In dem 1942 errichteten Ex-Reichsbahnbunker in Berlin-Mitte verliert sich der Besucher leicht in den verschachtelten Gängen aus kaltem Beton. Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg legen hier unmittelbar Zeugnis von der historischen Bedeutung des Gebäudes ab.
Im Herzen des hermetischen Betonkubus befindet sich die Ausstellung von zeitgenössischen Kunstwerken aus der Privatsammlung des Agentur- und Verlagsgründers Christian Boros. Hier wurde Platz geschaffen, indem der ehemals lichtleere, dreitausend Quadratmeter große Bunker von Jens Casper in architektonischer Schwerstarbeit zu einem komplexen Raumgefüge dekonstruiert wurde. Das Penthouse als gläserner Überbau ist die Umkehrung der dunklen Schwere.
Hier leben Christian und Karen Boros mit ihrem gemeinsamen Sohn inmitten von Gemälden, zum Beispiel von der Künstlerin Elizabeth Peyton, und einer Reihe von Installationen, unter anderem von Olafur Eliasson. Ein Wohntraum, der lange unmöglich schien. Inzwischen ist er eine Art Manifest in Berlins historischer Mitte, wo Wandel an der Tagesordnung ist.










