ich angefangen Fotos zu machen.

Wie kam es dazu, dass das zu deinem Beruf wurde?

Nach dem Abi habe ich mich gefragt: Was will ich machen? Mir hat die Schule keinen Spaß gemacht und deswegen wollte ich nicht studieren. Ich habe dann ein Praktikum bei einem Fotostudio von einem Bekannten meines Vaters in Basel gemacht. Damals kannte ich so gut wie keinen Fotografen, nur Peter Lindbergh und Helmut Newton waren mir ein Begriff. Eines Nachts habe ich dann geträumt, dass ich Peter Lindbergh bin und in einem Loft in New York bin. Der Aufzug hatte horizontal öffnende Türen, die Kamera einen Motor. Cindy Crawford und Naomi Campbell sind da rumgesprungen. Alles in Schwarz-Weiss. Der Traum war jedenfalls so lebendig, dass ich am nächsten Tag aufgewacht bin und mir gedacht hab: Das will ich machen!

Wie hast du das dann umgesetzt?

Ich habe mich in Deutschland erkundigt, wie man Fotograf werden kann. Zu dem Zeitpunkt gab es die Möglichkeit, eine Lehre bei jemandem zu machen. Aber das war mir viel zu spießig. Fotografie als eigenständigen Studiengang gab es eigentlich nur in Dortmund. Das war aber eher Werbefotografie und das hat mich auch nicht interessiert. Die Alternative dazu waren Kunsthochschulen, wobei es dabei auch keine konkrete technische Ausbildung gab. Das war alles nicht das Richtige.

Also bist du ins Ausland gegangen?

Ja. Ich dachte, der Peter oder der Helmut, die sind in Paris oder New York. Auf einer USA- Reise habe ich mich dann mehr aus Spaß an der School of Visual Arts in New York beworben und wurde genommen. Zu meiner großen Überraschung habe ich sogar ein Vollstipendium bekommen.

Wie war deine Zeit in New York?

Sehr gut. Ich habe viel gefeiert, alles mögliche ausprobiert, aber auch unendlich viel gearbeitet. Ich habe schnell angefangen, bei etablierten Fotografen wie Steven Klein zu assistieren und eine Art Jetset-Leben auf deren Rücksitz geführt. Aber es war irgendwie schizophren. Denn ich bin um die Welt gereist, habe in den tollsten Hotels geschlafen und zurück in New York hatte ich eine klitzekleine Wohung und habe von Chicken and Broccoli oder Drei-Dollar-Enchiladas gelebt und musste zusehen, dass ich bevor es wieder los geht, auch noch eigene Fotos mache. Aber wenn du ein bisschen Drive und Ego hast geht das und irgendwann kommt das Gefühl, dass man es selbst besser kann als die Leute für die man arbeitet. Vermessen aber ein guter Zeitpunkt, abzuspringen.

Du hast dich dann auf deine eigene Karriere konzentriert?

Genau. Und da es in New York unmöglich schien, auf eigenen Beinen zu stehen und nur ansatzweise einen erträglichen Lifestyle beizubehalten, bin ich dann nach Berlin gegangen.

War es schwer sich in Berlin zu etablieren?

Schon. Denn ich kam mit einem ziemlich aufgeblähten Ego hier an. Und die Art von Fotografie, die ich mag und mache, war in New York total angesagt, in Deutschland hingegen so gut wie gar nicht. Hier habe ich Kommentare geerntet wie: “Was soll dieser schrabbelige Scheiss.” oder “Wie, Du hast in New York gelebt und kein Foto vom Empire State Building gemacht?”.

Was ist denn der “schrabbelige Scheiß”? Wie ist deine Art von Fotografie?

Eine ehrliche. Also natürlich ist die Art auch aufgesetzt. Aber sie gibt zumindest nicht vor etwas zu sein, was sie gar nicht ist. So wie bei einem Bild von McDonalds, wo der Burger auf dem Bild besser aussieht als in Wirklichkeit. Ich habe von meinem Vater gelernt, dass es peinlich ist, wenn man etwas für besser verkauft, als es eigentlich ist. Das macht man einfach nicht. Und die Fotos, die mich in ihren Bann ziehen, sind immer die, bei denen ich das Gefühl bekomme, dass ich jemanden sehe, mit dem ich etwas anfangen kann. Ein Bild, wo es keine künstliche Distanz gibt. Mit dieser Haltung steht man auf einem kommerziellen Markt natürlich im abseits aber diese “alternative” Position hat mir auch gefallen. Deswegen ist es für mich wichtig, dass die Leute mir vertrauen und bereit sind, sich einzulassen.

Und passiert das inzwischen?

Ja, heute hat sich das mehr etabliert. Und es war essentiell, dass ich da nicht eingeknickt bin. Freunde von mir sind aufgrund von Existenzängsten weich geworden und haben angefangen, sich dem Werbemarkt anzugleichen, weil man damit Geld verdienen kann. Das ging für mich aber irgendwie nicht. Ich wollte keine Bilder machen zu denen ich nicht stehen konnte. Dadurch habe ich im Laufe der Jahre aber auch ziemlich viele Aufträge nicht angenommen. Meine Eltern sind daran verzweifelt. Aber im Nachhinein war es das Beste, was ich machen konnte. Inzwischen läuft es super.

Und diese positive Entwicklung ist ganz gleichmäßig abgelaufen?

