(English) Wolfram Eckert

Wolframs Wohnung liegt entlang der Linken Wienzeile, an der Otto Wagner seine prachtvollen, für den Wiener Jugendstil charakteristischen Wohnhäuser errichtete. Wenn der Musiker und DJ nach einer langen Nacht hungrig aufwacht, erstreckt sich vor seiner Tür der Wiener Naschmarkt mit seinen multikurellen Feinkostläden, Cafés, Bars und Restaurants. Das Freihausviertel mit seinen Lokalen, Geschäften und Galerien beginnt gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Kein Wunder also, dass sich Wolfram in der Gegend seit wohl fühlt. Seit zehn Jahren lebt Wolfram im selben Haus, in dem er irgendwann vom oberen Stockwerk ins untere gezogen ist. Seine zwei Zimmer Altbauwohnung teilt er mit seiner Freundin Roshi und der Katze Alistair.

Wolfram Eckert wurde 1983 in St. Veit an der Glan geboren. Während seines Studiums der Tontechnik in Wien legt er in Clubs auf, modelt nebenbei und landet dann für ein halbes Jahr in New York, wo er die richtigen Leute kennen lernt und führt ein umtriebiges Clubleben.

Zurück in der Heimat, hostet er den monatlichen “E-Nix Gang Bang” Club, heute in der Pratersauna, und produziert Musik. Seit seinem Debütalbum “Wolfram” kollaborierte er mit Moby, Haddaway, Hercules and Loveaffair oder Princess Superstar und reist Woche für Woche in der Welt herum, um seinen ganze eigenen Sound nach München, Berlin, New York, Los Angeles, Shanghai, Tokyo, Hong Kong oder Tel Aviv zu bringen.

Bei koffeinfreiem Kaffee (denn Wolfram schläft sehr gerne) unterhalten wir uns über seine Musikkarriere, Lieblingsclubs und Lieblingsplätze. Es wird ein sehr entspanntes Interview, bei dem Wolfram in seinem sympathischer Dialekt nonchalant erzählt, wie mit einer Portion Glück, Talent sowie und einem guten Netzwerk Eins zum Anderen führte.

Freunde von Freunden — (English) Wolfram Eckert — Musician and DJ, Apartment, Freihausviertel, Vienna — http://www.freundevonfreunden.com/de/interviews/wolfram-eckert/Freunde von Freunden — (English) Wolfram Eckert — Musician and DJ, Apartment, Freihausviertel, Vienna — http://www.freundevonfreunden.com/de/interviews/wolfram-eckert/Freunde von Freunden — (English) Wolfram Eckert — Musician and DJ, Apartment, Freihausviertel, Vienna — http://www.freundevonfreunden.com/de/interviews/wolfram-eckert/Freunde von Freunden — (English) Wolfram Eckert — Musician and DJ, Apartment, Freihausviertel, Vienna — http://www.freundevonfreunden.com/de/interviews/wolfram-eckert/Freunde von Freunden — (English) Wolfram Eckert — Musician and DJ, Apartment, Freihausviertel, Vienna — http://www.freundevonfreunden.com/de/interviews/wolfram-eckert/Freunde von Freunden — (English) Wolfram Eckert — Musician and DJ, Apartment, Freihausviertel, Vienna — 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Wolfram, du bist ursprünglich aus Kärnten. Wann bist du nach Wien gekommen und warum?

Zum Studium 2002. Ich habe erst an der SAE Tontechnik, und dann an der Akademie der bildenden Künste Kunst und digitale Medien studiert.

Ich habe gehört du warst auch Model?

Ja, das war ganz am Anfang als ich nach Wien gekommen bin. Eigentlich ein totaler Zufall- ich war im Black Market Record Store, wo ich immer Platten gekauft habe und irgendjemand hat mir von der Agentur erzählt. Ich bin einfach rein, die haben Polaroids von mir gemacht, haben sich dann bei mir gemeldet und wollten mich vertreten. Dadurch habe ich im Prinzip mehr Platten kaufen können.

Wann und wie bist du zur Musik gekommen?

Mit fünfzehn oder so. Ich habe mein ganzes Leben lang Musik gesammelt, das habe ich meinen Vater zu verdanken. Durch ihn bin ich auch mit elektronischer Musik wie Kraftwerk in Kontakt gekommen. Er war ein großer Bastler. Diese Boxen dort hat er z.B. in den 80ern gebaut. Das war damals echt futuristisch.

