Paul “Scuba” Rose

Paul Rose aka. Scuba gehört zu den meist gefragtesten Produzenten und DJ’s. Dementsprechend schwierig ist es, ihn auch mal in seiner Berliner Wohnung anzutreffen. Der gebürtige Londoner ist im Jahr 2007 nach Berlin gezogen, wo er innerhalb kürzester Zeit Dubstep im legendären Berghain etablierte.

Als einflussreicher Künstler der Dub-Szene in London spielte er einst regelmäßig für einen Piratensender, der heute als Rinse FM bekannt ist. Zur selben Zeit gründete er das Label „Hotflush Recordings“, das Künstler wie Paul Woolford, George Fitzgerald, Jimmy Edgar, Shakleton, und Joy Orbison repräsentiert. Paul selbst hat unzählige 12“ EP’s und insgesamt drei Alben veröffentlicht: A Mutual Antipathy, Triangulation and Personality. Sein kreativer Output war im vergangenen Jahrzehnt prägend und bezeichnend für die Dance Music Szene weltweit.

Seine Altbauwohnung im Neuköllner Kiez hat er in den letzten Jahren zu einem charmanten Zuhause transformiert. Sobald man seine vier Wände betritt, lässt man die Stadt hinter sich und streift an unverputzten Wänden vorbei, um in einen großzügigen Wohnraum zu gelangen. Hier findet man sich zwischen Stuck, unterschiedlichsten Kunstwerken, Zeichnungen und einem für Paul essentiellen britischen Designklassiker wieder. Von seiner Chesterfield Couch aus wandert der Blick dann auf die Objekte, die für Pauls Beruf fundamental sind: Einige Türme an CD’s und, anstelle von Vinyl, eine Sammlung silber-glänzender USB-Sticks.

Dieses Portrait is Teil einer Kollaboration mit Sennheiser’s Blue Stage Magazin, das individuelle Musiker in ihren Wohn- und Arbeitsplätzen portraitiert.

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Ich freue mich sehr auf dieses Interview, möchte mich aber schon mal entschuldigen, falls ich eine Frage zum tausendsten Mal frage.
Ach, kein Problem. Im schlimmsten Fall würde ich einfach nicht antworten. (lacht)

Ich werde mich bemühen.
Wann und wieso bist Du nach Berlin gezogen?

Ich war ehrlich gesagt gelangweilt von meinem Londoner Leben. Die Position, in der ich mich damals befand, hat mir nicht mehr entsprochen. Es war 2007, Dubstep hat sich gerade in London etabliert und ich war mittendrin.

Ich wollte aus der Stadt wegziehen, eine andere britische Stadt kam aber nicht in Frage. Die Entscheidung, nach Berlin zu ziehen, war für mich schnell getroffen. Gute Musik, gute Clubs, geringe Lebenshaltungskosten. Ich wusste, dass Jaime Vex’d gerade in die Stadt gezogen war und zu diesem Zeitpunkt waren wir sehr gute Freunde. Das war für mich ein weiterer Punkt, der meine Entscheidung London loszulassen und ein neues Kapitel anzufangen, erleichterte. Allerdings dachte ich damals nicht, dass ich länger als zwei Jahre bleiben würde.

So geht es vielen Leuten, die frisch nach Berlin ziehen. 2008 hast du zusammen mit dem Surefire Booker Paul Fowler die SUB:STANCE Eventreihe in Berlins legendärem Berghain gestartet. Wie hast du Paul kennengelernt?
Paul Fowler ist ein paar Monate vor mir nach Berlin gezogen und war Jamies Agent, mit dem ich ja viel Zeit verbracht hatte. Es war also nur der natürliche Verlauf der Dinge. Etwa sechs Monate später starteten wir mit SUB:STANCE.

