Jan Schmidt-Garre

Den Regisseur und Filmproduzenten Jan Schmidt-Garre kenne ich seit weit über zehn Jahren. Kennengelernt haben wir uns in München, auf einer Ausstellungseröffnung in der Galerie seiner Frau Philomene Magers. Im Nachhinein läßt sich das nur schwer präzise datieren, eigentlich ist es unmöglich, denn wann fängt Freundschaft an? Also gebe ich meinem Gefühl nach: in meiner Erinnerung waren wir es ab diesem Abend (ich glaube, es war draußen und warm.)

Daß wir ähnlichen Berufen sozusagen nachgehen, das ist mir erst vergleichsweise spät aufgegangen, als wir versucht haben, eine moderne Verfilmung von Così fan tutte hinzukriegen. Ausgerechnet ich, der ich Opern nicht leiden kann (er liebt sie), sollte das Libretto umschreiben (also die Dialogszenen.) Und im Laufe dieser Zusammenarbeit trafen wir uns in Restaurants und Cafés und einer Teestube in München, die man echt mögen mußte, um – zu arbeiten. Vor allem aber: um über das Wesen dieser Arbeit nachzudenken. Laut und zu zweit. Beziehungsweise und gerne auch: warum es heute, jetzt, gerade nicht geht. Aber bald wieder! Eventuell.

Mittlerweile wohnen und arbeiten Jan Schmidt-Garre, seine Familie und auch ich in Berlin. Sein aktueller Dokumentarfilm hat soeben den 50.000. Zuschauer ins Kino gelockt – überhaupt ist so einiges passiert. Das folgende Gespräch begann an einem Montagmittag in Dahlem, in Jan Schmidt-Garres Arbeitszimmer mit Ausblick in den Garten. Später dann verlegten wir uns in den Schneideraum seiner Firma am Montbijoupark im Stadtzentrum.

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I IM ARBEITSZIMMER

Jan Schmidt-Garre: Eine realistische Situation für mein Leben, wenn ich in diesem Haus bin, ist, daß ich hier sitze, Tee trinke, Musik höre und arbeite.

Joachim Bessing: Ich habe bei meinem iPad die Tastentöne aktiviert – das Klackern genügt mir als Geräuschkulisse. Und warum arbeitest du in einem von Büchern umgebenen Raum?

Jan Schmidt-Garre: Ich arbeite auch gerne im Café. Aber wenn es selbst ausgewählte Bücher sind, dann entsteht eine Umgebung, die man selbst gestaltet hat; die eine Form hat, die akzeptabel ist. Ich könnte wahrscheinlich nicht gut arbeiten in einem Raum, in dem ich von Kunst umgeben bin. Weil mich das ablenkt. Weil es eine andere Welt ist. Die wenigsten Bücher hier habe ich gelesen. Aber ich habe sie gekauft, und dafür gab es jeweils irgendeinen Grund. Oft reicht es ja, wenn man das Buch bloß ansieht, dann hat man es schon halb gelesen.

Joachim Bessing: Das stimmt. Vom Rücken her meistens.

Jan Schmidt-Garre: Vom Rücken her kann man sie magnetisch aufsaugen.

Joachim Bessing: Die Unruhe ist bereits besänftigt, sobald man das Buch gekauft hat.

Jan Schmidt-Garre: Aber ein bißchen Unruhe sollte schon noch sein. Heute ist es ja so, daß man die Bücher derart schnell geschickt bekommt, wenn man sie über das iPhone bei Amazon kauft, daß sie zu früh eintreffen – auch traurig.

Joachim Bessing: Was ist dir denn an diesem Raum wichtig?

Jan Schmidt-Garre: Mir ist diese Ecke wichtig, weil ich da sehr gut sitzen und arbeiten kann. Vor allem, seit ein Freund die geniale Idee hatte, den Tisch ganz ans Fenster zu schieben. Zuvor stand er einen Meter weit vom Fenster entfernt – das macht einen Riesenunterschied. Davor war’s eher ein Eßtisch.

Joachim Bessing: Jetzt sieht es nach Kajütstil aus.

Jan Schmidt-Garre: Es gibt ja ganze Wissenschaften, die sich damit beschäftigen, jedenfalls: wenn ich auf diesem Platz sitze, befinde ich mich im idealen Verhältnis zum Tisch und zum Fenster, zur Tür, zu hereinkommenden Leuten.

