Jo Gröbel

Jo Groebel ist Medienpsychologe und leitet seit 2006 das Deutsche Digital Institut in Berlin. Zuvor hat er in Los Angeles, Amsterdam und Utrecht doziert. Sein Schwerpunkt sind Arbeiten zur Medienwirkungsforschung. Dem breiten Publikum ist der Medienexperte jedoch weniger wegen seiner empirischen Studien als vielmehr wegen seiner allgegenwärtigen Äußerungen zu verschiedenen Casting- und Realityshows ein Begriff. Groebel wurde jedoch auch vom Kabinett Schröder konsultiert. Heute schreibt er für Online-Magazine Kolumnen, zum Beispiel für The European. Für Freunde von Freunden lud Groebel zur Privatvorlesung inklusive Literaturangaben.

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Nachdem Sie aufgrund verschiedener Lehrstühle auch in vielen anderen Städten gelebt haben, empfinden Sie Berlin heute als Ihre Heimat?
Definitiv. Ich habe das Gefühl nach knapp 30 Jahren endlich wieder eine Heimat gefunden zu haben. Davor lebte ich wie ein Nomade. Mir gefällt die Zerrissenheit in Berlin, die einen trotz des Kaputten überall nach Vorne blicken lässt. Das weckt bei mir archetypische Erinnerungen an meine Kindheit im Rheinland der fünfziger Jahre und die Aufbruchstimmung, die man dort zu dieser Zeit wahrnehmen konnte. Es ist das Heterogene in den sozialen Strukturen und dem Stadtbild, das meiner Auffassung von Heimat entspricht. Und das habe ich hier gefunden.

Wie definieren Sie den Begriff von „Heimat“ für sich selbst?
Ich assoziiere damit den Begriff und das Gefühl von einem “Nest”. Von daher ist sicherlich meine Wohnung eine Art Heimat. Aber ich finde, dass Berlin überall “Wärme” ausstrahlt. Es sind die unterschiedlichen Menschen, denen man an allen Ecken der Stadt begegnet – manche davon gute Bekannte, die man hier nicht vermutet hätte. Aber es stimmt schon: “Alles zieht nach Berlin”. Doch die Mischung stimmt immer noch.

Was schätzen Sie noch am Leben hier?
Berlin ist trotz seiner Launenhaftigkeit eine liebenswerte Stadt. Und kann inzwischen mit den großen Städten in einem Atemzug genannt werden, auch wenn es wenig Vergleichbares gibt. Man kann die Unruhe und das Geistesgegenwärtige, das Berlin ausmacht, schlecht mit anderen Metropolen wie London oder New York auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Außerdem hat Berlin auch etwas Heimeliges, fast schon Betuliches. Es ist überschaubar. So etwas habe ich auf jeden Fall weder in Kairo noch in Paris gesehen. Wollte Berlin früher verzweifelt eine Weltstadt sein, hat Berlin heute meiner Meinung nach tatsächlich den Status einer Weltstadt.

Arbeiten Sie viel von Ihrer Wohnung aus?
Ich habe vier Schaffensschwerpunkte: 1. Mein Zuhause. Ich arbeite gerne zuhause und das nicht nur am Schreibtisch. Ich verweile eher in einer Art Spitzweg-Idyll im Bett, vor allem wenn ich im Web unterwegs bin oder schreibe. Das ist natürlich alles andere als professoral. 2. Das Institut. 3. Das Café und 4. der Rest von der Welt.

Wo wir gerade von Cafés sprachen: Haben Sie drei Lieblingslokalitäten in Berlin?
Das Bistro „Domaines“, das gegenüber meiner Wohnung liegt – ein informeller Ort, an dem man genauso Studenten wie Berliner Bekanntheiten antrifft. Das “Borchardt”, wo sich sicherlich auch nachmittags ein Besuch zu Kaffee und Torte lohnt. Das „San Nicci“ in der Friedrichstraße, das ich vor allem für sein Frühstück gerne weiterempfehle. Überdies denke ich, dass es in Berlin eine Cafékultur gibt, die ich so nirgendwo anders vorgefunden habe – nicht nur wegen der beschworenen Digital Bohème.

Sie besitzen ziemlich viele Antiquitäten. Woher stammen diese? Gehen Sie selbst zu Auktionen
Die Hälfte davon sind Erbstücke aus meiner Familie, die ich teilweise aufbereiten ließ. Die andere Hälfte entspringt meiner Sammelleidenschaft, die von Porzellan und Glas bis hin zu Bibliophilem und Erstausgaben reicht. Allerdings sehe ich diese nicht als Wertanlage an. Ich kaufe vornehmlich danach, was mir gefällt und suche nicht gezielt nach Investitionen. Ich habe in meiner Wohnung auch kein System, es handelt sich eher um ein Sammelsurium von Dingen, zu denen ich eine persönliche Beziehung hege.

Sie sind Medienberater. Wie viel Zeit verbringen Sie mit den Medien? Und gibt es bei Ihnen noch so etwas wie “medienfreie Zeit”?
Nein, ich liebe die Medien. Ich bin nicht süchtig danach, aber dennoch besessen von Medien, egal ob es sich dabei um das Internet, Bücher oder das Fernsehen handelt. Medien sind unwahrscheinlich kostbar für die Kreativität; Kunst ist ja irgendwo auch ein “Medium”. Medien im Allgemeinen erlauben, dass Menschen miteinander in Kontakt treten und dass zwischen ihnen eine Beziehung entsteht. Deshalb unterscheide ich nicht zwischen der Zeit, in der ich mich mit den Medien beschäftige und zwischen medienfreier Zeit.

Man kann Sie sich also nicht im Wald beim Sinnieren vorstellen, mit ausgeschaltetem Handy?
Wenn ich versinke, dann mit ruhiger Musik, selten in völliger Stille. Ich bin eine extrovertierte Person.

Ich sehe eine umfassende Büchersammlung. Können Sie mir drei Buchempfehlungen mit auf den Weg geben?
Vorab: für mich sind Bücher eine sehr haptische Angelegenheit. Deswegen lese ich bevorzugt zeitgenössische Ausgaben, z.B. von 1895. Ich mag die Authentizität, die ich dabei in den Händen halte. Trotzdem bin ich progressiven Entwicklungen gegenüber nicht abgeneigt – ich würde zum Beispiel das iPad nutzen, um Belletristik zu lesen.
Was meine drei Lieblingswerke angeht: Das sind “Licht” von Christoph Meckel, eine Erzählung zur Liebe aus den siebziger Jahren, “Tod in Venedig” von Thomas Mann, ein Roman über Dekadenz und das Ende eines Zeitalters, sowie “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” von Marcel Proust.

Mir ist ein gemeinsames Foto mit Bill Clinton aufgefallen. Wie kam es zu dieser Begegnung?
Dabei handelte es sich um ein Zusammentreffen von 20 Staats- und Regierungschefs mit je zwei Wissenschaftlern im Jahr 2000 in Berlin, um gemeinsam über die Zukunft der Welt zu diskutieren. Ich war unter den deutschen Teilnehmern und durfte den Ex-Präsidenten der USA als sehr smarte Persönlichkeit kennenlernen.

Jo Groebel arbeitet übrigens gerade an einem neuen Werk über “Das Ende der Kommunikation”(Arbeitstitel) – entgegen seiner Profession. Vielleicht wird uns diese Publikation Aufschluss darüber geben, wie wir nach einem Jahrzehnt der Massenkommunikation die Authentizität zurückbefördern. Mehr über Groebels Schaffen unter: www.deutsches-digital-institut.de.

Text und Interview: Julia Stelzner
Fotos: Ailine Liefeld