Freunde von Freunden

(EN) Sage Vaughn
Artist, Studio, Pasadena, Los Angeles
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Hinter einem heruntergekommenen Autowaschsalon in Pasadena, einem Vorort im Norden von L.A., liegt das Atelier von Sage Vaughn in dem der Künstler uns empfängt. Halbfertige Malereien von Schmetterlingen und Motten bevölkern die Leinwände im Raum, an denen Sage für eine von Beastie Boy Mike D. kuratierte Ausstellung im MOCA, L.A.’s Institution für zeitgenössische Kunst, arbeitet.

Sages Herzlichkeit, sein Optimismus und Humor gepaart mit einer kindlichen Sensibilität lassen ihn wie eine Rarität im sonst so abgeklärten L.A. wirken. Dabei kennt seine Begeisterung für diese Stadt keine Grenzen. Sage, der gerne Anekdoten aus seiner eigenen Hippie Kindheit in Oregon erzählt (Sage bedeutet Salbei), gerät ins Schwärmen wenn es um die kalifornische Metropole geht: „Ich liebe L.A. für seinen ungekünstelten Exotismus, der einfach keine Grenzen kennt. Es ist einfach völlig durchgeknallt hier zu leben. Ich liebe die Verrücktheit des Ortes, die mich selbst als völlig normal erscheinen lässt.“

Es gab eine Zeit da haderte Sage mit seinem eigenen Schaffen als Künstler, er empfand sein Werk als zu kindlich. Dies änderte sich mit einem Besuch bei Chris Burden. Dessen hochkomplexe Skulptur Metropolis II bestand zum Großteil aus Spielzeug und bestätigte Sage in seiner eigenen Arbeit.

Unsere Unterhaltung dreht sich noch eine Weile um zeitgenössische Kunst, vor allem die Arbeiten von Daniel Richter lassen Sage’s Augen immer größer werden bis wir dann zu leichteren Themen wie Easy Rider, einem amerikanischen Biker Magazin, kommen. Als nächstes plant Sage einen Wohnmobiltrip zu seinem Vater nach New Mexico, um dort die nächste Mondfinsternis zu beobachten und dem Melting Pot der Skurrilitäten, wie er seinen Lebensmittelpunkt nennt, ein paar Tage zu entfliehen und dann an neuen Werken zu arbeiten die er Ende des Jahres in China vorstellen wird.

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Erzähl mir ein bisschen von dir – woher kommst du?

Aufgewachsen bin ich hier im Valley von Los Angeles aber ursprünglich komme ich aus einem kleinen Dorf etwas außerhalb von Jackson, Oregon. Meine Familie lebte nahe des Applegate River, mit nur einer großen Straße in der Nähe die hauptsächlich von Holztransportern befahren wurde. Wie man erahnen kann waren meine Eltern ziemliche Hippies – mit Holzöfen und allem was dazu gehört. So richtig realisiert habe ich das als das erste Mal ein Babysitter zu uns kam und im Angesicht unserer Familienfotos anfing zu kichern – wir waren alle nackt. Da wurde mir klar, dass ich eher ungewöhnlich aufgewachsen bin.

Glaubst du, dass sich diese Erfahrung in dem Einsatz von Nacktheit in deiner Arbeit widerspiegelt?

Keine Ahnung, so hab ich darüber noch nie nachgedacht. Ich glaube eher, dass sich bei mir viel um das Thema Liebe und alles was damit zusammenhängt, dreht. Das hab ich sicher von meinen Eltern. Wenn ich hier in Downtown Los Angeles zwei Junkies sehe, die sich gegenseitig im Rollstuhl durch die Gegend schieben, denke ich „die lieben sich- wie toll ist das.“

Was hatte es mit der von Mike D kuratierten Ausstellung im MOCA auf sich?

Mike D und seine Frau haben mal ein Werk von mir auf einer Charity-Auktion für SurfAid International ersteigert. Die Organisation kümmert sich um Aufklärung und Prävention von Krankheiten in den ärmsten Teilen von Indonesien und wir haben eine Ausstellung in Malibu gemacht, bei der wir Geld gesammelt haben. Später habe ich Mike noch ein paar Mal beim Surfen und auf verschiedenen Events getroffen. Seine Frau Tamra Davis hat den Film „The Radiant Child“ über Jean-Michel Basquiat gedreht den ich sehr toll finde. Seitdem wir darüber ins Gespräch gekommen sind, „kennen“ wir uns.

Ach, sie hat die Dokumentation gedreht?

Ja- die ist super, oder? Als ich aufgewachsen bin war Basquiat der einzige lebende Künstler, der mir wirklich ein Begriff war. Obwohl ich nie eine Kunsthochschule besucht habe, war meine Technik immer okay. Was mir gefehlt hat war der konzeptionelle und intellektuelle Rahmen. Ich habe immer eher aus dem Bauch heraus agiert. Deshalb war es auch toll zu sehen, wie Tamra ihn portraitiert hat: genau so habe ich ihn mir immer vorgestellt. Er war ein sehr ehrgeiziger Künstler, der hart für seinen Erfolg gearbeitet hat. Das respektiere ich sehr. Außerdem muss man sich ja auch immer vor Augen halten, dass die bildende Kunst der 80er Jahre so gut wie keine schwarzen Protagonisten hatte. Basquiat war der absolute Exot. Das muss man sich mal vorstellen! Es war wirklich spannend mit Tamra darüber zu reden und ihre Meinung dazu zu hören.

