Freunde von Freunden

Tobias Bergmann
Founder and Designer, , Apartment & Office, Reuterkiez, Berlin
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Hinter einem kleinen, aber stilsicheren Modelabel steckt manchmal ein ganz einfacher Wunsch: Gute, hochwertige Ware anzubieten. Tobias Bergmann, Gründer des Sonnenbrillen-Labels R.T.CO, möchte genau das. Dafür reist er mehrere Male im Jahr nach Italien, wo er durch die Lager alter Fabriken wandert, um die Muster für seine Kollektionen auszuwählen. Oft sind das Reste aus den 80er oder 90er Jahren, die nicht mehr hergestellt werden und deren Modelle sich auf eine kleine Stückzahl begrenzen. Die Tatsache, dass einige seiner Designs nur wenige Male physisch existieren, fasziniert Tobias genauso wie die großen Maschinen, die aus einem Block Acetat einen schicken Brillenrahmen fräsen. Tobias geht in dem auf, was er tut. Die Reise bis zu diesem Punkt war vielseitig und spannend.

Lange interessierte Tobias neben seinem Skateboard wenig, bis er eine Schreinerlehre machte und schließlich Grafikdesign studierte. Bei R.T.CO profitiert er von dem Wissen aus allen drei Bereichen und seiner Do-it-yourself-Attitüde. Er ist froh darüber, andere Branchen und Lebensstile mit dem realistischen Blick des Erfahrenen sehen zu können, der mit sich und dem was er tut im Reinen ist.

Wenn man mit Tobias durch die Straßen des Reuterkiezes zu seinem Büro spaziert, sieht man das Viertel mit seinen Augen und begrüßt viele Freunde und Bekannte. Das Aufsehen, das andere in den letzten Jahren um diese Straßenzüge machen, wird unsichtbar und die tiefe Verbundenheit zu den Dingen mit denen Tobias sich umgibt tritt in den Vordergrund.

Wir treffen Tobias in seiner Altbau-Wohnung und in seinem Studio, wo er uns erklärt, was der Moped-Laden gegenüber mit seinem Label zu tun hat und welche Philosophie dahinter steckt.

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Schön, dass wir heute bei dir sein dürfen. Es ist nicht zu übersehen, was du mit deinem Label machst; in deiner Wohnung liegen überall Sonnenbrillen. Was genau gefällt dir an ihnen?
Eine Sonnenbrille ist in erster Linie ein kleines, schönes Objekt. Außerdem ist sie ein tolles Accessoire mit einer positiven Assoziation. Hier in Berlin scheint ja meist nicht so viel. Wenn sie dann mal da ist, kann man nicht genug von ihr bekommen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Sonnenbrillen-Label zu gründen?

Nach der Schule bin ich von meiner Heimatstadt Kassel nach Hamburg gegangen und habe eine Schreinerlehre gemacht. Danach habe ich Grafikdesign studiert. Anschließend bin ich drei Monate nach Frankreich gezogen, habe mir eine Auszeit genommen und bei Freunden auf einem Bauernhof gearbeitet. Dort habe ich mir überlegt, T-Shirts und Sonnenbrillen zu machen. Damals waren das ganz günstige aus China. Mein Label dazu hieß Rollo T-Shirt Company. Die Brillen und Shirts gingen hauptsächlich an Skateshops. Zu der Zeit hat keiner Sonnenbrillen in dem Bereich gemacht, daher habe ich gleich einige davon verkauft. Hauptberuflich habe ich als Grafiker in einer Agentur gearbeitet bevor ich 2011 beschlossen habe, keinen Quatsch mehr zu verkaufen. Ich wollte qualitativ hochwertige Waren anbieten und selbstständig arbeiten. Rollo T-Shirt Company habe ich dann umbenannt in R.T.CO, das ist die Abkürzung davon.

Ich habe in viele Sachen mal reingeschnuppert. Ich war zum Beispiel in Portugal und habe Produzenten für Hemden gesucht. Dort habe ich aber keine gefunden, die meinem Qualitätsanspruch gerecht wurden. Bei der Produktion und der Designarbeit kommt dann noch die Suche nach dem richtigen Schnitt hinzu. Sonnenbrillen haben den großen Vorteil, dass es da keine verschiedenen Größen gibt. One size fits all. Daher habe ich mich erst mal gegen Hemden entschieden. Bei den Brillen hab ich zehn, zwölf Fabriken in Italien angeschaut und war schnell von der Qualität überzeugt.

