Die Berliner Schauspielerin und Unternehmerin Gizem Emre spielt auf mehreren Bühnen
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Seit ihren Teenagerjahren ist die Schauspielerin Gizem Emre erfolgreich und hat sich jetzt mit ihrem eigenen Café eine zusätzliche Aufgabe gestellt. Ihre Kraft zieht sie aus dem Zusammenhalt der Familie und dem Training für ihre Rollen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Schauspielerinnen und Schauspieler ihre Karrieren mit Nebenjobs unterstützen. Seit 2013 arbeitet Gizem Emre konstant für Film- und Fernsehproduktionen. Jetzt hat sie sich nicht nur entschieden, im Gastronomiesektor tätig zu werden, sie hat mit ihrem eigenen Café nun ein ganzes Geschäft übernommen—eine mutige Entscheidung.

Dieses Portrait ist Teil unserer Kollaboration mit ClassPass und unserer gemeinsamen Kampagne, #bethebalance die uns nach Berlin, München und Paris führt. Mehr dazu am Ende dieser Story.

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„Ich hatte immer schon Spaß an der Schauspielerei, ich habe aber nie gesagt, dass ich eine berühmte Schauspielerin werden möchte.“

Das Refinery High End Coffee in Berlin-Mitte, nahe des S-Bahnhofes Friedrichstraße, ist belebt. Beton umfasst den Eingangsbereich und drinnen machen feine Glühlampen ein warmes Licht. Die Baristas kümmern sich um den kontinuierlichen Kundenstrom, sie versorgen die Gäste mit Kaffee von lokalen Röstereien. Obwohl Emre das Café erst vor Kurzem übernommen hat, wirkt sie, als fühlte sie sich hier sehr wohl, sie schenkt jedem neuen Gast ein Lächeln. Im Hintergrund läuft Erykah Badu’s Baduizm und Emre nimmt sich eine Pause, kommt zur Ruhe.

Mit ihren 23 Jahren kann die gebürtige Berlinerin schon auf eine solide Karriere zurückblicken. 2013 brachte ihr die deutsche Erfolgskomödie Fack Ju Göthe die erste wichtige Rolle. Als Zeynep besucht sie die völlig außer Kontrolle geratene zehnte Klasse einer Gesamtschule. 2015 und 2017 folgen Fack Ju Göthe 2 und 3, seit 2014 spielt sie als Dana Wegener eine Polizistin in der berühmten TV-Serie Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei. Das klingt zielstrebig, doch der Erfolg in Film und Fernsehen war nicht unbedingt ihr Lebenstraum: „Ich hatte immer schon Spaß an der Schauspielerei, ich habe aber nie gesagt, dass ich eine berühmte Schauspielerin werden möchte. Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass das mein Hauptberuf wird,“ sagt Emre.

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Mit neun Jahren entdeckt die Berlinerin ihre Freude am Theaterspielen, besucht ein Theatercoaching in Dahlem: „Wir arbeiteten mit Texten, die wir interpretieren, zu unseren eigenen machen durften. Das hat mir damals viel Freude gemacht. Auch heute mag ich an meiner Rolle in Cobra 11 sehr, dass ich meine Charakterin darin entfalten kann,“ erklärt Emre. Dana Wegener ist eine Actionheldin und Emre ist dementsprechend gefordert. Sie macht Kampftraining, treibt viel Sport, muss mental fit bleiben und absolviert einige Stunts selbst. Für ihre Drehs pendelt Emre momentan zwischen Berlin, München und Köln. Auch wenn sie sich voll in diese Rolle reinhängt, scheint Emre nicht allein auf die Schauspielerei angewiesen. Trotz ihres vollen Terminkalenders wagt sie den Sprung ins Unternehmertum. Seit Anfang 2019 betreibt sie Refinery High End Coffee, das sie von einem Bekannten übernommen hat.

„Man musste immer stärker sein als die Jungs, damit man akzeptiert wurde.“

Emre hat Drive und der zieht sich durch ihr Leben. Mit sechzehn kellnert sie eine Weile, entgegen des Wunsches ihrer Eltern, sich ganz auf die Schule zu konzentrieren: „Ich hatte diesen Drang, für mich selbst da zu sein, mein neues Handy und die Telefonrechnung selbst zu bezahlen,“ sagt sie. Schon im Teenageralter hat sie Vorstellungen von einem eigenen Laden, und mit dem Café erfüllt sie sich jetzt einen Traum. Die Geschäftsführung übernimmt ihr Vater, „meine Rechte Hand“, wie sie sagt, und im täglichen Betrieb geht vieles über learning by doing.

