Olaf Hajek

Olaf Hajek zählt zu den gefragtesten und erfolgreichsten Illustratoren weltweit. Sein Stil ist genauso besonders, wie eigenwillig kompromisslos. Unverkennbar sind seine Illustrationen, die jedem Auge irgendwie bekannt vorkommen. Detailreich, märchenhaft und mit spürbar folkloristischem Einfluss, wirken seine Bilder wie eine Gratwanderung zwischen Realität und Fantasie.

Olaf lebt in Berlin, lässt sich jedoch von fernen Orten inspirieren. New York und Afrika sind seine Quellen, aus denen er neue Ideen schöpft. Vor allem die Einfachheit der Folk-Art, die trotz dessen edel wirkt, begeistern den Schleswig-Holsteiner. Mysteriösität und Symbolik spielen für ihn eine große Rolle.

“My style is a part of naivety composed with sophistication”, sagt Olaf und bringt so seinen eigenen Stil auf den Punkt.

Es gibt kaum Zeitschriften, für die er noch nicht gearbeitet hat. Man sollte annehmen, so großer Erfolg verleite zu Abgehobenheit. Abgehoben sind jedoch nur wir, bei so viel Herzlichkeit und Freundlichkeit, die uns bei unserem Besuch bei Olaf Hajek entgegengebracht wird. Er öffnet uns die Tür zu seinem Reich, das einer Entdeckungsreise durch verschiedene Kulturen gleicht.

Olaf Hajek lebt in einem Altbau-Traum mitten im Herzen Berlins. Die Einfachheit und Schlichtheit, die er in der folkloristischen Kunst schätzt, spiegelt sich auch in seinen Wohnräumen wider. Große helle Zimmer, wenige ausgewählte Möbel, Antik gegen Moderne, clean, aber trotzdem gemütlich.

Bei einem Kaffee erzählt uns Olaf Hajek wie seine Karriere begann, was Illustration für ihn bedeutet und warum man in Berlin, verglichen zu anderen internationalen Metropolen, eigentlich kein Geld verdienen kann.

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Du hast in Düsseldorf studiert, lebst heute in Berlin. Wo kommst du ursprünglich her?
Ich bin Schleswig-Holsteiner, in Flensburg geboren und aufgewachsen, dann nach Holland gezogen. Mein Abitur habe ich jedoch in Bonn gemacht und in Düsseldorf habe ich Visuelle Kommunikation studiert. Na ja, eigentlich war es Grafikdesign. Während des Studiums habe ich aber schon festgestellt, dass es ein sehr werbe- und typografielastiges Studium ist. Ich hatte zwar sehr gute Lehrer, wie zum Beispiel Uwe Loesch, der ja doch ein sehr bekannter Typograf ist. Mein Problem war aber eher, dass für mich damals schon die Illustration das Thema war, aber leider eben kein Schwerpunkt in meinem Studium. Ich versuchte zwar, Illustration bereits in mein Diplom mit einzubinden, jedoch muss ich zugeben, dass das Studium nicht unbedingt DIE Offenbarung für mich war. Ich habe dann wirklich erst in Amsterdam angefangen zu malen und zu zeichnen und meine Arbeiten an diverse Redaktionen zu schicken.

Nach deinem Studium bist du nach Amsterdam gezogen. Aus welchem Grund?
Ich habe mein Diplom fertig gemacht und bin dann mit einer Freundin für ein paar Monate nach Madrid gezogen. Danach wollte ich jedoch nicht mehr zurück nach Düsseldorf und fragte mich, wo ich denn hin soll. Ehrlich gesagt, war ich ein kleiner Angsthase und habe mich deshalb nicht getraut nach London oder so zu gehen. Also habe ich mich für das beschauliche Amsterdam entschieden. Ich hatte auch bereits früher schon einmal mit meinen Eltern in Holland gewohnt. Das hat zwar gar keine Bedeutung für mich, da ich auch noch zu klein war, aber ich bin nach Amsterdam gegangen, weil es in der Nähe war und ich es einfach spannend fand.