Woher wusstest du, wie man gute Sonnenbrillen produziert?

Ich wusste es überhaupt nicht. Ich habe es gelernt, indem ich in die Fabriken gegangen bin. Meine allererste Kollektion war noch Made in Austria, hergestellt in einer Fabrik im Salzkammergut. Ich war total froh, dass ich überhaupt jemanden gefunden habe, der sich mit einer Menge von 150 Stück abgibt. Der Junior Chef der Firma hat mir das alles nach und nach beigebracht. Es gibt zum Beispiel viele verschiedene Federscharniere und man muss wissen wie breit die Brücke und die Backen dafür sein müssen. Von diesem Mann habe ich sehr viel gelernt. Es ist alles keine Weltraumtechnik, aber es braucht eben Zeit.

Wie entwickelst du die Designs?

Am Anfang habe ich eine Front gezeichnet, ausgedruckt, ausgeschnitten und sie mir dann vor mein Gesicht gehalten. So kriegt man schon einen ganz guten Eindruck wie die Brille aussehen wird. Anhand des Designs habe ich dann den ersten Prototypen herstellen lassen. Inzwischen mache ich das anders. Ich nehme vorhandene Formen und bespreche dann in der Fabrik die Details. Die Fabrik hat in 60 Jahren ein riesiges Archiv an Brillen gesammelt. Irgendwann gab es alles schon einmal. Warum sollte man da bei Null anfangen, wenn man nur noch eine Kante verändern muss? Als ich das erkannt habe, war das ziemlich ernüchternd. Gerade als ich angefangen habe, war ich um einiges idealistischer. Ich dachte: „Ich mache jetzt coole und individuelle Brillen, die eine einmalige Ästhetik haben werden. Aber in den Archiven sieht man dann, dass es wirklich alles schon mal gab.

Du entwickelst nicht nur die Kollektionen sondern organisierst auch alles, was zum Geschäft gehört. Wo kannst du deine Begeisterung für Design noch ausleben?

Kreativ sein bedeutet aber für mich nicht nur zu entwerfen, sondern auch alles was zum Buisness dazugehört. Es gibt eine Verpackung, eine Website, einen Katalog – das alles ist Teil meiner kreativen Arbeit. Davon mache ich das meiste selber. Ich finde es schade, dass kommerzieller Erfolg unter Kreativen oft als etwas Negatives gesehen wird. Nur weil ich etwas herstelle, das sich gut verkauft, heißt das ja nicht, dass ich dadurch weniger kreativ bin.

Im Moment kümmere ich mich um die Verpackungen für die nächste Kollektion. Da arbeite ich mit einer Verpackungsfirma aus Neukölln zusammen. Ich liebe es, mir die verschiedenen Prägungen anzuschauen und mir aus tausenden Papier- und Farbvariationen meine Favoriten auszusuchen. Ich möchte, dass man sich die Schachteln der Brillen aufhebt, weil sie so schön ist.

In deinem Schlafzimmer hast du auch ein kleines Fotostudio. Machst du dort Fotos für das Label?

Hier im Schlafzimmer habe ich mit Nathan und Jacob von Hawl-In fotografiert. Das hier sind zwei Blitzmaschinen und die Hintergründe von dem Shooting. Das sind so Sachen, die ich gerne selber mache. Wenn ich selber schon weiß, was ich gut finde, bringe ich mir das lieber selber bei, bevor ich das jemandem stundenlang erkläre und weiß, der versteht mich gar nicht. Mittlerweile habe ich schon recht viel Sicherheit beim Fotografieren. Manchmal mache ich mit ein paar Freunden Portraitaufnahmen für das Label, um neben dem Lookbook noch ein paar persönlichere Fotos zu haben. Was ich mittlerweile nicht mehr selber mache ist der Sales-Bereich. Ich hatte da nie Lust drauf und empfand das als den anstrengenden Teil meiner Arbeit. Ich bin eher ein Tüftler. Ich fühle mich wohl, wenn ich in den Fabriken mit den Leuten austesten kann, was sie an neuen Materialien haben, über Formen zu reden und die Produktion zu organisieren.

