Freunde von Freunden

Felix Kiessling
Artist, Home, Studio & Gallery, Mitte & Schöneberg, Berlin
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Inmitten Berlins Zentrum, in einer lichtdurchfluteten 1-Zimmer-Wohnung mit Blick auf den Fernsehturm lebt der Künstler Felix Kiessling. Ein energievoller Ort für einen Mann, der selbst ständig vor Energie sprüht. Und die kann er bei seinen Vorhaben auch brauchen.

2009 kam Felix nach einer abgebrochenen Karriere in England nach Berlin, studierte freie Kunst an der Universität der Künste. Gleichzeitig wurde er auch an Olafur Eliassons Institut für Raumexperimente Meisterschüler. Mit seinem nicht mehr ganz so neuem Neuanfang macht der gebürtige Hamburger nun das, was er am besten kann: Kunst schaffen, Verbindungen aufzeigen, Geschichten aufgreifen, sie verarbeiten und somit einen Erfahrungsraum schaffen. Das tut er so gut, dass er heute von Berlin bis Moskau ausstellt, ob allein oder in dem von ihm mitbegründetem Kollektiv namens “das Numen”.

Nach einem “english breakfast” in seinem Appartement führt uns der Künstler in sein Studio in der Malzfabrik in Schöneberg. In der denkmalgeschützten Industriehalle sprechen wir mit ihm über die Anfänge seines kreativen Schaffens, die Sphären, in denen er seine Kunst platziert und eine bewegende Reise nach Äthiopien.

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Wie fühlst du dich vor einer Ausstellung?
Vor einer Ausstellung kommt man als Künstler an den Punkt, an dem es plötzlich um Öffentlichkeit und Präzisierung geht. An diesem Punkt muss man sich persönlich strukturieren. Es ist immer aufregend, dass man sich nicht verstecken kann. Wie ich die Ausstellungen aufbaue, weiß ich meistens selber nicht so genau (lacht). In meiner aktuellen Ausstellung haben Gewicht und die Beschaffenheit der Decke die Hängung und Form definiert. Das letzte Mal hatte ich einen zwölf Meter grossen Stern gebaut und ich musste durch Decken und den Boden bohren.

Natur und Raum spielen für dich immer eine große Rolle. Dein Umfeld fließt kontinuierliche in deine Arbeit mit ein. Für mich ist das wie in einem Kinderbilderbuch – die Tatsache, dass wir auf einer Kugel stehen und von einer endlosen Weite umgeben sind, sind elementare Dinge, die mich faszinieren. Ich bin kein Mathematiker oder Himmelsphysiker, der auf all diese Fragen eine Antwort sucht, aber ich arbeite damit, es läßt mich selber ein bisschen schwindelig werden.

Driftest du da manchmal mit deinen Gedanken auch ins All?

Total, ich bin permanent “da oben” zu gange. Es ist schoen hier, aber “da oben” geht es erst richtig los. Wir können viele Dinge dort oben einfach nicht erklären. Deswegen beschäftige ich mich auch mit den ganz kleinen Elementen. Wir schicken Raketen hoch, aber du hast ja das Universum auch hier unten um dich herum. Kleine Details werden immer kleiner und irgendwann lösen sie sich auf. Am Ende sieht man ganz viele Hochstrukturen mit ganz viel “nichts” drum herum, das ist dann ähnlich wie “da oben”. Es ist eigentlich nur eine Sache der Fragestellung.

Wünschst du dir, dass die Menschen, die deine Kunst betrachten das auch so wahrnehmen?

Ich fände es schade, wenn der Betrachter meine Installation nur als aufgehängte Steine aus der Elbe sieht. Natürlich soll jeder damit seine eigene Vorstellung verbinden. Die Idee dahinter ist aber, dass das Entfernen der Steine aus der Elbe, scheinbar nicht messbar, sich dennoch global auf den Welt-Wasserspiegel auswirkt. Damit will ich kein Umweltbewusstsein schaffen, aber das sind Dinge, die wir eigentlich alle nachvollziehen oder spüren können. Etwas, womit wir uns identifizieren können, egal ob wir mit Kunst zu tun haben oder nicht. Es wäre toll, einen Erfahrungsraum zu schaffen, in dem jeder sich selbst ganz anders erlebt.

Hast du ein Faible für bestimmte Materialien und Arbeitsprozesse?

Das Material ist auch die Berührung zwischen dem, was wir sehen und dem, was wir uns vorstellen. Dafür hab ich auf jeden Fall ein Faible. Fetisch kann man jetzt nicht gerade sagen. Ich reibe mich ja nicht mit Steinen ein. Aber so ein Stein ist definitiv ein “Faszinosum”.

