Kate Bellm

Sie hat ein Tipi! Das ist alles was man wissen muss, um zu verstehen, wer Kate Bellm ist. Als ich das letzte Mal vor ein paar Wochen in ihrer Kreuzberger Wohnung war, sah es hier noch komplett anders aus.
 Überall in ihrem Sichtbeton Loft stehen Kunstwerke. Vor kurzem hat die 24 jährige Fotografin aus London begonnen mit dem Künstler Darius Voltra zu arbeiten. Sie könnten schon jetzt ein Museum eröffnen mit allem, was sie in den letzten Monaten geschaffen haben. Doch die riesigen zerrissenen Prints, die an den Wänden lehnen, sind nicht das einzige, was sich verändert hat, seit ich das letzte mal hier war.

Kates Apartment ist wie sie selbst im ständigen Wandel. Genau wie ihre Wohnung, muss wohl auch ihr Gehirn unter dem Mikroskop aussehen- ein Ort voller farbenfroher, origineller Erinnerungen und Kreationen. Manche davon hat sie auf der Straße gefunden, andere aus einem Club “entliehen” und wieder andere in Asien oder im türkischen Kitschladen um die Ecke gekauft. Auf dem Fenstersims liegt ein pinker Porzellanpenis, daneben lehnt ein riesiges Surfbrett und überall hängen Bilder, die sie aus Magazin gerissen hat: ein Kuriositätenkabinett randvoll an Inspiration. Und das sind viele, Kate scheint von fast allem inspiriert zu sein.

Das hört sich alles ein wenig nach einer seltsamen alten Tante mit Messy- Syndrom an. Aber auf eine sonderbare Weise ergeben all die Dinge, die Kate in den letzten drei Jahren in Berlin gesammelt hat, einen Sinn. So wirr der erste Eindruck von Kate und ihrer Wohnung anfangs auch sein mag, haben sie doch beide diese künstlerische Ordnung, die nur kreative Menschen erklären und schaffen können, die aber jeden fasziniert.

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Zu allererst, warum tust du, was du tust?
Ich bin hauptsächlich Fotografin und bin es schon seit ich ein Teenager war. Ich liebe es einfach. Wenn du ein Bild machst, erfüllt es dich durch und durch mit Glück und dieses Gefühl scheint ewig anzuhalten. Inspiriert zu sein und andere mit deinen Kreationen zu inspirieren, ist unglaublich. Ich liebe es, für junge Labels zu photographieren die mit ihrer Werbung Grenzen überschreiten. Zum Beispiel arbeite ich mit Marken wie Insight aus Australien, für die ich Skateboard Shootings mache. Außerdem fotografiere ich Editorials in Paris, London und Deutschland- für Magazine wie Nylon,Tush, Rollacoaster, Vogue Uk, Vice, Indie und Esquire.

Du hast gerade deine limitierte Fotoedition produziert…
Ja, Rockers ist mein limitiert heraus gegebenes Magazin. Ich habe es im Sommer mit meinem Freund Basti gemacht. Wir haben faktisch an der Kopiermaschine geklebt. Der Typ der uns den Toner verkauft hat meinte, wir hätten die gleiche Menge gekauft die sonst ein Copy Shop für ein Jahr benötigt. Es ist eine Sammlung all meiner liebsten Bilder aus Berlin- von Skatern zu Akten bis Musiker, Freunde und Models.

Wo bekomme man es?
Man bekommt es in Berlin bei Cabinet 206, Do you read me?!, Soto und Civilist- oder online über mich.

Du bist gerade mal 24, wie bist du so schnell hier gelandet?
Meine Faszination für Modefotografie hat schon im Alter von 13 oder 14 in der Schule begonnen. Ich war auf einem Mädcheninternat, also habe ich die Mädels der unteren Klassen gescouted und sie genauso fotografiert wie ich es heute tue- mit farbigen Kulissen und Requisite. Sogar einen Make Up Artist habe ich kommen lassen. Sobald ich mit der Schule fertig war, bin ich nach Paris gegangen um Fotografie zu studieren. Danach bin ich kurz nach London zurück gekommen und dort ging es dann richtig los. Ich habe eine Menge Tattoo Typen im Osten Londons fotografiert und bin dann nach South Carolina gefahren, um eine Geschichte für Esquire über Harley Gangs zu shooten. Im Grunde saß ich die ganze Zeit auf dem Rücksitz irgendeiner Harley.

