Ein Diskurs über Berliner Stadtlandschaften mit Fotograf Noshe
Persönliche Einblicke in Gentrifizierung und Entwicklungen seiner Heimatstadt, Berlin
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Der Berliner Fotograf Noshe, auch bekannt als Andreas Gehrke, beschäftigt sich in seinen fotografischen Arbeiten erst in den letzten Jahren intensiver mit dem Stadtbild seiner Heimatstadt.

Zu einem Zeitpunkt, wo die oft zitierten und fotografierten Lücken im Organismus der Stadt zum großem Teil erschlossen und geschlossen sind. Nach Brandenburg, seiner langjährigen Dokumentation von Kulturlandschaften im Berliner Umland und Incertitudes, seinem visuellen Archiv urbaner Ungewissheiten, geht es in seiner neuesten Arbeit darum ein umfangreiches fotografisches Portrait Berlins zu schaffen, dass sowohl Wandel als auch Kontinuität im aktuellen Stadtbild wieder gibt.

Geboren und aufgewachsen in Berlin, hat Noshe in dieser Stadt den Großteil seines bisherigen Lebens verbracht. Die in London geborene Autorin und Magazin Redakteurin Sophie Lovell, die es in den frühen 90ern nach Berlin zog, hat ihn auf eine Tour zu seinen überraschenden Lieblingsorten begleitet, die das außergewöhnliche Maß an Wandel reflektieren, den sie beide während ihrer Zeit in der deutschen Hauptstadt miterlebt haben.

Wir beginnen den Morgen in aller Frühe in Kreuzberg, am Moritzplatz. Wir, das sind der Fotograf für diese Tour, Felix Brüggemann, ich und mein langjähriger Freund, der Fotograf und Verleger Noshe aka Andreas Gehrke. „Ich zeig euch jetzt mal mein Berlin“, sagt Noshe mit einem Grinsen im Gesicht. Also steigen wir alle in den MINI und fahren erst mal zu einer lokalen Bäckerei um die Ecke, um ein paar Brötchen und Croissants einzusammeln. Felix möchte ein Foto von Noshe machen während dieser die Straße hinab fährt, im Hintergrund die U-Bahn auf ihren Hochgleisen: Grüne Bäume, Kreuzberger Häuserblöcke, gelbe U-bahn. Die beiden Fotografen steigern sich sofort in die Idee des richtigen Schnappschusses hinein und ich beobachte und warte, spekuliere über die nötige Geduld, die ich für den noch vor uns liegenden Tag benötigen werde und esse dabei das Gebäck, das die beiden längst vergessen haben.

Erkundung von Berliner Stadtbildern

Schöneweide: Eine Industriezone, die sich dem Einzelhandel beugt

„Ich habe plötzlich realisiert, dass dieser Ort sich von einem Tag auf den anderen in eine Wüste aus Einkaufszentren verwandelt hat.”

Unsere Tour beginnt im Osten von Berlin, in Schöneweide. „Der Ost-Berliner Spitzname für diese Gegend ist Schweineöde,” kommentiert Noshe. Wir sind unterwegs in Richtung Schnellerstrasse, jener Hauptstraße, die zum Flughafen Schönefeld führt. Die Gegend war ein altes Arbeiterviertel, eng verbunden mit der Geschichte des AEG Konzerns und eine verfallende Industriezone nach dem Mauerfall. Heute findet sich hier eine rasant wachsende Anzahl greller Baumärkte neben zahlreichen anderen Geschäften.