Wann und wie bist du zur Kunst gekommen?

Ich bin einfach in nix anderem gut (lacht). Vorher habe ich in einem Büro gesessen, auch eine Karriere am Laufen gehabt. Dennoch, in dem Moment, in dem ich nicht glücklich mit einer Sache bin, mache ich sie auch nicht gut. Was ich kann ist naiv durch die Welt zu gehen, vieles spannend zu finden, daraus Geschichten zu bauen und Dinge sichtbar zu machen, damit sie auch für andere spannend werden.

Hattest du das Bedürfnis als Kind auch schon?

Eigentlich schon. Ich habe früher schon viel gezeichnet. Meine Mutter hat das auch unterstützt und mich in den Chor und Töpferkurs gesteckt. Ich war schon immer ein musischer Typ.

Mein Grossvater war künstlerisch tätig, meine Eltern nicht. Sie waren Alt-68er und gehoerten zur Hippie-Bewegung. Irgendwann haben sie sich dann doch total verbürgerlicht.

Als wie bürgerlich würdest du dich bezeichnen?

Mir ist schon klar, dass ich mir vom Steine bohren in den nächsten 10 Jahren keine Riesenvilla kaufen kann, aber diese bürgerlichen Werte sind mir nicht so wichtig. Klar gehe ich gerne gut essen und mag auch Luxus und Ausgehen. Ich bin aber mit meiner Arbeit total glücklich, egal was ich verdiene. Abends falle ich ins Bett und schlafe gut. Längerfristig will ich mir schon bestimmte Dinge leisten können. Ich bin mir sicher, das klappt auch.

Wo hört es denn für dich auf? Wenn du physisch nicht mehr kannst?

Ja, aber dann denke und träume ich immer noch weiter. In der Kunst schließt man nie ab. Man kommt von der einen Frage zur nächsten, von einem Material zum anderen. Da ist vieles grenzenlos und offen. Das empfinde ich nicht nur als positiv. Ich muss mich ständig weiter bewegen, sonst braut sich bei mir alles zusammen und explodiert.

Du warst die letzten 5 Jahre an Olafur Eliasson’s Institut für Raumexperimente und an der UdK, um freie Kunst zu studieren. Fand das parallel statt und wie ist Olafur so eine Art Mentor geworden?

Alles hat unter dem Deckmantel der UdK stattgefunden. Auch die Prüfungen. Wir waren etwa 20 Leute, die zusammen studiert und gearbeitet haben. Es kamen dann immer wieder Externe dazu, die eingeladen worden sind. Das waren zum Beispiel Neurowissenschaftler und Politiker. Viele von unserer ehemaligen Gruppe arbeiten auch in der Malzfabrik und haben sich nach dem Studium zusammen getan. Mit einigen von ihnen habe ich ein Kollektiv namens “das Numen” gegründet.

Olafur Eliasson kannte ich von einer der Ausstellungen, an die ich mich aus meiner Zeit in England erinnern kann. Damals wollte ich noch gar nicht Kunst studieren. Dann habe ich in den Semesterferien ein Schild an seiner Werkstatt gesehen und erfahren, dass er eine Schule aufmacht. Sofort dachte ich: “Klar, das ist der Typ von damals! Jetzt mache ich ja etwas ähnliches.” Und so ging es los.

Er ist schon ein Magnet. In seinem Umfeld entstehen Arbeitsmöglichkeiten und Freundschaften.

Was bedeutet ‘das Numen’ denn eigentlich? Wieso habt ihr das Kollektiv gegründet?

Das Numen” ist aus dem Lateinischen und bedeutet die Urkraft, die allen lebendigen Dingen innewohnt, einen fortpflanzen lässt und den Drive gibt, sich weiterzuentwickeln.

Nach einer Gruppenausstellung haben wir festgestellt, dass wir so gut miteinander arbeiten und bei der Zusammenarbeit so viel Reichhaltiges entsteht, dass daraus ein Kollektiv wurde.

Gibt dir deine Arbeit die Möglichkeit viel zu reisen?

Ja, vom Institut aus sind wir zum Beispiel zweienhalb Monate nach Äthiopien gereist. In den ErtaAle Vulkan in der Danakil Wüste habe ich einen Gegenstand aus Wolfram versenkt. Dieses Material schmilzt erst bei über 3000 Grad. Und wo sonst kann man ins Innere der Erde schauen? Das ist eher wie so ein kindlicher Wunsch, aus dem zehnten Stock auf die Straße zu spucken. Dort kannst du etwas ins Innere der Welt schmeißen. Ins Herz der Welt. Das ist schon ein Traum.
Der Vulkan ist ein besonderer Schildvulkan mit einem Schlot. Es war die erste Arbeit, die am Mittelpunkt der Erde stattfand, ich weiß nicht warum vorher niemand auf die Idee gekommen ist.

