Zusammen mit lokalen Communities fragt The Sooner Now nach dem guten Leben in der Stadt
Die gemeinsame Initiative von MINI und FvF setzt ihre Reise diesen Sommer fort
MINI × FvF presents: The Sooner Now
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Oft erscheint uns die Stadt als ein festes Gebilde, durch das wir uns schlängeln und winden, ohne selbst großen Einfluss zu haben. Veränderungsprozesse sind so langwierig, dass unsere eigene Beteiligung zuweilen utopisch erscheint. Dabei sind es ihre Bewohnerinnen und Bewohner, die die Stadt an erster Stelle gestalten sollten.

Nie zuvor waren Städte so dicht besiedelt und nie zuvor war das Funktionieren gemeinschaftlicher Strukturen von so vielen Akteuren abhängig. Ein gutes Leben in der Stadt verlangt nach neuen Impulsen und modernen Strukturen, die Nachbarschaften und andere urbane Communities in den Vordergrund stellen. Mitbestimmung ist der Schlüssel zur Stadt der Zukunft, in der sich alle als Teil von kreativen und gemeinschaftlichen Prozessen fühlen können. Dieser Herausforderung nimmt sich The Sooner Now an. Die gemeinsame Initiative von MINI und Freunde von Freunden lädt auch in diesem Jahr zu Gesprächen und Vorträgen in verschiedenen deutschen Großstädten ein. Im Austausch mit den lokalen Communities werden in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln Themen wie Zugehörigkeit und Heimat, kreativer Umgang mit Raum oder die neue Rolle weiblicher Führungskräfte im Kulturbetrieb diskutiert.

Im Jahr 2050 werden laut einer Studie der UN 66 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Das ist ein Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zu 2014. Häufig entscheidet man sich für einen schnellen und effektiven Ausbau der Stadt, um den entstehenden Bedürfnissen entgegenzutreten. Zwar lässt sich langsam ein Wandel erkennen, jedoch bleiben die Lebensrealitäten der Bürgerinnen und Bürger bei derlei Großprojekten oft unbeachtet. Während sich Lebensmodelle also stetig wandeln, können Wohnraum und Infrastruktur nicht weiter an alten Modellen festhalten – neue Lösungen müssen her.

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Von Indoor Farming in München zu sensorischen Navigationsmöglichkeiten für Sehbehinderte in Frankfurt: Bereits während der letztjährigen Tour durch fünf deutsche Großstädte legte The Sooner Now den Fokus auf Projekte und ihre Initiatoren, die die Strukturen der Stadt „von unten” umdenken. Bei öffentlichen Nachmittagskonferenzen und experimentellen Tischgesprächen tauschten sich lokale Macher und Interessierte über ihre Idee einer inklusiven und nachhaltigen Stadt aus.

Da es auf unserem Planeten langfristig enger wird, stand der progressive Umgang mit Platz im Mittelpunkt des Kick-Off-Dinners in München. Das „Lovelace – A Hotel Happening”, das als temporäres Hotel ein altes Bankgebäude bezog, regte zu Diskussionen über neue Möglichkeiten der Raumnutzung an. Durch den Start-up-Accelerator Urban-X von MINI, der neue Lösungen für den urbanen Raum fördert, lernten die Gäste Andrew Shearer und sein Start-up Farmshelf kennen. „Jede Person kann zum Farmer werden.“, so die Idee von Shearer. Das von seinem Team entwickelte System erlaubt den Anbau von Gemüse und Kräutern auf kleinstem Raum und spart dabei Energie, Wasser und Geld. Projekte wie Farmshelf zeigen, dass durch interdisziplinären Austausch zwischen Landwirtschaft, Architektur und Technologie, neue Lösungsansätze für komplexe Probleme von Heute aufgezeigt werden können. Darauf weist auch Eva Becker von MINI hin, sie betont: „Die Veranstaltungsreihe hat sehr unterschiedliche Menschen in fruchtbare Diskussionen gebracht.”

Eva Becker von MINI.
Andrew Shearer von Farmshelf.
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Anschließend an die gesellschaftlichen Bewegungen des letzten Jahres werden öffentliche Debatten in Zukunft vielstimmiger geführt werden.

— Dörte Lange, The Lissome

Dörte Lange, Gründerin von The Lissome.

Am zweiten Abend der The Sooner Now-Tour, unterhielt sich die Stuttgarter Community über bewussten Konsum und nachhaltiges Design. Neben Fragen nach fairer und umweltschonender Mode, wurde über die Verantwortung der Verbraucher debattiert. Die Frage nach der Art und Weise, wie wir Kleidung oder Nahrung konsumieren, knüpfte an der vorherigen Diskussion in München an: Wer muss die Verantwortung für eine tatsächliche, dauerhafte Veränderung übernehmen? Dörte Lange, Gründerin der nachhaltigen Modeplattform The Lissome, ist der Überzeugung, dass wir dafür alle einstehen müssen: „Ich glaube, wir befinden uns an einem Wendepunkt. Die verantwortungsvolle Gestaltung der Zukunft wird definitiv ein Kernthema für 2018 sein. Anschließend an die gesellschaftlichen Bewegungen des letzten Jahres werden öffentliche Debatten in Zukunft vielstimmiger geführt werden.”

