Freunde von Freunden

Benno Simma
Designer, Architect and Musician, Studio, Bolzano, Südtirol
Workplaces > Benno Simma

Benno Simma hat sich nicht nur in seinem Heimat- und Wohnort Bozen schon vor längerer Zeit einen Namen gemacht. Nach seinem Architekturstudium in Venedig zog es den passionierten Südtiroler von Rom bis nach Mailand, bevor er sich alleinschaffend wieder in seiner Heimat sesshaft machte.

Bereits in studentenbewegten Zeiten entwickelte sich seine Tendenz, gesellschaftliche Ereignisse nicht nur zu beobachten, sondern diese auch selber zu prägen. Innerhalb welcher kreativen Form der 64-Jährige auch arbeitet, der Anspruch elementare Stukturen zu hinterfragen und neu zu inszenieren steht dabei stets im Vordergrund.

Ein Beispiel, das Simmas komplexe aber gleichzeitig lösungsorientierte Denkweise perfekt wiederspiegelt ist seine Designidee “Six for All” – ein Minimierungsprojekt bestehend aus sechs Holzteilen, aus welchen von Hocker über Stuhl und Sitzbank bis hin zu Regal, Bett und Esstisch alle Archetypen klassischen Innenraummobiliars gebaut werden können.

Neben dem Design wurde er auch für sein nach ihm selbst benannten Quintett bekannt. Die Jazz-Truppe „Benno Simma“ schafft es mit einer ordentlichen Portion Augenzwinkern und in schrägem Denglisch die Gesellschaft aus der Hundeperspektive zu besingen und zu hinterfragen.

Mit einmaligen Ausblick auf die Südtiroler Berglandschaft erzählt uns Simma in seinem 150-Quadratmeter-Atelier von bürokratischer Architektur, passionierter Manie und der Balance und Interaktion verschiedener kreativen Spielräume.

Dieses Interview ist Teil eine Porträtserie, die in Zusammenarbeit mit Südtirol für adidas Journeys produziert wurde. Mehr über die schöne Region sowie die inspirierenden Einwohner Südtirols gibt es in den bald erscheinenden Videoportraits zu sehen.

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Wo kommst du her und wo hast du bis heute gelebt?
Ich bin in Bruneck geboren und habe meine Jugend bis zu meinem Abitur im Jahre 1967 dort verbracht. Anschließend habe ich in Venedig Architektur studiert. Nach meinem Diplom blieb ich in der Stadt und habe unter anderem als Aushilfsdozent an Mittelschulen gearbeitet und Werkunterricht gegeben.

Warum hast du nicht direkt nach dem Abschluss als Architekt oder Designer Fuß gefasst?

Ich wollte klein anfangen und nicht direkt als Architekt arbeiten. Das schien mir etwas verantwortungslos. Ich hatte das Bedürfnis erst zu kapieren, wie die Gesellschaft funktioniert. In den Siebziger Jahren waren es natürlich bewegte Zeiten und ich habe mich verantwortlich gefühlt, mich damit aktiv auseinander zu setzen.

Nebenher habe ich immer wahnsinnig viel gezeichnet und mich mit Musik beschäftigt. In den letzten Jahrzehnten stand das zwar nicht immer im Vordergrund, heute allerdings wieder mehr.

Wann kam es dann zur großen Entwicklung in deiner Karriere?

Ich habe in Bozen mein erstes Architekturbüro eröffnet, bevor ich zehn Jahre nach Mailand ging und dort mit meinem Team weiter arbeitete. Vor etwa zehn Jahren habe ich dann aber angefangen, abzubauen.

Was meinst du mit „abbauen“? Was hat sich seither geändert?

In der Architektur herrscht ja eine unheimliche Bürokratie. Um einen Auftrag zu bekommen, muss alles sehr strukturiert ablaufen und man kann aufwendige Projekte auch nicht alleine annehmen. Der Aufwand sowie die Organisation sind enorm. Irgendwann hat mir das einfach nicht mehr in den Kram gepasst.

Heute arbeite ich alleine und bin damit sehr glücklich.

Was war dann dein erster Schritt in diese neue Richtung?

Als ich dabei war, den Entschluss zu fassen, meine Arbeitsstruktur zu ändern, bekam ich einen besonderer Auftrag. Ich wurde 1998 gefragt, eine Akademie für Design in Bozen aufzubauen und das habe ich dann komplett übernommen. Die Tendenz, nicht nur reine Architektur zu machen, war zu diesem Zeitpunkt wieder sehr präsent. Ich habe ja immer schon versucht in der Gesellschaft ein bisschen was umzukrempeln und ich habe damit eine Schule aufgebaut. Es war von Anfang an klar, dass das eine Arbeit wird, die bei weitem mehr hergibt, als den Geldzweck zu erfüllen. Die Fakultät für Design an der Freien Uni Bozen ist übrigens auch aus der Akademie für Design hervorgegangen.

Das klingt nach viel Freiheit. Allerdings stößt man da sicherlich häufig an die Grenzen des Machbaren, wenn man auf sich alleine gestellt ist.

Es funktioniert großartig. Wenn es mir zuviel Arbeit wird, stelle ich mir einfach ein Team für die Zeit, die es braucht, zusammen.