Wann bist du dann nach Berlin gekommen und warum bist du immer noch hier?
Ich kam vor mehr als drei Jahren für einen Job beim Vice Magazine. Ich hab die Entscheidung in fünf Tagen getroffen, da ich eigentlich in London hätte bleiben sollen. Stattdessen habe ich meine Koffer gepackt und seitdem nicht mehr zurückgeblickt.

Kein Heimweh?
Niemals! Berlin ist jetzt meine Heimat. Die beste Stadt! Zu aller erst liebe ich einfach die Seen und die Tatsache, dass hier die Leute hauptsächlich kreativ und jung sind. Jeder ist für sich inspirierend und was kreative Projekte angeht, steht man nie alleine da. Die Stadt ist zudem meine Traum Location- der Widerspruch zwischen häßlichen und schönen Gebäuden und die geheimen kleinen Schätze, die man auf der Straße finden kann… Man kann sich seine Wohnung quasi an einem Nachmittagsspaziergang durch Neukölln einrichten.

Zum Beispiel- was hast du auf der Straße gefunden?
Schreibmaschinen, Surfbretter, tolle Holzstücke auf die man drucken kann und Essen (lacht)… Ich habe mal eine wunderschöne Ananas auf der Motorhaube eines alten Autos gefunden. Die meisten meiner Möbel haben so ihren Weg in meine Wohnung gefunden. Anderer Leute Müll lässt sich immer transformieren. Alles was man braucht ist ein wenig Farbspray.

Und lässt sich das für deine Kunst verwenden?
Natürlich… die Holzstücke sind definitiv nützlich. Ich benutze sie, um die großen Prints zu machen die du überall in der Wohnung sehen kannst. Vor kurzem habe ich angefangen mit dem Künstler Dariuz Voltra zu arbeiten. Er hat in den letzten Jahren eine Printtechnik entwickelt und jetzt arbeiten wir zusammen und machen riesige Prints aus meinen Bildern. Es ist eine Art, die Bilder roher und rauer wirken zu lassen. Ein bisschen wie die Straßenposter, die in mehreren Schichten übereinander kleben und bereits zerrissen und ausgewaschen sind. Wir tropfen außerdem geschmolzene Kreide darüber damit ein unglaublicher Regenbogen an vermischten Tie Dye Farben entsteht. Alle Prints sind ungefähr 150cm mal 200cm. Das ist ziemlich riesig und wir brauchen normalerweise 25 A3 Blätter dafür. Dariusz und ich entwickeln auch noch weitere Druck- und Zerstörungstechniken mit meinen Photos…es wird noch einiges folgen!

Gibt es irgendetwas, was Du aus London mitgebracht hast?
Ja, eine Sache: die „Fuck“ Lampe da drüben, die habe ich von einem Tattookünstler bekommen. Er hatte sie in seinem Laden und ich hab mich einfach in sie verliebt – also hat er mich sie kaufen lassen. Das war die einzige Sache, die ich im Flugzeug mit nach Berlin genommen habe, diese strahlende rote „Fuck“ Lampe. Sie ist aber inzwischen kaputt.

