Freunde von Freunden

Kera Till
Illustrator, Apartment, Haidhausen/Giesing, Munich
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Hermès, Ladurée, Prantl – alle wollen den mädchenhaften Stil von Illustratorin Kera Till. Mit schwarzen Kleid und Birkenstocks öffnet sie die Tür zu ihrer großen Altbauwohnung mit eigenem Arbeitszimmer. Dort verbringt die Münchnerin viel Zeit, denn sie hat alle Hände voll zu tun. Gerade erst fertig mit einer Reihe Körpersprays für Biotherm, soll bald ihr erstes eigenes Buch erscheinen.

Angefangen hatte alles mit der ersten Illustration vor einigen Jahren in der Vogue. Seitdem ist viel passiert: Kera hat ihr Politikstudium abgeschlossen, mehrere Bücher illustriert, bei Net-A-Porter assistiert, mehrmals für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung gezeichnet und sich ein eigenes kleines Skizzenblog bei Vogue Online eingerichtet.

So überrascht es nicht, dass sich in ihrem Arbeitszimmer Zeitschriften, Skizzen und Schachteln voll von Inspirationen türmen. Im Wohnzimmer stapeln sich alte Bücher und ein großes weißes Sofa lädt zum Lesen ein. Das helle Grau von draußen bricht durch die großen Fenster und es riecht nach frischen Blumen und Kaffee. Ihr Vater klingelt an der Tür und bringt mal wieder ein Bild vorbei, das er auf einem Antikmarkt gefunden hat. Und wenn Kera Till inmitten dieses Szenarios von Paris und der Côte d’Azur erzählt, weht ein kleiner französischer Wind durch die Münchner Wohnung.

Dieses Portrait ist der erste Teil unserer Kollaboration mit DMIG. Zu der Auswahl auf deren Website geht es hier.

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Du hast schon sehr früh angefangen zu zeichnen. Erzähl uns von deiner Kindheit!
Ich bin in München Bogenhausen in einer großen Wohnung mit meinen beiden Brüdern aufgewachsen. In meiner Kindheit habe ich sehr viel zusammen mit meinem kleinen Bruder gezeichnet. Zeichnen war unsere Hauptbeschäftigung. Es verging kein Tag, an dem ich nicht gezeichnet habe. Hinzu kam, dass meine Großmutter auch eine leidenschaftliche Zeichnerin war, sie hat mich da also ein bisschen inspiriert. Mein Vater war Direktor vom Münchner Stadtmuseum, so dass meine Brüder und ich ständig von Kunst-Katalogen umgeben waren und oft ins Museum gegangen sind. Meine Mutter war Agentin für verschiedene Künstler, dementsprechend hatten wir immer viele kreative Leute um uns herum. Ich glaube allerdings nicht, dass mich das sehr beeinflusst hat. Ich bin ja keine Künstlerin im klassischen Sinne. Die Dinge, die ich mache sind schon eher kommerziell.

Du hast aber dann etwas ganz anderes, Politikwissenschaft, studiert, wie kam das?

Ja und ich habe sehr lange überlegt, ob ich das machen soll. Ein Grafikstudium wäre nicht das Richtige für mich gewesen, das wusste ich. An der Kunstakademie in München wurde ich sogar genommen, aber dann hatte ich mir Architektur in den Kopf gesetzt. Das war mir dann aber auch zu technisch und so kam es dann zu meinem Politikstudium. Es hat mir sehr gut gefallen, außerdem hatte ich nebenbei genug Zeit, um zu zeichnen. Und so kam dann die Idee immer mehr in mir auf, Zeichnen zu meinem Beruf zu machen. Während des Studiums hatte ich noch keinerlei Referenzen und habe mein Portfolio an mehrere Verlage herausgeschickt. Die ‚Vogue’ hat meine erste Illustration gedruckt, das war wirklich ein großes Kompliment und deswegen habe ich mir es in mein Schlafzimmer gehängt. Danach habe ich weitere Aufträge bekommen.

Hat sich dein Stil seitdem verändert?

