Dieter Burmester

Neonlicht, Messgeräte und hochkonzentrierte Menschen auf der einen Seite – verschwitzte Musiker auf kleinen Clubbühnen und mit großem Bierdurst auf der anderen. Es gibt wohl wenige Welten, die sich auf den ersten Blick so fundamental unterscheiden, wie die der Profimusiker und Ingenieure. Im Leben des Berliner Unternehmers und Musikliebhabers Dieter Burmester verbinden sich beide: Das Studium der Elektrotechnik in Berlin hat sich der gebürtige Österreicher durch verschiedene Engagements als Musiker verdient und auch heute ist die Musik sein größtes Hobby und wichtigste Inspirationsquelle. 

Nachdem er sein erstes selbst verdientes Geld in eine teure Anlage investiert hatte und diese in Einzelteile zerlegte, realisierte er, dass die arrivierte Technik, die er aus der Uni kannte, noch nicht ihren Weg in die Musikbranche gefunden hat. Er beschloss also, seine Expertise und Handfertigkeit im Ingenieursbereich mit seinem Musikergehör zu verbinden und die weltbesten Audioanlagen zu bauen: der Anfang der Manufaktur Burmester.
 
Wir trafen den sympathischen Herren in seiner Privatwohnung nahe dem Hohenzollerndamms und sprachen über seine beeindruckende Gitarrensammlung, die Geschichte der Berliner Manufaktur, über seine Vergangenheit in der Hauptstadt und warum er niemals MP3s hört.

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Deine Manufaktur befindet sich ja in Schöneberg. Wie kam es dazu, dass Ihr hergezogen seid?
Wir befinden uns hier in Schmargendorf, an der Grenze zu Dahlem – uns hat es immer schon in den Berliner Westen gezogen. Ich habe früher auch schon in Schöneberg gewohnt und jetzt haben wir nach einem sehr geräumigen Dachgeschoss gesucht und sind hier fündig geworden.

Der Kontrast ist schon beeindruckend- unten steht man vor einem altehrwürdigen Gebäude, und wenn man dann hier hoch fährt, gibt es einen Aha-Moment. Wie war das für Euch, als Ihr zum ersten Mal die Wohnung besichtigt habt?
Wir haben erst mal nur ein Schild unten am Haus gesehen, auf dem stand, dass im Dachgeschoss drei Wohnungen gebaut werden. Die Bausubstanz sah schon mal sehr gut aus und als wir dann hochgefahren sind, haben wir erst mal nur den hundert Jahre alten Dachboden gesehen. Das war ja noch nicht fertig, aber uns war klar, dass die Räumlichkeiten genau die richtige Größe für uns haben. Wir haben die Hausverwaltung dann gefragt, ob man anstatt der drei Wohnungen auch eine große machen kann, und wir den Grundriss zeichnen könnten. Sie haben dann zugestimmt und auf das alte Haus diesen Neubau aufgesetzt, aber ohne die Fassade und Dachkontur zu verändern, wegen des Denkmalschutzes. 

Und wie sah es vor der Renovierung aus?
Es war halt ein 100 Jahre alter Dachboden mit Taubenfedern und Müll. Aber man konnte das Potential der Räume damals schon erkennen. Meine Lebensgefährtin und ich hatten schon ein gutes Vorstellungsvermögen, was man daraus machen könnte.

Hast du jemals mit dem Gedanken gespielt, in den Ostteil der Stadt zu ziehen?
Nicht wirklich. Den Teil des Ostens, der mich eventuell interessiert hätte, halte ich für absolut überteuert… .

Seit wann bist du in Berlin?
Ich bin 1968 zum Studieren in die Stadt gekommen und gleich mitten ins politische Geschehen der Zeit geworfen worden. Ich war drei Tage da und schon gab es die ersten großen Proteste vor dem Springer-Haus, wo Mahler mit dem Megafon auf dem Dach eines VW-Busses stand und politische Parolen skandierte. Die ganze Studienzeit war eine einzige „heiße Phase“ , und ich muss sagen, nach Berlin zu kommen war die beste Entscheidung meines Lebens! Man kann sich dieser Stadt nicht entziehen. Ich kenne nichts Vergleichbares und freue mich nach jeder längeren Reise, zurückzukommen. 

Wo bist du zuerst hingezogen?
Das war wie bei den meisten: Meine erste Wohnung habe ich im Wedding bezogen. Damals zur Miete von 35,90 DM. Danach habe ich in einer Fabriketage in Kreuzberg gelebt. Unter mir wohnte der Künstler Salomé, der dort sein Atelier hatte.

Am Moritzplatz?
Ja genau.

Lustig, wir haben doch vor einiger Zeit die Künstlerin Elvira Bach besucht. Sie ist gut mit Salomé befreundet. Die haben sich, glaub ich, auch mal ein Atelier geteilt…
Ja, das war da direkt am Moritzplatz im Hinterhof, von wo aus man auf den Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße gucken konnte. Salomé und Rainer Fetting lebten unter uns.