Hat dich Amsterdam als Stadt damals kreativ inspiriert?
Ja, auf jeden Fall. Bei mir ist es sowieso immer seltsam. Sobald ich woanders bin, bin ich kreativ. Amsterdam war einfach frisch, neu und irgendwie unschuldig, da es auch die erste Zeit für mich war, in der ich etwas völlig Anderes gemacht habe. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auch wirklich viel produziert. Das waren natürlich auch andere Umstände. Heute muss man alles digitalisieren und verschicken und die Leute erhalten teilweise Berge von Emails. Damals habe ich wirklich Booklets gebastelt und diese verschickt. Auch gleich ganz dreist an das SZ-Magazin, an den holländischen Playboy und andere große Namen.

Einer deiner ersten Aufträge war dann schließlich für den holländischen Playboy. Wieso ausgerechnet dafür?
Damals war der Playboy wirklich eine Zeitschrift, die berühmt war für seine Illustrationen. Mittlerweile ist das nicht mehr unbedingt der Fall. Es war dennoch immer eine der großen Zeitschriften, in der die Stars der Illustration beispielsweise die Short Stories illustrierten. Es war eben eines der alten klassischen Magazine, die wirklich gut und anspruchsvoll waren.

Wie kamst du zum SZ-Magazin?
Das SZ-Magazin hat damals meine Kopien bekommen und mir sofort einen Job angeboten. Die haben einfach angerufen und mir das Angebot gemacht. Ein paar Wochen nach meinem ersten Job dort, rief der Art-Director erneut an und fragte mich, ob ich das Sommerrätsel machen wolle. Das Sommerrätsel waren drei Ausgaben in Folge, gefüllt mit Illustrationen. Das waren wirklich zehn bis fünfzehn Bilder pro Heft. Da der Chef so begeistert war, durfte ich auch gleich das Cover machen. In meinem ersten Jahr als Illustrator habe ich auch sofort den ADC-Preis bekommen. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Das ist nun achtzehn Jahre her.

Seit wann wohnst du in Berlin-Mitte?
Ich wohne jetzt seit über zehn Jahren hier. Bevor ich diese Wohnung bezog, habe ich in der Linienstraße gewohnt, gleich in der Nachbarschaft von Max Raabe, Christine Schäfer und damals noch Claudia Skoda.

Warum ausgerechnet Berlin als Standort?
Berlin war für mich immer ein schwieriger Ort. Ich war damals zum Mauerfall hier und habe Berlin danach auch oft besucht. Zum einen war ich von der “dunklen” Seite der Stadt irgendwie fasziniert, gleichzeitig total genervt. Eine typische Hassliebe.
Vor 16 Jahren im November bin ich dann nach Berlin gezogen. Es ist eine sehr offene Stadt und man war sofort in die Gesellschaft aufgenommen. Amsterdam ist da viel privater. Ich sehe Berlin mittlerweile als Heimat, muss allerdings drei oder vier Monate im Jahr einfach abhauen.

Wenn du auf die letzten zehn Jahre als Illustrator in Berlin zurückschaust, was hat sich bis heute geändert?
Man bekommt heute vielleicht ein bisschen mehr Champagner, sonst eigentlich wenig. Natürlich erweitert man mit der Zeit seinen Radius und die Leute kennen einen, die Kritiken bessern sich. Für meine finanzielle Situation hat die Auftragslage in Berlin nie wirklich eine Rolle gespielt, es waren nie große Jobs vorhanden. Ich habe damals viel für Magazine wie „Quest“ und auch größere Werbeagenturen gearbeitet. Ich kann mich erinnern, dass ich damals Käfer für Claudia Skoda gemalt habe, die sie dann für eine Kollektion verwendete und ich war auch mal die Muse von Fiona Bennett. Das Cover für Zweiraumwohnung, das geplant war, ist leider nichts geworden… (lacht) Zur Frage – es ist einfach so: In Berlin war es immer Tomaten gegen Kartoffeln, das Geld wurde woanders verdient.
Vor zehn Jahren war die Situation eine andere, in Berlin konnte man mit Illustration einfach weniger anfangen, als beispielsweise in New York. Die Kultur der Illustration und der Umgang mit jener ist in den USA seit jeher anders.

