Freunde von Freunden

Sandra Forster
Entrepreneur and Gastronomer, Apartment, Glockenbachviertel, Munich
Interviews > Sandra Forster

Sandra Forster hat sich in den letzten Jahren in der Münchner Gastronomieszene einen Namen gemacht. Nach ihrem eigenen Piercingstudio, mit dem sie sich als 18-jährige selbstständig gemacht hat, zog sie legendäre Läden wie die Bars “Hit the Sky”, das “Café King” oder das vegane Restaurant “Zerwirk”, hoch. Heute mischt sie in einem Ausbildungsrestaurant Roecklplatz, im Club „Kong“ und im vietnamesischen Lokal „Charlie“ mit. Im Interview erzählt sie von ihren Anfängen, ihrer Passion und serviert „Weinschorle mit Ingwer“.

Eine kleine, verschneite Straße im Glockenbachviertel, schwaches Sonnenlicht reflektiert den frischgefallenen Schnee und ein für Münchener Verhältnisse frostiger Wind zieht durch die Ohren. „Zapfig“ nennt man das hier, was so viel bedeutet wie „eisig kalt“. Die riesige Altbauwohnung von Sandra Forster lädt mit einem angenehmen Lavendelduft ein und der offene, moderne Kamin verbreitet sofort eine wohlige Atmosphäre. Bunte Mitbringsel von ihren vielen Reisen schmücken Wände und Regale und lassen eine entfernte Sympathie für Kitsch erahnen.

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Vom eigenen Piercing- und Tattoostudio zur Unternehmerin und Szene-Gastronomin – ein ungewöhnlicher Werdegang. Wie kam das zustande?

Mit 18 Jahren habe ich mich mit einem eigenen Piercingstudio selbstständig gemacht und schon wenige Jahre später hatte ich aber die Idee von einem Lokal, dass es so einfach noch nicht gab. Ich hatte unglaubliches Glück, es schnell zu realisieren. Meine Freunde, die auch in der Gastronomiebranche tätig sind, waren dabei eine große Hilfe.

Was war das Konzept deines ersten Lokals „Hit the Sky”?

Der Stil war sehr mädchenhaft. Farben wie rot und pink haben dominiert. Hinzu kamen Vintage-Möbel und viel Selbstgemachtes. Die Barlandschaft war damals noch extrem rar, es gab zwar klassische Bars, aber es existierten noch wenig junge, moderne Konzepte. Diese Lücke haben wir mit dem „Hit the Sky“ gefüllt.

Wie ging es danach weiter?

Ich eröffnete das „Zappelforster“, einen Tagesladen am Gärtnerplatz. Mir wurde schnell klar, dass ich mich selbstständig machen möchte. Die Gastronomie ist eine gute Möglichkeit dafür, denn man kann in ganz unterschiedlichen Genres tätig sein: Vom Speiselokal bis zum After-Hour-Club, individuelle Konzepte realisieren. Vielfalt genug, um sich stetig neu zu verwirklichen. Und obwohl ich keine gelernte Kraft bin, habe ich mich gut eingefunden und je länger ich es nun mache, desto professioneller werde ich.

Was sind die Eckpfeiler der erfolgreichen Gastronomieführung?

Das A und O ist ein durchdachtes Konzept. Damit meine ich nicht ein 20-seitiges Skript, das gebunden und grafisch aufbereitet ist Ich habe zum Beispiel noch nie einen Businessplan geschrieben, hatte aber eine klare Vision im Kopf.

Man muss außerdem die Traumvorstellung vom Chef-Dasein ablegen und bereit sein, auch mal die “Drecksarbeit” zu machen. Im Notfall bedeutet das eben, die Toiletten abzupumpen. Das konstante und intensive Arbeiten, vor allem nachts, darf einen dabei ebensowenig aus der Bahn werfen. Anfangs sollte man auch nicht zu viel Geld in die Hand zu nehmen. Ich setze mittlerweile sehr niedrige Budgets an und rüste lieber nach, denn zu hohes Investment zu Beginn nimmt jegliche Kreativität und Leichtigkeit.