Ja, sicherlich, aber rückblickend gesehen mochte ich meine frühere Arbeitsweise noch lieber. Damals hatte ich noch einen sehr naiven Stil, ich konnte zum Beispiel noch nicht so gut mit Photoshop umgehen, weswegen meine Zeichnung auf Papier immer perfekt sein mussten. Heute arbeite ich natürlich nicht weniger perfektionistisch, aber das Programm macht mir die Arbeit auch oft ein bisschen einfacher, denn kleine Änderungen kann ich jetzt schneller bearbeiten. Und das ist bei vielen Aufträgen schon sehr hilfreich.

Woran arbeitest du gerade?

Mein Buch ist gerade in den letzten Zügen. Ich habe schon ein paar Bücher illustriert, aber jetzt erscheint bald mein erstes eigenes Buch. Es ist eine Art Mode-Malbuch für Kinder. Man hat verschiedene Aufgaben, wie zum Beispiel viele kleine Kleiderbügel in kurzer Zeit zeichnen, Knöpfe an die richtigen Stellen malen oder Cardigans ausmalen. Ein modernes Ausmal-Buch, bei dem man mitgestalten und fertig machen kann. Ansonsten arbeite ich gerade für ’Ladurée’, einer meiner größten Kunden in Frankreich. Da mache ich die Website und designe verschiedene Schachteln, unter anderem für Kerzen und Macarones.

Gerade hast du für Biotherm eine Kollektion Körpersprays designt. Was war das Spannende daran? Und wie bist du vorgegangen?

Es ist eine Limited Edition von vier verschiedenen Eau-Körperdüften im Unterwasser-Design. Ich habe sowohl die Verpackungen, als auch die Flacons illustriert. Es war eine tolle Möglichkeit, weil es die Körpersprays bald in jedem ‘Douglas’ zu kaufen geben wird und Biotherm, das zu ‘L’Oreal’ gehört, einen sehr großen Namen hat. Zuerst habe ich versucht einen roten Faden zu finden und jedem Eau eine Himmelsrichtung zugeordnet. Auf jedem Spray ist eine Windrose zu sehen, zudem hat jeder Duft noch drei Elemente. Das gelbe Spray ist zum Beispiel das Mittelmeer, hier habe ich also auf Muscheln und Fische gesetzt. Das orangefarbene Eau ist der Pazifik, es ist eher fruchtig und floral – dementsprechend habe ich Wasserpflanzen gezeichnet. Das Eau Pure, das türkisene, ist eher kühl und soll den Arktischen Ozean darstellen. Hier habe ich auf Elemente wie den Oktopus oder einen Schneestern verwendet.

Woher kam deine Inspiration für die ‘Biotherm’-Düfte?

Ich war in meiner Kindheit oft am Meer, viel an der Côte d’Azur. Diese Urlaube haben mich sehr inspiriert, ebenso wie der Besuch im Ozeanographischen Museum in Monaco. Dort gibt es eine Menge alter Stiche zu sehen, die habe ich mir als Vorlage genommen. Mir war wichtig, dass es frisch und sportlich ist, weil das die Marke ausmacht, gleichzeitig wollte ich es ein bisschen enzyklopädisch.

Du bist oft in Paris, lebst aber in München. Wie empfindest du die kulturellen Unterschiede zwischen diesen beiden Großstädten?

München ist meine Heimatstadt, hier habe ich meine Familie, meine Freunde und irgendwie auch meine Arbeit. Das merke ich immer wieder, wenn ich geschäftlich in Paris bin. Obwohl ich sehr mobil mit meiner Arbeit bin, schaffe ich es etwas Wichtiges zu vergessen. Einen besonderen Stift zum Beispiel, den es in Paris nicht zu kaufen gibt. Ich kann diese Münchner nicht verstehen, die zum Beispiel nach Berlin wollen. Klar, es gibt aufregendere Städte als München, aber München gibt mir so viel Ruhe. Ich versuche schon viel unterwegs zu sein und habe auch mal für ein Jahr in London gelebt und dort für ‘Net-a-Porter’ als Assistentin gearbeitet, aber München ist eben meine Heimat. Dort kann ich an einem Tag so viel machen. Wenn ich Mittagessen gehe oder abends in den Biergarten, kann ich dazwischen noch gemütlich arbeiten. In Paris habe ich dagegen einen Termin am Nachmittag, fahre dafür schon eineinhalb Stunden durch die Stadt und bin danach kaputt. Wenn ich für ein paar Wochen dort bin, lebe in der Wohnung, die meine Eltern dort haben. Das fühlt sich dann fast an wie richtig dort zu leben und trotzdem empfinde ich die Stadt als stressig. Dafür gibt mir Paris wahnsinnig viel Inspiration – die Kaufhäuser und die Schaufenster, aber auch die Lebensmittelabteilungen.

