Freunde von Freunden

Liz Coleman-Link
Artist & Curator, Apartment & Studio, Sachsenhausen & Gallus, Frankfurt
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Geboren im Norden Englands, in Oldham, Lancashire, wuchs die Künstlerin und Kuratorin Elizabeth Coleman-Link an der Nordküste der Insel Isle of Wight in Cowes auf. Nach längeren Aufenthalten in Glasgow oder Luxemburg, blieb sie aus Liebe in Frankfurt. In einem Mini fuhr sie damals mit ihrem Mann von Glasgow zu der Stadt am Main. Dankte sie einst jeder Reise nach 2 oder 3 Jahren wieder ab, scheint sie sich nun endgültig niedergelassen zu haben. In ihre Wohnung sind viele Souveniers aus fernen Ländern mit ihr gereist. In Frankfurt fühlt sie sich aus der Überzeugung, dass die Heimat der Ort ist, wo das Herz liegt, wohl. Außerdem nimmt sie in der multikulturellen Stadt das Echo der Kulturen täglich wahr.

Dass Lizzie, wie sie gerne gennant wird, an Literatur und Reisen interessiert ist, erkennt man nicht nur an ihrer Wohnung und innerhalb ihres künstlerischen Schaffens, sondern auch an ihrem Lieblingszitat von Mohammed. “Don’t tell me how educated you are, tell me how much you have traveled.” In ihrem Atelier und ihrer Wohnung erzählt Liz über ihre Jugend in England, den Dialog ihrer im wahrsten Sinne vielschichtigen Arbeit und ihre Liebe zu den einzigartigen Elementen, von denen sie tagtäglich umgeben ist.

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Wie hast du deine Kindheit im Süden Englands in der Stadt Cowes verbracht?
Ich war dort in der Schule und wir haben segeln gelernt. Wir hatten das Glück, statt Sport das Fach Segeln zu besuchen. Mit 17 bin ich nach Southampton gezogen, um an der Southampton Institute for Higher Education zu studieren. Ich habe immer schon sehr gerne gemalt. Eigentlich habe ich mit Geschichten und kleinen Büchern angefangen. Ich wusste sehr früh, dass ich an eine Kunsthochschule wollte. Aber erst einmal wollte ich nach London ziehen, um Textilindustrie zu studieren, aber das hat nicht geklappt. Und mein Glück war, dass ich in Dartington College of Arts einen Platz gefunden habe.

Was war das Besondere, das du am Dartington College lernen konntest?

Das war damals ein kleines College mit 300 Schülern. Ich habe Kunst und Design im sozialem Kontext studiert, aber man konnte auch Theater- oder Musikproben oder Konzerte besuchen. Das war wirklich eine sehr allgemeine Ausbildung durch gegenwärtige Künste. Sehr frei. Von Dartington benutze ich immer wieder das, was ich dort gelernt habe. Ziel war es, sowohl die eigene Arbeit zu machen als auch die Fähigkeit anzueignen, in Gruppen oder mit Individuen zu arbeiten und einen Dialog zu entwickeln. Auch Prozesse zu entwickeln, um gemeinsam Projekte zu verwirklichen, war das Ziel.

Gelingt es dir deshalb auch so gut, als Kuratorin zu arbeiten und Dialoge zu den Künstlern herzustellen?

Ja, vielleicht. Ich mag diesen Dialog zwischen zwei Standpunkten. Dort gab es auch die Möglichkeit, interdisziplinär zu arbeiten. Es war sehr interessant, mit der Theatergruppe zu arbeiten oder mit Musikern. Ich habe bereits für das Übersee Museum in Bremen, der Turmgalerie in Hochheim, für das Kunst Symposium in Reutlingen als Artist in Residence arbeiten können. Außerdem habe ich Workshops geleitet für das Guangdong Museum of Modern Art in China arbeiten können, für Station 17 und Atelier Goldstein, Frankfurt.

Wie schaffst du es, deine künstlerische Praktik und die zentralen Themen deiner Kunst in deiner Arbeit zu vereinen?

