Die Bedeutung von Gemeinschaft in digitalen Zeiten
The Sooner Now Düsseldorf fragt, wie sich technologische Entwicklungen auf das menschliche Miteinander auswirken, Düsseldorf
MINI × FvF presents: The Sooner Now
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Technologie ist keine unbeirrbare Naturgewalt, die sich eines Tages gegen Menschen richten wird. Technologie wird von Menschen gestaltet. Und solange das noch so ist, kann sie auch einem humanen Zweck dienen.

Durch Smartphones und soziale Netzwerke können wir große Nähe zu Menschen empfinden, die mehrere tausend Kilometer entfernt sind. Der Preis dafür ist, dass wir womöglich die Anbindung an Menschen in unserer unmittelbaren Nähe verlieren. Bei der jüngsten Ausgabe von The Sooner Now in Düsseldorf wurde sich damit auseinandergesetzt, ob Technologien uns näher zusammen oder weiter auseinander bringen und welche Anforderungen an neue digitale Tools entstehen. Dazu luden MINI und FvF eine Reihe von Expertinnen und Experten ein, um in mit dem lokalen Netzwerk in Düsseldorf über die Herausforderungen und Chancen für Communities zu diskutieren, die sich angesichts neuer Technologien stellen.

„Neue Ideen und sinnvolles Design entstehen nicht in Isolation, sondern im Austausch.”

— Sarah Schappert, MINI, A/D/O

Einige der jüngsten technologischen Entwicklungen haben ihr Potential für die Gestaltung von neuen Lebens- und Arbeitsformen bereits im Kreativbereich deutlich gemacht. Virtuelle Zusammenarbeit, Cloud-basierte Tools und der Austausch anhand von digitalen Plattformen werden immer mehr zur selbstverständlichen Grundlage für zeitgenössische Arbeit. Es ist auch klar, dass Technologien im zunehmenden Maß Einfluss auf das menschliche Miteinander nehmen werden. Ansgar Oberholz vom Institut für Neue Arbeit und Ingo Eichel von Adobe Systems beschäftigen sich schon lange mit den Auswirkungen von Dezentralisierung und digitaler Vernetzung auf neue Formen von Arbeit – wobei diese Formen für die beiden Pioniere selbst schon längst nicht mehr neu sind.

„Heute lässt sich die Ranghöhe nicht mehr an der Fensteranzahl des Büros ablesen.“, scherzt Ingo im Gespräch mit Ansgar. Das Mindset der Neuen Arbeit manifestiert sich auch in der Architektur: Wenn Jobhierarchien zugunsten der Projektziele in den Hintergrund treten, ändert sich auch die Ortsbezogenheit von Arbeitsplätzen. Die klassischen Raumaufteilungen weichen gemeinschaftlichen Teamräumen, Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten oder Fernarbeit per Netzwerk. Dabei messen beide den virtuellen Arbeitsformen nicht mehr oder weniger Gewicht bei als dem unmittelbaren Kontakt.

(EN)

Louisa Heinrich

Living with Technology: Putting Communities First

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„Um überhaupt voranzukommen, müssen wir erst einmal aufhören, die digitale und reale Welt als zwei getrennte Einheiten zu betrachten.“

— Louisa Heinrich, Superhuman Ltd.

Das Globale und Lokale lässt sich nicht mehr so einfach trennen wie zuvor. Das zeigen Initiativen wie CreativeMornings und A/D/O, eine von MINI gegründete Designschmiede, die beide international agieren, sich aber ebenso lokal verwurzelt sehen. „A/D/O ist so weit weg vom Auto wie man es sich nur vorstellen kann“, kommentiert Louisa Heinrich die Initiative des Autoherstellers in ihrem eigenen Vortrag. „Und doch ist er ein Ausdruck der Marke.“ Sie beschreibt dies als ein begrüßenswertes Denken-von-der-Seite, das sich mehreren Herausforderungen gleichzeitig stellt.

„Eine gute Community muss sich selbst aufrechterhalten können.”

— Lisa Kunst, Creative Mornings

Das Design, das in den Räumen von A/D/O entsteht und die urbanen Services, die dort ins Leben gerufen werden, sollen auf realweltliche Bedürfnisse reagieren. So wie der erste MINI 1959 eine Antwort auf die damalige Benzinknappheit war. Ähnlich sollte dies im Design von Technologien erfolgen, damit sie einem humanen Zweck dienen, betont Louisa, die selbst mit ihrer Firma Superhuman Ltd. auf dieses Ziel hinarbeitet. „An und für sich macht Technologie erst einmal nichts“ – der Einfluss, den sie haben, spiegelt vielmehr die Intentionen derjenigen, die sie designen. Es ist daher die Aufgabe von Unternehmen, Designern aber auch von Usern, Verantwortung zu übernehmen und sich (wieder) bewusst zu werden, dass auch bei Technologien Menschen im Herzen eines jeden Systems stehen. Auch in der digitalen Welt gestalten reale Menschen die Zukunft und besitzen daher die Fähigkeit, eine Zukunft zu kreieren, die lebenswert ist.

Ein großes Danke geht an unser Netzwerk in Düsseldorf und die Leute vom NOOIJ für ihren Support. Nicht zuletzt bedanken wir uns bei den Vortragenden:

Lisa & Rainer Kunst, Creative Mornings, Düsseldorf
Ansgar Oberholz, Institut für Neue Arbeit, Berlin
Ingo Eichel, Adobe Systems, München
Louisa Heinrich, Superhuman Ltd., London
Sarah Schappert, MINI, A/D/O, New York

Ein weiterer Dank gilt Mono Tee für die Erfrischung und unserem Partner The Dorf für die Unterstützung vor Ort.

The Sooner Now ist eine Initiative von MINI und Freunde von Freunden, die sich als Plattform für herausragende Zukunftsideen versteht. Die Reihe ist ist als andauernder Austausch und Inspiration gedacht, über Städte und Veranstaltungsformate hinweg. Im Fokus stehen persönliche Geschichten und leidenschaftliche Projekte – sie ebnen den Weg für gemeinsame Lösungsansätze und ein besseres Leben in der Stadt. The Sooner Now geht weiter: Alle Informationen zu den nächsten Stationen hier.

Text: Anna von Stackelberg 
Fotografie: Michael Englert