„Egal in welcher Stadt du bist“, sagt Noshe, „es ist wichtig aus ihr raus zu fahren: Setz dich einfach in die Bahn und fahre bis zur letzten Station der Linie.“ Und er fügt hinzu: „Ich wollte die Tour hier beginnen, weil ich plötzlich realisiert habe, dass dieser Ort—der so lange für eine Koexistenz von Architektur, Brachland und zeitlich begrenzter Nutzung durch Künstler, Kreative und Handwerker stand—sich von einem Tag auf den anderen in eine Wüste aus Einkaufszentren verwandelt hat.“

Wir halten am Neubau einer Lagerhalle, neben der sich auf der einen Seite die massiv mit Graffiti bedeckte Backsteinruine einer ehemaligen Brauerei befindet, während die andere Seite einer Abrissstelle gleicht. Noshe zeigt auf den Trümmerhaufen, der von Bulldozern abgeräumt wird. „Viele Freunde von mir haben jahrelang in dieser Halle gearbeitet,” sagt er, „jetzt wird daraus ein Edeka.“ Die Brauereiruine war und ist „ein Abenteuerspielplatz für junge Sprayer“.

Berlins Street Art Szene ist legendär—wahrscheinlich auch weil es so viele Gebäude wie dieses gibt um zu üben. Noshe’s Beobachtungen dieses Wandels sind geprägt von einer Kombination aus Wehmut und Spannung. Er, geboren und aufgewachsen in Berlin, und ich, eine Londonerin, die vor 20 Jahren herkam und blieb, wissen beide, dass es der Wandel ist, der die Energie dieser Stadt antreibt. So waren wir beide Zeugen und Teil von etwas Außergewöhnlichem, das hier in den letzten zwei Jahrzehnten stattgefunden hat. Doch nun scheint ein Wendepunkt erreicht und all diese Orte, all diese „unspaces“, die Berlin so anders gemacht haben, verschwinden und werden ersetzt durch das gleiche Zeug, das man in jeder Stadt finden kann.

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Warschauer Brücke: Ein Schnittpunkt der Kontraste

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“Hier treffen zwei Welten Berlins auf unglaublich krasse Art aufeinander.“

Wir folgen der Spree zurück in die Stadt bis zur Warschauer Brücke in Friedrichshain. „Everybody’s Darling Berlin Spot“, nennt Noshe sie. Die Brücke ist eine ewige Baustelle, der große Verkehrsknotenpunkt unter ihr wird seit Jahren renoviert. „Dazu verdammt immerfort zu werden und niemals zu sein,” um den Architekten Karl Scheffler (von 1910) zu zitieren, wie so vieles in dieser Stadt.

Doch was hier im Begriff ist zu werden wird langsam deutlich. Auf der Ost-Seite der Brücke steht eine weitere, halb aus Ruinen bestehende Industriegegend, doch diese wimmelt vor Leben—besonders nachts. Es ist die Partymeile der Revaler Straße, auf der sich halb-legal wirkende Clubs, Bars und diverse Kunstinitiativen genauso sammeln, wie Menschen, die einfach auf der Brücke und in den sie umgebenden Straßen flanieren. Es ist die komplette nächtliche Besetzung eines urbanen Raumes. Die Expansion einer Szene, die die abenteuerlustigen jungen Kreativen in den 90er Jahren nach Berlin gezogen hat, um hier zu arbeiten und zu leben. Diese Szene ist heute zu einer Industrie geworden, die jedes Jahr nicht nur Tausende, sondern Millionen von Besuchern anzieht.

Auf der anderen Seite der Brücke setzt sich die Bebauung mit gigantischen Laden- und Gewerbeflächen fort, die wir bereits tiefer im Osten beobachtet haben. Wir blicken auf eine riesige Fläche, die für die „East-Side Mall“ geräumt wird, ein weiteres Mega-Shoppingcenter. Noch liegt erst der Grundstein, doch ein riesiges Plakat zeigt ein Rendering des geplanten Centers, das uns erschaudern lässt. „Es hat mich wirklich schockiert zu sehen, dass sie hier noch ein weiteres riesiges Shoppingcenter bauen,“ sagt Noshe, „wir haben schon etwa 60 davon in Berlin, das nächste ist nur eine Bahnstation entfernt und zwei weitere maximal in zehn Minuten von hier mit dem Fahrrad erreichbar. Genau hier, mit der Mercedes Benz Arena nebenan und der Revaler Straße, dem Berghain und auch der Warschauer Brücke, treffen das Berlin der Investoren und das der jungen Partygänger auf unglaublich krasse Art aufeinander.“