Wo surfst du in Los Angeles?

Ich wohne im Osten von L.A. und fahre oft zum Zuma Beach, Newport Beach oder nach Ventura County. Die Spots sind alle total verschieden, auch von den Leuten und dem Vibe… In Ventura County sind alle eher zurückgezogen, niemand spricht mit dir. In Newport oder Orange County dagegen trifft man diese typischen Surfer mit den ausgeblichenen, blonden Haaren… Grundsätzlich mag ich meine Routine am Morgen sehr. Ich steh dann um sechs auf, setz mich ins Auto und wache erst wirklich auf, wenn ich im Wasser bin. Auf der Rückfahrt mache ich dann ein paar geschäftliche Telefonate und wenn ich im Atelier ankomme, kann ich entspannt anfangen zu arbeiten.

Um wie viel Uhr fängst du normalerweise an zu arbeiten?

So gegen elf Uhr. Aber es kann auch schon mal eins werden…

Kannst du mir etwas zu deinen aktuellen Arbeiten erzählen? Und insbesondere zu dem Einsatz von Farben…

Die Schmetterlings Malereien sind ein super Vehikel um mit Farbe zu experimentieren ohne mich zu sehr an eine realitätsnahe Abbildung zu halten. Ich bin dabei total frei einfach mit der Alchimie der Farben zu spielen. Für die Arbeiten in der MOCA Ausstellung habe ich das Thema der Schmetterlinge noch ein bisschen weiter getrieben und sie in einem kreisförmigen Schwarm angeordnet.

Gibt es ein übergeordnetes Thema für deine neuen Arbeiten?

Der eigentliche Auslöser für die neuen Arbeiten war der erste Teil des Wagnerschen Ring-Zyklus’. Darin geht der Zwerg Albrecht ans Rheinufer hinunter und stiehlt das Gold der Rheintöchter, was dann wiederum zu einer unglaublich langen Kette von Ereignissen führt, die mit Inzest und Göttern zu tun haben. Letztlich fertigt er aus dem Gold einen Ring grenzenloser Macht. Mein Ansatzpunkt war die Idee, dass man etwas von der Natur stiehlt um daraus etwas mensch-gemachtes, künstliches erschafft. Alle meine Arbeiten beschäftigen sich mit den Themen der Natur oder Wildnis und der Gesellschaft. Was wir kontrollieren können und was nicht.

Bei dem Motiv der Kinder interessiert mich ihre physiologischen Präsenz und die Unwissenheit darüber, welche Verhaltensregeln und Gefühle es in der „Erwachsenenwelt“ gibt. Sie leben dieses improvisierte Leben, ähnlich, wie man es aus der Tierwelt kennt.
Außerdem habe ich angefangen gelangweilte Polizisten zu zeichnen. Die sind ja eigentlich dazu da um uns in die Schranken zu weisen wenn wir zu wild werden. Im Umkehrschluss frage ich mich: wenn Polizisten gelangweilt sind- sind wir dann vielleicht nicht wild genug?
Ich bin von dieser Frage völlig eingenommen, genau wie von den Blumenverkäufern an den Autobahnausfahrten. Wie kann es sein, dass es illegal ist dort Blumen zu verkaufen? Das sind also meine neuen Arbeiten, ich weiß noch nicht genau was sie bedeuten, aber ich mag es mir diese Gedanken zu machen.

Glaubst du, dass deine Arbeiten Humor haben?

Ich hoffe doch sehr! Meine Arbeiten sollen verschiedene Ebenen beinhalten. Ästhetisch und darüber hinaus. Ich glaube, wir brauchen heutzutage Humor und müssen lachen können. Aber manchmal ängstigt mich das auch. Die Kunstwelt ist generell ja eher ernsthaft und bedacht, aber die Künstler die ich wirklich verehre wie John Currin und Ed Ruscha machen lustige Sachen. Dunkle, lustige Arbeiten die ich ziemlich faszinierend finde.

Welche anderen zeitgenössischen Maler gefallen dir besonders?

Ich liebe Daniel Richter! Ich hatte eine Ausstellung in Hamburg in der Galerie eines Sammlers und der hatte diese verrückten Werke im Keller seines privaten Museums. Da war ein Regal neben dem nächsten mit Arbeiten von Daniel Richter, Peter Doig und Richard Prince und ich dachte nur „fuck!“.  Die Bilder von Daniel Richter haben mich wirklich umgehauen, ich hab sie davor zwar schonmal gesehen, aber eben nie live und das war wirklich beeindruckend. So etwas habe ich seit David Hockney nicht mehr empfunden. Für diese Ausstellung hatte ich mir extra einen neuen Anzug gekauft. Meine Frau und ich waren dann auf der Eröffnung und die ganze Nacht hat niemand mit uns geredet, weil ich diesen Anzug getragen habe und niemand wusste, dass ich der Künstler bin. Das war ziemlich komisch. Wir waren diese grinsenden Idioten, die in der Ecke standen und sich einfach nur dachten, „was machen wir hier?“ (lacht)

Text & Interview: David John
Übersetzung: Antonia Märzhäuser & Sarah Weinknecht
Photos: Zen Sekizawa

Dieses Portrait ist in Zusammenarbeit mit Wolfgang Würth und seinem Team entstanden. Danke für die tolle Zusammenarbeit! Das FvF Feature auf der mb!-Magazine website kann man hier sehen.