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Nachmittagsveranstaltungen in Düsseldorf und Hamburg beschäftigten Begegnungsräume in ihren unterschiedlichen Formen – on- und offline. In Düsseldorf stellte sich die Frage, inwiefern digitale Technologien Einfluss auf unsere Idee von Gemeinschaft nehmen. Louisa Heinrich, Gründerin der Beratungsagentur Superhuman Ltd. sprach sich in ihrem Impulsvortrag dagegen aus, weiterhin so zu tun, als ließen sich Online- und Offlinewelten voneinander trennen. Dass die Funktionsweise sozialer Medien maßgeblichen Einfluss auf politische Realitäten nimmt, ist schließlich mittlerweile kein Geheimnis mehr.

Ich finde man kann extrem von einer Mischung der Generationen – oder auch Kulturen – profitieren, wenn man sich im Alltag begegnet. Oft findet das im Büro gar nicht mehr statt, aber der Wohn- und Lebensraum wäre doch ideal dafür.

— Caroline Kurze, Gestalten.

Ähnlich wie das Design digitaler Technologien bestimmte Interaktionsmöglichkeiten fördert und wiederum vernachlässigt, ermöglicht unsere gebaute Umgebung Begegnung, aber auch Isolation. In Hamburg ging es um Nachbarschaft und soziale Teilhabe – und ihre Ermöglichung durch architektonisches Umdenken. Kollaborative Wohnmodelle sowie inklusive Stadtgestaltung dienen hier als Schlüsselkonzepte. Caroline Kurze, Redakteurin des Berliner Verlages Gestalten, sprach sich für inklusive Wohnformen aus: „Mich fasziniert die Idee des generationenübergreifenden Wohnens, mit Raum zum Zusammenleben aber auch zum Sich-Zurückziehen. Ich finde man kann extrem von einer Mischung der Generationen – oder auch Kulturen – profitieren, wenn man sich im Alltag begegnet. Oft findet das im Büro gar nicht mehr statt aber der Wohn- und Lebensraum wäre doch ideal dafür.“

Louisa Heinrich, Gründerin von Superhuman Ltd.
Caroline Kurze, Redakteurin bei Gestalten.

Das letzte Event des Jahres in Frankfurt richtete seinen Blick auf das Wohlbefinden von Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt. Der ökologische Fußabdruck des urbanen Lebensstils war während des gesamten Jahres ein wichtiges Thema, aber wie nachhaltig ist das städtische Leben für unsere Psyche und sinnliche Erfahrung? Der Stressforscher und Psychiater Mazda Adli erklärte, warum Stadtmenschen gestresst sind, aber ihre Stadt trotzdem lieben. Die Frankfurter Kreativen antworteten darauf mit ihren persönlichen Schilderungen und Wünschen: Während einige die Stadt durch die „top-down” Prozesse von Banken und Politik gefährdet sehen, nehmen andere Chancen wahr, die Finanzmetropole im Kleinen mitzugestalten. Auf die Frage, welche Entwicklungen für sie relevant werden, antwortete Artdirektorin von e15 Farah Ebrahimi: „Ich setze mich für eine vielfältige Landschaft aus Restaurants und Einzelhandel ein, in der verschiedene Kulturen miteinbezogen werden. Für eine höhere Flexibilität sind vor allem Verfügbarkeit und Öffnungszeiten der verschiedenen Geschäfte und Cafés von wesentlicher Bedeutung.” An ihren Gedanken schließt das Fazit der Nachmittagsveranstaltung an: Nur durch gezieltes Einschreiten auf lokalen Ebenen und einen Fokus auf kleine Anfänge sind wir auf dem richtigen Weg Veränderung zu generieren.

Da Veränderung jedoch bekanntlich dauert und eigentlich nie zu Ende ist, wird auch The Sooner Now in diesem Jahr weitergehen. In Zusammenarbeit mit MINI und IDEAT geht FvF erneut auf Tour, um sich lokalen und persönlichen Fragen zu stellen. In Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Köln sprechen wir mit Experten und Communities über aktuelle Entwicklungen, die für die Stadt und ihre Bewohnerschaft relevant sind.

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Art-Direktor Farah Ebrahimi.
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Die erste Veranstaltung im Juni findet in Hamburg statt und fragt nach der Bedeutung von Heimat und Zugehörigkeit im globalen Zeitalter. In Berlin widmen wir uns kurze Zeit später der Kulturlandschaft aus weiblicher Sicht und gehen der Frage nach, was ein weiblicher Führungswechsel im Kulturbetrieb bewirken kann. In der zweiten Hälfte des Jahres beschäftigen wir uns in Düsseldorf mit der andauernden Nachhaltigkeitsbewegung in der Modeindustrie und in Köln gilt es ein neu entstehendes Stadtquartier zu entdecken.

Seit 2016 tritt The Sooner Now in den Dialog mit lokalen Communities in ihren Städten. Die gemeinsame Initiative von MINI und FvF versteht sich als Plattform für kreative Zukunftsideen und persönliche Geschichten – als andauernder Austausch über Städte und Veranstaltungsformate hinweg. Mehr über die Entstehung der Initiative auf der Website.

Dieses Jahr kommt The Sooner Now nach Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Köln. Zur Anmeldung einfach auf die jeweilige Stadt klicken.

Photography: FvF Productions
Video: FvF Productions
Text: Lena Heiss und Zsófia Nemes für FvF Productions