Was gefällt dir an deiner Bandbreite an Tätigkeiten am besten?

Am liebsten eröffne ich die Läden. Damit meine ich nicht die Eröffnungsparty, sondern die inhaltliche und optische Konzeptentwicklung.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Ich bündle eher die Aufgaben auf Tage. Dienstag ist zum Beispiel Einkaufstag und mittwochs kümmere ich mich um die Buchhaltung. So funktioniert das auch am besten.

München ist sicher kein einfaches Pflaster, um schnell mal ein Lokal zu öffnen, oder?

Obwohl ich relativ gut vernetzt bin, habe ich meine Räumlichkeiten nie schnell sichern können, denn es gibt einfach keine. Für die Räumlichkeiten des Charlie haben wir zwei Jahre gesucht.

Erfüllt München deiner Meinung nach seine wiederkehrenden Klischees?

Die Stadt ist sehr reich und das wird immer wieder als Angriffsfläche genutzt. Mich persönlich nerven aber die konservativen Strukturen und Denkweisen auch. Gegen diese Mentalität musste ich auch mit meinen eigenen Projekten schon ankämpfen. Aber im Endeffekt lebe ich sehr gerne hier, denn die Stadt gibt einem viel wertvolle Sicherheit. Außerdem schätze ich die Nähe zu den Bergen und der Natur und ich bin der Überzeugung, dass hier jeder seine Niesche findet.

Welches „Standing“ hat das Münchner Nachtleben im Vergleich zu anderen Großstädten?

München hatte schon immer eine Clublandschaft, die sich in der ganzen Welt messen konnte – schon damals in den Fünfzigern und durchgehend bis heute. Für eine Stadt mit 1,3 Mio. Einwohnern ist das Clubangebot unglaublich, da kann sogar eine Stadt wie New York nicht mithalten, wobei dort eine ganz andere Clubkultur herrscht. Ein Vergleich mit Berlin ist immer ein bisschen merkwürdig. Aufgrund der Möglichkeiten, die Berlin hat, hat die Stadt in den letzten Jahren enorm aufgeholt. Aber das „roughe“ ist nicht mein Ding und den Vergleich möchte ich gar nicht erst ziehen. Ich finde das ein bisschen komisch und anstrengend, aber letztendlich ist es mir einfach wurscht. Wir haben in München eine große Vielfalt. Ich persönlich habe nie Schwierigkeiten gehabt hier auszugehen – eher das Problem, dass ich zu viel ausgegangen bin.

Was war deine Inspiration für dein neuestes Projekt Charlie und welches Konzept steckt dahinter?

In erster Linie ist es ein vietnamesisches Restaurant mit einer sehr traditionellen und einfachen Küche. Im Grunde kann man es als „alte, vietnamesische Bauernküche“ bezeichnen. Die Karte ist sehr klein, alles ist frisch und das Fleisch ist Bio. Da ich Vegetarierin bin achte ich natürlich darauf, dass es immer eine vegetarische Variante der Gerichte gibt. Die Einrichtung ist einfach, denn vor uns war es eine alte, bayrische Wirtschaft, die wir mit Ausnahmen von Malerarbeiten, einem neuen Boden und gesandstrahlten Möbeln, fast so gelassen haben. Das Konzept habe ich zusammen mit Nitzan Cohen, einem erfolgreichen Industrie-Designer, entwickelt. Er hatte die Idee die dunkelbraunen und tristen Wirtshaus-Möbel einfach anzumalen. Ein schönes Ergebnis, dass uns auch finanziell nicht das Genick gebrochen hat. Seit etwa einem Jahr ist das Charlie um eine Samstagsbar im Keller reicher. Das war früher eine alte Kegelbahn. Die Bar haben wir mit Fischgrätparkett verkleidet und im Boden und in den Wänden haben wir eine Lichtanlage eingebaut. Da das Charlie ab vom Schuss ist, war die Idee Restaurant und Club zu vereinen. Das Konzept geht auf, denn viele kommen zum Essen und bleiben für Drinks und ein paar Tanzeinheiten im Club.