Ich vergleiche die alternative Szene hier mit jener Szene, die ihren Anfang zu Beginn der 90er Jahre in den verfallenen Häusern der Auguststraße in Mitte nahm, als Cookie seine ersten Clubs aufmachte und die Kunst-Werke hier öffneten. Daraufhin wurden zügig die Häuser renoviert, mit ihnen die ganze Gegend gentrifiziert. „Der Clash damals war noch niedlich verglichen mit dem was jetzt passiert,” antwortet Noshe.

Köpenicker Straße: Ein modernes Niemandsland

„Die gesamte Media Spree ist wie ein Schatten, der nichts Gutes verheißt.”

Wir fahren tiefer in das Zentrum der Stadt, zur Köpenicker Straße, nicht weit entfernt von Noshe’s Wohnung. Wir biegen in eine gepflasterte Einbahnstraße ein, die in einem weiteren „unspace“ endet: Dieser liegt direkt am Fluss und wird zur Zeit als Sommerresidenz und Treffpunkt zum Trinken von einer Handvoll Obdachlosen genutzt.

Auf der anderen Seite des Ufers steht ein teuer aussehender, neu gebauter Apartmentblock, ein Teil des umstrittenen Media Spree Bebauungsplans, der sich beinahe vom Alexanderplatz bis zur Warschauer Brücke entlang des Nordufers der Spree erstreckt. Wieso sind wir hier? „Weil man hier, gegenüber des Flusses, das Gefühl bekommt, dass die Entwicklung auch ihren Einfluss auf die Nachbarschaft auf der anderen Seite nimmt,“ antwortet er. „Hier wohne ich, ich sehe das jeden Tag. Es verändert den Wrangelkiez, es ist wie ein Schatten, der sich auch über Kreuzberg legt. Die gesamte Media Spree ist wie ein Schatten, der nichts Gutes verheißt.”

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Noshe’s Büro: Die Ein-Mann Agentur

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„Eigentlich ist Noshe eine Ein-Mann Fotoagentur und Andreas Gehrke bin ich als Künstler.”

Wir fahren nun zu Noshe’s Büro, das gleich um die Ecke liegt. Es befindet sich in einem weiteren ehemaligen Industriegebäude, in dem ein lebhafter Mix aus zahlreichen kleinen Firmen ein Zuhause gefunden hat. Noshe selbst teilt sein Büro mit der Web Agentur Kopfwelt, dem Designer Arkov und dem Designbüro Metrofarm. „Als wir alle hier vor sieben Jahren eingezogen sind, war die Nachfrage nicht groß“, sagt er, „und jetzt ist ganz Mitte hierher gespült worden.“ Mit den gestiegenen Immobilienpreisen im Zentrum der Stadt zieht der unbarmherzige Marsch der Gentrifizierung weiter—und die meisten der kleinen Firmen werden damit immer weiter und weiter nach außen gedrängt.

Noshe ist ausgebildeter Fotograf der alten Schule—als Assistent eines etablierten Fotografen, in diesem Fall Kai Uwe Gundlach, verbrachte er zweieinhalb Jahre in Hamburg, bevor er sich 1999 im Alter von 25 Jahren selbstständig machte. Seine ersten großen Jobs waren für das Wallpaper Magazin.

Heute teilt sich seine Arbeit in drei Hauptkategorien: seine eigenen Arbeiten als Andreas Gehrke, seine Auftragsfotografie als Noshe und seiner Verlagsplattform Drittel Books. Zusammen mit gerahmten Landschaftsfotografien kann man seine Publikationen im Eingangsbereich des Büros betrachten. Seine Bilder haben eine Kraft und Sanftheit an sich, die schwer zu definieren ist. Sie schaffen es, das Banale auf eine ganz bestimmte, faszinierende Art einzufangen. Dazu ist er unglaublich präzise und genau, fordert viel von sich selbst und anderen. Man sieht es an seinem Werk und ganz deutlich an seinen wunderschönen Büchern, in denen er sowohl seine eigene, als auch die Arbeit anderer Fotografen zeigt und die als Objekte selbst Kunstwerke sind.