Nein, nach ein paar Jahren in Berlin war ich ziemlich frustriert, dass meine Fotografie nicht so gut ankam. Gleichzeitig habe ich meine schwedische Freundin kennen gelernt und da sie damals die Firma in ihrer Heimat nicht aufgeben und ich sowieso ein bisschen Veränderung gebrauchen konnte, bin ich mit ihr nach Schweden gegangen. Dort lief es dann gleich sehr gut für mich, weil die Schweden einfach nicht so skeptisch sind wie die Deutschen. Ich habe relativ schnell viel Geld verdient, allerdings mit recht langweiliger Arbeit. Auf einmal passte meine Art von Fotografie auch in die Werberichtung und das wurde inhaltlich für mich zum Probelm. Auf einmal war die Reibung weg und meine Identität als Grenzgänger auch. Da herrschte dann auf einmal Krisenstimmung.

Wie bist du aus dieser Krise wieder rausgekommen?

Ich bin wieder nach Berlin gezogen und habe beschlossen mal wieder etwas ganz anderes zu machen. Ich hatte in den dunklen Tagen in Schweden eine kleine Süßigkeitensucht entwickelt und angefangen mich auch körperlich nicht besonders gut zu fühlen. Also habe ich wieder mit dem Radfahren angefangen. Und da ich einen Urlaub in den USA geplant hatte, erinnerte ich mich daran, dass ich mir 1997 an einem Samstag früh auf dem Heimweg vom Feiern durch den Central Park geschworen hatte hier einmal ein Radrennen zu fahren. Es ist heute ein sehr etabliertes Rennen an der Ostküste aber ich war damals total verdutzt als das Peloton an mir vorbeizog. Jedenfalls habe ich das dann auch gemacht, fünfzehn Jahre später stand ich am Start. Seitdem suche ich mir jedes Jahr ein besonderes Rennen aus. Eines, das ich immer schon mal machen wollte.

Es hat mir den Kopf frei gemacht um wieder klarer denken zu können. Endgültig wieder ins Ruder geraten sind die Dinge peut a peut mit der Erkenntnis, dass es für niemand anderen eine Rolle spielt ob und was für Bilder ich mache ausser für mich selbst. Das hat was einsames aber es macht mich auch ruhig. Das Radfahren konnte die Krise nicht wirklich lösen aber es hat mir den Kopf frei gemacht…

Könntest du ein aktuelles Beispiel dafür nennen?

Ja, nächste Woche mache ich zum Beispiel eine Ausstellung in Kooperation mit dem Interview Magazin im USM Showroom in Berlin für die ich Künstler portraitiert habe. Der einzige Kompass hierbei war: Würdest du es dir an die Wand hängen?

Wie oft trainierst du jetzt?

Die intensivste Zeit im Jahr sind die zwölf Wochen vor einem Rennen. Da mache ich richtig viel: fünf bis sechs Tage die Woche Training. Bis vor kurzem habe ich außerhalb dieser Zeit das Fahrrad gar nicht angefasst. Aber das habe ich jetzt geändert, denn das macht natürlich wenig Sinn.

Also hat das Fahrradfahren dein Leben verbessert?

Ja, absolut.

Wie erklärst du dir das?

Fahrradfahren und Fotografieren sind zwei komplett unterschiedliche Welten. Wie bei jeder künstlerischen Tätigkeit kannst du bei der Fotografie viel arbeiten und diszipliniert sein, die Bewertung bleibt dabei jedoch immer subjektiv und ein bisschen willkürlich. Ich fand es schon immer schwierig damit umzugehen. Einerseits ist diese Freiheit schön. Andererseits kann sie aber auch sehr belastend sein, weil man nie weiß, wo die Reise hingeht. Beim Radfahren ist das ganz anders, denn es wird von Vorhersehbarkeit und Struktur bestimmt. Es entspannt mich total einfach nur meinem Trainingsplan folgen zu können. Außerdem fühle ich mich beim Radfahren auf eine besondere Art lebendig. Während der Wettkämpfe löst sich auch mein Altersempfinden komplett auf. Anspannung, Freude, Leiden sind da irgendwie ursprünglich und ungefiltert. Es fühlt sich an wie es sich schon als Kind angefühlt hat. Auf eine besondere Art lebendig.

Ist dir diese “Lebendigkeit“ auch in anderen Bereichen wichtig?

Ja, zum Beispiel bei meiner Wohnung. Ich mag generell Objekte, die „lebendig“ sind, wie zum Beispiel das riesige Helmut-Newton-Buch: ich habe immer eine Doppelseite offen, stehe regelmäßig davor und gucke es mir an. Und wenn ich nach ein paar Monaten gelangweilt von einer Seite bin, schlage ich eine andere auf. so entdecke ich seit Jahren immer neue Sachen in diesem Buch.

Und was war bisher die größte Entdeckung deines Lebens?

Nicht auf ein Echo zu warten.

Ein ausführliches Videoportrait wird demnächst hier gezeigt.

Danke David für das angenehme Gespräch und die ausführlichen Einblicke. Wer mehr über Davids Arbeit erfahren möchte, besucht seine Webseite hier. Weitere infos über David Fischer gibt es auch auf der Webseite von adidas Journeys zu sehen.

Fotografie: Philipp Langenheim
Text: Katharina Finke