Wie ist das Publikum im Charlie?

Das Zielpublikum sind unsere Freunde und Leute in unserem Alter. Eine jüngere Zielgruppe ist natürlich auch willkommen, wobei wir versucht haben, es gezielt etwas erwachsener zu machen. Ein Club ist ja auch immer eine kleine Kontaktbörse und nur 18-jährige Hüpfer würden dem Konzept nicht gerecht werden. Wir haben tatsächlich eine sehr harte Tür, so wie es sie momentan in München eigentlich gar nicht mehr gibt. Wenn ich aber mitbekomme, dass jemand nicht reinkommt, verziehe ich mich immer ganz schnell. Da kriege ich sofort Zustände.

Jeder Club möchte der beste Club der Welt sein. Wieso sind das deine und wie kam es vom Café King zum Kong?

Das Café King hatte eine einzigartige Location, Ambiente und Vibe. Die Gäste kamen schon nachmittags, tranken Café auf der Sonnenterasse, bestellten danach das erste Glas Wein und schwupps war es vier Uhr morgens. Das geschah öfters so „aus Versehen“ und das fand ich super. Das haben wir im Kong nicht, aber die Location und die damit verbundene Nutzung ist auch ganz unterschiedlich. Wir hatten anfangs zwar überlegt, ob wir um acht mit einem angenehmen Barbetrieb aufmachen, aber das funktioniert dort nicht.

Was ist dein Lieblingsgetränk?

Obstler und Champagner, obwohl ich die Prickelbrause nicht mehr so gut vertrage. Eigentlich bin ich nicht anfällig und stecke eher viel weg, aber bei Schampus kann es gefährlich werden. Bei Cocktails geht mein Herz auch nicht auf. Ich probiere diese zwar immer und wenn man mir einen vor die Nase stellt, trinke ich diesen auch. Aber ich würde nie auf die Idee kommen mir einen exotischen Cocktail zu bestellen. Zu kompliziert.

Du erfindest dich in deinen Ideen immer wieder neu – siehst du dich auch in einer gewissen Vorreiter-Rolle?

Schwer zu beantworten, denn eine Positionierung wie diese habe ich mir nicht zurecht gelegt. Das „Zerwirk“ war eine Herzensangelegenheit für mich und zugleich das erste vegane Restaurant in Deutschland. Sojamilch und Bio-Limonade anzubieten hatte auch nichts mit Marketing zu tun. Da ich ja selbst keine tierischen Produkte esse, war es ganz natürlich diese Produkte zu verkaufen. Weitere Aufmerksamkeit kommt wahrscheinlich auch daher, dass ich eine Frau bin. Es gibt immer noch zu wenig Frauen in der Branche und daher bin ich wohl ein wenig in den Vordergrund gerutscht. Mit meinen ausschließlich männlichen Partnern bin ich aber auf einer Augenhöhe und alle Ideen und Konzepte entstehen in enger Zusammenarbeit.

Kannst du dir vorstellen deine Konzepte irgendwann national auszuweiten?

Nein. Ich bin kein Mensch, der Sachen vervielfältigen kann. Das sind alles individuelle Konzepte, die an ihrem Entstehungs-Ort leben und eine Kopie davon kann ich mir nicht vorstellen.

Vielen Dank für die vielseitigen Eindrücke, Sandra! Wer mehr über ihre aktuellen Gastronomiekonzepte erfahren möchte, kann sich auf der Website ihres Restaurants Charlie oder des Clubs “Kong” näher informieren.

Fotografie: Christoph Schaller
Interview: Julia Stoklasa

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