Was inspiriert dich abgesehen von Paris?

Ich habe massenhaft alte Bücher und alte Postkarten. Mein Vater bringt sie mir meistens von irgendwo her mit. Er ist ein leidenschaftlicher Sammler. Wenn ich einen bestimmten Auftrag habe, sucht er dann extra für mich nach Dingen, die zu dem Thema passen könnten. Sei es bei sich zu Hause oder auf Antikmärkten. Zum Beispiel habe ich alte Sammelbildchen aus den 20er Jahren von Gitanes zur Inspiration für einen Matrosen, an dem ich gerade zeichne, benutzt. Ich werde auch mehr und mehr zur Sammlerin und kann mich von keiner Inspiration trennen. Hier stapeln sich die Postkarten und Bücher, aber ich bringe es nicht übers Herz etwas wegzuschmeißen. Ansonsten liebe ich Modezeitschriften zur Inspiration.

Findest du, dass Illustrationen in heutigen Modemagazinen zu kurz kommen?

Früher waren die Zeitschriften natürlich mehr illustriert, weil Fotos viel teurer waren und es zum Teil noch keine Farbfotografie gab. In den letzten Jahren hat dieser Trend allerdings wieder stark zugenommen und das freut mich sehr. Früher war es nicht möglich eine visuelle Notiz mit dem Smartphone abzufotografieren, deshalb haben viele Modejournalisten gezeichnet. Ich habe einen Blog auf ‚Vogue.com’, das als mein Skizzenbuch dient. Andere Blogger fotografieren mit ihren Kameras und Smartphones und berichten mithilfe von Text – ich skizziere Dinge aus meinem Alltag. Letztens war ich zum auf der Paris Fashion Week und habe Streetstyles und Outfits vom Laufsteg gezeichnet. Wie die Modejournalisten das früher eben gemacht haben.

Was gefällt dir an deinem jetzigen Viertel?

Was ich besonders mag, ist dass meine Wohnung an der Grenze zu Haidhausen liegt. Das Schild, nach dem Haidhausen anfängt, steht direkt vor meinem Fenster. Da ich aber zwischen den Vierteln, also zwischen Haidhausen und Giesing wohne, habe ich beides. Das Schicke und Schöne aus Haidhausen und das Bronxhafte der Rosenheimer Straße und aus Giesing. Hier gibt es viele Spielhöllen, Porno-Videoverleihe und Tattoo-Läden. Ich mag das sehr. Es gibt mir das Gefühl, in einer Großstadt zu leben und nicht nur von gentrifizierten Müttern mit Zwillings-Kinderwägen umgeben zu sein.

Was sind deine Lieblingscafés und -geschäfte in München?

Da ich sehr viel zu Hause arbeite, ist es mir umso wichtiger abends, wenn mein Freund von der Arbeit kommt, noch einmal rauszukommen. Wir gehen sehr gerne ins Servabo oder ins Nomiya. Wenn ich geschäftliche Termine habe, gehe ich ins Schuhmanns am Odeonsplatz. Am Gärtnerplatz mag ich das Del Fiore, das gehört einem Freund von mir. Vor allem das Eis ist wirklich sehr gut da. Wenn ich tolles Papier, Visitenkarten oder schönes Briefpapier kaufen möchte, dann am liebsten im Prantl. Meine Lebensmittel kaufe ich im Käfer, Dallmayr oder am Viktualienmarkt. Klamotten kaufe ich eigentlich so gut wie nie, ich gebe mein Geld lieber für gutes Essen oder tolles Papier aus. Das ist für mich der größte Luxus.

Was sind deine Lieblingsstücke in der Wohnung?