Ich zeichne, male und kreiere Installationen. Ich habe meine Skizzenbücher immer behalten. Wenn ich auf Reusen bin, habe ich auch immer ein kleines bei mir, um Notizen zu machen. Es is toll, an einen Ort zurückzukehren und kleine visuelle und geschriebene Eindrücke eines früheren Besuches aufzugreifen. Ich beobachte, wie Bücher von Jahr zu Jahr ein wenig zerfledderter werden, bis sie zu eigenständigen Objekten werden. Das ist auch im Grunde genommen das Kernthema meiner künstlerischen Arbeit. “Ein Zeuge der Vergänglichkeit werden.” Das kann ein Objekt für draußen sein, eine Fotografie, in der man die Umgebung wirken oder den Menschen eingreifen lässt. Ein gutes Beispiel dafür ist auch meine Arbeit mit Blattgold auf Leinwand, die vom konstanten Wandel ihrer Umgebung, die sich zum Beispiel durch neue Farbgebungen der Oxidationsprozesse äußert, geprägt ist. Ich genieße es, immer wieder neue Materialien auszuprobieren, es regt den Kreativitätsprozess an. Man ist mit einem Material konfrontiert und entdeckt die Möglichkeiten, die es mit sich bringt. Die unterschiedlichen Elemente transformieren und verdeutlichen die nebeneinander gestellten Kontraste.

Dialoge spielen in meiner Arbeit auch eine große Rolle. In meiner Installation “Ein Zeuge der Vergänglichkeit” findet eine Verflechtung unterschiedlicher Dialoge statt, wo Schriften auf einer Wand mit früheren Radierungen kommunzieren und sich auf den Einfluss natürlicher Elemente beziehen.

Woran arbeitest du im Moment?

Abgesehen von meiner Arbeit helfe ich gerade einer Gruppe audiodidakter Künstler, die nach einem Raum suchen, um ihre Kunst weiterzuentwickeln. Sie nennt sich Raw Art Foundation und ist im Grunde genommen eine experimentelle Werkstätte. Gerade hat sich eine Kollaboration zwischen OhrenKuss und einem Illustrator der Raw Art Foundation ergeben.

Was liest du zurzeit?

Esther Freud „The Sea house“.
Bücher sind oft ein Anfangspunkt für meine Arbeit. Ob es ein besonderes Material ist oder eine Atmosphäre durch Worte.

Beeinflusst Literatur und die Kraft von Worten generell deine Arbeit?

Definitiv. Ich habe immer schon sehr viel gelesen, vor allem Samstagsmorgens in der lokalen Bibliothek in Cownes. Es ist in einem wunderbaren Gebäude, das mit knarzenden Holzböden ausgelegt ist. Meine gesamte Kunst auf Stoffleinwand ist mit Texten oder Zitaten aus der Literatur, von Schlagzeilen aus Zeitungen oder aus Gesprächen versehen. Das geschriebene Wort ist immer der erste Schritt meines Arbeitsprozesses; ein Triggerpunkt ein Kunstwerk zu schaffen, das ein Geflecht aus Gedanken umfasst. Ich mag das Element des Experientierens und genieße es, in einer Werkstätte zu arbeiten, die für einen ständigen Dialog und die Artikulation des Schaffensprozesses sorgt.

Wie würdest du deine Arbeit im Atelier beschreiben?

Als alleinschaffender Künstler hat man innerhalb eines Ateliers den Vorteil, mit anderen Kreativschaffenden zu interagieren. Außerdem ergeben sich dadurch viele Möglichkeiten, auch außerhalb dieser Räumlichkeiten zu arbeiten. Atelier Frankfurt ist eine Organization im Kunstbereich und bietet gleichzeitig einen Ausstellungsstandort, der kreative Arbeitsprozesse unterstützt. Es bekommen insgesamt 45 Künstler aus unterschiedlichsten Bereichen die Möglichkeit mit ihrem erforderlichen Arbeitswerkzeug einen Ort mitten in der Stadt zu mieten und ihr Schaffen innerhalb einer internationalen Plattform zu präsentieren.

Was bietet dir die Stadt Frankfurt als Künstlerin?

Ein günstiges Atelier, Austauschprogramme, ein großes Netzwerk und Teil der Frankfurter Atelier Tage zu sein.

Was gefällt dir hier in Frankfurt an der Lebensweise?