Joachim Bessing: Der Platz hat etwas von einer Kommandozentrale.

Jan Schmidt-Garre: Könnte auch noch viel kleiner sein.

Joachim Bessing: Wie war der erste Arbeitsplatz, den du dir selbst gestaltet hattest?

Jan Schmidt-Garre: Eigentlich ähnlich. Das war in meinem Kinderzimmer. Auch ein Tisch, der in ein Regal hineingebaut worden war. Eine Regalplatte, die etwas weiter herausragte.

Joachim Bessing: Nun unterhältst du ja seit ich dich kenne immer auch noch Büros. Da mußt du das Haus verlassen, um zur Arbeit zu gehen – was ich nicht machen will.

Jan Schmidt-Garre: Das hat bei mir aber nichts mit der Arbeit zu tun, sondern mit Mitarbeitern. Wenn Mitarbeiter zu einem nach Hause kommen, das ist nicht so schön. So habe ich angefangen und das war auch der Grund, weshalb ich mir ein Büro zugelegt habe. Und ich hätte ungern den Bürokram zuhause – Ordner und Mappen, Drucker.

Joachim Bessing: Aber ist es auch ein anderes Arbeiten? Hier kannst du auch mal in den Garten, oder duschen. Im Büro, finde ich, ist man gestrandet. Man ist dann dort und kann nur noch gewisse Dinge tun.

Jan Schmidt-Garre: Das ist so, und ich trenne das. Im Büro beschäftige ich mich nur mit Organisation und Verwaltung. Und Filme schneiden, aber das findet in einem eigenen Raum statt. In meinem Büro-Büro mache ich nichts Vernünftiges. Vernünftiges mache ich aber auch nicht unbedingt hier. Vernünftiges entsteht hauptsächlich in Cafés.

Joachim Bessing: Was geschieht denn dann hier? Du hast mir mal gesagt, du könntest am Besten in einer sozialen Situation schreiben. Das hat ja auch etwas akrobatisches: Ihr esst hier alle Torte, ich werde jetzt ein Sonett entwerfen.

Jan Schmidt-Garre: Die Demonstration liegt mir jetzt nicht so.

Joachim Bessing: Ich meine die Demonstration vor dir selbst. Die anderen werden es nicht mitkriegen.

Jan Schmidt-Garre: Sollten sie nicht. Ich würde deshalb auch nie einen Computer aufbauen.

Joachim Bessing: Beschreibe doch bitte mal dein System der Arbeit – benutzt du noch diesen Handcomputer Palm?

Jan Schmidt-Garre: Nein, leider nicht. Ich benutze jetzt das iPhone. Da schreibe ich in ein Notizprogramm. Dazu schreibe ich auch viel mit der Hand, habe dann bloß immer Angst, die Notizblätter zu verlieren.

Joachim Bessing: Das tut man doch auch. Und das ist das Tolle! Meiner Meinung nach notiert man all das, was nachher im Text nicht vorkommen soll.

Jan Schmidt-Garre: Ich weiß, was du meinst, aber ich würde nicht gleich das volle Risiko eingehen. Ich finde es aber auch sehr befriedigend, wenn eine Arbeit abgeschlossen ist und ich die Notizen noch einmal durchgehe, daß alles, was da steht, dann nicht mehr von Belang ist. Daß alles, was keinen Eingang in die Arbeit gefunden hat, wirklich unwichtig ist. Aber bis zu diesem Punkt gehört alles aufbewahrt.

Joachim Bessing: Du notierst Gedanken ins iPhone, gereifte Gedanken auf Notizzettel – und dann?

Jan Schmidt-Garre: Dann lese ich es immer wieder durch. Produziere daraus neue Zettel, mache neue Einträge elektronischer Art und irgendwann reiße ich mich zusammen, es endlich niederzuschreiben.

Joachim Bessing: Wo schreibst du das dann nieder: hier, im Büro oder im Café?

Jan Schmidt-Garre: Hier oder im Café. Oder wenn ich ganz gut arbeite, wenn ich richtig drin bin, dann sind mir die Orte auch egal. Das ist dann ein sehr angenehmer Zustand. Da kann ich sogar im Büro arbeiten. Aber diesen Zustand erreiche ich selten.

Joachim Bessing: Warum ist es denn so schwer?

Jan Schmidt-Garre: Arbeiten ist grässlich. Egal, wie lieb einem das Projekt ist: man schiebt es auf, so lange es nur geht.