Wie findest du die Hersteller der Brillen?

Ich reise einmal im Jahr nach Norditalien, wo alle Firmen sitzen. Dort schaue ich mich dann um und finde oft ältere, kleinere Fabriken, die noch herstellen. Die Manufaktur mit denen ich hauptsächlich zusammenarbeite sind recht familiär. Für mich ist das der Teil des Jobs, der am meisten Spaß macht. Man kann in diesen alten Firmen schöne Sachen entdecken.

Dein Label ist ein Ein-Mann-Label, du arbeitest also meistens alleine. Fehlt dir der Kontakt zu anderen Menschen?

Ich treffe regelmäßig Leute mit denen ich geschäftlich zu tun habe, aber den Großteil der Zeit arbeite ich alleine, ja. Ich mache das auch sehr gerne. Einsam fühle ich mich eigentlich nie. Seit diesem Jahr habe ich einen Tisch in einem kleinen Gemeinschaftsbüro. Ich finde es total schön, ein Büro zu haben, wo ich täglich arbeiten kann. Als ich noch keines hatte, fand ich es blöd, immer zu Hause zu hocken. Aber seitdem ich weiß, dass ich immer dort hin gehen könnte, arbeite ich gern auch zu Hause. Es ist beides ganz schön.

Wenn man über dich und dein Label liest, ist oft von einem DIY-Skateboard-Hintergrund die Rede. Was genau meinst du damit?

Angefangen habe ich ja mit Rollo, das war ein Skate-Label. Skateboarding ist eine total eigene Welt, die haben keine Vereine oder andere Strukturen. Was ich an den Leuten mag ist, dass sie alle ein wenig Anti-Establishment sind. So nach dem Motto „Wir machen das selber.“ Das finde ich gut. Als ich mit Rollo angefangen habe, hatte ich ein Skate-Team. Wir haben nie groß irgendwelche Videos gemacht (lacht). Aber ich habe zu allen auch heute noch Kontakt. Skateboarden ist etwas, das ich immer noch gerne mache. Einmal angefangen hört man damit auch nicht so schnell wieder auf.

Könnte man sagen, dass deine Erfahrungen als Skater, Schreiner und Grafikdesigner bei R.T.CO alle zusammen kommen?

Ja, in meinem Label kommt das alles zusammen: das Handwerk, das Design und mein Skateboard-Hintergrund. Wenn ich in der Firma bin, checke ich ziemlich schnell, wie das alles funktioniert. In der Ausbildung habe ich auch gelernt, technische Zeichnungen zu machen. Das hat mir auf jeden Fall geholfen. Das Grafikdesign sogar noch etwas mehr. Deswegen wollte ich auch nicht ewig in einer Agentur arbeiten. Ich wollte, dass die Haptik zurückkommt in mein Leben.

Ich habe meine Ausbildung in einer Schiffswerft gemacht, das war eine super coole Zeit. Alte Segelboote draußen reparieren, morgens um sieben anfangen, morgens mit den Fahrrad zu den Landungsbrücken fahren, dann mit der Fähre rüber, in den Hafen rein – das war total gut.

Vermisst du diese Zeiten manchmal?

Manchmal vermisse ich, dass ich nicht mehr so viel mit den Händen mache. Aber ich kenne inzwischen ja beide Welten. Ich weiß wie platt man abends ist, wenn man den ganzen Tag in einer Fabrik oder einem Handwerksvertrieb gearbeitet hat. Dann findest du es auch okay, abends vor dem Bildschirm zu sitzen. Wenn du aber den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzt, dann willst du das abends nicht mehr.