Es scheint ein guter Moment zu sein um ihn zu fragen, wieso er zwei Namen benutzt: „Eigentlich ist „Noshe“ eine Ein-Mann Fotoagentur und Andreas Gehrke bin ich als Künstler: Mit dem einen kümmere ich mich darum, was andere zu sagen haben und mit dem anderen habe ich selbst etwas zu sagen. Ich helfe ihnen durch meine Fotografie dabei, ihre Produkte zu vermarkten, von Architektur bis Merchandise. Als ich anfing kannte mich jeder unter meinem Spitznamen, den ich schon hatte, als ich noch Assistent war und der irgendwie hängen blieb. Erst später wurde mir der Vorteil einer strikten Trennung von meiner Kunst und der kommerziellen Arbeit, die ich mache, klar: Ich muss keine Kompromisse machen. Und es half dabei, dass meine Kunden nicht dachten ich sei eine Art Diva. Außerdem passt die Menge und Verschiedenheit an Auftragsarbeiten und Kunstwerken, die ich über die Jahre gemacht habe, gar nicht gemeinsam auf eine Website.“

Axel Springer Campus: Die aufgehaltene Entwicklung

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Wir machen uns auf in Richtung Westen und halten auf dem Weg am Axel Springer Verlags Hauptquartier, das direkt neben der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West Berlin liegt. Die Sonne scheint hell auf das hochfotogene, goldene Hochhaus des Hauptgebäudes. Doch beide Fotografen wenden sich ab und schauen stattdessen auf die Baustelle des zukünftigen Anbaus zum Springer Gebäudekomplex—dem riesigen neuen „Campus“, entworfen von den radikalen niederländischen Architekten OMA. Er wird die letzte Lücke in diesem Stadtteil, einst getrennt durch die Mauer, bald vollends schließen.

Heute ist dies einer der vollendetsten Teile Berlins und das nachdem hier fast ein halbes Jahrhundert lang eine totale Niemandsland Grenzzone lag und damit jede Entwicklung vollständig aufgehalten war. „Das hier ist eine wirklich seltsame Gegend,” kommentiert Noshe, „komplett tot an den Wochenenden. Wir nennen sie das Banken Viertel, obwohl es hier keine Banker gibt—ein Downtown das kein Downtown ist.“

Am Zoo: Ein Geschwindigkeitswechsel

„Die Stadt hat eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die hier leben.”

Nach unserem Lunch im Thai Restaurant Papaya auf der Kantstraße sind wir nun wirklich in der Stimmung und im Herzen des ehemaligen West-Berlins angelangt. Für einen schnellen Foto-Stopp geht es in Richtung Zoo. Nach dem Mauerfall wurde die einst so lebendige und teure Einkaufsgegend um den Kurfürstendamm vernachlässigt und verlor ihren Glanz, da sich Geld und Aufmerksamkeit auf den Osten konzentrierten, der aus seinem „Schneewittchenschlaf“ erwachte.