Was hat dich neben den Städten in denen du lebtest noch inspiriert bzw. tut es immer noch?
Die „American Illustration“! Das war meine Bibel, auch wenn ich sie mir als Student gar nicht leisten konnte. Ich habe trotzdem jede Ausgabe davon. Bei den amerikanischen Illustratoren war es schon damals so, dass man das Gefühl hatte, man würde einen Kunstkatalog durch blättern. Die hatten einfach die wahnsinnigsten und kreativsten Sachen, die man in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch in keiner Zeitschrift gesehen hatte. Das war für mich immer die Welt, zu der ich gehören wollte. Das tue ich glücklicherweise heute auch. Seit zehn Jahren bin ich nun in jeder „American Illustration“ drin. Kaum zu glauben, dass es vorher meine Bibel war.

Illustration dient im klassischen Sinn der Verbildlichung von Text. Wie siehst du die Illustration – ist es eine eigenständige Kunst oder ein Mittel zur Visualisierung von Sprache?
Ich denke, das sind einfach zwei verschieden Ansätze. Für mich war immer der wichtigere Ansatz der der Kreativität und auch zu versuchen künstlerisch mit diesem Sujet umzugehen. Was nicht immer einfach ist, vor allem wenn man Kunden hat, die das nicht verstehen und einen nur als Dienstleister sehen. Das ist eben auch die Schwierigkeit. Entweder man bleibt auf der Strecke und somit immer nur der Dienstleister oder man entwickelt sich dort hin, dass die Leute etwas mit der Illustration verfeinern oder ein Statement abgeben wollen. Natürlich macht man manchmal auch einfach nur seinen Job, aber ich habe mich grundsätzlich schon zu einem künstlerischen Illustrator entwickelt, der auch seinen eigenen Stil hat.

Deine Arbeiten erinnern an sehr eigenwillige Fantasiewelten. Gibt es eine bestimmte Gegend oder eine Kunstrichtung, die dich besonders inspiriert?
Ich war schon immer fasziniert von Folk Art und primitiver Kunst, archaisch und sphärisch. Das Mysteriöse und Symbolische dieser Arbeiten fand ich schon immer toll. Deshalb sammle ich auch Kunst und Objekte aus dieser Richtung. Die einfachen Dinge, die aber unglaublich bedacht und elegant umgesetzt sind, begeistern mich total. Ich schaue auch in Städten wie New York, gezielt nach Folk Art-Galerien und Museen. Im Englischen sage ich immer: “My style is a part of naivety composed with sophistication” und genau das bringt es auf den Punkt. Du hast zwar zum einen etwas Naives, auf der anderen Seite aber einen Teil, der es veredelt. Dieser Gegensatz zieht mich an.

Wie gehst du an deine Arbeit ran? Gibt es bestimmte Rituale, die immer eingehalten werden?
Ich kriege oft erst ein Briefing. Je nachdem, was die Leute wollen, sagen sie mir manchmal auch explizit, wie sie sich es vorstellen. Wobei das eher selten der Fall ist. Dann gibt es oft diese Geschichten: „Hmm, naja… Wir wissen jetzt auch nicht so genau.“ In solchen Fällen muss man eben einfach Ideen entwickeln. Die entwickle ich eigentlich auch relativ schnell, indem ich eine Schwarz/Weiß-Skizze mache. Anhand dieser werden noch einzelne Details besprochen und dann beginne ich auch schon, das Bild zu malen. Es geht jedoch immer um die Entwicklung einer zentralen Idee, mal mit etwas mehr Zeit und mal weniger.

