Freunde von Freunden

Auf beiden Seiten der Kamera: Hanna Putz
Photographer & Model, Hackney, House & Neighbourhood
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In Wien geboren und aufgewachsen wurde Fotografin Hanna Putz im Kreise ihrer Familie bereits in jungen Jahren mit kreativer Arbeit konfrontiert. Nachdem sie ihre Teenagerjahre im Skatepark und mit HipHop-Tönen auf den Ohren verbrachte, moderierte sie eine Kindersendung im Fernsehen. Und vor der Kamera ist sie auch heute zu finden. Ihre erfolgreiche Modelkarriere ließ die 25-Jährige in den letzten Jahren bereits einmal quer über den Globus von Paris über New York bis nach Tokyo reisen. Den Großteil des Jahres verbringt Hanna nun in London, wo sie durch einen glücklichen Zufall an ein charmantes und lichtdurchflutete Haus in Hackney gekommen ist, in dessen Garten sie Freunde regelmäßig zu ausgedehnten Dinnerparties einlädt.

Studiert hat Hanna Fotografie nicht. Dass sie ein großes Talent besitzt wird nach einem kurzen Blick auf ihre Bilder sofort klar. Wer die Arbeit der Österreicherin kennt, weiss aber, dass ein Blick nicht ausreicht, um die Bildsprache ihrer analogen Fotografien in ihrer Vollkommenheit zu verstehen. Neben dem besonderen Fokus auf Farbkomposition und geometrische Perspektiven lebt sie von der non-chalanten Ästhetik, die Hanna einer Welt der ständigen Zur-Schau-Stellung entgegensetzt.

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Woher kommst du? Bist du in einem kreativen familiären Umfeld aufgewachsen?

Ich bin in Wien geboren und aufgewachsen. Mein Vater hat an der Universität für Angewandte Kunst bei Oswald Oberhuber freie Grafik studiert und ist jetzt Grafikdesigner. Meine Mutter ist Schriftstellerin, studierte Theaterkostüm, später Theaterwissenschaft und war Mitglied der Theatergruppe AMOK in Wien. Mein Onkel ist Künstler und arbeitet teilweise selbst mit Fotografie. Mit meiner Mutter bin ich viel gereist, sie hat mich auch schon relativ früh zur Biennale nach Venedig mitgenommen oder ist mit mir zur Documenta nach Kassel gefahren und hat mich zum Beispiel zu Schlingensiefs Inszenierungen am Burgtheater mitgenommen. Ich war zuerst in einer Waldorfschule etwas außerhalb von Wien, danach bin ich in ein Gymnasium in Wien gegangen – da ging es dann für uns eigentlich nur um Skaten und Hip-Hop. In dieser Zeit habe ich auch 4 Jahre lang eine Kindersendung im ORF moderiert, zum Teil auch zusammen mit meinem Bruder. Das war quasi mein erster Job.

In den letzten 3 Jahren des Gymnasiums und auch danach war ich hauptsächlich mit anderen Leuten außerhalb der Schule unterwegs, die zum Großteil an der Akademie der Bildenden Künste oder an der Angewandten studierten, die meisten davon bei bei Daniel Richter in der Malereiklasse.Eine meiner ältesten und engsten Freundinnen macht Malerei und Bildhauerei, die andere arbeitet mit Fotografie.

Wie kam es zum Modelberuf?

Mit 17 hab ich dann die Schule fertig gemacht und bin eigentlich zeitgleich in Wien von einer Agentur auf der Straße gescoutet worden. Ich wurde nach Paris geschickt, wo ich von einer dort ansässigen Agentur unter Vertrag genommen wurde. So ging das alles los. Von da an habe ich erst 3 Jahre hauptsächlich zwischen Paris und London gelebt, dazwischen war ich kurz in Tokyo, dann fast 2 Jahre in New York und jetzt bin ich seit 2 Jahren wieder in London.

Wie empfindest du die kulturellen Unterschiede zwischen diesen Großstädten?

Ich empfinde für alle Städte, in denen ich bis jetzt gelebt habe, eine Hassliebe. Ich bin überall gerne, aber nie zu lange. In New York hat man das Gefühl jeder ist andauernd am machen und tun, alle sind meistens top motiviert und gut drauf, man ist permanent in Bewegung und lernt extrem viele Leute sehr schnell kennen. Genau das kann dann auch manchmal anstrengend werden – die permanente Freundlichkeit, das schnelle Kennenlernen hat natürlich auch einen oberflächlichen Beigeschmack und oft sehr wenig mit einem tiefgründigen Gespräch oder einer engen Freundschaft zu tun. So empfand ich das zumindest.

Was ich an allen Großstädten in denen ich gelebt habe schätze, ist der Raum den sie für Veränderung bieten. Es gibt immer neue Leute kennen zu lernen, andere Orte zu sehen, man kann sich schnell ein komplett neues Umfeld schaffen, wenn man möchte. Man stagniert nie als Person in einem immer gleich bleibenden Umfeld. In kleineren Städten sind es doch meistens die gleichen Gesichter die man sieht, die gleichen Lokale, das gleiche Umfeld, von dem man, vor allem wenn man dort aufgewachsen ist ein fester Bestandteil ist. Das ist einerseits schön, andererseits empfinde ich das auch oft als erdrückend.