Ich finde es immer gut, wenn man die Gelegenheit hat, Sachen wirklich auszuprobieren. Ich habe ziemlich lange gebraucht um mein Ding zu finden, aber eben auch viele verschiedene Sachen gemacht: Ausbildung, Studium, in allen möglichen Jobs gearbeitet. In den drei Monaten auf dem Bauernhof habe ich nochmal was ganz anderes gemacht. Dadurch hänge ich weniger Illusionen nach und komme nicht dazu zu denken „Jetzt auf dem Land zu leben, das wäre das viel schönere Leben.“ Ich möchte nicht ausschließen, dass ich in meinem Leben noch mal etwas ganz anderes mache. Aber ich habe keine romantischen Vorstellungen von anderen Jobs, daher bin ich im Moment total glücklich und werde das Label auf jeden Fall auch noch eine ganze Zeit lang machen.

Deine Brillen sind nicht wirklich teuer. Ist es dir wichtig, Brillen zu einem vertretbaren Preis zu machen?

Ja, das finde ich total wichtig. Ich könnte sie auch teurer machen, die Qualität würde das hergeben. Aber ich möchte nicht, dass sich nur Leute mit sehr viel Geld meine Brillen leisten können. Der Preis ist nicht richtig teuer aber auch nicht richtig billig, einen gewissen Preis muss eine gute Brille eben haben. Ich gehe da von mir selber aus. Ich bin auch nicht der Typ, der viel Geld für Mode ausgibt.

Dein Büro ist nur wenige Meter von deiner Wohnung entfernt. Bist du viel in der Stadt unterwegs, oder spielt sich dein Leben hauptsächlich in diesen Straßen ab?
Mein Leben ist ziemlich basic. Ich gehe nicht viel aus meinem Kiez raus. Alle meine Freunde wohnen in dieser Straße (lacht). Das ist wirklich so. Das finde ich auch ziemlich gut. Hier in der Ecke wohnen viele Kasseler die ich alle schon sehr lange kenne. Ich habe dadurch nicht das Bedürfnis, ständig neue Leute kennenzulernen, das schaffe ich zeitlich auch gar nicht.

Einer meiner besten alten Skatefreunde hat vor einiger Zeit eine Kneipe aufgemacht, die Black Lodge, direkt neben meinem Büro. Jetzt muss ich abends nur vom Büro in die Kneipe und dann nach Hause gehen. Direkt hier um die Ecke am Kottbusser Damm gehe ich in den Supermarkt – ich bin ganz schön faul was solche Distanzen angeht.

Wenn du dich in deiner Umgebung so wohl fühlst – hast du überhaupt noch das Bedürfnis zu reisen?

Ich habe am Wochenende nicht das Bedürfnis, aus der Stadt raus zu fahren. Ich bin auch kein Fan von Fernreisen. Ich mag Europa und muss nicht weit wegfahren. Meisten freue ich mich nach einer Wochen schon wieder auf mein Leben hier. Mein Beruf ist nicht so stressig, dass ich immer nach dem nächsten Urlaub lechzte. Ich würde allerdings gern mal wieder in die USA. Eine befreundete Fotografin ist da gerade hingezogen, vielleicht mache ich da nächstes Jahr mal ein Fotoshooting.

Du hast viele Skateboard-Decks hier in der Wohnung. Welche hast du selbst genutzt und welche sind Dekoration?

Die in der Küche sind neu. Das sind alte Boards aus den 80ern, alles Klassiker. Ein Freund von mir hat dieses Jahr einen Laden in Neukölln aufgemacht und der verkauft die. Ich habe diese Wohnung, nachdem ich sie gekauft habe, renoviert und gestrichen und danach nie das Bedürfnis gehabt, hier Bilder hinzuhängen. Ich mag dieses Unfertige. Dieses Jahr habe ich angefangen Sachen zu sammeln, die mir etwas bedeuten. Wie zum Beispiel diese Decks. Skaten ist eben ein Teil von mir.

Hast du schon meine schöne VHS-Sammlung gesehen? Die hier habe ich gerade auf dem Flohmarkt gefunden. Das ist der erste Gremmlins-Film. Der ist total lächerlich. Ich mag 80s-Trash. Die schaue ich natürlich auch alle an. Ich habe mir Anfang des Jahres wieder einen VHS-Rekorder organisiert.

Vielen Dank, dass wir einen Nachmittag in deine Welt eintauchen durften, Tobias. Mehr Infos über das Label gibt es hier.

Fotografie: Katharina Poblotzki
Interview & Text: Stephanie Dietze