Freunde von Freunden

David Hilton
Car Designer, Home, Cologne
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David Hilton ist ein erfolgreicher Autodesigner und ehemaliger Karate-Champion aus Detroit. Aufgewachsen mit einem Sinn für Kunst und einer Leidenschaft für Kampfsport, nimmt Davids Leben erst einige Wendungen, bis der Amerikaner schließlich seinen heutigen Weg findet. “Meine Mutter hatte als Kind nur drei Regeln für mich: 1. Etikette aneignen. 2. Schwimmen können. 3. Kampfsport lernen. Und Nummer drei war mir eben immer am liebsten“, erzählt er schmunzelnd. Bereits im Alter von 15 Jahren besitzt David den schwarzen Gürtel in Karate, wird einer der Top 5 Kämpfer der USA und qualifiziert sich sieben Jahre später für die Olympischen Spiele 1988 in Korea in der Disziplin Taekwondo.

Es war ein zufälliges Telefongespräch über Produktdesign, das seinen weiteren Weg ebnete. Sein Studium finanziert sich David erst einmal, indem er Karateunterricht gibt. Bei der ersten Gelegenheit zieht es den jungen David dann aus Detroit. Nach seinem Abschluss arbeitet er für Ford, was ihn von Sao Paulo bis nach Hiroshima führt. Vor knapp 15 Jahren kommt der Amerikaner aus beruflichen Gründen nach Deutschland und ist seither geblieben. Auch wenn David als Head of Exterior Design von Bentley Motors mittlerweile zwischen Deutschland und England pendelt, hat er in Köln seine feste Heimat gefunden. Der ehemalige Karate Champion und heutige Car Designer spricht über seine Kindheit, Kampfsport, Erfolg im Leben und seinen Werdegang von einem „White Trash Kid“ aus Detroit zum Head Exterior Designer der Luxusautomarke Bentley.

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Als David uns die Tür zu seinem Apartment in Köln öffnet, hat er seine Jacke noch nicht abgelegt. „Kommt rein, ich bin gerade auch erst angekommen“, sagt er. Zurzeit wohnt er nur an den Wochenenden hier. Als Head of Exterior Design lebt und arbeitet David unter der Woche in England. „Ich habe eigentlich keine Ahnung, warum ich diese Wohnung überhaupt gekauft habe, wo ich doch momentan so selten da bin. Vielleicht, weil ich in Detroit kein richtiges Zuhause hatte und mich hier heimisch fühle – ich bin mittlerweile ein echter Kölner geworden“, erzählt der Amerikaner.

Es gibt noch einen weiteren Anhaltspunkt: das 1903 gebaute Haus, in dem er jetzt wohnt, sei im Zweiten Weltkrieg von amerikanischen Bomben zerstört worden. „Mein Großvater war damals Bomber bei der US Army. Es besteht also die Chance, dass er derjenige war, der vor knapp 70 Jahren mein heutiges Heim zerstört hat“, sagt David. In einer Weise schließe sich da für ihn ein Kreis. Auf die Frage, wie es ihn als Autodesigner Mitte der 1990er Jahre von Detroit ausgerechnet nach Köln verschlagen hat, weiß er keine richtige Antwort: „Das war mehr oder weniger Zufall. Da haben so viele Faktoren mit rein gespielt. Wo soll ich da anfangen zu erzählen? Am besten vielleicht ganz vorne“, sagt er lachend.

Aufgewachsen als eines der wenigen weißen Kinder in einer sonst fast ausschließlich von Afroamerikanern bewohnten Gegend Detroits schlägt Davids Herz als Teenager nur für eins: Kampfsport. Im Alter von 15 Jahren besitzt David den schwarzen Gürtel in Karate und nur wenige Jahre später qualifiziert er sich in der Disziplin Taekwondo für die Olympischen Spiele in Korea. Um eine Medaille kämpfen darf er dort allerdings nicht.

„Als ich in den USA fast alle Vorkämpfe gewonnen hatte und feststand, dass mein Team sicher an der Endrunde der olympischen Spiele teilnehmen durfte, wurden statt uns andere Kämpfer nominiert. Wir konnten die Entscheidung damals nicht nachvollziehen, da die Nominierten eher erfolglose Kämpfer waren, die prompt aus dem Turnier ausschieden. Für uns war damals klar, dass die Verantwortlichen fürchteten, dass ein amerikanisches Team vor den Augen der Weltöffentlichkeit die Gastgeber in ihrem eigenen Volkssport besiegen könnte“, erzählt David rückblickend, während er uns alte Bilder zeigt.

Ohne einen olympischen Kampf verloren oder gewonnen zu haben, reiste Davids Team vorzeitig ab. „Das war damals unglaublich hart für mich, doch im Nachhinein auch eine sehr wertvolle Lektion. Erfolg definiert sich nicht alleine durch Können. Es gibt drei wesentliche Faktoren, auf die es ankommt: Talent, Engagement und die Menschen, die du triffst. Sie können dir entweder Türen öffnen oder sie dir vor der Nase zuschlagen.“

Während David mit uns an seinem Esszimmertisch sitzt und erzählt, beginnt er nebenbei ein paar Skizzen zu zeichnen. „Ich wusste nach der Schule nicht, was ich machen sollte. Bis dahin hatte ich ja immer nur gekämpft. Ich war mir sicher, dass ich ohne Bildung nicht aus Detroit raus komme. Ein Talent, von dem ich wusste, dass es in mir schlummert, war mein Sinn für Kunst. Allerdings hatte ich bis dato keine Ahnung, was ich damit anfangen sollte.“ Weit weg von Karriere-Zentren und lange vor Google-Suchmaschinen schnappt sich David daher ein Telefonbuch, um darin nach Inspirationen für seine berufliche Zukunft zu stöbern. Als er bei seiner Suche auf einen Produktdesigner aufmerksam wird, wählt er prompt dessen Nummer.