Es gibt eine lustige Geschichte zu meinen Musikanfängen: mit vierzehn oder fünfzehn hat Papa zu Weihnachten alte Platten aufgelegt. Stille Nacht oder so und ich stehe da mit meinem Bruder der fünf Jahre alt war. Dem wollte ich immer imponieren. Neben dem Plattenspieler standen Mama und Papa Arm in Arm vor dem Christbaum. Wir sollten mitsingen und während dem Refrain habe ich probiert die Platten zu scratchen. Das hat furchtbar geklungen, weil die Nadel ständig gesprungen ist. Mein Bruder hat gelacht und ich hab immer weitergemacht, bis mein Vater mir eine gewatscht hat. Das war ihm dann so peinlich dass er rausgelaufen ist. Schlussendlich habe ich ein Jahr später zu Weihnachten Turntables geschenkt bekommen. Meine Eltern haben sich wohl gedacht: „er muss es besser lernen“.

Was war die erste Schallplatte, die Du Dir gekauft hast?

Ich glaube das war zu New Kids on the Block – und Milli Vanilli Zeiten, Ende der 80er. Die erste Schallplatte war von Milli Vanilli, „Girl You Know It ́s True“. Die erste CD war das Album von Vanilla Ice, „To the extreme“ mit „Ice Ice baby“. Ich glaube „The power“ von Snap und das Album Dr. Alban gehörten auch zu meinen ersten CDs.

Und wann bist du das erste Mal als DJ aufgetreten?

Das war bei einem Maturaball in Kärnten. In Wien habe ich dann das erste Mal bei der langen Nacht der Museen oder bei der langen Nacht der Musik im MUMOK aufgelegt. Das war um 2002. Das erste Mal im Flex war 2003, daran kann ich mich gut erinnern.

Du wirst sehr viel gebucht und fliegst ständig in der Welt herum. Kannst du ein bisschen von deiner Karriereentwicklung erzählen?

Als DJ kommst Du nicht viel herum, vor allem heutzutage. Du musst Musik machen, damit du im Ausland gebucht wirst. Als ich angefangen habe, war es noch etwas leichter, damals hatte nicht jeder Student in seiner WG Turntables. Ich habe dann mal länger in New York gewohnt, wo ich viel aufgelegt habe. Dadurch habe ich die richtigen Leute kennen gelernt. Darunter den Produzenten James Murphy, der LCD Soundsystem gründete und die Crew von DFA Records. Princess Superstar war auch dabei, mit ihr hab ich später in Berlin auf einer !K7 Labelnight aufgelegt, wo wir ins Gespräch gekommen sind und sie konnte sich echt noch an mich erinnern.

Um 2003/2004 habe ich meinen ersten eigenen Release auf Vinyl gehabt, sie hat dazu gesungen. Sie war damals schon sehr angesagt und !K7 Records, wurde zu der Zeit ziemlich gehyped. Wir haben zwei Releases sowie zwei Vinyls zusammen gemacht und das Ganze fing dann an international zu werden. Ich habe eine Agentur in Berlin bekommen und das war der Start. Die Agentur hat Grandmaster Flash, Dj Premier, Pete Rock und Africa Bambaata unter Vertrag, Oldschool Hiphop Legenden, und dann mich als Wild Ass Boy. Irgendwie schräg.

Ich habe gehört, dass du bei Richard Branson aufgelegt hast, wie kam es dazu?

Das war vor kurzem auf seinem Anwesen in Marokko. Es gab eine Hochzeit von einem reichen texanischen Oil Tycoon, der Richard Bransons Freund ist. Sie haben ihren gesamten amerikanischen Freundeskreis aus Amerika eingefliegen lassen. Das Ganze hat sich über einen Fotografen aus New York ergeben, der für mich letztes Jahr Pressefotos gemacht hat. Das Hochzeitspaar ist mit dem Fotografen befreundet und fragte, ob er gute DJs aus New York kennt. Daraufhin gab er ihnen eine Liste und ich war einer der fünf Favoriten. Die kannten mich zufälligerweise und haben mich dann angeschrieben.

Wer sind die Musiker, die dich inspirieren?