Seid ihr dort in Gefahr gewesen?

Zu dem Zeitpunkt war es schon gefährlich. Ein paar Monate zuvor sind dort Touristen erschossen worden. Die Botschaft hat uns von der Reise abgeraten und wir hatten auch bewaffnete Söldner dabei.

Die Mitglieder des nomadisierenden Afar Stammes in der Wüste sind die besten Menschen. Auch wenn sie nicht gerne lächeln und eher etwas knurrig sind, fand ich total interessant, dass jeder von ihnen mit nur einem Glas Wasser am Tag überleben kann. Wenn hier einmal alles zusammenbricht und die große Klimakatastrophe kommt – auch wenn ich nicht daran glaube – brauchen diese Jungs nicht mehr als ihre tägliche Ration Wasser.

Gibt es Orte, zu denen du unbedingt reisen möchtest?

Durch Amerika würde ich gerne öfter reisen. Sibirien wäre auch toll. Und Hawaii! Auf Hawaii gibt es einen schönen Schildvulkan, allerdings ohne Schlot. Die gibt es nur viermal auf der Welt. Wenn ich mich recht erinnere, liegt der ziemlich genau gegenüber von Äthiopien. Dann könnte man in beide etwas reinschmeissen und es trifft sich in der Mitte, die Gravitation würde es einfach ins Zentrum ziehen.

Und wie bist du nach Berlin gekommen?

Durch die Liebe – daraus ist aber nichts geworden. Nach sieben Jahren in England, wo ich studiert und gearbeitet habe, wollte ich wieder zurück in meine Heimat und in meiner Muttersprache studieren. Das war mir in dieser Phase meines Lebens irgendwie wichtig, um dann mit der freien Kunst nochmal von vorne anzufangen.

Was sind deine Lieblinsgspots in Berlin?

Ruhlsdorfer See find ich cool, dann gibt es noch ein Tagebauwerk in Brandenburg. Ich fahre auch gerne in den Tegeler Forst, das erinnert mich an meine Kindheit. Dort kann man stundenlang allein durch den Wald stapfen. In Lichtenberg gibt es noch so dystopische Bauruinen, da bin ich auch gerne für mich. Ansonsten gehe ich auch gerne ins Berghain. (lacht)

Und wie kam es dazu, dass du Künstler der Galerie von Alexander Levy geworden bist?
Ich habe gehört, dass er das Pendant zur Galerie seines Vaters in Berlin aufmachen würde und habe ihn einfach zu mehreren Events eingeladen. Dann hat er mir seine Galerie als Projektraum für eine Ausstellung während der Sommerpause angeboten. So hat sich unsere Zusammenarbeit ergeben und ich bin total glücklich darüber. Wir sind auf einer Wellenlänge, stehen beide am Anfang und schrecken nicht davor zurück, Risiken einzugehen. Durch diese Dynamik entsteht viel mehr als durch eine Zusammenarbeit mit einer etablierten Galerie, in der ich mehr unterordnen muss. Er ist kein Kollege, sondern ein Freund. Das ist enorm wichtig, wenn man miteinander arbeitet.

Würdest du deine Kunst als konzeptionell beschreiben?

Ja, ich würde sie als bauch-konzeptionell beschreiben. Formal gesehen sind meine Werke recht minimalistisch. Zum Beispiel hängen nur Steine im Raum. Das ist eigentlich eine recht einfache Installation, aber dahinter steckt eine komplexe Idee. Ich will niemandem vorschreiben, wie er dies zu interpretieren hat. Ich will aber schon, dass sie eine Empfindung beim Betrachter hervorruft.

Und hast du eine Lebensphilosophie, die du gerne mit uns teilen würdest? Irgend etwas, was du dir nach dem Aufstehen sagst?

Nee, nach dem Aufstehen bin ich erstmal wütend auf alles. Ich brauche morgens immer eine halbe Stunde, ‘ne gute Dusche und guten Kaffee. Philosophie kann man das jetzt nicht nennen. Oder … lass sie uns doch einfach Kaffee nennen (lacht.)

Felix Kiesslings dritte Einzelausstellung “Ausdehnung” ist in der Alexander Levy Galerie bis zum 21. Juni 2014 in Berlin zu sehen.

Fotografie: Philipp Langenheim & Johannes Förster
Interview & Text: Luisa Dahringer & FvF

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