Freunde von Freunden

Manuel Goller & Sebastian Schönheit
Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin
Workplaces > Manuel Goller & Sebastian Schönheit

Inmitten von Neukölln ist die rasante urbane Weiter- und Neuentwicklung an vielen Straßenecken spürbar, keine gleicht der anderen. Richtung Landwehrkanal abgebogen findet sich in der Weichselstraße ein ehemaliges Ladenlokal, das alle Merkmale der deutschen Nachkriegsarchitektur widerspiegelt und gleichzeitig den zu Objekten gewordenen Zeitgeist beherbergt. Hier hat sich im vergangenen Jahr das interdisziplinäre Designunternehmen NEW TENDENCY mit seinem Showroom und Büro niedergelassen.

Während des Studiums an der wohl berühmtesten Schule für Architektur und Design, der Bauhaus Universität in Weimar, gründete Manuel Goller mit anderen Kommilitonen „My Bauhaus is better than yours“. Unter dem originellen Namen übersetzte die Studenteninitiative die Grundgedanken der Bauhaus-Schule in die Gegenwart und feierte im Rahmen der Mailänder Möbelmesse 2009 ihren ersten großen Erfolg.

Aufgrund eines Rechtsstreites mussten sich die jungen Designer jedoch kurze Zeit später umbenennen – von Entmutigung konnte aber keine Rede sein; im Gegenteil: Mit der Motivation, neue Tendenzen und konzeptionelle Ansätze zu verwirklichen, hat sich NEW TENDENCY seither zu einem Unternehmen etabliert, das von Möbeln bis Accessoires eine breite Palette an Produkten anbietet. Dabei wird der Schwerpunkt sowohl auf die eigene Kollektion und Weiterentwicklung als auch auf die Zusammenarbeit mit jungen Künstlern und Designern gelegt.

Bei NEW TENDENCY werden aus Alltagsgegenständen kontemporäre Designklassiker, bei denen die Grenzen zwischen Funktionalität, konzeptionellem Design und einer klaren Ästhetik verschwimmen.

Wir haben Manuel Goller und Sebastian Schönheit im NEW TENDENCY Showroom besucht und sie bei der Produktion ihres signature pieces, dem META side table, begleitet und sie nach der Entstehungsgeschichte der Marke, den Einflüssen der Bauhaus Universität und dem Prinzip der ganzheitlichen Produktion gefragt.

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/

Freunde von Freunden — Manuel Goller & Sebastian Schönheit — Partners at NEW TENDENCY, Studio, Neukölln & Production, Brandenburg, Berlin — https://www.freundevonfreunden.com/de/workplaces/manuel-goller-sebsastian-schonheit/


Wie definiert ihr das Projekt NEW TENDENCY?
Manuel: Wir sind eine interdisziplinäres Designunternehmen. Unser Portfolio besteht aus unserer eigenen Kollektion sowie Stücken, die aus Kooperationen mit ausgewählten Designern hervorgehen.
Wir beschäftigen uns mit Dingen, zu denen wir eine besondere Beziehung aufbauen können, aber gleichzeitig einen starken, eigenen Charakter haben. Das ganze Themenfeld Alltagsgegenstände ist unheimlich wichtig für uns. Wir möchten Dingen, die man jeden Tag benutzt, eine Form geben, die gut funktioniert und gut aussieht. Dabei würden wir uns jedoch nicht als eine klassische Möbelfirma definieren, was allein schon aus den zahlreichen Kollaborationen mit Designern, Architekten oder Modefotografen resultiert.

Aus wem besteht „NEW TENDENCY“?

Manuel: Das Kernteam besteht aus drei Leuten. Sebastian ist für das Design unserer eigenen Produkte und die Produktion verantwortlich. Mein Bruder Christoph kümmert sich ums Kaufmännische und die operative Strategie. Ich bin für die künstlerische Leitung und Konzeption der Kollektion und für die Geschäftsführung verantwortlich.

Neben dem Kernteam arbeiten wir mit verschiedenen Designern, Künstlern und Architekten zusammen. Unter anderem mit Marie Burkhard, Christian Metzner, Sigurd Larsen, Manuel Raeder, Jonas Lindstroem, Nathan Cowen, Jacob Klein, Amos Fricke, Timothy Schaumburg und Stefan Marx.

Bekannt wurdet ihr eigentlich unter dem Namen „My Bauhaus is better than yours“. Wie kam es zu dem Namenskonflikt und der Umbenennung zu NEW TENDENCY?