Die bunte Decke, die in meinem Wohnzimmer an der Wand hängt. Mein Vater hat sie in den 60er Jahren aus Mexiko mitgebracht. Als Kind habe ich sie als Tagesdecke auf meinem Bett gehabt und als mein Freund und ich dann vor drei Jahren in diese Wohnung gezogen sind, fanden wir die Wand zu kahl und haben die Decke eigentlich nur provisorisch aufgehängt. Doch dann fanden wir, dass sie so hier her passt, dass wir sind einfach haben hängen lassen. Ich bekomme immer gute Laune, wenn ich sie ansehe. Sehr gerne mag ich auch die beiden Kommoden in meinem Arbeitszimmer. Die habe ich von einer südfranzösischen Tante geerbt. Eigentlich sind es Küchenschränke, aber jetzt bewahre ich dort meine ganze Buchhaltung auf. Und mein absolutes Lieblingsstück ist eine Art Puppenzeile, die ich von einem Freund von meinem Vater, der Antiquitätenhändler ist, bekommen habe. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber dieses Stück hat mich bei der Illustration für das Kinderbuch „Lisa, Prinzessin über Nacht“ sehr inspiriert.

Wohin fährst du gerne in den Urlaub oder übers Wochenende?

Ich war seit drei Jahren nicht mehr klassisch im Urlaub, da ich sehr viel arbeite. Wenn ich wegfahre, dann nach Paris oder London, aber das ist dann auch immer irgendwie geschäftlich. Eigentlich sollte ich mir wirklich mal wieder einen schönen Urlaub gönnen, aber ich muss schnell reagieren können, wenn ein neuer Auftrag rein kommt. Außerdem arbeite ich einfach gerne. Ich liebe meinen Job und würde mich zu sehr ärgern, wenn ich einen Auftrag absagen müsste, weil ich gerade am anderen Ende der Welt bin. Ansonsten gibt es auch im Münchner Umland schöne Orte, an denen ich gerne einmal ein Wochenende verbringe, zum Beispiel in den Wellnesshotels Schloss Elmau oder Kranzbach.

Wie sieht dein perfekter Samstag aus?

Am Samstag gehe ich gerne Teetrinken im Vier Jahreszeiten oder im Victorian House. Denn in einer Hotellobby kann man die Leute so gut beobachten. Zuhause trinke ich komischerweise nie Tee, da mache ich mir lieber Espresso. Vielleicht verbinde ich Teetrinken deshalb mit Entspannung. Im Winter gehe ich außerdem gerne ins beheizte ‚Dantebad’. Ich bin aber auch gerne am Samstag einfach nur zu Hause und mache nichts. Ich liebe es, nichts zu tun.

Kannst du denn noch richtig zu Hause entspannen, wenn du auch von hier aus arbeitest?

Ich habe zumindest ein Arbeitszimmer – da kann ich dann die Türe schließen, wenn Schluss ist. Es kommt aber trotzdem oft vor, dass ich den Laptop mit ins Bett nehme, weil ich noch E-Mails beantworten muss. Aber ich möchte das Arbeiten zu Hause niemals aufgeben. Ich liebe es! Ich muss mir morgens nicht überlegen, was ich ins Büro anziehe und in die Arbeit fahren. Zuhause kann ich arbeiten, wie ich möchte und mir auch Pausen gönnen, wann ich sie brauche. Ich mag es nicht, wenn mir jemand bei der Arbeit zusieht. Sogar beim Telefonieren bin ich am liebsten alleine.

Welche Arbeit war im Laufe deiner Karriere ganz besonders für dich?

Jedes Buch, für das ich illustriere, war ein kleiner Schritt für mich. Und mein erstes eigenes Buch liegt mir wirklich sehr am Herzen. Sich alles von Grund auf auszudenken, angefangen beim Titel, war eine tolle Erfahrung und sehr besonders für mich. Ansonsten liebe ich Arbeiten, die möglichst anders sind und mich herausfordern. So durfte ich zum Beispiel einmal für die ’Süddeutsche Zeitung’ Uhren aus Linolschnitten illustrieren. Ein Thema, das sehr männlich war und eigentlich nichts mit meinem Stil zu tun hatte.

Woran würdest du gerne einmal arbeiten?

Tapeten oder Stoffe wären mein großer Traum. Am besten mit grafischen Tiermustern, das würde ich wirklich gerne einmal machen.

Vielen Dank für das angenehme Interview und die Tour durch deine Wohnung, Kera. Wer nun gespannt ist auf ihre Skizzen schaut am besten bei Ihrem Vogue-Blog oder ihrer Website vorbei.

Fotografie: Evi Lemberger
Interview & Text: Anja Schauberger