Joachim Bessing: Warum?

Jan Schmidt-Garre: Ich weiß es nicht. Alle Antworten, die mir einfallen, sind falsch. Es ist nicht so, daß ich Angst hätte, meinen eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden. Es ist auch nicht so, daß ich Angst hätte, daß das Projekt abgeschlossen wird – weil ich dran hänge und immer weiter arbeiten will. Vielleicht gibt es wirklich eine Art von Reifungsprozess, den man abwarten muß.

Joachim Bessing: Eine Gärung.

Jan Schmidt-Garre: Klingt gut, ist aber vermutlich Schönrednerei. Ich weiß nicht, ob das stimmt.

Joachim Bessing: Ich halte das für richtig. Ich glaube sogar, daß man sich durch dieses Aufschieben selbst in einen Zustand versetzt, der so qualvoll ist, daß man irgendwann nichts anderes mehr sich wünscht, als endlich schreiben zu dürfen.

Jan Schmidt-Garre: Es gibt schon Tricks. Zum Beispiel das, was Syd Field den Kopf auf die Schreibmaschine hauen nennt. Das funktioniert.

Joachim Bessing: Was meint er damit denn genau?

Jan Schmidt-Garre: Das Buch ist aus den siebziger Jahren, deswegen ist es bei ihm noch eine Schreibmaschine, vor der man so lange sitzenbleibt, bis man anfängt zu tippen. Damit ist ja nicht ein dumpfes Abwarten gemeint. Ich habe gerade eine Oper inszeniert, da hatte ich mich ewig vor dem Schreiben des Regiebuchs gedrückt. Dann beschloß ich, jeweils so lange über eine Szene zu schreiben, über das, was vorher war, das, was danach kommt, bis ich beim Schreiben auf eine Lösung für diese Szene gekommen bin. Das hat funktioniert. Durch einfaches schrittweises Beschreiben wurde stets klar, wo es hingehen musste.

Joachim Bessing: Hört sich für mich eher nach einem Hervorlockungsprozeß an. So als ob in dir, dem Autor, ein sehr empfindliches Wesen wohnt, das zunächst beruhigt werden muß – durch Herstellung von Sicherheit -, bevor es sich herauswagen wird.

Jan Schmidt-Garre: Ja, so ist es. Verschiedenste Leute sagen ganz ähnliche Sachen über die Intuition. C. G. Jung oder Stanislawski beschreiben die Intuition als ein scheues Tier, das in der Ecke sitzt und das ganz behutsam hervorgelockt werden will.

Joachim Bessing: Das sind alles sehr heikle Vorgänge – das kann man doch viel besser zu Hause als in einem Café.

Jan Schmidt-Garre: Im Café ist die Ablenkung größer, das stimmt. Und die Gefährdung ist größer. Es ist noch schwerer, an den Punkt zu kommen, an dem es geht.

Joachim Bessing: Ich spreche nun auch von Ekstase. Wenn ein Text wirklich gut läuft, ist das ein ekstatischer Prozeß – du schaust auf vom Display und es sind Stunden vergangen. Das hattest du gar nicht im Gefühl. Während ja in der Phase der Prokrastination zuvor die Zeit von zehn bis eins – da verging an jedem Tag ein Ozean von Zeit. Aber irgendwann fängst du an zu schreiben, und diese Figur macht ihren Augenaufschlag und plötzlich ist dir ganz klar, wie das jetzt weitergehen muß. Und dann gehen die vielleicht um zwei Straßenecken in diesem Text, aber wenn sie dort angekommen sind, schaust du auf die Uhr und es ist fünf am Abend – und das kannst du im Café?

Jan Schmidt-Garre: Auch. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn dieser Prozeß unterbrochen wird. Wenn man auf dem ekstatischen Level unterbrochen wird, kommt man auch leicht wieder rein. Das ist doch ein populärer Tip: Immer mit der neuen Szene bereits angefangen haben.

Joachim Bessing: Genau. Wenn man weiß, wie es weitergeht: sofort aufhören. Henry Miller empfiehlt, sobald es läuft, Bürozeiten festzulegen, an denen geschrieben werden darf. Und dann auch wirklich gnadenlos aufzuhören, wenn die Schreibzeit verstrichen ist.

Jan Schmidt-Garre: Das ist sehr gut. Schreibst du mit dem Computer?