SUB:STANCE hat unerwartet schnell mit einer Reihe an irgendwie mystischen Abenden in der Berliner Dance Music Szene Eindruck Eindruck hinterlassen. Dass Mala beim Opening die Glaswand im Berghain zerbrach, ist ein nur allzu passendes Beispiel.
In den ersten Jahren auf jeden Fall. Ich würde das jetzt nicht überspielen, aber es gab auf jeden Fall Nächte, in denen ich mir dachte: „Was hier gerade passiert, ist richtig gut.“

Würdest du sagen, dass du hier mittlerweile komplett angekommen bist?
Ich denke schon. Es kann sein, dass ich bald wieder aus Berlin wegziehe, vielleicht aber auch nicht.
Ich war sehr viel unterwegs in den letzten Jahren und habe mich nicht wirklich so gefühlt, dass ich tatsächlich in Berlin bin. Ich habe hier definitiv ein Leben aufgebaur, ich würde es aber nicht mein Zuhause nennen.
Es gibt einiges, das ich hier scheue. Die positiven Seiten überwiegen aber auf jeden Fall.

Welche Veränderungen hast du in Berlin miterlebt?
Ich kam offensichtlich inmitten eines großen Umbruchs hier an. Die Stadt ändert sich aber pausenlos unglaublich schnell. Ich habe mich letztens erst gefragt wie stark die Mietpreise in den letzten Jahren angestiegen sind und es ist wirklich absurd. Die rapiden Entwicklungen in Berlin findet man in kaum einer anderen Stadt nochmal.

Würdest du mich ein bisschen in der Wohnung rumführen?
Klar. Noch eine Tasse Tee?

Ja, sehr gerne. Was ist die Geschichte zu dieser Wohnung?
Als ich hier eingezogen bin, habe die Wände und die Decken rausgenommen, um diesen großen Raum zu schaffen. Davor war alles ein dunkler, schmaler Flur. Der Boden war auch fies. Stuck war nur in einem Raum zu erahnen. Heute ist es sehr schön hier und die Altbauelemente restauriert.

Woher ist der schöne Teppich an der Wand?
Keine Ahnung ehrlich gesagt. Der hing bereits in meiner Wohnung in London, neu ist der nicht. Die Teppiche, die am Boden liegen, sind alle aus einem wunderbaren Laden in London.

Hattest du damals auch das Bad renoviert?

Ja. Ich habe alles alte rausgerissen und eine Regenwalddusche integriert.

Und was hat dich persönlich am stärksten beeinflusst?
Der Kontext, in dem du dich befindest, beeinflusst deine Musikwahrnehmung. Mein Trip nach Ibiza letztes Jahr war ein sehr gutes Beispiel dafür. Du besuchst zum Beispiel eine Location wie das Space und gehst danach zurück Nachhause und versuchst selber etwas zu machen. Dabei merkst du, dass sich dein Horizont erweitert und und dein Ansatz grundlegend verändert hat.

Das ist das gleiche wie damals mit der Panorama Bar. Wenn man in einer neuen Location ist und sich die Atmosphäre grundlegend von dem unterscheidet, was man zuvor kannte, beginnt man Musik neu zu überdenken. Das beinhaltet sowohl die Art, wie sie mit der Umgebung interagiert, wie Menschen sie wahrnehmen und sich selbst im Kontext dieser Atmosphäre zu platzieren. Man muss aber auch darauf achten, sich nicht zu stark in einem Aspekt zu verkopfen.

Du hast einen sehr interessanten kreativen Wandel durchlebt, aber nicht jeder scheint diese Richtung zu mögen. Natürlich kann man nicht jeden zufriedenstellen. Wie gehst du mit der Kritik deiner Fans um? Beeinflusst sie dich stark?
Generell würde ich sagen, dass die Veränderungen in meiner Musik nicht so fundamental sind wie es von vielen Leuten reflektiert wird. Wenn ich eine wirklich aggressive Reaktion auf bestimmte Tracks bekomme, ist meine Einstellung: „Fuck you, das ist eben das, was ich mache.“ Da scheue ich auch keine direkte Konfrontation. In der Übergangsphase von Dubstep zu dem, was ich heute mache, eignete ich mir diese Attitüde an. Heute bin ich ein bisschen diplomatischer. Menschen sind oft sehr festgefahren und wollen keine Veränderung sehen.

