Freunde von Freunden

Stefan Marx
Artist, Apartment, Eimsbüttel, Hamburg
Interviews > Stefan Marx

Stefan Marx ist ein schrecklich netter Mensch. Eigentlich möchte man ihn ständig in den Arm nehmen. Stattdessen haben wir an dem Wochentag, den er überhaupt nicht ausstehen kann, einem Sonntag, einen Spaziergang von seiner Hamburger Wohnung ins Studio um die Ecke und weiter in die Ausstellungsräume seiner Galeristin gemacht. Bei Kaffe, Kuchen und strömenden Regen sprechen wir über sein Faible für Zines, Skateboards und Personen des Hamburger Nachtlebens.

Im Studio dürfen wir einen Blick auf seine gesammelten Zeichnungen werfen, die sich meist auf Rückseiten von alten Flyern befinden, und raten, auf wessen Kappe Äußerungen wie „Mein Gehirn hat genug Potential, Stress zu produzieren“ gehen. Das Besondere an Stefan Marx’ Kunst? Sie schlägt elegant und charmant den Bogen von der DIY-Kultur zu Fine Arts und transportiert gleichzeitig mal mehr, mal weniger subtil die Werte der Skateboard-Szene.

Er beobachtet aufmerksam seine Umwelt, ist ständig am Zeichnen und notiert sich spontan-witzige Zitate, die er später in seiner Kunst verarbeitet. So entstehen Plattencover, T-Shirts, Skateboards und sogar Tattoos, bis hin zu großformatigen Öl-Zeichnungen. Allesamt ironisch, rätselhaft, und (fast) immer irgendwie schrecklich nett.

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Wie kommt es, dass mein Freund eine Boxershorts mit einem Muster von dir trägt?

Ich erarbeite seit nun zehn Jahren für die Firma Cleptomanicx Grafiken und entwickele verschiedene Stoffmuster, die sich auf diversen Produkten wiederfinden – unter anderem auch auf Boxershorts.

Du bist früher selber Skateboard gefahren und bewegst dich immer noch in der Szene. Ich habe früher auch mit Skatern abgehangen, mit der Klamotte wollte man sich irgendwie absetzen. Aber kann man sich heute noch mit Streetwear abgrenzen? Ist das überhaupt noch eine Jugendbewegung?

Ich glaube schon, dass man sich mit Streetwear noch abgrenzen kann, weil nach wie vor extrem gute Sachen produziert werden, die den Mainstream kontinuierlich unterwandern. Dass gefühlt jeder heute Vans trägt, sich das Label also marktwirtschaftlich etabliert hat, war vorausehbar. Clepto wird auch nicht ausschließlich von Skateboardern getragen bzw. die Klamotten hängen auch nicht nur in Skateshops. Es ist vielmehr mittlerweile eine richtige Brand, was ich aber auch gut finde. Dann gibt es kleine Labels wie mein T-Shirt-Label The Lousy Livin‘ Company, was aus meiner Liebe zu T-Shirts entstanden ist und dadurch, dass ich keine Lust mehr hatte, mein weniges Taschengeld für teure amerikanische Skateboard-T-Shirts auszugeben. Anfang der Neunziger fing das mit kleinen Labels an, die mich alle inspirierten und die man nur aus Skateboard-Magazinen mitbekam. Trotzdem fand ich diese Entwicklung, dass Leute was mit eigenen Mitteln selber machen und nicht immer nur bedient werden, total gut. Deswegen habe ich irgendwann angefangen, eigene T-Shirts zu produzieren, das Motto der Lousy Livin‘ Company ist: Ich mache mir mein Lieblings T-Shirt selbst und drucke ein paar mehr davon für meine Freunde.

Würdest du dich selbst als Modedesigner bezeichnen?

Nein, auf gar keinen Fall.

Aber verfolgst du, was in der Mode gerade passiert?

Ich habe schon so meine Lieblingsleute, die ich interessant finde. Als ich mal einen Anzug brauchte, bin ich zu Petra Teufel gegangen und habe mir einen Dior Homme Anzug von Hedi Slimane gekauft. Weil ich den einfach super finde, auch wenn der viel Geld gekostet hat. Allerdings trage ich so etwas selten im Alltag, leider…

Manchmal denke ich, ich will keine Mitvierziger mehr in bunt bedruckten Skatershirts sehen. Wollen die Jungs heute nicht mehr erwachsen werden?

Das kann ich total nachvollziehen. Diese Endlosteenagezeit wird so hingezogen. Das liegt, glaube ich, ein bisschen an Deutschland, so modebewusst sind die Deutschen ja nicht. Deutschland ist eigentlich insgesamt ein schlecht angezogenes Land.

Auf der anderen Seite ist es doch scheißegal, was man trägt. Es ist nur Klamotte…

Ja, aber Mode hat einen kulturellen Sinn, es ist ein kulturhistorisches Ding, was sich immer weiter entwickelt…

…und eigentlich sollte es jeden interessieren, was man nach außen präsentieren möchte.

