Julia Winkels

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Bist du Berlinerin?
Ich bin Fake-Berlinerin. Ich komme zwar ursprünglich aus Lichtenrade, habe aber von meinem zwölften Lebensjahr an bis zu meinem neunzehnten mit meinen Eltern in Heidelberg gelebt. Nach dem Abitur bin ich wieder zurück nach Berlin.


Wie hat sich Berlin in den letzten zehn Jahren verändert? Wo siehst du Berlin momentan?

Berlin hat sich total verändert. Viele sagen ja, es würde zu kommerziell, aber ich finde, im Vergleich, ist Berlin immer noch ein „Underdog“. Deshalb ist die Sympathie für Berlin auch immer noch da, obwohl größere Unternehmen, wie die Mediaspree, hier her kommen. Ich denke nicht generell, dass so eine Entwicklung Berlin nur schlechtes tut. Viele kamen hier her, weil man so sein kann, wie man will und weil es günstig ist und viele gingen auch wieder, weil sie einfach kein Geld verdienen konnten.
Diese Phase geht langsam vorbei, denke ich. Mittlerweile kann man sich hier ein Leben durch Kreativität ermöglichen, was in vielen anderen Städten nicht möglich wäre. Berlin ist internationaler geworden und bekommt Aufmerksamkeit von außen.

Beschreib uns doch kurz deine beruflichen Stationen bisher.
Bei Circleculture habe ich dem Sinne angefangen, als dass es ein wirklich fester Job war, bei dem ich jeden Tag arbeiten musste. Davor habe ich ein Praktikum bei Burda in New York gemacht. Eigentlich war es auch meine Absicht, dort zu bleiben, weil ich es wirklich geliebt habe. Aber ich hatte einen Freund, der heute übrigens mein Mann ist und es war sehr kompliziert, weil er nicht nach New York wollte. Die Assistenz bei Burda habe ich dann verlängert, was dazu führte, dass es bei uns in der
Beziehung auch echt gekriselt hat. Ich glaube, was unsere Beziehung gerettet hat, war die Tatsache, dass ich kein Arbeitsvisum für Amerika bekommen habe.

Wie ging es dann weiter?
Eigentlich wollte ich Journalistin werden. Meine Eltern kommen aus dem Modebereich und ich dachte schon immer:“Ich werde Modejournalistin.”Damals habe ich die Möglichkeit frei für die Textilwirtschaft und Zitty zu arbeiten. Meine Schwester war damals Designdirektorin bei GAP in New York und fragte mich, warum GAP nicht in Deutschland funktioniere. Ich habe mich dann damit beschäftigt und fand das Thema super interessant. Meine Schwester meinte noch, dass mich doch so etwas viel mehr interessieren könnte, als das, was ich zum damaligen Zeitpunkt getan habe. Damals studierte ich BWL und Publizistik, wechselte dann jedoch zu Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an die UdK. Wobei ich sagen muss, dass ich es heute etwas bereue, gar nichts mehr im journalistischen Bereich zu machen. Ich liebe Sprache und ich liebe Worte.

Du hast in New York und Boston gearbeitet. Wie stehst du heute zu den Städten?
Ich liebe New York. Es sind immer so viele Nationalitäten um einen herum, das vermittelt mir irgendwie ein Gefühl von Freiheit. Man hört tausend Sprachen und keiner fragt dich, woher dein Akzent stammt, es ist einfach völlig normal. Boston hingegen ist sehr weiß, sehr konservativ und stereotypisch
amerikanisch. Ich mag Boston auch, aber zum Arbeiten war es mir ein Tick zu engstirnig. Ich bin ja doch ein ganz normales Mädchen und dort in der Firma, bei Reebok, war ich dennoch ein Paradiesvogel.
Wenn ich die Gänge entlang lief, wurde ich richtig angestarrt.