Ich mag an Frankfurt, dass es hier sehr international ist. Das ist einzigartig. Berlin ist auch so. Aber Frankfurt ist eben trotzdem eine kleine, kompakte Stadt. Und ich genieße die Kulturenvielfalt. Ich bin früher viel verreist. Nach Indonesien, Nepal, Australien, Neuseeland, aber ich bin immer wieder gerne hier in Frankfurt. Das ist sehr interessant. Ursprünglich war mein Plan, nur zwei Jahre hier zu bleiben. Natürlich kann man auch von Frankfurt aus sehr gut reisen. Das einzige, das ich hier wirklich vermisse, ist das Meer. Ich glaube, es war einfach nicht geplant, dass ich hier bleibe und das Meer so weit weg ist. Das ist etwas, dass mich immer denken lässt, jetzt müsste man nach Belgien an die Küste fahren oder nach Kopenhagen oder Istanbul.

Was war deine spannendste Reiseerfahrung?

Ich kann mich unheimlich glücklich schätzen, dass ich das Studio von Páll Guómundsson in Island besuchen durfte. Der Künstler und Musiker baut Xylophon-ähnliche instrumente aus Steinen, die er in seinem Umfeld gesammelt hat. Das Instrument nennt sich Idiophone. Er hat es für ein Symphonieorchester in England konstruiert und auch Künstler wie Sigur Rós haben es für ihre Studioaufnahmen genutzt. Páll ist außerdem ein talentierter Maler und hat die Band während ihrer Aufzeichnungen gemalt. Er und die atemberaubende Landschaft Islands haben mich überwältigt und geprägt.

Was sind dein liebstes Souveniers, das du während deiner vielen Reisen mitnehmen konntest?

Viele Dinge, die ich besitze, erzählen eine persönliche Geschichte. Eines meiner Lieblingsstücke ist ein geschnitztes Asmat-Schild aus Papa Neguinea. Es entpuppte sich als ziemliche Katastrophe, das Ding zu transportieren, vor allem mit dem Flugzeug. Also habe ich es mir letzendlich aus Kathmandu geschickt. Ich dachte nicht, dass es jemals ankommt. Der Postbote konnte sich die Frage nicht verkneifen, was zum Teufel in der Lieferung ist und es war auch ziemlich mitgenommen. Er dachte es sei ein Surfbrett. Seit diesem Tag steht das Asmat Surfbrett, wie ich es nenne, in meiner Wohnung.

Du arbeitest gleichzeitig als Kuratorin und Künstlerin. Siehst du einen Konflikt darin, beide Identitäten zu leben und die Berufe parallel auszuüben?

Nein, einen Konflikt sehe ich darin überhaupt nicht. Im Gegenteil – Die beiden Herangehensweisen ergänzen sich auf eine gewisse Weise sogar perfekt. Als Kunstschaffende, die auch mit anderen Künstlern zusammenarbeitet entsteht an einem bestimmten Punkt ein konstanter Ideenfluss. Oft muss man einen Schritt zurückgehen um die Arbeit als Ganzes und den nötigen Feinschliff für das finale Produkt zu erfassen.

Was kannst du über die Art Brut erzählen?

Art Brut besteht aus Arbeiten von Menschen, die aus verschiedenen Gründen weder kulturell indoktriniert wurden, noch sozial bestimmt wurden. Jede Art von Mensch, der außerhalb des „fine art system“ arbeitet, produziert Kunst, die aus der Tiefe der eigenen Persönlichkeit geschöpft wird und für sich selbst und niemand anderen ist. Es sind Werke von außergewöhnlicher Originalität in Konzept, Subjekt und der Technik, die der Tradition oder der Mode nichts schuldet.

Yvan Rodic hatte beim beim Mouson Lüften Festival mit seinem Modeblog „Facehunter“ eine interaktive Installation. Was war für dich als Gastkuratorin der ausschlaggebende Punkt, ihn der Kuratorenleitung des Festivals vorzuschlagen?

Ich war an seinem Visual Diary interessiert. Das Thema Style hat natürlich zum Festival gepasst, aber dadurch, dass das Festival mit so vielen unterschiedlichen Menschen auch interdisziplinär ist. Er hatte die Idee, sein Projekt zu zeigen, andem andere mitarbeiten können, selbst Bilder machen können und Teil der Ausstellung werden können.