Joachim Bessing: Mit dem iPad. Da läuft ein simples Textverabeitungsprogramm, das kann fast nichts außer Wörterzählen. Man tippt dann auf die virtuelle Tastatur, was mir mittlerweile besser gefällt, als eine physische. Das Gerät ist schön leicht, die Beleuchtung ist eingebaut, und man kann damit auch im Liegen schreiben. Das mache ich sehr viel: Schreiben im Bett. Du hast Familie, ich lebe ja allein. Auf andere muß es so wirken, als ob man einen großen Teil des Tages untätig verbringt.

Jan Schmidt-Garre: Auch auf einen selber. Man giert doch nach irgendwelchen Ausflüchten und Ablenkungen. Und hat dabei natürlich ein schlechtes Gewissen.

Joachim Bessing: Wie groß ist die Rolle der Intuition in deinem Arbeitsprozeß?

Jan Schmidt-Garre: Ich denke jetzt gerade ans Schneiden, wie das Schreiben auch ein aufbauender Prozeß: da ist der Anteil relativ hoch. Nicht nur in der Kombination von Sequenzen miteinander, sondern auch innerhalb des Herstellens gibt es viele intuitive Entscheidungen. Bei der Projektentwicklung oder beim Schreiben ist es vielleicht nicht so viel. Neulich hatte ich eine Vision – weil ich mich wieder einmal gedrückt habe vor etwas anderem: vielleicht geht es gar nicht mehr um das Erfinden – sondern ums Entscheiden. Denn das Material ist ja eigentlich da. Und eigentlich geht es dann nur noch darum, zu sagen: Schluß mit dem Sammeln! Jetzt wird entschieden. So sieht die Figur aus. Dort spielt es.

Joachim Bessing: Das ist aber genauso schwierig wie Erfinden. Erfinden ist doch nichts anderes als das.

Jan Schmidt-Garre: Ich sage ja auch nicht, daß es leichter ist. An dem Punkt schien es mir ein Hebel zu sein, der es mir erleichtert, weiterzumachen.

Joachim Bessing: Und das hat auch funktioniert?

Jan Schmidt-Garre: Ja. Aber dann war meine Frist abgelaufen.

Joachim Bessing: Mir fällt es an jedem neuen Tag wieder schwer, mich auf meine Intuition verlassen zu können. Wenn ich das schaffe, gelingen mir Dinge. Aber teilweise rät sie mir zu derart seltsamen Entscheidungen, daß ich die natürlich nicht wagen kann. Dann treffe ich eine vernünftige Entscheidung, und das Ergebnis ist schlecht. Was mich dann für Stunden blockiert.

Jan Schmidt-Garre: Da machst du einen Widerspruch auf, der nicht meiner ist. Ich konstruiere trotzdem. Intuition ist für mich nicht die Quelle irrationaler Ideen. Intuition ist für mich die Kraft, die die Sache in Fluß bringt. Die Erfindung zum Leben bringt.

Joachim Bessing: Für mich ist Intuition alles, was nicht rational ist.

Jan Schmidt-Garre: Es geht doch darum, daß die Sachen erhitzt sind. Daß sie lebendig sind. Daß es nicht kalt und ausgedacht bleibt.

Joachim Bessing: Aber jeder überzeugte Konstrukteur wird für sich in Anspruch nehmen, daß er sogar Hitze konstruieren kann. Und Leben. In jedem “How to write a novel” findest du Theorien, wie das gehen soll. Also daß die Figuren was essen, während sie miteinander reden. Daß man beschreibt, wie das schmeckt und riecht.

Jan Schmidt-Garre: Ich meine nicht die buchstäbliche Wärme im Text. Was ich meine: daß es stimmig ist. Daß es läuft. Organisch ist.

Joachim Bessing: Und das macht die Intuition?

Jan Schmidt-Garre: Ja. Es ist die Kraft, die aus einer Konstruktion etwas Lebendiges macht.

Joachim Bessing: Ich könnte die Intuition nie als eine außenstehende Kraft betrachten. Dann wäre das etwas Übernatürliches.

Jan Schmidt-Garre: Übernatürlich nicht – aber sie steht einem nicht zu Gebote wie die normale Intelligenz, die man zum Konstruieren braucht.

Joachim Bessing: Sie hinterläßt keine Spuren. Es ist reines Fühlen.

Jan Schmidt-Garre: Und man kann sie eben nicht aktivieren, so wie ich hier meine Hand heben kann. Was ich vorhin beschrieben habe, das mit dem Kopf auf die Schreibmaschine hauen, ist ja ein Trick.