Refinery High End Coffee ist für Emre kein Spielzeug, das sie sich nebenher leistet. In ihrem Café ist sie hands-on, und die erste, die Tische freiräumt oder an der Kasse aushilft, wenn die Schlange etwas länger wird. Die Faszination für den Umgang mit Kaffee treibt sie an: „Unser head barista richtet den Mahlgrad der Bohnen und den Platz der Kaffeemaschinen jeden Tag nach dem Wetter aus, er macht immer wieder kleine Tastings und schaut, wie sich das auf den Geschmack auswirkt. Das will ich auch irgendwann können,“ sagt Emre. Obwohl sie immer die Augen nach neuen Bohnen und Röstungen offen hält, setzt sie momentan auf die Berliner Röstereien Bonanza und Populus: „Ich unterstütze lokale Hersteller, schließlich sind deren Endprodukte meiner Meinung nach auch völlig überzeugend.“

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„Kann man sich überhaupt jemals finden? So komplett? Will man das? Ich weiß es nicht.“

Trotz ihrer Leidenschaft für das Café kann sie nicht immer vor Ort sein. Ihr Vater ist für den Betrieb also unersetzlich. „Meine Familie ist mir wichtiger als ich selbst,“ sagt sie. Emre und ihr Bruder wachsen in Kreuzberg auf. Als sie 13 ist, zieht die Familie weiter in den Westen der Stadt. Sie erinnert sich an die Zeit in Kreuzberg, die auch von Konkurrenzdenken geprägt ist: „Mädchen waren Jungs nicht untergeordnet, aber man musste immer stärker sein als sie, damit man akzeptiert wurde. Ich musste mich immer beweisen.“

Auch wenn Emre „gerne drei Sachen gleichzeitig“ macht, sucht sie Ruhe und Ausgleich in Yoga- und Meditationspraktiken: „Beim Yoga bin ich ganz bei mir selbst und mein Körper braucht das. Ich bin ein hektischer Mensch und nach einer Yoga-Session fühle ich mich viel ruhiger und geerdeter, mein Kopf ist dann komplett frei.“ Die Achillesverse auf ihrem Weg zu mehr Ruhe ist allerdings immernoch das Smartphone.

„Ich möchte immer erreichbar sein, jede E-mail sofort beantworten, obwohl das eigentlich nur den Stress nährt,“ weiß Emre. Ihre neue Rolle als Unternehmerin hilft ihr paradoxerweise, dieses Gefühl von ständiger Erreichbarkeit zumindest für eine Weile abzuschütteln. Im Café, Umgeben von Menschen, im Gespräch mit Gästen werden andere Kommunikationskanäle nebensächlich: „Ich arbeite hier super fokussiert, anders geht es nicht.“

Selbst wenn Emre einmal Pause macht, arbeitet sie. Während Flügen nach München oder Köln, wenn sie drehen muss, lernt sie die Drehbücher für ihre Rolle in Cobra 11: „Das Tablet ist aus, das Telefon auch und ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren. Klar, bin ich bei der Ankunft erschöpft aber das gehört zu diesem Beruf dazu und ich habe gerade sehr viel Freude daran,“ sagt sie.

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Außer für ihren Part in der US-Serie Homeland und für die Serie Die Spezialisten des Senders ZDF dreht Emre relativ selten in ihrer Heimatstadt. Ginge es nach ihr, darf sich das in Zukunft gern ändern: „Ich würde sehr gern öfter hier drehen,” sagt sie, „in Berlin tut sich gerade viel, Serien wie Dogs of Berlin oder 4 Blocks werden hier gedreht.”

Gizem Emre lebt im Scheinwerferlicht, ist Schauspielerin, Unternehmerin und mit mehr als 200.000 Followern bei Instagram auch Influencerin. Emre wirkt trotz des Trubels und der verschiedenen Rollen, die sie jongliert, bodenständig, geerdet, nahbar, wie jemand, mit dem man gerne rumhängen würde.

Im Hintergrund arbeiten die Baristas des Refinery High End Coffee Bestellungen ab, Gäste schauen in die Auslage, auf Backwaren und frisches Porridge. Über die Frage, ob sie sich mit diesem Café und ihren Schauspieljobs nun ‘selbst gefunden’ hat, denkt Emre etwas länger nach: „Kann man sich überhaupt jemals finden? So komplett? Will man das? Ich weiß es nicht.“ Ein neues Kapitel in ihrer Geschichte hat jedenfalls schon begonnen: Kürzlich, mit Anfang zwanzig, hat sie sich entschlossen, das Elternhaus zu verlassen, um sich mit ihrer eigenen Wohnung einen Rückzugsort zu schaffen—der nächste Schritt auf der Suche nach Balance.

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Die Schauspielerin und Unternehmerin Gizem Emre ist in Berlin-Kreuzberg geboren und aufgewachsen. Ihren ersten Erfolg feierte sie als Zeynep mit Fack Ju Göth. In der deutschen Erfolgskomödie und Coming-Of-Age-Story spielten viele junge Nachwuchsschauspieler- und Schauspielerinnen mit. Seitdem spielt Gizem Emre in verschiedenen Produktionen, unter Anderem als Polizistin in Alarm für Cobra 11. Im Januar 2019 übernahm sie das Refinery High End Coffee in Berlin-Mitte.

Dieses Portrait ist in Kollaboration mit dem Anbieter für Fitnessstudio-Mitgliedschaften ClassPass entstanden. Die Suche nach der richtigen Balance im Leben ist wichtig, davon sind ClassPass und Freunde von Freunden überzeugt. Wer Ruhe braucht, findet sie, wer die Kontrolle im harten Training verlieren will, schafft das besonders gut, wenn eine innere Ausgeglichenheit gegeben ist. In drei Geschichten schauen wir, wie man die Balance in der eigenen Community halten kann, wie man einen gesunden Lebensstil führen und ab und zu aus der Comfort Zone heraustreten kann. Hier gibt es die kostenlose Mitgliedschaft für einen Monat in Berlin.

Text: Lisa Trautmann, Fabian Ebeling für FvF Productions
Fotografie: Boerge Sierigk für FvF Productions