Freunde von Freunden

Clemens Wolf
Artist, Studio, Vienna Rudolfsheim-Fünfhaus
Workplaces > Clemens Wolf

Clemens Wolf ist ein Wiener Künstler, der nicht wie viele Kreativen über die Langsamkeit und Stagnation der Mini-Metropole an der Donau schimpft sondern die strukturellen Gegebenheiten der Kultur-Stadt lobt. Vielleicht liegt sein Optimismus darin begründet, dass er vor seinem Studium an der Kunstuniversität Linz ein wenig BWL studiert hat, keine Angst vor PR hat und täglich mit viel Licht arbeitet.

Obwohl sich Clemens auf die Medien Malerei und Installation spezialisiert hat, ist sein starker Bezug zur Street Art sichtbar: der urbane Raum mit seiner morbiden Schönheit taucht als Thema immer wieder auf. Seine Bilder erzählen von Barrieren und davon, wie schwierig es manchmal ist festzustellen, ob man als Betrachter drinnen oder draußen steht. Clemens empfängt uns in seinem Studio in Rudolfsheim-Fünfhaus, wie der 15. Wiener Gemeindebezirk auch heißt. Trotz des kühlen Winterlichts ist es hell und duftet nach Terpentin.

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Clemens, wir treffen uns in Wien, einer Kulturhauptstadt, die schon viele Künstler inspiriert hat. Was hat dich in deinem Werdegang als Künstler geprägt?
Es gab nie den Moment, an dem ich beschlossen habe: So, jetzt bist Du Künstler. Das wichtige ist der Weg und letztendlich der Prozess, ein Projekt von Anfang bis zum Ende durchzuziehen. Der Knackpunkt ist wahrscheinlich, wenn man das erste Mal ein Bild fertigstellt und der Schaffungsprozess, der damit hinter einem liegt- ich kann Dir nicht genau sagen, was es ist. Begonnen hat es mit der Schule, dann kommt das Ende des Studiums und plötzlich bist du Künstler, wenn man sich so nennen möchte.

Kannst Du Dich noch an den Zeitpunkt erinnern, an dem Du gedacht hast: Ja, jetzt möchte ich Künstler werden?

Ein wichtiger Moment für mich im Alter von 13 oder 14 Jahren war sicher das Kunsthistorische Museum hier in Wien, ein Tempel. Und als ich das erste Mal „Die Nachtwache“ von Rembrandt in Amsterdam gesehen habe, das war ebenfalls ein einschneidender Wahnsinnsmoment. Generell haben mich die alten, mächtigen und aufwändig komponierten Meister sehr beeindruckt. Sie haben eine unglaubliche Ausstrahlung und sind noch heute zeitgemäß.

Deine Kunst hat Grenzen als Hauptthema. Man steht als Betrachter Deiner Bilder immer wieder vor einem Zaun – sollen sie ausschließen?

Naja, woher weißt du denn als Betrachter vor einem Zaun wo Du stehst? Je näher Du an etwas dran bist, desto schwieriger ist es zu sagen, ob man drinnen oder draußen steht. Mein Ansatz ist, Distanz aufzubauen. Die Zäune haben außerdem eine weitere, grafische und gliedernde Funktion – sie fungieren als Raster. Der Zaun an sich fasziniert mich auch inhaltlich: wenn du nicht willst, dass jemand sieht, was du besitzt, baust du eine eigentlich eine Mauer, die die Sicht versperrt. Ein Zaun ist durchlässiger, lässt den Betrachter hindurchschauen, er ist also eine physische aber nicht unbedingt eine optische Barriere.

Du malst viel, erschaffst aber auch Skulpturen – was ist Dein Lieblingsmedium?

Ich komme ganz sicher aus der Malerei. Ich sehe auch meine Skulpturen eher als Bilder. In letzter Zeit beschäftige ich mich aber auch mehrdimensional mit Metall und Schweißarbeiten. Meine anderen steten Werkzeuge sind Stanley Messer und Papier – fast alle meine Arbeiten entstehen mit Hilfe von Schablonen, also Stencils.

Thema Stencils – du kommst aus der Streetart. Sprayst Du noch?