Joachim Bessing: Mein Trick ist: Wenn du den Anfang nicht hinkriegst, fang mit der Mitte an.

Jan Schmidt-Garre: Für mich ist das nichts, weil ich sowieso nicht mit dem Anfang anfange. Ich fange mit irgendwas an. Ich benutze ein Bausteinsystem – in der konstruktiven Phase. Wenn ich ein Drehbuch endgültig runterschreibe, verändert sich natürlich nochmal viel von dem, was ich zuvor konstruiert hatte. Dann entstehen manche Sachen aus dem Schreiben und aus dem Fluß, die unerwartet sind und schön, aber viele sind das nicht. Und ich fange nicht vorne an. Ich habe Bruchstücke, die ich zusammenbaue. Wie ein Profiler, der vor einer Landkarte mit den Schauplätzen von Verbrechen sitzt, darüber brütet, sie immer wieder anschaut, „den Kopf auf die Schreibmaschine haut“, bis endlich irgendwann ein Muster erscheint, ein legitimer narrativer Zusammenhang.

Joachim Bessing: Würdest du dich als geselligen Menschen bezeichnen?

Jan Schmidt-Garre: Ja. Ich brauche zwar, mit Handke, “die kühnen Aufschwünge des Alleinseins, ohne welche dem Kopf doch die täglich nötige Weltweite fehlt”, aber trotzdem bezeichne ich mich als gesellig.

Joachim Bessing: In wieweit kannst du abschalten von der Arbeit. Also wenn jemand tagsüber Betten verkauft, dann hat der abends frei. Ich frage mich immer, wie das wohl ist.

Jan Schmidt-Garre: Gut, das ist in unseren Berufen nicht möglich. Aber bei mir heißt das nicht unbedingt, daß sich meine Arbeit mischt mit etwas, das mir jemand beim Abendessen erzählt. Ich bin dann eher mal unaufmerksam, weil ich einen Arbeitsgedanken habe. Und weil ich dann hoffe, daß ich ihn behalten kann. Oder wenn es mich zu nervös macht, dann notiere ich ihn eben.

Joachim Bessing: Arno Schmidt behauptete ja, einen Notizblock auf dem Nachtschrank zu haben, falls er im Schlaf eine Idee bekommen sollte. Ich habe da einen Bleistift und schreibe manchmal was ich von Träumen noch weiß an die Kommode, die da steht.

Jan Schmidt-Garre: Ich notiere mir viel, weil ich meinem Gedächtnis nicht traue.

Joachim Bessing: Was mich an dem Beruf manchmal stört, und gleichzeitig finde ich genau das gut: Man braucht keine Ausrüstung. Ein Fotograf kann sich ständig neue Objektive kaufen.

Jan Schmidt-Garre: Das mache ich aber trotzdem. Innerhalb des Spektrums, das überhaupt möglich ist: Ringbücher, Trennblätter, farbige Kugelschreiber.

Joachim Bessing: Das habe ich früher gemacht, es hat komplett aufgehört.

Jan Schmidt-Garre: Ich brauche unterschiedliche Stiftarten: wenn ich ein Regiebuch mache, muß ich mit Bleistift arbeiten, weil ich in ein existierendes Werk, einen Klavierauszug oder einen Text, hineinschreibe. Da habe ich mich also eine Zeitlang mit Bleistiften und auch mit Radiergummis beschäftigt.

Joachim Bessing: Kann man Klavierauszüge nicht in das iPad laden? Dann kannst du die mit iAnnotate bearbeiten, das sieht sehr schön aus mit der Handschreibefunktion dort.

Jan Schmidt-Garre: Klingt toll. Wäre bestimmt nicht schlecht.

Joachim Bessing: Vielleicht ist der Platz, an dem man schreibt, so wichtig, weil es für schreibende Personen nur wenig Ausrüstung gibt. Ich werde immens beeinflußt von Ortswechseln. Wie so eine Topfpflanze, die man dann mal rausstellt, wenn die Sonne scheint. Oder in einer anderen Wohnung, auf Reisen, in einem Hotelzimmer.

Jan Schmidt-Garre: Hotelzimmer funktionieren manchmal wahnsinnig gut. Und was für mich der allerallerbeste Raum ist zum arbeiten: Zugfahrten.