Als Kind hat mich immer elektronische, futuristische Musik fasziniert, Kraftwerk und solche Sachen. Wenn du es es jetzt hörst klingt es nicht spektakulär, aber wenn du dir vorstellst, dass das vor vierzig Jahren passiert ist…

In den 90ern hat mich Daft Punk inspiriert. Obwohl – Discovery mit „One more time“ war damals voll die Enttäuschung für mich, denn wenn man „Homework“ gekannt hat, dann war das einfach nur ein Popalbum mit Vocals. Momentan höre ich eigentlich gar nicht soviel neue Musik. Obwohl ich DJ bin kenne ich mich nicht aus und habe keine Ahnung von neuen Releases. Aber ich habe ja schon immer ältere Musik aufgelegt, Platten von Flohmärkten gekauft. Die Italo Musik, die ich auflege ist ja gleich alt wie ich.

Was hörst du jetzt gerade so?

Jetzt habe ich ein neues iPhone, da habe ich Grimes, „Visiting Statue“ raufgeladen.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Eine gemeine Frage. Ich schlafe erstmal lang. Auflegen tu ich meistens nur am Wochenende. Heute war ich etwa in der Uni und habe geschaut was geht. Dann muss ich viele Emails beantworten, Musik abliefern, Bonus Songs abliefern. Die ganze Musik mache ich zu Hause am Computer, mit dem Keybord. Dann gehe ich Kaffee trinken und wieder schlafen.

Was magst du an deiner Wohnung am meisten?

Am meisten eigentlich das Schlafzimmer. Es ist super ruhig, liegt zum Innenhof, es ist wie eine Höhle.

Wenn die Wohnung brennen würde, was würdest Du als erstes mitnehmen?

Hmmm. Abgesehen von der Katze Alistair ist alles ersetzbar und egal. Es gibt ein paar Platten die sehr teuer waren, aber bis ich die rausfinde ist sicher alles schon abgebrannt. Und so einen Computer kann man eh wieder kaufen. Am ehesten dann der Synthetizer, der ist aus den 60ern, am rarsten und schwersten zu bekommen.

Wenn die Wohnung ein Song wäre, wie würde er heißen?

Dann wäre das wohl „This must be the place“ von den Talking Heads.

Du bist ja sehr viel unterwegs, wohnst du dann bei Freunden oder in Hotels?

Ja, meistens in Hotels oder bei Freunden von Freunden. Früher war ich immer sehr aufgeregt wenn ich in eine neue Stadt gefahren bin, habe mir Zeit für Sightseeing genommen und so. Jetzt bin ich meistens zu faul daführ. Ich bin froh wenn es Internet und ein Bett gibt. In Europa fliegt man ja nicht lange und sitzt am nächsten Tag meistens wieder am Heimweg. Es gibt das Artist Dinner, dann lernst du die, die den Club schmeißen, kennen, legst auf, und am nächsten Tag wirst du wieder abgeholt und zum Flughafen gebracht.

Kannst Du mir ein paar deiner Lieblingsplätze in Wien nennen?

Ja, also das ist eh der Naschmarkt. Da bin ich meistens. Die Häuser stehe schön weit auseinander, man hat Platz und es ist Mitten in der Stadt. Ich gehe gerne thailändisch essen im Lokal Bangkok. Dann gibt es noch das kleine Restaurant Kojiro, wo ich gerne Suppe, oder Lachs bzw. Aal mit Reis bestelle. Im Do-An liebe ich den exotischen Salat, der hat das beste Dressing. Und ich trinke gerne Matcha im Teeladen Cha No Ma, da bin ich fast jeden zweiten Tag. Für Sushi gehe ich ins Koshiro und der Rüdigerhof ist zum Kaffee trinken ganz nett, genau wie das Cafe Sperl auch.

Und welchen Club magst Du in Wien und international am meisten?

Ich würde sagen sie Pratersauna weil ich da am meisten bin und einmal im Monat meine Residency habe und selber auflege. Die Grelle Forelle ist auch ein Top Club was die Bookings und die Anlage betrifft. Sonst gehe ich nie weg, weil ich die anderen Wochenenden im Ausland bin und wenn ich da bin, dann bin ich gerne daheim. International finde ich die Panorama Bar in Berlin super, den Club Razzmatazz in Barcelona und in New York das Le Bain, das sich am Dach des Standard Hotel befindet und in dem ich sehr viel auflege.

Welche war die beste Party deines Lebens?

Es ist schwer zu sagen, denn die Partys, die toll klingen, sind für mich eher stressig. Wenn ich von der Marc Jacobs Fashion Week Afterparty in New York berichte, wo Lady Gaga vor mir Klavier gespielt hat und ich aufgelegt habe, klingt das natürlich super. Aber in Wirklichkeit bin ich super aufgeregt und muss so auflegen, dass die Leute nicht abhauen. Da waren nur Stars und da stehst du natürlich unter Druck. Und dann gibt es so Parties wie letztes Jahr in einem Keller in London, wo siebzig Leute wie verrückt geschwitzt haben und jeder komplett nass war- das war eigentlich eine lustigere Party als die von Marc Jacobs.