Was das betrifft, bin ich auch immer noch der postpubertäre Teenager. Ich liebe einfach bedruckte T-Shirts und interessiere mich, seitdem ich 12 Jahre alt bin, für T-Shirts. Außerdem begeistere ich mich für Stoffmuster, da habe ich viele Vorbilder und sehe verschiedenste kulturhistorische Einflüsse auf Reisen an – ich liebe aber auch die Gestaltung von Hermés-Tüchern, zum Beispiel.

Erinnerst du dich noch an deine erste Begegnung mit der Kunst? Gab es einen initialen Moment?

Wenn man aus der Nähe von Kassel kommt, ist man natürlich froh über die Documenta. Ich bin in der Nähe von Kassel aufgewachsen, in einem kleinen Ort namens Todenhausen. Eigentlich bin ich erst hier in Hamburg, ich bin 2001 zum studieren hergezogen, mit Leuten, die Kunsträume machen, in Kontakt gekommen und habe mir sehr viel angeschaut. Irgendwann wurde ich dann selber eingeladen, eine Ausstellung zu machen. Ich fand es schon immer gut, zu zeichnen und Sachen zu zeigen und habe mich irgendwann mehr damit beschäftigt. Themen zu erarbeiten und zeichnerisch nachzuprüfen, die mich interessieren. Die Ergebnisse davon zeige ich in Ausstellungen und meine persönliche Auseinandersetzung mit Dingen spiegelt sich dann auch in den Heften wieder, die ich veröffentliche. Seit 2008 arbeite ich mit der Galeristin Karin Günther zusammen, in ihrem Raum in Hamburg war auch die Ausstellung „Die Hefte“ zu sehen.

Wann hast du begonnen, Zines zu publizieren?

So Mitte der Neunziger habe ich angefangen, „Lousy Livin“- Zines zu erstellen, in denen ich die T-Shirts abgebildet habe. Das waren eher kleine Skateboard-Fanzines mit Interviews mit Skatern und so, außerdem waren die neuesten T-Shirts abgebildet. Die hatten vielleicht eine Auflage von 100 Stück und die wurden verteilt und in Skateshops gebracht. Später habe ich Benjamin Sommerhalder von Nieves Books kennengelernt, mit ihm publiziere ich regelmässig Zines und Bücher, ausserdem publiziere ich meine Arbeit mit meinem Freund Urs Lehni Säde, sein Verlag heisst Rollo Press.

Und von Anfang an immer in schwarz/weiß?

Der Kopierer konnte nichts anderes.

Man findet deine Zeichnungen auf T-Shirts, auf Skateboards, auf der Haut, auf jeglicher Papierform, auf Plattencovern. Wie unterscheiden sich die Kanäle für dich? Was machst du am liebsten?

Jedes einzelne hat seinen besonderen Reiz. Früher wollte ich unbedingt eigene T-Shirts machen. Das kann man sich relativ schnell erfüllen, indem man zum Siebdrucker geht und sagt: Ich möchte diese Zeichnung zehnmal auf einem Shirt haben. Dann wollte ich unbedingt eine Skateboard-Grafik machen, also mit einem Label welches diese rausbringt. Das kann man nicht selber verwirklichen, außer man gründet ein eigenes Label. Ich wollte immer die visuelle Seite meiner Lieblingskultur mitgestalten. Das war mein Teenagertraum. Dann habe ich Pitt Feil von Clepto kennengelernt, er hatte damals schon einen Vertrieb für kleine Labels. Er hat mich gefragt, ob ich ihm bei einer Anzeige für Clepto aushelfen kann. Seitdem arbeite ich mit Pitt zusammen und es macht mir immer noch wahnsinnig viel Spass. Seit 2004 arbeite ich außerdem mit Stella Plazonja, Peter Kersten, Julius Steinhoff und Just von Ahlefeld an dem Label und Plattenladen Smallville Records. Ich gestalte dort die Plattencover und zeige hier nur Zeichnung, die Informationen wie Musiker und Titel etc kommen auf die Rückseite.

Wo findest du eigentlich deine Phrasen und Zitate?

Es unterscheidet sich zwischen Zitaten von Freunden von mir und Dingen, die ich über die Musik finde. Also Songtexte, die ich gerne bildlich darstellen möchte, weil sie einfach eine gute Stimmung haben und die Wörter zusammen gut funktionieren. Die ich gerne malen möchte, weil ich so gerne an diese Zeile denke. Das sind die beiden Ausgangspositionen für meine Arbeiten. Wenn ich irgendwas aufschnappe, muss ich es immer sofort notieren – die lustigsten Sachen passieren aber tatsächlich nachts, wenn einige bestimmte Personen dem Wahnsinn frönen.

Apropos: Was gefällt dir an Hamburg?

Gar nicht so viel, das wenige reicht allerdings bisher aus, um hier zu bleiben. Alternativen werden gesucht und hoffentlich auch bald gefunden.

Vielen Dank für diesen schönen Sonntag, lieber Stefan! Wer mehr über seine Arbeit erfahren möchte, sollte sich sein Portfolio anschauen

Interview: Lisa Buys van Houtem
Photos: Pelle Buys van Houtem