Ich glaube das ist die kleinste Plattensammlung, die ich jemals bei einem DJ Zuhause gesehen habe.
Meine Platten, die ich über viele Jahre gekauft hatte, sind immer noch im Haus bei meiner Mutter in London. Ich bin kein großer Sammler und habe seit den Neunziger Jahren nicht mehr mit Vinyl aufgelegt. Ich verwendete ausschließlich CD’s bis zur wichtigsten Erfindung der Welt: Der USB-Stick.

Wie vermarketest du deine Musik? Benutzt du digitale Kanäle?
Ja, das ist essentiell heutzutage. Facebook, Twitter und mittlerweile auch Instagram sind unheimlich wichtig geworden. Ich habe gehört, dass viele Veranstalter die DJ’s mittlerweile anhand der Frequenz und Follower ihrer Instagram-Accounts buchen.

Was die neuen Medien angeht, liegst du ganz weit vorne. Mit deinem Twitter-Account wirst du als Enfant Terrible verschrien. Du postest halbnackte Bilder von dir stichelst deine Follower dazu an, sich zu politischen Themen zu äußern. Passt Dance Music mit Politik zusammen?
Ich würde diese Frage gerne mit „ja“ beantworten. Ich finde es einfach traurig, dass sich so viele Künstler nicht mehr trauen, wichtige Themen anzusprechen und offen zu seiner politischen Meinung zu stehen. Vor zwanzig Jahren war das komplett anders. Wenn man sich heute offen äußert, wird man mit einem unglaublichen Ausmaß an Missachtung bestraft. Vor allem, wenn man in eine etwas andere Richtung denkt, als die Breite Masse.

Ich hatte tatsächlich schon sehr interessante Gespräche auf Twitter und habe einiges gelernt. Es ist ein faszinierendes aber auch gefährliches Medium. Nie zuvor war man fremden Menschen so nahe. Das ist für die Fangemeinde natürlich super, für den Künstler aber nur bedingt. Es wird immer schwerer, einen kleinen Mythos um seine Person aufzubauen.

Der Grund warum ich bei Twitter so bin wie ich bin, ist das Alter Ego, das ich auf dieser Plattform kreiere. Es ist die Cartoon-Version von Scuba.

Du interagierst mit deinem Publikum mal mehr, mal weniger. Wie sehr beeinflusst das Publikum dein Set?
Wenn ich monatelang zweimal wöchentlich auflege, ist es klar, dass einige Tracks absehbar werden. Es ist aber sehr wichtig, dass man sich immer der Art der Veranstaltung und dem Ort, an dem man spielt. Ein Set im Ushuaia auf Ibiza am Samstagnachmittag ist aber was völlig anderes als eines in der Culture Box am Sonntagmorgen in Copenhagen.

Du hast dieses Jahr einige B2B Sessions mit deinem Hotflush-Labelpartner George Fitzgerald sowie Heidi und John Osborn gespielt. Was gefällt dir besser – alleine oder B2B?
Es macht unheimlich viel Spaß, zusammen zu spielen. Zu meinen Anfängen spielte ich auch in einer Art Dj Team. Ich spielte einige Jahre back-to-back mit dem Typen, mit dem ich später Hotflush gründete. Dann ließ ich es für einige Jahre komplett bleiben. Das erste back to back set war mit John Osborn. Mit ihm sowie auch George und Heidi macht es unheimlich Spaß. Man probiert viel mehr aus.

Was sind deine Zukunftspläne?
Ich habe sehr viel unfertiges Material. Ich bin zu einem sehr poppigen Level mit vielen Vocals gekommen. Jetzt versuche ich wieder etwas ernster und düsterer zu werden. Aber mal sehen, was so passiert.

Dieses Portrait is Teil einer Kollaboration mit Sennheiser’s Blue Stage Magazin, das individuelle Musiker in ihren Wohn- und Arbeitsplätzen portraitiert. Zu den vollständigen Beiträgen und genauen Produktinformationen geht es hier.

Fotografie: Anna Rose
Interview & Text: Jana Osborn
Übersetzung: Zsuzsanna Toth