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Living in San Francisco: Innovation True to Heritage
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San Francisco ist das Zentrum in Kalifornien mit europäischer Seele. Es ist nicht nur bekannt für den starken Nebel und die steilen mit Viktorianischen Häusern gesäumten Straßen, sondern auch für freie Liebe, Hippies und Hipsters. Da die Stadt weites gehend von Wasser umgeben ist, erreicht man sie am besten über die orangestrahlende Golden Gate Bridge im Norden und die Bay Bridge im Osten, die mit 25.000 Leuchtioden die größte Lichtskulptur der Welt ist.

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 Das Design einer Stadt zeigt sich in den unterschiedlichen Vierteln und vielleicht definiert nichts auf der Welt so sehr den eigenen Stil und die Weltanschauung wie die Wahl der Wohngegend. Die Industrie-Chich-Lofts und Eigentumswohnungen im Betondschungel von SoMa repräsentieren beispielsweise den Technologie-Boom; die Wohngemeinschaften in Haight scheinen ihr vielgeliebtes und vielgelebtes Erbe mit komfortabler Ordnung zu umschmeicheln, was sehr gut zu dem Ort im Zentrum der 60er-Revolution passt; Castro schmückt sich stolz mit seinen Regenborgenfarben und die Herrschaftshäuser in Pacific Heights sind riesig und überschauen die adretten Häuser an der Marina.

Bei der Inneneinrichtungen gehen alt und neu ineinander über, Struktur und Muster verknüpfen sich mit bunten Farben und den großen sonnenbestrahlten Fenster und schönen Fliesen. Craigslist, das in einem Cole Valley Café ins Leben gerufen wurde, wird als allumfassende Quelle für fast alles was man in San Fransisco, für seine eigenen vier Wände braucht, gehandelt: von witzigen Holzsesseln, über Jielde-Lampe, bis hin zu bearbeiteten Metallbett-Gestellen oder eine Zimmerpflanze. Das Ausmaß der Online-Plattform ist beeindruckend. Aber egal, wo man ist, eins ist die Stadt immer: vielseitig.

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Innovation gehört einfach zu San Fransisco dazu: Start-Ups, Unternehmer und die nächsten großen Neuheiten wohin das Auge reicht. Hier werden die Angestellten von Google in Bussen zur Arbeit gefahren, Träume wahr vorausgesetzt man kennt die richtigen Leute – und jeder hat ein kreatives Herzensprojekt hat. Gleichzeitig ist es auch der Geburtsort von Designikonen, wie Design Within Reach, the Gap und Esprit und damit auch Brutstätte von Nachwuchsdesignern.

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Entsprechend hat fast jeder ein Macbook, mit dem sich vor allem die Selbständigen gerne in Cafes mit Internetzugang tummeln und die Straßen sind gesäumt mit Boutiquen, denn Mode ist ein wichtiger Ausdruck des Einfallsreichtums. Haltung ist dabei alles – und wer den Mut  hat etwas Neues auszuprobieren, ist klar im Vorteil .

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Die Jahreszeiten spielen hier ein wenig verrückt, denn im Sommer ist es manchmal so kalt wie sonst das ganze Jahr nicht. Doch wenn die Sonne rauskommt blüht San Fransisco auf: Die Röcke der Frauen wehen im Wind und es wimmelt von kurzen Hosen und Sonnenbrillen. Die Parks von Dolores über Precita bis Crissy Field, verwandeln sich in grüne Oasen, wo man sich zum Picknick mit Hula-Hup-Reifen und improvisierter Musik trifft. Für ein kaltes Bier oder Popcorn muss man dabei noch nicht einmal aufstehen.

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Doch selbst am Ende der schönsten Tage, wenn die Sonne über dem Pazifik untergeht, kühlt es schnell wieder ab. Einheimische sind deswegen in den Abendstunden immer mit einem Pullover und Schal gewappnet. Das heißt aber nicht, dass San Fransisco nicht weiß sich zu verwöhnen. In einigen der besten Bars des Landes, genehmigt man sich hier vor allem gerne Fernet, extravagante Cocktails oder ein Bier. Und auch an die Restaurants hat man in San Fransisco hohe Ansprüche. Das Richtige zu finden, auch wenn es nur für eine Kleinigkeit zwischendurch sein soll, ist gar nicht so einfach. Lokale Küche ist unabdingbar und das Abendessen – egal ob kleine Taqueria oder kulinarischer Hotspot – eine perfektionierte Kunst. Einheimische haben daher kein Problem damit, sich für das perfekte Eis oder ihren Lieblingsbrunch mit dem besten Lebkuchen-Pfannkuchen weit und breit, ewig mit Handschuhen und Wollmütze anzustellen.

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So idyllisch San Fransisco auch ist, eines der besten Sachen an der Stadt ist es, sie zu verlassen. Ob auf dem Weg zu den Weinbergen von Napa und Sonoma oder entlang der wunderschönen Felsküste. Einen guten Ausblick hat man außerdem von der Fähre nach Sausalito, die auch in Alcatraz hält, wo man sich einen Eindruck davon machen kann, wie ein Gefängnisaufenthalt vor einigen Jahren ausgesehen haben muss.

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San Francisco ist eine Stadt, die wächst und sich von Tag zu Tag neu erfindet. Trotz der vielen Menschen, gibt es immer noch genug Luft zum Atmen. Und so überrascht es nicht, dass viele  Besucher gar nicht mehr abgereist sind und die, die es doch getan haben, zumindest ihr Herz zurückgelassen haben.

Dieser Journal Post ist Teil des Interior- und Trendrecherche-Projekts, das FvF derzeit zusammen mit Esprit home macht. Durch die ständige Beobachtung von lokalen und weltweiten Veränderungen in der sozio-kulturellen Welt, bekommen wir Eindrücke aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Nach San Francisco, folgen weitere Berichte aus verschiedenen Städten auf der Welt.

Zu unserem ersten Journal Post “Living in Amsterdam: Mediating Modesty and Extravagance” geht’s hier.

Text: Jordan Kushins
Photography: Marcia Prentice, Laure Joliet,  Hanh Cooley