Es war meine Intention zu zeigen, dass viele Leute erreichen, was er auch mit seinem Blog macht. Aber ich wollte auch zeigen, dass er in Länder reist, die nicht unbedingt stylisch sind oder über die man nicht sehr viel weiß. Er zeigt es auf eine Art und Weise, die sehr positive Auswirkungen hat.Es war interessant zu sehen, wie viele unterschiedliche Menschen auf ihn auf diesem Festival zugekommen sind. Da war ein Arzt aus Glasgow, der jeden Tag seinen Blog besucht. Er sagte, er sitzt in einem Raum ohne Fenster, und das Blog von Yvan Rodic ist ein Fenster nach außen. Er war nicht unbedingt modeinteressert, aber es ist einfach schön, dass sehr viele unterschiedliche Menschen daran interessiert sind und der Blog damit sehr universell ist.

Du bist ja nicht in der Internet-Generation aufgewachsen. Es gibt viele, die dem noch kritisch und konservativ gegenüber stehen. Was findest du am Internet faszinierend?

Ich habe von Yvan über The Guardian erfahren. Diese Schnelle, die man erreichen kann, finde ich faszinierend. Ich habe das gesehen, und ihm geschrieben, dass ich sehr interessant finde, was er macht und er hat sofort geantwortet. Das Internet ist für Künstler eine Möglichkeit, mit wenig Geld ein weltweites Forum zu haben. Ich habe Listen von Leuten angeschrieben und vergeblich auf Antworten gewartet. Mittlerweile kannst du sehr schnell herausfinden, ob jemand Interesse hat oder nicht. Man geht außerdem nicht mehr in die Bibliothek, es ist ein sehr gutes Werkzeug.

Du hast einen 12-jährigen Sohn. Weiß er schon, was er werden will? Und wie sieht er den Beruf seiner Mutter?

Er sagt, Schauspieler oder Künstler. Aber das wechselt immer. Oder Arzt. Er ist sehr sozial. Es wird interessant, zu sehen, was er macht. Meinen Beruf findet er interessant. Er war oft dabei, als ich mit Gruppen zusammen gearbeitet habe. Es ist normal für ihn, mit unterschiedlichen Menschen zusammen zu sein. Dadurch, dass er zweisprachig aufgewachsen ist, hat er keine Angst, nach vorne zu schauen. Er hat ein gutes Selbstbewusstsein. Es ist das Glück, an beiden Orten und in beiden Sprachen zu Hause sein zu können.

Würdest du dich in erster Linie als Deutsche oder Engländerin bezeichnen?

Ich würde sagen, ich bin vor allem Europäerin. Ich hab mehr Zeit außerhalb von England verbracht, dennoch werde ich immer eine Britin bleiben, die gerade in Deutschland ist und es auch als ihre Heimat bezeichnet. Mein starker Akzent verrät mich immer, aber ich denke nicht, dass ich den “ausbügeln” muss. Die Leute um mich herum sind immer auf eine höfliche Weise neugierig, wenn sie mich das erste mal sprechen hören. Oft ist der Akzent sogar der Ausgangspunkt meiner Konversationen.

Was sind deine Lieblingsorte in Frankfurt?

Ich liebe es, am Main entlang zu spazieren, ob für einen Museumsbesuch oder einen Flohmarktbesuch am Sonntag und einer Tasse Kaffee danach. Immer mal wieder suche ich in den kleinen Geschäften in Frankfurt nach außergewöhnlichen Kleinigkeiten, am liebsten bei Lieblingsstücke in der Brückenstraße. Ich hab letzens auch ein tolles Geschäft für Deckenkreationen aus aller Welt gefunden. Empfehlenswert ist auch der Azita Store, auf den ich dutch meinen Besuch der Ausstellung “Trading Style” aufmerksam geworden bin.

Wohin zieht es dich, wenn du ein Wochenende dem städtischen Trubel entfliehen und den Kopf frei bekommen möchtest?

Einer meiner Lieblingsstädte außerhalb von Franfurt ist und bleibt Genf. Glücklicherweise liegt Genf genau am Weg, wenn wir nach England fahren. Da kommt es schon mal vor, dass wir einen ausgedehnten Zwischenstopp einlegen. Wenn es ein kürzerer Ausflug sein soll, liebe ich unsere Expeditionstouren in unserem Van entlang des Rheins und der Lahn.

Interview&Text: Meltem Toprak
Fotografie: Nada Lottermann und Vanessa Fuentes