Manuel: “My Bauhaus is better than yours” ist im Jahr 2009 als Studenteninitiative an der Bauhaus-Universität Weimar entstanden. Die Idee war es, eine Plattform für junges Design zu schaffen und unter einem informellen Branding zusammenzufassen.

My Bauhaus is better than yours“ wurde ursprünglich von Daniel Burchard aus einer Laune heraus für ein Projekt an der Universität getextet. Ein ironischer Slogan der sich kritisch, aber humorvoll mit dem gesellschaftlichen Umgang des Bauhauses und anderen avantgardistischen Bewegungen auseinandersetzt. Später wurde der Titel auch Ausgangspunkt unserer gemeinsamen Diplomarbeit. Der Spruch hat viel Anklang gefunden. Anfänglich hatten wir Bedenken unsere eigene Uni oder die Bauhaus Stiftung könnten den Slogan falsch verstehen, aber als die Plattform Bauhaus-Online Anfang 2011 einen großen Artikel über uns veröffentlichte, waren wir sehr erleichtert: “Wir können weiter arbeiten.“

Einen Tag bevor wir dann im folgenden Jahr bei der art berlin contemporary ausstellten, erhielten wir einen Abmahnung vom Bauhaus Baumarkt, der für uns gar nicht präsent war. Die Baumarktkette Bauhaus hatte ihr Recht an der Wortmarke “Bauhaus” geltend gemacht uns dann mit einem Streitwert von 250.000 Euro und knapp gesetzten Fristen abgemahnt.
Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, aber uns wurde schnell klar, dass wir keine Chance haben – Wir nahmen alle Aufschriften am Messestand ab und mussten uns binnen einer Woche umfirmieren. Das waren zwei harte Wochen. Gerade weil wir uns erst kurz zuvor entschieden hatten, von nun an ausschließlich für NEW TENDENCY zu arbeiten.

Wie kam es zu dem Namen?

Zuerst hatten wir überlegt, nur das Wort „Bauhaus“ zu verändern – dann hätte man aber dem Slogan seine Ganzheit genommen. Meine Idee war es dann, eine positive, optimistische Antwort auf das Geschehene zu finden. So entstand NEW TENDENCY.

Der Name hat aber nicht eine konzeptionelle Veränderung eingeläutet?

Wir verbinden mit dem Namen sehr viel Energie und Mut und haben auch mit dem neuen Namen beschlossen, unsere Unternehmen weiterhin zu professionalisieren. Der neue Name ist für uns auch ein Symbol für unternehmerisches Erwachsenwerden. Unser Konzept und unsere Grundsätze sind aber erhalten geblieben.

Was würdet ihr als den roten Faden in eurer Kollektion beschreiben?

Manuel: Der rote Faden der Kollektion ist der konzeptionelle Anspruch. Das drückt sich weniger durch die Form als durch die Ideen dahinter aus. Oftmals ist der Designprozess eher ein Versuch, eine Fragestellung zu beantworten.
Was uns aus macht, ist eine holistische Betrachtungsweise des Gestaltungs-, Produktions und Unternehmensprozesses. Schon während unserer Studienjahre an der Bauhaus-Universität haben wir mit der Verbindung unterschiedlicher Disziplinen gearbeitet und uns das vielschichtige Arbeiten angeeignet.

Ergeben die einzelnen Produkte eine stimmige Kollektion, die innerhalb eines Raumes funktionieren muss oder geht es um den Kontext des einzelnen Produktes im Raum generell?

Sebastian: Es gibt das Grundthema Funktionalität, aber es muss nicht alles in einem Raum platzierbar sein. Ich finde, dass Unterschiede und eine alleinstehende Ästhetik interessant und wichtig sind.

Nach welchen Kriterien sucht ihr die Partner, mit denen ihr kollaboriert?

Manuel: Wenn wir mit externen Designern arbeiten, geht die Idee und Persönlichkeit über die Form. Die entwickelt sich dann aus einem Dialog mit dem Partner heraus.
Wichtig ist nicht die Gestaltung an sich, sondern die Einstellung zur Gestaltung. Wenn sich die persönliche Ebene und die Einstellung zum Design versteht, verstehen sich auch die Produkte selbst.

Was war das erste NEW TENDENCY Produkt?