Gibt es auch Kunden, die überhaupt nicht einverstanden sind mit deinem ersten Entwurf?
Ja, klar. Die gibt es auch. Gott sei Dank, aber eher selten. Es ist auch immer die Frage, wofür du gerade arbeitest. Bei einem Editorial beispielsweise sind die Deadlines sehr kurz und somit gut für mich, da nicht viel Zeit zur Diskussion bleibt. Bei einer Werbung oder Anzeige ist es wieder anders. Da wird oft rum diskutiert und es spielen ganz andere Faktoren eine Rolle, wie ein Buchcover wiederum auch eine neue Herausforderung darstellt.

Gibt es Phasen in denen du keine Ideen hast?
Ja, auf jeden Fall. Die muss es auch geben. Gestern saß ich wieder vor einer leeren Leinwand und habe an meinem Bleistift rumgeknabbert. Dann gehe ich nach einer Weile einfach raus, Kaffee trinken, frische Luft schnappen und auf einmal habe ich eine Idee, die ich dann weiterverfolge.
Ich habe oft Phasen, in denen ich es gar nicht schaffe freie Arbeiten anzugehen, weil ich soviel mit Auftragsarbeiten zu tun habe.

Bist du viel in der Welt unterwegs?
Dadurch dass ich viele internationale Agenten habe, ist es so, dass ich beispielsweise sehr oft in New York bin, teilweise dreimal pro Jahr. New York ist für mich eine sehr starke Inspirationsquelle.
Gerade war ich auch einen Monat in Amsterdam. Dann bin ich jedes Jahr in Kapstadt und zu der Kunstmesse im Dezember in Miami. Das Reisen ist ein großer Teil meines Lebens, denn ich brauche auch Freizeit und ich verbinde diese dadurch auch mit meiner Arbeit.

Inwieweit unterscheiden sich einzelne Länder im Umgang mit Kreativität? Wie viel Freiraum wird dir bei deiner Arbeit gelassen?
Ich glaube, es kommt auch darauf an, womit man anfängt. Wenn man wie ich beispielsweise mit dem SZ-Magazin beginnt, hat man relativ freie Hand zu tun was man will. Es gab Art Direktoren, die Kreativität förmlich gewittert haben und dir somit auch alle Freiheiten einräumten. Daraus entstehen meistens auch wahnsinnig tolle Dinge. Während unsichere Art Direktoren von Beginn an bestimmte Regeln gesetzt und damit die Kreativität eingeschränkt haben.
Es gibt sehr viele Ängste bei den Kunden. Ich arbeite mittlerweile weltweit und habe die verschiedenen Mentalitäten kennengelernt; ich könnte glatt schon als Psychologe arbeiten. Die Frage ist oft, wie geht man mit Moral um, wie mit Exotik? Gerade bei meinem Stil, der manchmal leicht morbide ist, manchmal aber auch etwas exotisch oder schwarz. Da gibt es sehr viele Dinge, die eine Rolle spielen und bei jedem Job bedacht werden müssen.
In der Illustration ist alles eher interpretierbar, als in der Fotografie und genau davor, haben die Leute Angst. Oft fehlt den Menschen schlichtweg die Vorstellungskraft für eine Illustration.

Wann hattest du deine erste Ausstellung?
Das ist jetzt vier Jahre her. Ich mache eigentlich schon immer kleinere Geschichten. Neben der Illustration will ich dem Thema der eigenen Ausstellung zukünftig mehr Aufmerksamkeit widmen, weil sich meine kommerzielle und meine freie Arbeit gegenseitig befruchten. Ich entwickle in der freien Arbeit viele neue Ideen und bilde mich auch technisch weiter.

Olaf Hajek illustriert momentan für eine brasilianische Fernsehserie auf TV Globo Sigmund Freuds Frage „Was Frauen wirklich wollen?“. Nach seiner Ausstellung „Flowerheads“ in Berlin, arbeitet er nun an seiner neuen Solo-Ausstellung für die „Whatiftheworld“ Galerie in Kapstadt, Südafrika, welche im März 2011 eröffnet werden soll.

Interview: Deana Mrkaja und Tim Seifert
Fotos: Ailine Liefeld
Video: Christian Fussenegger