Naja, nicht mehr so viel. Klassische Grafitti-Kunst ist ja eine Formensprache, eine Codesprache. Sie ist eigentlich nicht für die Allgemeinheit bestimmt, sondern eine in sich hermetische abgeschnittene Kommunikationsform, die nur von denen verstanden wird, die diesen Code verstehen, also anderen Sprayern. Die Streetart war immer eine sehr politische und direkte Form der Kunst, mittlerweile ist die Kunstform aber salonfähig geworden und die Grenzen zwischen „klassischer“ Kunst und Streetart verschwinden. Heute wird Street Art im Bereich „Kunst im öffentlichen Raum“ schon als Anker gesehen und es werden Ausstellungskonzepte für diese Kunstrichtung entworfen. Ich finde das faszinierend, allerdings ist Streetart in Ausstellungen nicht unbedingt Streetart sondern Kunst von Streetartists, denn Streetart braucht die Street.

Was bedeutet der Beruf als Künstler für Dich?

Ich bin hier in Wien in der angenehmen Position, mir ein ordentliches Studio mieten zu können und habe mir so sehr gute Rahmenbedingungen für meine Arbeit geschaffen. Mein Ansatz war nie: ich geh irgendwas arbeiten damit ich mir leisten kann, Künstler zu sein. Mein Beruf soll mein Leben finanzieren können. Das ist derzeit der Fall und nur so kann ich auch meine Ideen und Inspiration umsetzen. Aus dem gleichen Grund mache ich auch nichts auf Kommission, meine Bilder entstehen rein aus meiner Inspiration.

Wie wichtig ist es, Kunstpreise wie den Strabag Art Award, ein in Österreich angesehener Preis, zu gewinnen und in der Sammlung Essl vertreten zu sein?
Wenn Du von Deiner Arbeit leben willst, brauchst Du natürlich Käufer und somit Publicity. Renommierte Namen und Institutionen, helfen einem dabei. Das ist wie eine Welle- eins führt zum anderen. Man trifft Menschen die einen unterstützen und die Kunst wird gesehen. Dabei helfen Preise und mit namhafte Sammlungen in Verbindung gebracht zu werden, denn sie fungieren als Hebel.

Viele Leute aus der Kreativ-Szene schimpfen immer wieder über Wien, weil hier „so wenig geht“ – wie empfindest Du Wien als Arbeitsplatz?

Ich muss sagen, dass Wien ein gutes Pflaster für Künstler ist. Die Stadt hat eine enorme Geschichte, was die Kunstszene angeht und ist dadurch sicher sensibler als andere Städte. Außerdem ist die Förderlandschaft hier sehr gut; wenn man sich als junger Künstler darum kümmert, wird man unterstützt. Natürlich ist es wie in allen kreativen Berufen wichtig, sich auch international zu präsentieren. Österreich hat nun mal nur 8 Millionen Einwohner, das darf man nie vergessen.

Wie wichtig ist Dein Studio für Dich?

Für mich ist es wichtig, einen Arbeitsplatz haben, zu dem ich in der Früh gehe und ihn Abends wieder verlasse. Ich bin nämlich kein Nachtarbeiter sondern brauche das Tageslicht. Mein Studio hat große Fenster und natürlich ist es ein wichtiger Ort für mich, denn ich verbringe viel Zeit dort.

Was brauchst Du noch zum arbeiten außer Tageslicht?

Ich höre den ganzen Tag Musik, eigentlich alles Mögliche. Ich habe einige Freunde, die Musiker sind und die versorgen mich immer wieder mit neuem Material aus den verschiedensten Genres. Außerdem brauche ich eine Maske und Handschuhe als Schutz, ich arbeite viel mit Terpentin

Wer sind Deine Helden?

Die Frage ist nicht so leicht, Helden an sich hab ich keine. Wen ich aber gerne mal treffen würde, weil mich ihre Arbeit beeindrucken sind Künstler wie Gerhard Richter, Anselm Kiefer, Richard Serra, Mathew Barney oder Ai Wai Wai um ein paar der Lebenden zu nennen.

Vielen Dank für das Interview! Wer Clemens Arbeit ansehen möchte kann das auf seiner Website tun.

Interview: Alexandra von Quadt
Fotos: Lukas Gansterer

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