Manuel: Das kann man gar nicht genau sagen, weil sich alles sehr organisch entwickelt hat.
Um uns als Unternehmen und Marke weiterzuentwickeln, ist es für uns unheimlich wichtig in Nachhaltiges Design zu investieren. Wir haben viele Ansätze und Ideen, ein gutes Produkt braucht aber einfach seine Zeit, und die lassen wir uns auch.

Aktuell freuen uns auf den Launch des Beleuchtungssystemes, das wir für das Freunde von Freunden Apartment entworfen haben auch auch im FvF Onlineshop erhältlich sein wird.

Ihr habt gerade das Thema Nachhaltigkeit angesprochen. Wie schafft ihr es denn, eurem Anspruch auf Nachhaltigkeit gerecht zu werden?

Manuel: Nachhaltigkeit muss für uns immer auf mehreren Ebenen funktionieren. Zum einen versuchen wir zeitlose Produkte zu entwickeln, deren Formsprache unabhängig von Trends funktionieren. Zum anderen denken wir bei der Gestaltung Produktions-, Verpackungs-, und Vertriebsprozesse mit. Die meisten unserer Produkte sind Modular und/oder Stapelbar und ermöglich so eine effiziente Verpackung, Lagerung und Versand. Ausserdem legen wir viel Wert auf die Produktion unserer Produkte.Wir sehen unsere Produkte als Trägermedien dieser Werte und glauben, dass sie diese auch ausstrahlen.

Wo produziert ihr eure Produkte?

Sebastian: Unser neuestes Produkt, das RIEN Glas, wird in Tschechien hergestellt, wo es auch eine lange Tradition in der Glasherstellung gibt. Die meisten anderen Produkte werden in regionalen, mittelständischen Betrieben in Deutschland produziert. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um die einzelnen Herstellungsprozesse gemeinsam zu optimieren und eine bestmögliche Qualität zu gewährleisten.Daran liegt uns sehr viel. Wir sitzen ja nicht den ganzen Tag da und entwerfen, sondern verbringen sehr viel Zeit damit, mit den Herstellern und Zulieferern zu sprechen. Dieser direkte Austausch mit den Produzenten ermöglicht uns, sehr kurzfristig und individuell zu reagieren und auf besondere Kundenwünsche einzugehen.
Manuel: Viele unserer Produkte gibt es auch in einer custom version. Das beste Beispiel dafür ist der Meta Table. Er wird hier in Brandenburg hergestellt, und das auch schon in etlichen Farbvariationen.

Erzählt mal von eurem Studentenalltag an der Bauhaus Universität in Weimar. Wie hat er euch besonders geprägt und was konntet ihr mitnehmen?
Sebastian: Manchmal hat man das Gefühl, Weimar ist überall. Dadurch dass die Stadt sowie die Klassen sehr klein waren, fand ein enormer Austausch statt. Wir haben damals in einer Gruppe von 20 Leuten zusammengearbeitet. Architekten, Künstler, Grafiker, Produktdesigner. Wenn man sich zum Kochen getroffen hat, wurden neue Projekte gesprochen. Sehr viele Dinge habe ich gar nicht durch die Lehre, sondern an solchen Abenden mitgenommen.
Manuel: Abgesehen von der prestigeträchtigen Geschichte, haben mich vom ersten Tag an die Werkstätten fasziniert. Im Zuge der Wiedereröffnung der Universität in den 90iger Jahren wurden die Werkstätten grundsaniert und modern ausgestattet. Man findet alle Tools, die man braucht, um sofort loszulegen. Man hat abends eben nicht nur über Projekte gesprochen, sondern konnte sie am nächsten Tag dann auch direkt umsetzen.
Insgesamt hat man in Weimar also damals schon den Prozess erlernt, der heute im „richtigen Leben“ essentiell ist. Wer sich allerdings nach einer klassischen Lehre sehnt, ist fehl am Platz. Eigenantrieb spielt in Weimar eine große Rolle.
Sebastian: Genau. In Weimar war es selbstverständlich, von der Konstruktion bis zur Umsetzung alles selbst zu machen – das ist etwas, das uns heute sehr viel hilft.

Warum seid ihr nach Berlin gekommen?

Sebastian: Nach der Uni hat es mich automatisch hierher gezogen. Berlin kann so unterschiedlich sein, das hat mich immer fasziniert. Und genau das spiegelt sich auch in unserer Arbeit nieder.
Manuel: Ich habe nach einem Auslandsemester am Pratt Insitute in New York ein Praktikum bei Manuel Raeder in Berlin gemacht. Er hatte mich mich im Anschluss daran gefragt, ob ich mit ihm zusammenarbeiten möchte. Ich bin dann schon während des Studium zwischen Berlin und Weimar gependelt.