Den Rest hast Du in den letzten drei Jahren zusammengesammelt?
Ja, ich hab ziemlich viel Kram, weil ich es liebe, willkürlich kleine Sachen zu sammeln. Diesen Stuhl hier habe ich während eines Shoots auf dem Dach des Tacheles mitgenommen, und dieses große Holzstück landete mal nach einer Nacht im Kater Holzig bei mir.
Aber ich mache auch gekaufte Sachen. Meine jüngste Errungenschaft ist ein 50 Meter langer, pinker Giraffenteppich, den ich für 40 Euro in einem Neuköllner Teppichladen gefunden hab. Spießiger geht’s nicht und der beste Teppich für Shootings. Er sieht aus wie aus Palm Springs bei irgendeiner verrückten Grossmutti zuhause. Dann habe ich noch ein 5m langes Surfbrett, dass ich an der Ohlauer Strasse gefunden und hier angesprüht habe, 5 Matratzen, so dass alle meine Freunde hier schlafen können, etliche Bücher und kleine Mexikanische und Japanischen Objekte. Ich habe ziemlich viele Sachen angehäuft, wie du sehen kannst. Und ich schlafe in einem Tippi!

Ein Tipi – wie alt bist du, Acht?
Ehrlich gesagt, manchmal, fühl ich mich exakt so. Und ich wollte immer schon ein Tippi haben, warum also nicht jetzt? Irgendwann mal hab ich diesen Laden gefunden, der handgemachtes Ikat Material in Mallorca herstellt. Ich war da, um mit einigen Skatern für ein Projekt namens Topheadz Bilder zu machen und Kurzfilme zu drehen. Ich hab also tonnenweise dieser Stoffe gekauft und mit nach Berlin genommen. Dann bin ich den Wald außerhalb Berlins gefahren und habe Holz geholt. Ein Freund und ich haben es eines Nachts in zwei Stunden aufgebaut. Natürlich musste ich es genau wie in einem richtigen Kindertraum gestalten, voller Lichterketten und hängender Blumen, Traumfänger und kleiner indischer Hochzeitsdekorationen. Es ist ziemlich instabil und wird hauptsächlich von der Lampe gestützt, an der es lehnt.

Und dieses pinke Rad da drüben, was ist dessen Geschichte?
Das ist ein Formel 1 Reifen, den wir auf der Strasse gefunden haben. Er ist jetzt pink, weil wir ihn diesen Sommer für ein Skatershoot voller Farbpulver eine Halfpipe runtergeschmissen haben.

Wie kommst Du auf solche Ideen?
In diesem Fall haben wir zufällig kleine Dosen mit wunderschönem Farbpulver gefunden und ausprobiert. Selbst mit diesen kleinen Mengen war der Effekt so schön, dass ich wusste, ich würde es größer und besser machen müssen. Also gingen wir zum Lieferanten und haben riesige Säcke voller pinkem, türkisen, rotem, gelben und violettem Pulver gekauft. Wir haben die Säcke faktisch die Halfpipe hinunter katapultiert. Später haben wir das Rad geholt, es mit Farbe gefüllt und runter geworfen- es sah super aus. Die Jungs glitten durch das Pulver und es vermischte sich in der Luft. Dann begann es zu regnen- ein absoluter Alptraum, aber jeden Moment wert. Das war mit Abstand einer meiner liebsten Shoots.

Skatest Du auch?
Ich wünscht ich wäre besser, aber ich bin’s nicht! Ich stell mich aufs Brett, rolle hier im Apartment ein bisschen herum – aber das war es dann auch. Ich bin besser darin, die richtigen Pros’ zu fotografieren.

Also ist dein Appartement dein Studio? Shootest Du hier häufig?
Ja, die ganze Zeit. Diese Woche habe ich alles verändert und habe aus meinen Möbeln, die ich schon tausende Male fotografiert habe, neue Sets zusammen gestellt. Ich versuche immer etwas zu ändern um neue Szenarios zu schaffen. Viele der Dinge in diesem Apartment waren mal Requisite. Bevor ich shoote, sammle ich gewöhnlich Tage lang Requisite. Lustige Tassen und Rahmen, Bettbezüge, Kissen, farbige Rauchbomben, Stoffe, Telefone und Blumen- Ich bin verrückt nach Blumen in meinen Shoots.