Joachim Bessing: Ja, herrlich!

Jan Schmidt-Garre: Nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Nichtarbeiten – denn da entfällt das schlechte Gewissen. Weil man ja bereits etwas Sinnvolles tut. Man bewegt sich auf einen Ort zu. Also kann man auch ruhig Zeitung lesen oder ein Buch, das gerade nicht auf dem Speiseplan steht. Oder eben tatsächlich arbeiten. Und das kann ich dann toll. Fünfzig Prozent Zeitvertreib, fünfzig Prozent Arbeit.

Joachim Bessing: Darüber haben ja viele schreibende Personen geschrieben: Über die Schwierigkeiten des Sitzenbleibenmüssens. Arno Schmidt: Er saß, aß, las.

Jan Schmidt-Garre: Na ja, Peter Handke läuft ja ständig herum. Und hält das glaube ich auch nicht getrennt vom Schreiben, sondern hat Notizbücher dabei, in die er dann hineinschreibt. Und da kommt ja etwas dabei raus – so prätentiös diese Methode auch scheinen mag.

Joachim Bessing: Ich halte das gar nicht für prätentiös. Peter Handke hat ja wohl auch diesen Drang, etwas zu schreiben. Deshalb muß er sich Verhältnisse schaffen, daß es immer gut läuft. Sonst geht er kaputt. Für Mein Jahr in der Niemandsbucht hat er sich den Arbeitsplatz im Wald geschaffen. Da hatte er sich einen großen Baumstumpf zugerichtet als Sitzplatz.

Jan Schmidt-Garre: Diese Vorstellung hatte ich auch schon mal. Ich wollte etwas Ähnliches entwerfen: einen kleinen Tisch, den man sich auf den Schoß stellen kann. Für das Arbeiten auf einer Parkbank zum Beispiel.

Joachim Bessing: Das ist ja das iPad.

Jan Schmidt-Garre: Ich weiß noch, daß ich einmal etwas geschrieben hatte, in der sehr schönen Phase, wo es leicht gerät und man gar nicht mehr aufhören möchte, und da war dieser berühmte Stromausfall in New York. Ich bekam Panik, wie lange die Batterie meines Palms noch reichen würde. Und ich erinnere mich jetzt noch ganz intensiv an die Erlösung, als mir einfiel: Wenn die Batterie leer ist, dann schreibe ich einfach weiter auf Papier!

Joachim Bessing: Das ist das Tolle an dem Beruf.

Jan Schmidt-Garre: Der Nachteil ist, daß es immer ein langer Weg bis zu dieser Seligkeit im Schreiben ist. Und daß sich der Prozeß nicht abkürzen läßt. Selbst wenn man ihn durchschaut. Beim Schneiden ist das auch so. Überhaupt ist das Schneiden mit dem Schreiben verwandt. Es sind ja auch die Autoren oft gute Cutter. Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Zwischenschritte es braucht, um eine Szene in eine vernünftige Gestalt zu bringen. Und dann denkst du: Warum bin ich denn nicht früher draufgekommen – das liegt doch auf der Hand! Tut’s eben nicht! Tut’s erst, wenn du diese Zwischenschritte alle gemacht hast.

II Im Schneideraum

Joachim Bessing: Worin besteht die Ähnlichkeit von Schneiden und Schreiben?

Jan Schmidt-Garre: Es ist derselbe Prozeß. Bei einem Dokumentarfilm arbeite ich so, daß ich recherchiere, ein Konzept entwickle, aber das Konzept bleibt eine Absichtserklärung. Ich habe dann noch keine klare Vorstellung vom Aufbau des Films. Ich weiß, welches Material ich haben möchte und versuche dieses Material herzustellen. Aber die eigentliche Gestaltung des Films geschieht erst danach. Ich muß zuerst das gesamte Material sichten, und das entspricht der Recherche beim Schreiben. Oder der Stofffindung. Erst wenn ich alles gesichtet habe – was ein endloser und wirklich quälender Prozeß ist -, geht die eigentliche Arbeit los.

Joachim Bessing: Und du mußt alles gesehen haben.

Jan Schmidt-Garre: Ich kann es jedenfalls nicht delegieren. Ein Protokoll genügt nicht. Da bekomme ich die Stimmung der Szene nicht zu spüren. Ich bin sehr diszipliniert, schaue mir alles an – und das ist furchtbar langweilig! Beim Schreiben wie beim Schneiden ist es so, daß die Lieblingsszenen irgendwann rausfliegen.