Das muss eine spannende Ecke gewesen sein damals. Wie bist du eigentlich zur Musik gekommen?
Ich habe eigentlich, seit ich 15 Jahre jung war, jedes Wochenende auf irgendeiner Bühne in Norddeutschland gestanden. Wir haben Beat-Musik gemacht und die Stones, Santana oder die Beatles gecovert. Während meiner Ausbildung als Radio- und Fernsehtechniker und auch, als ich nach Berlin ging, um Elektronik zu studieren, habe ich weiter gespielt. Hier habe ich unter anderem mit Bruno Frenzel und Bernd Noske, die danach „Birth Control“ gegründet haben, in einer Band gespielt und mir dadurch das Studium finanziert. 

Du sammelst auch Gitarren, oder?
Ja, Ich habe so ungefähr 40. Ich spiele alle gerne und jede hat einen eigenen Charakter. Das mag komisch klingen, immerhin haben alle sechs Saiten, aber auf jeder spielt man anders. Da gibt es wohl so eine Art Rückkopplung, dass man anders phrasiert und spielt. Wenn ich eine Idee für ein neues Stück habe, dann denk ich die Gitarre automatisch mit.

Wie kam dann der Schritt von medizinischen Messgeräten, womit du dich ja während deines Studiums beschäftigt hast, zu den Audio Geräten?
Ich hatte schon als armer Student eine sehr teure Anlage, eine englische Röhrenanlage, die leider sehr häufig kaputt ging. Die hat damals schon 4.500 DM gekostet, also der Gegenwert eines Mini Coopers oder einer Ente. Alle haben mich für verrückt gehalten! 

Mit ein paar Kommilitonen haben wir uns dann nach dem Studium mit einem Ingenieurbüro selbstständig gemacht und neben den medizinischen Messgeräten auch Computer Interfaces entwickelt. Ich hatte dann den Wunsch, mir eine neue Anlage zu kaufen, aber es gab kein Gerät, in dem ich hochwertige Bauelemente oder eine fortschrittliche Schaltungstechnik gefunden habe- die Dinge, mit denen ich mich in meinem Ingenieurbüro täglich auseinandersetzte. Also habe ich die Technik einfach umgewandelt und angepasst, um meinen ersten Verstärker zu bauen: den „777“. Mir fiel kein besserer Name ein (lacht). Meine Freunde haben ihn dann getestet und wollten auch so ein Gerät haben, und so begann die erste kleine Produktion 1977. Ein Jahr später konnte ich davon schon leben. Ich hätte nie gedacht, neben so riesigen Firmen wie Sony oder Grundig bestehen zu können, aber es hat funktioniert.

Gab es damals im High-End Bereich schon Firmen wie Bose?
Das war eine Zeit, in der viele der großen Namen, die man heute noch kennt, gegründet wurden: Bose, Mark Levinson, JBL, Krell in Amerika… einfach, weil die Nachfrage nach gutem Klang zu Hause da war. Und es gab die Analogschallplatte, die mittlerweile sehr gut war und man wollte die Kunst und Kultur, um die es mir ja auch immer wieder geht, auch zu Hause haben.

Das finde ich so interessant an dir, dass du das Musikergehör hast und das Ingenieurswissen…
Ja, neben Familie und Freunden steht Musik für mich an erster Stelle. Noch vor Reisen oder Autos oder was weiß ich… Egal, ob ich sie selber mache oder in Konzerte gehen oder zu Hause höre.

Hörst du auch modernere Musik?
Ja, ich bin völlig frei, was das angeht. Ich höre viel Radio Eins, darüber komme ich an neue Bands und Welten ran. Die haben gute Sendekonzepte, wo sie spannende neue Bands vorstellen. Manchmal ruf ich auch beim Sender an und erfrag die Titel, damit ich mir später die CD bestellen kann. 

In welchen Clubs habt ihr damals gespielt?
Ach eigentlich überall: von der Philharmonie über die Dachluke am Mehringdamm, Prälat in Schöneberg, die Deutschlandhalle…

Was waren deine musikalischen Einflüsse?
Das war ja eine Zeit, in der man Leute wie John Mayall oder Blood, Sweat & Tears in der Philharmonie hören konnte- das muss man sich mal vorstellen! Solche Bands in diesen tollen akustischen Bedingungen zu erleben ist was ganz anderes als in großen Stadien, wo die Akustik schlecht ist, man aber viele Leute reinbekommt. Für mich war auch das Quasimodo ein prägender Laden. Was ich da an Konzerten gehört habe, war phänomenal. Das Gleiche gilt für das A-Train. Ich liebe einfach dieses Konzept Clubkonzert. Eric Clapton, die Eagles und Paul McCartney sind einige der wenigen Bands, die es schaffen, auch große Hallen gut zu bespielen.

Hattest du Vorbilder?
Eigentlich hatte ich immer ein ziemlich breites Interesse. Ich mochte natürlich Leonard Cohen und Bob Dylan, der macht einfach die besten Liebeslieder ohne das Wort „Liebe“ zu verwenden.