Wie hast du Svenja, deine Agenturpartnerin, kennengelernt?
Wir kennen uns schon sehr lange. Wir haben zusammen studiert. Sie ist zwar zwei Jahre jünger als ich und hat etwas länger studiert, aber einige Projekte haben wir zusammen gemacht. Wir haben damals schon gemerkt, dass wir gut zusammenarbeiten können. Svenja ist ein Tier! Sie ist eine totale Power-Frau. Für mich war klar, ich würde mich selbstständig machen wollen und sie war damals unglücklich in Hamburg. Als ich ihr von meiner Idee der Selbstständigkeit erzählte, sagte sie sofort:“Ich mach mit!” Sie hat dann tatsächlich schnell in Hamburg gekündigt, ist hier her gezogen und es war klar, wir machen
jetzt BOLD zusammen. Bis heute ist es so, dass Svenja eher das strategische Brandmanagement macht und ich eher den PR Bereich abdecke. Es klappt super!

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?
Es bedeutet viel für mich. Manchmal macht es mich etwas unglücklich, dass ich es zu wenig lebe. In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken darüber. Ich mache Kampagnen, Kampagnen und Kampagnen und frage mich, was bleibt?! Irgendwie verpufft alles. Deshalb versuchen wir gerade Dinge zu entwickeln, die einen Mehrwert haben, der langlebiger ist. Das ist für mich Nachhaltigkeit! Nicht nur irgendwelche riesigen Partys, sondern eher eine Plattform mit interessanten Menschen schaffen, die eine Marke emotional aufladen, d.h. nicht nur Türsteher oder Barkeeper sind, sondern eine Art Spirit mitbringen, der interessant ist für gewisse Marken. Und Nachhaltigkeit bedeutet noch mehr für mich.
Ali, mein Mann, ist Produktdesigner. Er hat unsere Büromöbel aus alten, handgesammelten Dielen entworfen und gebaut. Er beschäftigt sich viel mit nachhaltigem Design und achtet auf Produktionsstandards (www.aliali.net).
Auf kleinem Niveau versuchen wir immer eher Glasflaschen zu benutzen, als Plastik und Müll zu trennen. Ich versuche einfach, auch etwas zurückzugeben, statt nur zu nehmen. Das finde ich wichtig und ich mache mir Gedanken, wie man noch mehr auf diese Weise handeln kann.

Meinst du, manche Marken haben in dem Bereich noch mehr Erklärungsbedarf?
Ich mag es nicht, wenn globale Umweltverschmutzer plötzlich eine Sustainability-Kampagne machen.
Ich habe ein gutes Buch dazu, das „Ende der Märchenstunde“ heißt. Da geht es um den Nachhaltigkeitstrend und wie viele Marken das ausnutzen. Und so etwas nervt mich ungemein. Die machen ein einziges “grünes” Projekt und jeder denkt, dass sei eine ganz tolle Marke, die sich engagiert und in Wirklichkeit sieht es ganz anders aus.

Wie kann man sich den Prozess der Ideenfindung bei euch vorstellen?
Unser Prozess ist um ehrlich zu sein super emotional. Wir entscheiden vieles aus dem Bauch heraus. Manchmal hat man Zeit, vorher kleine Workshops oder Fokusgruppen zu machen, aber oftmals wollen die Kunden sofort irgendetwas machen. Wir setzen uns dann hin und sind oft selbst die Zielgruppe und überlegen uns einfach, was wir gut finden würden. Und eigentlich gefällt das den Kunden dann auch.

Seitdem es die Laptop-Generation gibt, kann man eigentlich immer und überall arbeiten. Was hältst du davon?
Ich liebe es, weil man natürlich freier ist. Ich habe vorher fast acht Jahre lang in Angestelltenverhältnissen gearbeitet. Und jetzt ist es so, dass ich rein theoretisch sagen könnte,
ich arbeite morgen von Heidelberg aus und sehe gleichzeitig meine Eltern. Ich kann mir meine Arbeit einfach besser einteilen.