Was schätzt du an deiner Heimat?

Wien hat eine unglaublich hohe Lebensqualität, ich bin gern hier aufgewachsen, mag die ganze Stadt und den Wiener Humor sehr. Die Engländer hier erinnern mich ein wenig an Zuhause – deren Art ist ebenfalls von Sarkasmus und Ironie geprägt.

Gleichzeitig finde ich, lässt die Stadt, vor allem wenn man hier geboren und aufgewachsen ist, manchmal recht wenig Raum für Veränderung. Wien ist ja relativ klein und fühlt sich oft wie ein Dorf an, wie eine Blase. New York mag ich aufgrund der generellen positiven Grundstimmung, die da herrscht. Das war mir, aus Wien, eher fremd.

In deiner Fotografie verleihst du Weiblichkeit einen ganz neuen, mondänen Ausdruck. Was ist dir bei den Frauen die du fotografierst und deren Rolle in deinen Bildern wichtig? Welche Bedeutung hat die Nacktheit?

Wenn ich eine Frau fotografiere, vor allem wenn die dabei nackt ist, hat das einen formalen Ansatz. Lasziv blickende ‘Sexobjekte’ interessieren mich wenig. Farbe und Komposition spielen in meinen Arbeiten eine sehr wichtige Rolle. Körper werden zu Formen und vereinen sich. Das funktioniert zum Beispiel in der Serie ‘Untitled 2011-2013′ einfach besser, wenn Mutter und Kind nackt sind, als wenn sie Kleidung in verschiedenen Farben und Strukturen tragen. Ich sehe den nackten Körper quasi als eine gleichmäßige Fläche von (Haut-)Farbe, die ich im Bild verwenden kann wenn man so will. Ich denke da eher an Malerei als an Fotografie.

Erzähl uns von der Entstehung der Mutter-Kind Fotoserie. Was war das Konzept dahinter?

Ich habe in der Strecke nicht versucht, nicht durch einen Gesichtsausdruck oder einen eingefangenen Moment das Gefühl zu transportieren, sondern eher durch die Komposition und das Bild als Ganzes. Im Falle dieser Serie geht es teilweise um ein ‘in Ruhe lassen’ im Gegensatz zu einem entblößen oder eindringen. Die Protagonisten bleiben meist anonym, es geht nicht um das Individuum und deren Geschichte die ich der Welt präsentieren möchte oder darum eine Realität aufzuzeigen. Ich habe in erster Linie versucht das Gefühl von Nähe und Authentizität entstehen zu lassen, und nicht, die persönlich tatsächlich gelebte Realität einer Familie einzufangen. Ich verfolge keinen dokumentarischen Ansatz.

Das heißt du verzichtest in deiner Arbeit bewusst auf den Realitätsbezug?

Ich glaube generell nicht wirklich an den Ansatz der Demonstration von Realität in der Fotografie, und wenn, ist es natürlich immer eine eigene. Insofern versuche ich sicher auch, durch den sehr formellen Ansatz in den Arbeiten und soweit wie möglich zu verhindern, die persönlichen Momente von Menschen meinem Realitätsanspruch anzupassen. Ich versuche erst gar nicht, tatsächlich gelebte Realität anhand einzelner Individuen zu zeigen und gehe gleich in ein formelles Arbeiten an einer Bildkomposition über.

Wen würdest du gerne mal fotografieren?

Unter anderem Tilda Swinton.

Welche Attribute sind dir am wichtigsten, um sicher zu gehen, das perfekte Bild geschossen zu haben? Gibt es einen bestimmten Arbeitsprozess, der dir den Weg weist?

Während des Fotografierens ahne ich zwar schon, wie weit ich meine Idee umgesetzt habe, wissen kann ich es aber nicht, da ich nur analog arbeite. Beim Editieren weiß ich es natürlich, das dauert aber meistens sehr, sehr lange. Außerdem brauche ich immer Phasen, in denen ich mir eine Strecke länger nicht ansehe. Später komme ich wieder darauf zurück und mache meine finale Auswahl. Das hat sich für mich immer als gut herausgestellt. Serie machen, ansehen, weglegen, wieder ansehen, wieder weglegen und so weiter.

Die Bilder sehen aus, als hätten deine Models unheimlich viel Spielraum und als ob sie die Kamera vor ihnen nicht mal bewusst wahrnehmen würden. Gibst du den Models überhaupt konkrete Anweisungen?

Das Gefühl des Spielraums der fotografierten Personen kommt daher, dass ich versuche trotz meiner Vorstellung Raum zu geben und Abstand zu halten. Es geht darum, ein Bild entstehen zu lassen ohne dass ich sage: “Schaut, ich hab das hier richtig toll inszeniert!”