Mit sehr viel Geduld erzählt der Mann am anderen Ende David von Produktdesign, Verdienstmöglichkeiten sowie Jobaussichten und empfiehlt ihn schließlich an eine Universität in Cincinnati. „Ich wäre niemals Cardesigner geworden, wenn ich nicht die Nummer des älteren Herren zufällig im Telefonbuch gefunden hätte und er mir nicht erklärt hätte was Produktdesign ist“, sagt er rückblickend.

Da sich David jedoch ein Studium nicht leisten kann, greift er auf das zurück, was er bis dato schon immer gemacht hat: Kampfsport. „Ich war damals in den USA ein wenig bekannt und hatte Glück, dass zu dieser Zeit ein unglaublicher Karate-Kid-Hype herrschte. Jedes Kind wollte damals auf einmal Karate lernen“, sagt David lachend. So habe er kein Problem gehabt, die Studiengebühren mit seinem Job als Karatelehrer zu bezahlen. „I can´t thank Mr.Miyagi enough for that“, fügt er scherzend hinzu.

„Während meines Studiums habe ich dann bei CHRYSLER und FORD ein Praktika absolviert, die mich lustigerweise wieder in mein altes Viertel nach Detroit gebracht haben“, erzählt David, während er weiter an seiner Automodell-Skizze zeichnet. Nach seinem Abschluss erhält er von beiden Unternehmen ein Jobangebot. „Es war mir eigentlich egal, in welches Unternehmen ich einsteige, ich hatte nur eine Bedingung: Raus in die Welt! FORD hat mir diese Möglichkeit geboten und ich habe sofort zugesagt. Niemand möchte für immer nur in Detroit bleiben.“

Nach Auslandaufenthalten in Sao Paulo und Hiroschima führte ihn sein Weg auf Grund seines Jobs bei FORD schließlich nach Köln. „Ich wusste damals nichts über Deutschland und meinen ersten Tag hier werde ich nie vergessen: Ich bin auf die Strasse gegangen und es hatte den Anschein, als ob es keinen großen kulturellen Mix gäbe, außer Europäern. Das war etwas ganz Neues für mich, denn was ich auf all meinen Reisen immer genossen hatte, war die bunte Mischung der Menschen“, erzählt er und fügt lachend hinzu: „Dann habe ich schnell auch noch viele andere Nationalitäten hier entdeckt“.

Als David im Jahr 2000 zurück nach Detroit versetzt werden soll gibt er seinen Posten bei Ford auf und kündigt. „Das war eine unglaublich harte Zeit für mich. Ich hatte keinen Job, keine Arbeitserlaubnis, keinen deutschen Pass, kein Geld und keine Aussicht. Ich hatte keine Ahnung, was ich nun machen sollte, ich wusste nur: Ich gehe nicht zurück und bleibe hier in Deutschland.“ Da er keine Festanstellung erhält, gründet er kurzer Hand seine eigene Firma Namens Motorcity Europe. In nur wenigen Monaten entwickelt sich MOTORCITY rasant und David kreiert in den kommenden Jahren Autodesign-Konzepte für Ford, Jaguar, Kia, Mazda, Mclaren und viele mehr, bevor er im Januar 2012 schließlich zum Head of Exterior Design von Bentley ernannt wird.

Als David seine letzte Skizze fertig gezeichnet hat, zerreißt er sie. „Lesson one: Don´t be too much in love with your work“, sagt er scherzend und ergänzt: „Ich liebe es einfach zu zeichnen. Ich bin zwar Cardesigner auf dem Papier, aber im Herzen bin ich ein Künstler. Zum Glück kann ich das in meinem Beruf gut verbinden.“ Auf die Frage, ob er in ein paar Jahren seinen Job bei Bentley nicht lieber an den Nagel hängen und sich alleine der Kunst widmen möchte, hat er noch keine konkrete Antwort. „Ich habe zum Glück keine Ahnung was passiert und das genieße ich gerade. Jeder braucht natürlich eine Richtung im Leben, die seinen persönlichen Talenten folgt, doch ich finde es super, wenn man keine Ahnung hat, wo es einen tatsächlich als nächstes hin verschlägt“, sagt er und fügt dann doch noch schnell hinzu: „Ich kann mir momentan jedoch nicht vorstellen, eines Tages zurück nach Detroit zu gehen. Falls doch, dann sehe ich die Stadt heute sicherlich mit ganz anderen Augen.“

Danke David, für die spannenden Einblicke. Wer mehr über David’s Designs erfahren möchte, kann hier die Motorcity Europe Website besuchen.

Dieses Portrait wurde in Zusammenarbeit mit Mondo Mondo produziert. Hier geht es zu dem Portrait auf deren Website.

Fotografie: Lukas Korschan
Interview & Text: Lukas Korschan