Axel van Exel

Im angesagten Stadtbezirk Kreuzkölln liegt das Loft von Axel van Exel. Nach eigenen Angaben zog Axel nach Neukölln als dort noch Jogginghosen und Kampfhunde seinen Weg kreuzten. Jetzt gibt es nur noch Röhrenjeans und Chucks. Mit zwei Mitbewohnern lebt er in einem großen und offen Vierzimmer-Loft. Ein 120 qm großer Raum stellt das Zentrum der Wohnung dar. Hell und hoch. Weiträumig und frei. Irgendwie ist so auch Axel. Er erzählt viel. Mit offenen Augen und lebendiger Gestik. Stundenlang will man ihm zuhören. Das haben wir.

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Wo kommst Du her? Seit wann bist Du in Berlin?
Ich komme aus dem Rheinland und habe lange in Köln und Umgebung gewohnt. 2005 bin ich nach Berlin gezogen, weil ich einen Jobangebot bekommen habe. Ich bin immer dahin wo die Jobs waren. Das war keine Hipsterentscheidung.

Beschreibe kurz die Wohnung in der Du jetzt lebst?
Die Wohnung war eine leerstehende Fabriketage. Eigentlich wie in einem schlechten Ami-Film. Mein Mitbewohner hat die Wände gezogen und wir, Neulant und ich haben die Küche gebaut. Jetzt lebe ich hier mit Patric und Rona.

Ist viel in Eigenkonstruktion entstanden?
Elektrik, die Wände, eigentlich alles ausser die Heizung. Beim Bad haben uns die Nachbarn geholfen.

Was ist Dein Lieblingsplatz in der Wohnung?
Das Mies van der Rohe “Daybed” neben dem Fenster.

Gibt es besondere Gegenstände oder Bilder?
Das Bild was hier hängt finde ich super. Das ist von der Fotografin Hadley Hudson. Das erinnert mich an meine Studentenzeit. Dazu kommt noch der alte Plattenspieler aus den 50ern.

Wo gehst Du in Berlin Möbel kaufen?
Wir kaufen kaum Möbel. Alle Gegenstände sind aus Familienbeständen. Die Clubsessel haben Patric und ich auf dem Sperrmüll gefunden. Ich persönlich kaufe keine Möbel mehr. Das letzte Möbelstück habe ich vor 10 Jahren gekauft. Den ein oder anderen Design-Klassiker würde ich mir schon gerne zu legen, aber da überlegt man sich zweimal, ob man das Geld nicht lieber für eine gebrauchte Karre ausgibt. Ansonsten würde ich natürlich Möbel bei Neulant van Exel kaufen.

Erkläre uns kurz die Idee hinter Eurem Studio Neulant van Exel?
Neulant van Exel ist ein Kreativ-Studio was Kunst und Architektur verbindet. Ich bin Architekt und Marian Neulant ist Bildhauer. Manchmal weiß der Kunde nicht, ob er ein Künstler-Team oder ein Architekten-Team haben möchte. Der Künstler ist ihm nicht geordnet genug und der Architekt zu wenig verspielt. Somit bieten wir eine Kombination aus beidem. Aber wir tauschen auch gern die Rollen.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Wir haben vor 5 Jahren die Firma gegründet. 1997 sind wir uns beim Studium. Marian hat damals von Architektur zu Bildhauerei gewechselt. Nach dem Studium hat er mich gefragt, ob ich bei einer Kunstaktion in Island mitmachen will. Das Ganze wäre eine Gruppenarbeit mit einer isländischen Künstlerin namens Elin Hansdottir. Aus den geplanten 6 Wochen sind 8 Monate geworden. Es kamen einfach immer wieder Folgeaufträge und so blieben wir dort. Dann haben wir entschieden, die Firma zu gründen.

Beschreibe kurz um was für ein Kunstprojekt es sich in Island gehandelt hat?
Wir haben einen 160 Meter langen begehbaren Tunnel gebaut, der 31 Richtungswechsel hatte. Der Tunnel war 1 Meter breit und 2,20 hoch. Es dauerte 4 Minuten um durch den Tunnel zu gehen. Es ging dabei vielmehr um eine Form atmosphärischer Kunst als um etwas Konzeptionelles. Es ging darum einen Raum erfahrbar zu machen. Nach ca. 2 Minuten konnte man nicht mehr einschätzen wie weit man gegangen war und wo man sich eigentlich befindet.

Wie kam es zu der Kombination mit der Kunst?
Das ergibt sich daraus, dass Marian Bildhauer ist.

Bitte erkläre euren Projektablauf!
Der Kunde fragt: Könnt ihr sowas machen und schickt Moods. Darauf machen wir einen Vorentwurf mit einer 3D-Zeichnung. Man handelt den Preis aus, dann gibt es eine komplette 3D-Darstellung mit einem Modell. Wenn es ein kleines Projekt ist, dann bauen wir das selber oder mit einem befreundeten Schreiner. Wenn es größer ist, mit mehreren Firmen.

Woher bezieht ihr Eure Materalien?
Holz beziehen wir von Roggemann. Das ist der größte Holzlieferant Deutschlands. Der Außendienstler kommt dann auch mal mit Brötchen vorbei. Je größer die Projekte desto günstiger die Materialen. Das ergibt sich aus der Menge und der dazugehörigen Marge.

Habt ihr irgendwann mal ganz abgefahrene Materialen verwendet?
Ja, wir haben mal ein Badezimmer aus LKW-Plane gebaut. Sie wollte keine Fliesen, also haben wir Holzplatten zugeschnitten und diese gepolstert.

