Kostas Murkudis

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Schön, dich hier in den Räumlichkeiten deines Bruders zu treffen. Wo wohnst du selbst und wie oft bist du in Berlin bereits umgezogen?
Nur einmal. Ich habe 2005 zuerst hier in Mitte gewohnt und bin dann nach Charlottenburg gezogen. Dort fand ich es sehr viel angenehmer und habe deshalb auch beschlossen, in dem Teil der Stadt eine Wohnung zu suchen. Mein Arbeitsplatz ist ebenfalls in Charlottenburg. Ich bin aber auch relativ häufig, ca. dreimal die Woche, hier im Osten der Stadt.

Und in welchen Restauranst oder Bars verbringst du gerne deine Zeit?
Ich esse sehr gerne Japanisch. Deswegen gehe ich oft ins Sasaya in der Lychener Strasse in Prenzlauer Berg. Dann gibt es noch das Daitokai im Europa-Center oder das Kushinoya in der Bleibtreustrasse. Ich mag aber auch rustikale Orte wie den Prater, wo das Publikum sehr gemischt ist.

Gerade laufen die internationalen Fashion Weeks. Wie war das bei dir diesen Sommer: Blieb es bei der Präsentation des Buchprojektes mit Luca Gadjus?
Ich hatte eine Präsentation hier im Haus bei Andreas und diese Party im Soho House. Das war es dann auch. Um ehrlich zu sein, habe ich auch keine Zeit, bei den Shows zu sitzen und zu warten, dass sie beginnen. Ich finde die Idee dahinter gut, aber es ist in Berlin einfach nicht so viel dabei, was ich unbedingt sehen möchte.

Zu welchen anderen Modewochen zieht es dich stattdessen?
Ich komme gerade aus New York, weil ich dorthin von einem Kunden eingeladen wurde, von PROJECT No.8. Die haben bereits drei Shops in New York und jetzt noch einen vierten, einen Pop-up Store, in dem sie meine Kleider präsentiert haben. Ich habe in New York auch viele Journalisten und Kollegen, z.B. SIKI IM, getroffen. Und habe viel Zeit in Galerien verbracht. Diese kulturellen Inspirationsmomente genieße ich sehr. In Paris interessieren mich die Shows von Margiela und Céline. Außerdem besuche ich Freunde, meine Headhunting-Agentur und Journalisten, z.B. Olivier Zahm von Purple. Diese Gespräche interessieren mich und bringen mich auch weiter.

Und mit wem tauscht du dich hier aus?
Da gibt es ein oder zwei Personen, aber die leben teilweise nicht hier in Berlin. Das ist zum einen ein Stylist aus London, Jodie Barnes. Oder Adriano Sack (Autor und Journalist), mit dem ich regelmäßig in Kontakt stehe. Austausch mit anderen Designern gibt es manchmal mit Dirk Schönberger oder Ines Kaag von BLESS, mit der ich in der Vergangenheit in Paris zusammengearbeitet habe. Ab und an sehe ich auch die beiden Mädels von Mongrels in Common. Und Wolfgang (Joop) kenne ich natürlich auch.

Wie ist es für dich, wenn du heute immer wieder mit Helmut Lang in Verbindung gebracht wirst: Beschäftigt dich diese Zeit selbst noch oder hast du damit längst abgeschlossen?
Natürlich war die Zeit bei Helmut Lang ein Lebensabschnitt, der einen geprägt hat und den man selbst mit geprägt hat. Aber diese Zeit ist, ehrlich gesagt, auch Schnee von gestern. Weil es nur ein Kapitel von vielen in meinem Curriculum Vitae ist.

Das ZEITmagazin griff kürzlich in der Mode-Ausgabe die Rückkehr zur Schneidekunst auf. Merkst du etwas davon, dass dir und Andreas diese Entwicklung im Jahr Zwei nach der Finanzkrise entgegenkommt? Eure Sachen besitzen ja ein vergleichsweise hohes Qualitäts- und Preisniveau.
Damals nach der Schule wollte jeder Popstar, Designer oder Fotograf werden. Das wurde ja auch ein Stück weit hochstilisiert. Und eine Zeit lang gab es einfach viel zu viele davon. Auch viele von denen, die glaubten, sich ohne eine solide Ausbildung als Künstler bezeichnen zu können. Und jeder, der eine Nadel in der Hand hielt, meinte gleich, Modedesigner zu sein. Ich glaube, das ist heute nicht mehr so einfach. Denn der Endverbraucher erkennt Wissen und Meisterschaft. Deshalb werden auch die Bestand haben, die das vorweisen können. Und das hat eben auch seinen Preis, berechtigterweise. Diese Entwicklung finde ich sehr positiv.

Du gehst neben deinem eigenen Label, auch viele Kooperation ein. Nach welchen Kriterien gehst du dabei vor?
Ich habe etwas andere Kriterien als vielleicht viele meiner Kollegen. Denn ich versuche immer, jede Kooperation auf einer glaubwürdigen und respektvollen Ebene durchzuführen, die gewisse Parameter mitbringen muss – wie „Langfristigkeit“. Ganz einfach, weil es eben auch seine Zeit dauert, bis man sich wirklich begegnet und bis man sich positioniert hat.

Was wird man in dieser Hinsicht in Zukunft von dir hören und sehen?
Es wird immer auch einmalige künstlerische Nebenprojekte geben, die mir besonders viel Spaß machen – wie für die Ausstellung „Not in Fashion“ des MMK in Frankfurt.

Kostas Murkudis wird am 31. Oktober im Museum für Moderne Kunst (MMK, Frankfurt am Main) gemeinsam mit dem Künstler Carsten Nicolai eine virtuelle Modenschau seiner neuesten Kollektion präsentieren.
In Berlin selbst werfen Interessierte am Besten direkt beim besprochenen Shop des Bruders in der Münzstrasse 21 einen Blick auf seine Mode – auch wegen der vielen anderen schönen Dinge, die es dort zu sehen gibt.

Interview: Julia Stelzner
Fotos: Ailine Liefeld