Warum habt ihr euren Showroom in Neukölln und nicht zentraler eröffnet?

Manuel: Neukölln hat sich eher zufällig ergeben. Ich habe mir um die Ecke eine Wohnung in der Bruno Taut Siedlung angesehen. Die Architektur von Bruno Taut fasziniert mich schon seit Längerem.
Nach der Besichtigung der Wohnung habe ich die Räumlichkeiten dieses ehemaligen Elektroladens entdeckt. Ich mag diese provisorische Nachkriegsarchitektur. Dazu kommen die wahnsinnig hohen Decken und die Details der Verglasung und die Messingverschläge. Mittlerweile bin ich ein großer Neukölln-Fan geworden, dessen multikulturelle Geschichte und schnelle Veränderung mich fasziniert und auch super zu NEW TENDENCY passt.

Gibt es einen Designer mit dem ihr in Zukunft zusammenarbeiten wollt?

Manuel: Unser Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eigener Produkte, aber wir möchten unsere Kollektion weiterhin mit spannenden Kollaborationen ergänzen.
Beispielsweise träumen wir schon seit längerem davon mal ein Möbel mit dem Münchner Designer Stefan Diez zu machen. Wir mögen seine Arbeit und seinen Ansatz sehr gerne.

Bei NEW TENDENCY verschwimmen die Grenzen zwischen Design und Funktionalität. Man fragt sich, welcher Anspruch zuerst bedient wurde. Könnt ihr die Entstehung eurer Formsprache von New Tendency anhand einiger eurer Produkte beschreiben?

Sebastian: Design und Funktion sind für uns untrennbar. Beide bedingen einander. Bei unseren Produkten entsteht die Komposition meist aus der Konstruktion.Der Meta Table beispielsweise entsteht aus zweidimensionalen Flächen, die so zusammengelegt wurden, dass man ihn über ein Sofa stellen kann oder ihn als Bücherablage nutzen kann.
Bei der Hash Garderobe war das klassische Mikadospiel Vorbild. Herkömmliche Rohre, die durch Ausfräsungen ein Möbelstück ergeben.

Arbeitet ihr auch auf Kunden oder fokussiert ihr euch ganzheitlich auf die Entwicklung und Etablierung innerhalb der eigenen Marke?

Neben NEW TENDENCY als Marke gibt es auch „NEW TENDENCY Commissions“. Das heißt, wir setzen unsere Formsprache und unseren Anspruch an Design auch für Auftragsarbeiten ein.
Für eine Produktpräsentation von Mercedes Benz haben wir beispielsweise einen überdimensionalen Teppich aus 1000m kunststoffgewebten Schlauch und insgesamt 750 Maschen zu einem riesigen Gewebe verstrickt. Die Idee war es, ein traditionelles Handwerk durch Skalierung in einen anderen Kontext zu bringen.

Wie würdet ihr den typischen NEW TENDENCY Kunden beschreiben?

Manuel: Neben Deutschland verschicken wir sehr viele Produkte nach Asien, primär Japan.
Außerdem scheinen wir bei italienischen Müttern besonders beliebt zu sein. (lacht). Das wir viele ältere Kunden haben, ist aber auch absolut nachvollziehbar. Mit Anfang Zwanzig hat man einfach noch nicht die komplett stilsichere Wohnung, die Persönlichkeit und der Geschmack muss noch reifen. Gleichzeitig wollen aber auch junge Leute erreichen. Unser signature piece Meta ist auch bei jüngeren sehr beliebt und unser günstigstes Stück. Und ganz ehrlich – manche kaufen eine Jeans für 200 Euro, die anderen eben einen Tisch, den man dann aber für immer hat.

Manuel und Sebastian, es war ein sehr spannender Tag mit euch. Vielen Dank für die vielen Einblicke und Eindrücken. Mehr über New Tendency gibt es auf ihrer Website.

NEW TENDENCY sind diese Woche erstmals auf der Imm Cologne vertreten, wo sie ihre Kollektion mit neuen Produkten im Pure Village, Halle 2.2, Stand O-018 präsentieren werden.

Fotografie: Marlen Mueller
Interview & Text: Zsuzsanna Toth

Privacy Preference Center