Also ja, Ich konzipiere fast alle Bilder im Vorfeld oder direkt während der Arbeit durch und sage den Leuten wie sie sich positionieren sollen, wie das Bild aussehen soll. Der Spielraum liegt eher darin, dass eine Person sagen kann: ”Nein will ich nicht.” Dann wird’s einfach auch nicht gemacht.

Wie kommst du an deine Models? Kennst du sie oft schon durch deinen Modelberuf?

Am Anfang kannte ich alle. Eigentlich fotografierte ich zuerst Models, die primär meine Freundinnen waren, mit denen ich sogar mal länger, mal kürzer zusammengewohnt habe. Mittlerweile caste ich bei Modelagenturen, fotografiere aber größtenteils nur mehr Non-Models. Freunde von mir oder Leute, die ich kennenlerne, entdecke und interessant finde.

Wie siehst du die Kreativszene deiner Heimat Wien? Der Großteil deiner Arbeit ist ja in internationalen Publikationen zu sehen.

Wien ist eine sehr kulturelle Stadt, geprägt von Museen und Galerien. Die junge Wiener Kunstszene ist vor allem wirklich interessant und eigenständig. Trotzdem tendieren sie eher dazu, in Wien zu bleiben. Das internationale Ansehen meiner Arbeit liegt das daran, dass ich seit 7 Jahren nicht mehr in Wien lebe. Der Magazinmarkt in Wien ist sehr klein. Es gibt ein interessantes junges Kunstmagazin, es heißt ‘Eine‘. Ausgestellt habe ich in Wien in den letzten zwei Jahren schon, aber das meiste passiert für mich im Moment eben eher in London.

Wo verbringst du die meiste Zeit, wenn du nicht arbeitest?

Ich gehe viel spazieren mit meinem Vater, alleine oder mit Freunden, das geht in Wien besonders gut. Ansonsten gehe ich in Galerien oder Museen und schaue mir Ausstellungen an. Ich höre viel Musik. Wenig im Leben macht mich so glücklich wie ein gutes Lied, das ich finde.

Und wohin zieht es dich, wenn du aus der Großstadt für ein paar Tage entkommen möchtest?

In London nach Hampstead Heath. In Wien in die Lobau, nach Oberösterreich zu meiner Großmutter oder ins Burgenland.

Erzähl von eurem Haus in London. Wie seid ihr dazu gekommen?

Das war Zufall. Eine Freundin hatte erzählt, dass ein Bekannter von ihr in seinem Haus ein Zimmer zu vermieten hätte – das Zimmer haben wir auch direkt genommen. Bevor wir noch eingezogen sind bekam unser Vermieter ein Jobangebot in Schweden und hat uns das ganze Haus überlassen.

Ich mag es wahnsinnig gerne. Es lässt soviel Licht rein und ist für Londoner Verhältnisse sehr leise, da es direkt am Victoria Park im Osten Londons liegt. Der Canal ist nur 1 Minute entfernt, dort kann ewig entlang spazieren. Der Broadwaymarket und London Fields Park ist 5 Minuten entfernt. Im Sommer grillen oder kochen wir gern mit Freunden. Entweder in unsrem kleinen Garten oder im Victoriapark. Wenn im Sommer abends Freunde vorbeikommen, sitzen wir oft zu zehnt an unsrem langen Holtztisch draußen im Garten mit Kerzen, viel gutem Essen, und Wein. Diese Momente sind sozusagen die ‘Lieblinsgstücke’ des Hauses.Vor einiger Zeit haben wir uns einen Video-Beamer besorgt, damit haben wir dann unsre ‘The Wire’ -Sucht im Großformat gestillt.

Welche Filme haben dich in den letzten Jahren inspiriert?

Ich mag Aki Kaurismäkis Filme. ‘Le Havre‘ besonders. Und ‘I am Love‘ mit Tilda Swinton. ‘Sans Soleil‘ von Chris Marker fand ich ebenfalls großartig. Den hat mir mein Vater vor kurzem geschenkt. Er war früher der Lieblingsfilm meiner Eltern.

Und welches Buch liegt aktuell auf deinem Nachttisch?

Boris Groys “Die Kunst des Denkens” und ‘Martin Kippenberger. Wie es wirklich war-Am Beispiel Lyrik und Prosa” von Diedrich Diedrichsen.

Was würdest du als deine Schwächen bezeichnen?

Ich bin sehr ungeduldig. Ich kann mich schwer längere Zeit konzentrieren. Ich bin oft überproportional emotional. Und ich muss zugeben, dass ich wahnsinnig gerne schlafe und gerne “nichts” tue. – Wobei ich das dann eigentlich doch nicht als Schwäche sehe.

Vielen Dank Hanna für die intensiven Einblicke. Wer mehr über Hannas bisherige Werke herausfinden möchte, besucht hier ihre Webseite.

Fotografie: Thomas Lohr
Interview & Text: Zsuzsanna Toth