Und Gewehre!
Die Gewehre habe ich in einem besetzen Haus gefunden als ich dort Daul Kim fotografierte. Bazookas, AK4- natürlich Fakes. Sie fand sie großartig also sind wir zurück in die Wohnung und machten dort einen Shoot aus schwarz-weißen Poloroids. Der Shoot ist vorbei, die Gewehre blieben.

Und was kommt als Nächstes?
Ich plane gerade eine Box zu bauen, die ich in unterschiedlichen Farben anmalen und mit Möbeln ausstatten kann. Ich kann daraus jederzeit jede Art Raum gestalten- ein sich ständig wandelnder Ort.

Reist du viel?
Ja, ich liebe es. Es gibt so viele inspirierende Dinge zu finden. Ich habe ein Notizbuch mit nach Asien genommen, um all meine Erinnerungen hinein zu schreiben- für Poloroids, Illustrationen, Menschen, die getroffen habe, Orte die ich besucht habe… Ich habe überall Dinge gesammelt, wie Sticker und lustige Streichholzschachteln oder Stofffetzen- einfach alles, was ich mochte kam dort hinein. Am Ende hat es fast meine gesamte Tasche eingenommen- so viel Glitzer und Sticker waren darin.

Du hast gesagt, du hast bereits mit 13 oder 14 begonnen, Fotos zu machen. Wer hat es dir beigebracht und von wem hast du deine erste Kamera bekommen?
Zuerst habe ich die meines Vaters benutzt, dann hat er mir eine eigene geschenkt. Ich hatte außerdem einen großartigen Lehrer in meinem Internat. Es gab dort eine Dunkelkammer und ich habe fast Einzelunterricht bekommen, weil kaum jemand Fotografie belegt hatte. Es war toll, die Chance zu bekommen, sieben Jahre in einer Dunkelkammer zu lernen, wie man seine eigenen Filme entwickelt und eine eigene Mappe anlegt. Das ist definitiv der beste Weg, Fotografie zu lernen und ich bin wirklich froh, dass Digitale Fotografie nicht richtig losging, bis ich achtzehn war.

Aber heute fotografierst du digital?
Ja, aber ich habe gerade meine alte Canon AE-1 zu hause gefunden und benutze sie auch wieder.

Du hast fünf Geschwister. Schlägt einer von ihnen den gleichen Weg ein?
Ich bin in einer sehr großen Familie mit zwei Schwestern und drei Brüdern aufgewachsen. Wir sind alle sehr unterschiedlich. Mein jüngerer Bruder ist sehr kreativ, es kann sein, dass er Fotograf wird aber sicher mit einem komplett anderen Stil. Ich habe durch meine Familie definitiv eine Menge Inspiration bekommen, weil wir alle so unterschiedlich und altersmäßig sehr nah beieinander sind. So habe ich immer neue Menschen kennen gelernt, die jünger als ich waren – daher liebe ich es, Teenager zu fotografieren. Meine Schwestern sind auf vielen meiner Bilder. Ich habe sie immer dazu gebracht, sich auszuziehen, wenn wir zusammen an verrückte Orte gereist sind. Meine jüngste Schwester hat mir in China sogar erlaubt, ihre Haare Hellblau zu färben, damit wir ein paar abgefahrene Fotos machen konnten.

Was denkst du heute über deine alten Arbeiten?

Ich habe immer noch ein paar meiner alten Bilder in meinem Portfolio. Ich hatte definitiv immer schon eine ähnliche Ästhetik… Blitz, knallige Farben und verrückte Mädels. Es ist aber wirklich lustig zu sehen, wie ich mich durch die unterschiedlichen Menschen, die ich kennen gelernt habe und die mich inspiriert haben, selbst entwickelt habe. Berlin hat mir auf jeden Fall dabei geholfen meinen Stil weiter auszuarbeiten.

Viel Erfolg dabei und danke für das spannende Interview!
Neben ihrer eigenen Website betreibt Kate auch einen Tumblr, auf dem man die Ergebnisse ihrer neuesten Shootings bewundern kann.

Interview: Louisa Löwenstein
Photos: Juliane Späthe