Sind Netzwerke für kleinere Agenturen, wie ihr es seid wichtiger, als für große? Und wie pflegt ihr eure?
Unser Netzwerk sind unsere Freunde und glücklicherweise sind unsere Freunde häufig sehr kreativ und in verschiedenen Berufen tätig, sodass wir sie für unsere Projekte zu Rate ziehen. Egal ob Grafiker, Filmemacher, Webdesigner oder Texter; wir brauchen diese Leute ständig. Wir wollen auch keine Agentur mit 30 Mitarbeitern werden, sondern wir wollen diesen „Boutique-Charakter“ beibehalten. Natürlich ist es wichtig, ein Netzwerk zu haben, sonst kannst du die ganzen Aufgaben überhaupt nicht erledigen, die täglich auf einen zukommen. Unser Netzwerk, genauso wie der Kontakt zu unseren Kunden, ist einfach extrem wichtig.

Denkst du, dass das Thema der Community in Berlin – mit den ganzen Events und Veranstaltungen – überreizt ist?
Genau das ist es! Es ist bestimmt sinnvoller, sich an einen Tisch mit zehn ausgewählten interessanten Personen zu setzen, weil das viel nachhaltiger ist, als irgendeine Party mit tausend Leuten, bei
denen zum Schluss keiner mehr weiß, von wem die Party eigentlich war. Lieber ein paar kleinere Sachen machen und damit die richtigen Leute erreichen. Es gilt zu viele Streuverluste zu vermeiden.

Was ist für dich persönlich spannender: Eine große globale Marke oder etwas kleines Lokales?
Zumindest im Herzen wäre das dann wohl doch das Kleinere. Denn das ist näher an meiner eigenen Kultur. Leider reicht das nicht aus, um meine Miete zu zahlen. Deshalb versuchen wir beides zu machen. Oft profitieren auch beide voneinander. Die Großen stehen auf die Kleinen. D.h. man kann sie in Konzepten auch kombinieren. Wir bringen auch manchmal Marken zusammen.

Gibt es Kunden, die ihr nicht betreuen würdet?
Ja, Zigarettenmarken. Es hat nichts damit zu tun, ob ich rauche oder nicht. Aber ich möchte nicht, dass jemand wegen mir anfängt, zu rauchen. Bei Alkohol machen wir uns auch unsere Gedanken. Das geht aber noch als ein Genussmittel für gewisse Stunden durch. Ein Bier macht keinen Alkoholiker! Aber man raucht nicht mal eben eine Zigarette. Das passiert eher selten.

Kann man lernen, kreativ zu sein?
Ich glaube nicht. Man muss es irgendwie in sich haben. Vielleicht kann man sowieso schon kreative Menschen, zu noch mehr Kreativität bringen. Ich habe aus meiner Erfahrung gelernt, dass Leute, die nicht kreativ waren, in den Berufen, die ich gemacht habe, auch immer Probleme hatten und nicht hinterher kamen.

Wohin bringst du deine Freunde in Berlin, wenn sie zu Besuch kommen?
Meistens zeige ich ihnen natürlich die klassischen Sachen. Mauerpark am Sonntag, ein kleiner Spaziergang am Paul-Lincke-Ufer, essen gehen im Il Casolare, den Kiez zeigen. Meistens sind es Dinge, die für uns Berliner langweilig sind, aber für Touristen total spannend.

Was liest du momentan?
Ich lese gerade „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer. Es ist zwar brutal, aber sehr toll geschrieben.

Hast du Lieblingsmagazine?
Ich lese alles Mögliche regelmäßig, weil wir in der Agentur auch alles haben. Die Gala, die iD,… Was ich aber mittlerweile wirklich gerne lese, darauf hat mich mein Mann aufmerksam gemacht, ist DAMN, ein Magazin für Produktdesign aus Holland.

Nach einem späten Frühstück begleiten wir Julia Winkels noch in ihr Studio BOLD in der Gormannstraße in Berlin-Mitte. Weitere Informationen zu ihrer Agentur und den aktuellen Tätigkeiten findet man hier auf ihrer Website.

Interview: Timmi Seifert
Text: Deana Mrkaja
Fotos: Ailine Liefeld