Gibt es einen Vorteil, DJ in Wien zu sein?

Die Vorteile in Wien sind die Ruhe, das gute Trinkwasser und der recht zentrale Arbeitsplatz, durch den ich innerhalb kürzester Zeit in andere europäische Städte fliegen kann. Und man muss nicht jede Nacht ausgehen.

Gibt es etwas, das du immer schon machen wolltest und noch nicht gemacht hast?

Nein, eigentlich nicht. Wenn ich mir den Felix Baumgartner anschauen, denke ich mir „Was ist das für ein Idiot?“. Ich schnalle mich mittlerweile sogar bei Taxifahrten an. Ich werde immer konservativer und ängstlicher. Ich bin jetzt schon in einem Alter wo ich mir denke: „I want to be on the safe side“.

Und projektmäßig?Ich habe nach dem Album, bei dem ich mit Hercules and Love Affair und Dr. Alban kollaboriert habe, nicht mehr wirklich den Drang. Ein Freund hat mir damals die Nummer von Dr. Alban gegeben. Der hat Haddaway erzählt, dass es einen talentierten Wiener gibt. Damals habe ich für Moby Remixes gemacht und mit Lady Gaga aufgelegt. Das waren die einzigen zwei Sachen wo ich mir gedacht habe, das sagt auch Haddaway etwas. Er meinte, ich soll mich melden. Ich habe den Anruf sehr lange herausgezögert, und am 23. Dezember gegen vier Uhr am Nachmittag habe ich ihn dann doch angerufen und während seines Mittagschlafes aufgeweckt. Dann habe ich herumgestottert und mich vorgestellt. Ab da war es locker und er meinte, ich soll ihm was schicken. Er kennt sich musikmäßig wirklich gut aus und ist supernett. Ich habe ihm ein paar Sachen geschickt und dann ist er nach Wien gekommen, er hat Lyrics geschrieben und wir sind ins Studio gegangen. Das war ́s und das ging drei, viermal so. Ein sehr netter Typ! Für mich war es toll mit ihm zu arbeiten, weil er unter anderem „What is love?“, eine meiner ersten Maxi CDs, gemacht hat.

Was hälst Du von der Musikszene in Wien?

Es gibt zurzeit nicht so viel herausragende Musik in Wien, aber ich mag zum Beispiel die Musik von Elektro Guzzi, vor allem ihre Liveband.

Gab es irgendeinen absurden Moment an den Du Dich erinnern kannst, während Du aufgelegt hast?

Ich kenne solche Momente. Oft bekommt man irgendwelche Briefe zugesteckt mit absurden Angeboten. Oder Leute kommen mit absurden Musikwünschen, so R ́n ́B Hits, wie Usher. Wenn jemand Aqua „I ́m Blue“ möchte, dann find ich das ganz lustig. Und Stromausfall gibt es öfter, aber das ist meistens sogar gut, denn dann ist die Spannung im Publikum so, dass die eh nicht gehen sondern schreien. Und wenn es dann wieder los geht geht’s sogar mehr ab als vorher.

Weißt Du schon vorher, welche Musik Du auflegen wirst?

Nein, eigentlich nicht. Vor ein paar Jahren hatte ich viel mehr Plan, jetzt überhaupt nicht. Ich komme und schaue mir an, wie die Stimmung ist und warte den letzten Song vom DJ vor mir ab. Und dann muss man während seines Sets sensible sein und im Zweifelsfall auch mal die Kurve kratzen, wenns in eine falsche Richtung geht.

Wo findest Du ist die Partycrowd am besten?

Meistens im Süden. Ich war im Sommer in Tel Aviv und das gut, aber die sind extrem und wollen nicht Heim gehen. Wenn der Club zu macht, fängt bei ihnen die Party an und sie wollen zu Afterpartys und After-Afterpartys. Ich bin ein großer Freund vom Schlafen und ab 5 bin ich froh wenn ich nachhause komme.

Vielen Dank für die Einblicke!

Wer nähere Infos zu Wolframs Musik möchte, besucht seine Website. Weitere Portraits aus Wien finden sich hier.

Interview: Nathalie Halgand

Photography: Lukas Gansterer