Du hast mit deinem Konzept „Six for All“ großes Ansehen erlangt und Bronze im Rahmen des internationalen A’Design Award-Wettbewerbes gewonnen. Kannst du es kurz erklären?
Bei „Six For All“ ist der Name Programm. Aus mehreren und ganz simplen U-förmigen Holzelementen kann man ohne zusätzliche Teile von Stuhl, Bank und Hocker bis zum Regal oder sogar Esstisch alles zusammenbauen. Und das einzige, was man zusätzlich benötigt sind Metallstäbe und ein Sattelspanner.

Wie ist die Idee zu diesem Möbelkonzept entstanden?

Die Ansätze schwirrten schon länger in meinem Kopf herum. Das hängt mit meinem Lehrauftrag an der Uni Innsbruck zusammen. Anstatt „Frontalvorlesungen“ zu halten, leite ich da primär Workshops. Ich erarbeite dann mit einer Gruppe von Studenten jeweils ein Objekt. Da ich fast ausschließlich zwischen Holzmöbeln aufgewachsen bin, habe ich mich irgendwann angefangen mit der Frage zu beschäftigen, ob man aus Holz die Struktur eines Atoms bestehend aus mehreren Molekülen nachbauen könnte.

Deine Leidenschaften sind ja sehr breitgefächert. Womit beschäftigst du dich neben Design gerade am liebsten?

Im Moment bin ich auf drei Gleisen unterwegs. Das ist zum einen die Architektur und das Design, meine Stelle als Dozent in Innsbruck und meine Musik.

Erzähl uns von deinem musikalischen Standbein.

Mit unserem Quintett, Benno Simma, bespielen und besingen wir die Welt der Menschen aus der Hundeperspektive. Das ganze mit mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt und in denglisch. Der Schmunzelfaktor ist immer dabei.

Außerdem habe ich eine Rubrik bei eines regionalen Onlinemagazins mit Musikschwerpunkt namens „Salto“. Auf meinem eigenen Blog, den ich da bekommen habe, schreibe ich täglich.

In welcher der kreativen Formen kannst du dich am meisten wiederfinden?

Das Hauptkriterium ist immer Freude und die Möglichkeit zu spielen. Das an sich Spiel macht ja Freude. Damit meine ich, dass man immer wieder was Neues versuchen kann und auch möchte. Dass man das lustbringende Ritual wiederholt, gleichzeitig aber immer weiterexperimentiert.

Ein weiterer Aspekt ist, dass ich mich schlicht auf meine Laune verlasse. Ich hatte zum Beispiel eine Phase, in der ich nur gezeichnet habe. Das ging schon ins Manische über. Und gerade lebt meine Passion für die Musik sehr stark auf. Je nachdem welche Ader stimuliert wird, geht es dann direkt in die nächste Manie weiter.

Die Lage deines Ateliers und dieser unglaubliche Ausblick sind aber kein Zufall oder?

Nein. Von 2005 bis 2009 war ich Direktor einer Designschule in Rom. Als ich den Entschluss gefasst habe, nach Bozen zurückzugehen, fing die große Suche nach dem perfekten Ort an. Als ich dieses Gebäude gefunden hatte, wurde mir von allen Seiten davon abgeraten. Mir war aber klar, dass die Räumlichkeiten, die nach hinten gelegen sind. Der Vermieter meinte dann, die seien aber schon so gut wie vergeben. Aber wie es bei Immobilienmarkt so ist, muss man da einfach dranbleiben und hartnäckig sein. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier für alles was ich brauche, den idealen Platz gefunden habe. Theoretisch könnte ich sogar hier wohnen.

Wenn man hier durch den Raum schaut, erkennt man auch eine Begeisterung für das Reisen. Lässt du dich oft auch von anderen Kulturen beeinflussen?

Das passiert ganz natürlich. Wenn ich verreise, fängt es immer mit einem reinen Stauen an. Ich beobachte sehr gerne die kleinen Details. Wie die Menschen essen oder gekleidet sind. Gerade die kleinen Unterschiede sind sehr interessant. Die Beobachtung und die Gespräche mit den Einwohnern inspirieren mich jedes Mal neben der obligatorischen Fotografie eben auch zum Zeichnen.

Wo hattest du deine letzte, spannende Auslandserfahrung?

In Kaliningrad sind die Menschen sehr, sehr interessant. Damals 1945 nachdem alle Deutschen ausgesiedelt wurden, hatte die russische Stadt kaum Einwohner. Es wurden dann Leute aus sowjetischen Provinzen dahingekarrt – Vom Ural bis Vladivostok. Diese Mischung an Kulturen schafft eine sehr interessante und außergewöhnliche Athmosphäre.

Wenn alle Menschen Reisen könnten und sich generell mehr Zeit für andere Kulturen nehmen würden, gäbe es mehr Frieden auf der Welt.

Einverstanden.

Danke Benno für die besonderen Einblicke in deine Karriere und dein Arbeitsumfeld. Wer mehr über Bennos vielschichtiges kreatives Schaffen erfahren möchte, besucht seine Website hier.

Fotografie: Hendrik Thul
Text: Zsuzsanna Toth