Joachim Bessing: Dann kann man sie doch sofort weglassen.

Jan Schmidt-Garre: Nein, man kann eben gar nichts weglassen. Ich sage doch: Der Prozeß läßt sich nicht abkürzen. Auch nicht mit noch so viel Erfahrung.

Joachim Bessing: Es geht also wieder um Intuition.

Jan Schmidt-Garre: Es geht auf jeden Fall um eine intellektuelle Arbeit. Und nicht um eine technische. Es gibt eine handwerkliche Seite. Ein guter Cutter weiß, was gut aneinander paßt. Oder wo, an welcher Stelle sich schneiden läßt – in der Bewegung, vor der Bewegung. Aber die eigentliche Konstruktion und Gestaltung mache ich mit dem Cutter zusammen. Und dann wiederholen sich die Schritte erneut: Sichtung – da enstehen Prioritäten. Damit ist allerdings noch nicht viel gewonnen. Denn danach muß ich mich mit den Notizen zurückziehen – gerne wieder in ein Café. Die wichtigen Sachen schreibe ich dann in Listen. Kurze Listen.

Joachim Bessing: Welches Medium?

Jan Schmidt-Garre: Papier. Dort fange ich dann auch an zu konstruieren: Auf dem Papier. Wenn das Material sehr umfangreich ist, wie im Fall meines letzten Dokumentarfilms Der atmende Gott, dann läßt sich damit noch nicht schneiden, das heißt: wir müssen die Szenen, von denen wir wissen, daß sie wohl im Film landen werden, komprimieren. Auf Länge schneiden. Da entstehen jeweils Sequenzen von zwanzig Minuten. Da merkt man dann bereits, welchen Charakter eine Szene hat. Ob sie eher etwas Öffnendes hat, was an den Anfang des Filmes gehört, oder etwas Abschließendes.

Joachim Bessing: Was ja nicht geht im Gegensatz zum Schreiben ist ändern. Wenn ich irgendwann merke, daß eine Figur die Brille nicht braucht, schreibe ich die Brille raus. Ich stelle es mir grauenhaft vor, daß du alles vorher bestimmen mußt.

Jan Schmidt-Garre: Man kann schon eine Menge machen. Der Charakter einer Szene läßt sich völlig verändern. Zum Beispiel kannst du eine Person eliminieren. Auch aus einem laufenden Gespräch. Das geht ziemlich gut.

Joachim Bessing: Trotzdem ist man im Gegensatz zum Schreiben eingeschränkt. Das ist schon eher Troubleshooting denn Schöpfung.

Jan Schmidt-Garre: Kommt mir nicht so vor. Für mich ist es eine sehr sehr freie Gestaltung. Mit gegebenem Material. Aber das Material ist extrem flexibel.

Joachim Bessing: Bist du zielstrebig, oder fängst du auch gerne nochmal von vorne an, aber halt anders?

Jan Schmidt-Garre: Daß ich einen Film, der mir eigentlich fertig schien, noch einmal umschneide, das habe ich jetzt beim Atmenden Gott zum ersten Mal gemacht.

Joachim Bessing: Woher nimmst du die Distanz, um die Notwendigkeit zu sehen?

Jan Schmidt-Garre: Die habe ich ja nicht. Dazu brauche ich andere Leute. Ich habe den Film Freunden gezeigt, und die teilten meine Begeisterung eben mal nicht.

Joachim Bessing: Wie waren die Rekationen genau?

Jan Schmidt-Garre: Geduldig, freundlich, anerkennend. Schön, ja, mh-mh, doch. – Gefällt er dir? Doch, ja.

Joachim Bessing: Nach fünf Jahren Dreharbeiten.

Jan Schmidt-Garre: Da habe ich gemerkt, es stimmt wohl etwas nicht. Aber ich wußte nicht, wo ich ansetzen sollte, denn ich fand den Film ja gut. Normalerweise ist es umgekehrt. Ich zeige den fast fertigen Film, die Leute loben ihn, und ich bin der einzige, der noch die ganzen Mängel sieht. Und hier war es umgekehrt. Wirklich furchtbar!

Der Film Der atmende Gott – Reise zum Ursprung des modernen Yoga läuft momentan im Kino. Joachim Bessing ist Schriftsteller und lebt in Berlin.

Interview: Joachim Bessing
Fotos: Dan Zoubek