Heute wirkt die Gegend um den Zoo wie jede boomende Großstadt, die Straßen gesäumt von Filialen der großen Ketten, renovierten Bürohäusern und dem Einkaufszentrum Juwel namens Bikini Haus. Wir halten an, damit Felix Noshe vor dem Hintergrund einer weiteren sonnenbeschienenen Baustelle fotografieren kann, diesmal der des „Upper West“, einer von mehreren Investor-gefütterten Hochhäusern, das noch ein Hotel behausen soll. „Es gibt zu viele Hotels,” beschwert sich Noshe, „und sie bauen immer mehr. Die Stadt profitiert von ihnen, genau wie von den Einkaufszentren, weil sie Geld bringen, doch die Menschen hier gewinnen nichts. Die Wohnungsknappheit ist massiv: zwar will die Stadt jetzt 10.000 neue Wohnungen bauen, doch die Bevölkerung wächst jedes Jahr um 50.000 durch Zuwanderung. Wir können nicht die Investoren dafür verantwortlich machen, es ist ihr Job, Geld zu verdienen, sie sind wie sie sind—das kann man nicht ändern. Aber die Stadt hat eine Verantwortung gegenüber den Menschen die hier wohnen.“

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„Städte verändern sich und das ist etwas Positives.“

Moabit: Ein bekanntes Gesicht

Der Tag neigt sich dem Ende zu und Noshe muss sich entscheiden: Fahren wir nach Schöneberg oder Moabit? „Nach all diesen Orten des Wandels, wollte ich nach Schöneberg oder Wilmersdorf. Ruhige Viertel die nicht so stark nach Veränderung riechen. Ich fühle mich dort sehr wohl in letzter Zeit,” erklärt er: „Man kann dem Wandel nicht entkommen, das ist offensichtlich. Städte entwickeln sich und das ist eigentlich eine gute Sache. Doch wenn man in Berlin aufgewachsen ist und so viel mitgemacht hat, wird es ab einem bestimmten Punkt doch grenzwertig und muss emotional verarbeitet werden.“

Auch ich beobachte, dass viele unserer Freunde—besonders jene, die seit langem in der Stadt leben—darüber nachdenken in die langsameren und ruhigeren älteren Viertel zu ziehen. Noshe fährt fort: „Ab einem bestimmten Punkt wird diese ganze Veränderung irritierend. Das ist auch eines der Themen meiner Incertitudes Serie. Zum Ende der 90er und Beginn der 00er Jahre gab es noch die Möglichkeit, ein Teil der Veränderung zu sein, dabei zu helfen, sie in eine gute Richtung zu formen—als Individuum innerhalb der Community. Es gab noch die Möglichkeit der Aneignung. Jetzt hat das Geld diese Rolle übernommen.“

Wir beenden unsere Fahrt also in einer grünen Sackgasse in Moabit, nicht weit entfernt wohnt Felix. Es ist bemerkenswert ruhig hier, wie auch in Schöneberg oder Wilmersdorf. Eine Gruppe älterer Menschen aus dem Altersheim nebenan sitzt in einem Mix aus diversen Roll- und Küchenstühlen im Schatten eines Baumes. Kinder sind auf ihrem Nachhauseweg von der Schule, auf den Rücken ihre Schulranzen. Ein Mann in Unterhemd gießt die gepflegten Pflanzen auf seinem Balkon und alles sieht exakt aus wie vor 20 Jahren, als ich zuerst nach Berlin gekommen bin. Nur die Modelle der Autos auf der Straße verraten, welches Jahr wir haben. Ich habe West-Berliner Orte wie diesen damals gehasst, sie schienen so lethargisch. Enklaven in denen die Zeit sich zieht wie Sirup. Jetzt muss ich zugeben, dass ich ihren Reiz verstehen kann.

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Danke, Noshe, für die aufregende Tour durch Berlin und deine Sicht auf die verschiedenen Entwicklungen. Mehr von Noshe’s Arbeiten sieht man hier und hier.

Dieses Portrait ist Teil unserer Guided and Curated Serie, produziert in Kollaboration mit MINI Deutschland. Ausgewählte Individuen geben uns Einblicke in ihre Städte durch Guides, die auf ihre persönlichen Fachgebiete zugeschnitten sind. Lerne den neuen MINI Clubman kennen, den Noshe, Sophie und Felix durch Berlin gefahren sind.
Tauche in unsere Archive ein für weitere Berlin Portraits.

Text: Sophie Lovell
Fotografie: Felix Brüggemann