Inspirationen für neue Arbeiten?
Wir gucken uns um. Was benutzt z.B. die Industrie. Kann man das verwenden oder zweckentfremden. Kann man Materialen aus dem Bootsbau auch im Wohnungsbau verwenden. Wir haben zum Beispiel Schiffsboden mal in einer Küche verlegt.

Objekt im Raum oder Kunst am Bau?
Wir machen Rauminstallationen, die man nicht abbauen kann. Die nur für den Moment existieren. Zum Beispiel bei Kunstausstellungen in New York, L.A oder Kopenhagen. In alle drei Städte sind wir ohne Konzept gefahren und haben erstmal die Situation gecheckt. Vor Ort haben wir dann das Objekt entwickelt. Das Ganze ist nicht einfach nur eine “erfahrbare Skulptur” sondern ein ortsgebundenes Unikat.

Wie trennt ihr Kunst und Kommerz?
Wir verkaufen keine Kunst, denn sie ist wie oben erwähnt ortsgebunden. Wir sind natürlich für Kunst bezahlt worden, aber das spiegelte sich eher in einer Aktion wieder. Nicht in einem klassischen Objekt, dass es zu verkaufen gilt. Mir ist schon bewußt das ein Kunstmarkt existiert. Aber es geht nicht darum ihn zu bedienen.

Für welche Kunden habt ihr schon gearbeitet?
Sankt Pauli war ne tolle Nummer. Bread & Butter ist ein super Kunde. Ich bin nicht in der Modebranche, aber die haben eben Produktionsbudget. Ein isländisches Kuratorenpärchen hat uns einmal ihr Vertrauen und den Schlüssel zu ihrer Wohnung gegeben und gesagt: Macht mal, wir sind in 3 Monaten wieder zurück. Ich mag Kunden nicht, die sagen. Ich hab den Tisch gesehen. Bau mir den mal nach. Da muss man aufpassen. Nachbauen geht halt nicht.

Was war Euer ungewöhnlichster Job?
Das war schon der Tunnel in Island. Zu diesem Zeitpunkt war gerade Sommer. Das heißt 6 Wochen wird es nicht dunkel. Das war sehr ungewöhnlich. Nur die Öffnungszeiten der Geschäfte haben einen an die Zeit erinnert.

Wie kam die Boje in den Monbijoupark?
Die ist mittlerweile abgerissen. Das war ein Kunstprojekt. Freunde von uns, die Künstlergruppe FMSW haben über die Welt nachgedacht und die Weltkarte angeguckt. Jeder Punkt der Welt ist koordiniert und markiert. Nur der geografische Nullpunkt nicht. Dieser liegt 600 km südlich von Ghana. Daraufhin haben sie eine 40 kg schwere Edelstahlkugel in einem Nasa-Dings herstellen lassen und sind zum Nullpunkt gefahren, um diese dort zu versenken. Das sollte das NICHTS symbolisieren. Diese Aktion wurde von uns in Berlin begleitet. Dazu haben wir eine 9 Meter hohe Holzboje gebaut und sie im Monbijoupark aufgestellt.

Aussehen oder Funktionalität?
Ein Möbelstück muss funktionieren. Wenn es nur um Dekoration geht, dann reicht natürlich nur das Aussehen. Eine Boje muss im Monbijoupark nicht schwimmen können!

Was hältst Du von Vitra?
Die Klassiker find ich alle geil. Prinzipiell sag ich, ich mag Vitra. Vitra ist ein Leuchtturm der Designszene. Es gibt aber auch Stücke, die ich nicht gut finde. Die haben ein echtes Feingefühl. Es gibt keinen Werteverlust. Es ist zeitlos. Wenn man sich etwas kauft von Vitra, dann ist das eine Anlage. Z.B. der Eames-Chair, den kann man in 10 Jahren für den gleichen Kurs wieder verkaufen.

Was passiert bei euch in Handarbeit?
Wenn man mehr Anfragen bekommt, sollte man seine Zeit nicht mit Handarbeit verbraten. Wir produzieren nicht in China, sondern immer nur in Berlin. Eine Sache ist vielleicht interessant: Je größer das Projekt desto weniger kann man eigentlich in eigener Handarbeit machen. Das bedeutet, machen Marian und ich das persönlich oder müssen wir das “outsourcen”.

Dachmarke NvA: Was kommt als Nächstes?
Wir haben uns irgendwann mal “Gestalter” genannt. Die Grenzen verschwimmen. Die Interessen gehen einfach über unsere aktuellen Wirkungsfelder hinaus, deswegen ist alles Mögliche vorstellbar.
Wenn einer mal fragt, würdet ihr ein Lenkrad entwerfen. Klar, dann sagt man nicht nein.

Lieblingsmagazine?
Frame, Intro und Spex.

Dein Berliner Leben in einem Satz:
Berlin ist die aufregendste Stadt Deutschlands. Abwechslungsreich. Ich kenne keine Stadt, die so dynamisch ist und genauso ist mein Leben.

Welche Städte begeistern Dich und warum? Besonders architektonisch.
San Francisco ist meine Lieblingsstadt und architektonisch fasziniert mich Buenes Aires, weil es so kleine detailverliebte Läden gibt.

Was ist dein Ausgleich zum Arbeitsalltag?
Freunde.

Wo stehst Du in 10 Jahren?
Das frag ich mich auch. Und das sollte man sich auch fragen!

Wer mal einen 160 Meter begehbaren Tunnel in seinem Garten haben möchte oder ein Bad aus LKW-Plane, der sollte sich an Neulant van Exel wenden.

Interview: Tim Seifert
Text: Mirna Funk
Fotografie: Ailine Liefeld
Video: Maren Sextro & Christian Fussenegger