Wie stehst du im Allgemeinen zu der Diskussion digital vs. analog in Bezug auf den Klang der Musik?
Beides hat Vorteile. Von Nachteilen will ich gar nicht reden…Man kann alle technischen Dinge und Formate gut und schlecht machen. Ich habe grade ein Patent angemeldet, mit dem man alle digitalen Tonträger so klingen lassen kann, als seien sie Vinyl-Platten. Und man darf ja bei der Diskussion nicht verkennen, dass die Produktion von analogen Platten auch komplett digital abläuft- vom Mikrofon über die Mischpulte bis zum Processing, alles ist digital.

Besitzt du einen iPod?
Nee, ich hab ein iPad aber hör keine MP3s… Da hunger ich lieber eine Weile, bis ich ein Stück in guter Qualität hören kann.

Ich würde gerne noch mal auf deine Firma Burmester zurückkommen. Wie erklärst du den besonderen Teamcharakter, der dort herrscht?
Ich fühl mich immer wohl, wenn ich Dinge in der Gruppe diskutiere. Ich habe das Wissen meiner Generation und bin dann mit einer ganz anderen Perspektive der heute 30-jährigen konfrontiert. Ganz konkret zeigt sich das z.B. an dem Fakt, dass man all unsere Geräte in ein „Home Integration“ System einbinden kann. Man kann also mehrere Geräte zusammenschließen. Das ist für mich gar nicht interessant, aber durch die jüngeren Mitarbeiter ist mir die Wichtigkeit dieser Funktion klar geworden. Neben den Produkten entwickelt sich dadurch natürlich die Firmenkultur weiter. 

Ihr macht ja auch viele Individual Anfertigungen…
Sonderanfertigungen im Audiobereich sind ja eigentlich optisch nicht so spannend. Aber es gibt natürlich Ausnahmen- wir haben Anlagen mit 24 Karat vergoldet, Großjachten ausgerüstet und so weiter, aber das ist eher selten.

Wie kam es zu dem Projekt, den Bugatti Veyron mit Audiotechnik auszustatten?
Das ist eine lustige Geschichte- ich war grad eine Woche Surfen an der Ostsee und bekam einen Anruf von Bugatti. Am nächsten Morgen saß ein Bugatti Ingenieur aus Wolfsburg auf meiner Terrasse und hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte an diesem Auto, das das teuerste Auto der Welt werden sollte und dementsprechend auch die beste Soundanlage bräuchte, mitzuarbeiten. Ich hatte im Ferienhaus nur einen alten Papierblock und einen Bleistift und habe dann in dieser Kladde das Konzept geschrieben, das ich zwei Tage später in Wolfsburg präsentiert habe. Fahrer und Beifahrer können dabei unabhängig voneinander ihren Klang und Lautstärke einstellen. Die größte Herausforderung nach Abschluss der Entwicklung war, dass wir, als der Prototyp fertig war, nochmal 30 Prozent an Gewicht einsparen mussten. Aber das hat geklappt. Auf der Tonmeistertagung in Leipzig haben wir dann Porsche kennengelernt…

Glaubst du, dass es einen globalen Trend in Richtung Handarbeit und Wertigkeit von Produkten gibt? 
Ja, auf jeden Fall. Der Hintergrund ist ja, dass man in einer Produktion mit hohen Stückzahlen den Anspruch immer weiter runterschrauben muss, um einer möglichst großen Gruppe Menschen zu gefallen und den Kauf zu ermöglichen. Alles, was mit einem hohen Anteil an Automation erzeugt wird, bedeutet ja auch, dass man nicht mehr spezifisch werden kann.

Du bist ja auch Gründungsmitglied des Manufakturenverbunds „Handmade in Germany“. Wie würdest Du diese Initiative beschreiben?
Der Initiator, Herr Schröder von WBPR, hatte die Idee, verschiedene kleinere Hersteller, also Manufakturen, zusammenzubringen. Er war der Ansicht, dass sich diese „Hidden Champions“ nicht verstecken brauchen und man sie unter einem Dach vereint. Wir waren da das erste Mitglied. 

Gibt es Marken oder Produkte aus anderen Segmenten, die dich jahrelang begeistern?
Klar, ich will ja Lebensqualität. Ich hab zum Beispiel gerne gute Stifte, um Skribbles zu machen und Briefe zu schreiben. Das mache ich einfach gern und finde es ist auch ein Akt der Wertschätzung, sich dafür Zeit zu nehmen. Eine Email sieht ja immer gleich aus.

Hast du unternehmerische Vorbilder?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe mich nie wirklich an anderen orientiert. Ich werde oft gefragt, ob ich einen „Masterplan“ habe- aber den gibt‘s nicht. Ich halte es da genau wie Boris Becker, der einmal sagte: „Für mich ist immer der nächste Ball der wichtigste.“, und so geh ich auch an meine Unternehmungen ran. 

Danke, Dieter für dieses spannende Interview!

Fotos: Ailine Liefeld
Interview: Tim Seifert