Freunde von Freunden

Klaus Mühlbauer
Hatter and Entrepreneur, Store & Millinery, Innere Stadt, Vienna
Workplaces > Klaus Mühlbauer

Wien Innenstadt und nahe des Schwedenplatzes: Neben einem leer gefegten Eissalon liegt der Eingang der Hutmanufaktur Mühlbauer. Man tritt ein und das rege Treiben der belebten Werkstätte, das vom angenehmen Rattern alter Nähmaschinen im Hintergrund geprägt ist, zieht einen sofort an: Hier werden Kopfbedeckungen in allen Formen und Farben geschaffen. Der Mann, der alles zusammenhält heißt Klaus Mühlbauer. Doch das war nicht schon immer so. Früher wurde der Betrieb von seinen Eltern geführt.

Irgendwann waren die Hüte aber nicht mehr zeitgemäß und sie weiteten das Sortiment auf Bekleidung aus. Doch das half dem Traditionsbetrieb auch nicht aus der Krise. Erst als er 2001 von Klaus übernommen wurde, änderte sich das. Er stellte das Unternehmen mit gewagten Designs und internationaler Ausrichtung auf den Kopf. Klaus sorgte nicht nur für ein neues und jüngeres Image, sondern stellte die Hüte, das ursprüngliche Kerngeschäft, wieder in den Fokus.

Damit scheint er einiges richtig gemacht zu haben. Denn mittlerweile liegen MühlbauerHüte in ausgewählten Regalen überall auf der Welt: Ob in Mailand, New York oder Tokyo. Umso besser, dass dem Hutmacher der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist. Trotz vollem

Kalender lädt uns der sympathische UrWiener für ein paar Stunden in seine Welt ein. In der Zeit, die wir mit Klaus verbringen, führt er uns durch die Werkstätten und den FlagshipStore im historischen Zentrum Wiens. Nebenbei zeigt er uns seine Lieblingsorte und spricht mit uns über frühe Berufswünsche, die Liebe zum Handwerk und seine Wiedergeburt als Pariser Hutmacher.

Dieses Portrait wurde in Zusammenarbeit mit departure die Kreativagentur der Stadt Wien produziert und ist der fünfte Teil dieser Kollaboration.

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Klaus, was für eine Bezug hast du zu Wien?

Ich bin hier geboren, im dreizehnten Wiener Gemeindebezirk Hietzing. Meine Geburtsklinik befindet sich genau neben dem Pflegezentrum, in dem das Personal Leute umgebracht hat, wodurch das Viertel bekannt geworden ist. Aufgewachsen bin ich aber im zwölften Bezirk, Meidling, bis ich sieben Jahre alt war. Dann bin ich nach Floridsdorf, einem Außenbezirk jenseits der Donau, gezogen. Nicht ganz so hübsch, ein Arbeiterbezirk eben. Ende der neunziger Jahre habe ich dann draußen im Waldviertel in Niederösterreich gelebt und war nach dem Studium für einige Jahre in einem Textilindustriebetrieb beschäftigt. Sozusagen da, wo man sich die tiefste Provinz

vorstellen kann. Mitten im Nirgendwo.

Jetzt hat die Stadt dich aber wieder…

Ja, nach der Zeit habe ich natürlich Lust nach Stadt und urbanem Umfeld bekommen und mir eine Wohnung im Karmeliterviertel im zweiten Wiener Gemeinebezirk gesucht. Früher war es ein ranziger, nicht ganz so gut aufgeräumter Stadtteil Wiens und in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Dort habe ich eine schöne Wohnung mit Ausblick zum Markt gefunden. Das war super für mich, mitten in die Stadt einzutauchen und ganz schnell überall sein zu können. Mittlerweile ist es sehr schick geworden dort, weswegen es auch als ’BoboCity’ bekannt ist.

Was wolltest du als Kind mal werden?

Gute Frage! Als ich noch ganz klein war Feuerwehrmann. Das hat sich aber schnell verstreut. Bis ich siebzehn Jahre alt war, wusste ich eigentlich überhaupt nicht, was ich werden will. Manchmal habe ich mit dem Gedanken gespielt Arzt oder Architekt zu werden.

War Hutmacher damals keine Option?

Auch wenn ich quasi mit den Hüten meiner Eltern groß geworden bin, hat sich das mir nie so aufgedrängt. Ich dachte, dass es vielleicht einer meiner drei jüngeren Geschwister übernehmen will. Nach der Matura habe ich mir dann überlegt: Bevor ich gar nichts treibe, mache ich eben eine Lehre. Das Naheliegendste war, das bei meinen Eltern im Betrieb auszuprobieren. Also habe ich zwei Jahre damit verbracht, mich zum Hutmacher und Modisten ausbilden zu lassen. Und siehe da: Es hat mir richtig Spaß gemacht! Das hätte ich gar nicht für möglich gehalten. Ich hab immer gedacht, das wird mir zu eintönig, zu fad und zu minder sein. Das Gegenteil war aber der

Fall: Es war echt gut.

Was hat dir daran so gut gefallen?

Etwas mit den Händen zu schaffen und am Ende des Tages sagen zu können: Das ist mein Werk. Vor allem, da es von der Planung bis zur Fertigstellung doch in einem überschaubaren Zeitrahmen stattfindet. Außerdem gibt es mir ein befriedigendes Gefühl. Das war sozusagen der Startschuss. So bin ich mit den Kopfbedeckungen in Berührung gekommen und habe dann nach der Lehre auch gleich meine erste Kollektion gemacht. Das war 1988, da war ich gerade einmal 20 Jahre alt. Die Sachen habe ich selbst im Zug nach Paris transportiert, dort auf einer Messe ausgestellt und richtig gut verkauft. Ganz stolz über das volle Auftragsbuch bin ich dann zurück.

Meine Eltern waren auch ganz erstaunt.

Klingt nach einem guten Einstieg.

Ja, ich habe das auch noch eine Zeit lang so weiter gemacht. Nur die Aussicht, die nächsten zwanzig oder dreißig Jahre mit meinen Eltern nicht nur wie damals zuhause, sondern auch im Betrieb unter einem Dach zu sein, hat mir nicht so gefallen. Nach zwei weiteren Jahren habe ich also beschlossen etwas anderes zu machen.

Und nochmal studiert?

Genau, etwas ganz anderes: Wirtschaft. Der Gedanke dahinter war, mir das Rüstzeug für das Geschäftsleben zu verleihen, was mir auch gelungen ist. Aber das Umfeld an der Universität war schrecklich: die ganzen JungManager, das große MackerGehabe und mit den Cabriolets der Eltern zur Uni zu fahren. Ich habe gelitten wie ein Schwein, aber dann doch vor allem auf Zureden meiner Mutter meinen Abschluss gemacht.

Zum Glück?

Ja, letztlich bin ich froh, es gemacht zu haben. Diese Geschäftsleute, die mir bis heute so ein bisschen zuwider sind, können mir nicht ein A für ein U vormachen. Ich weiß, was Marketing und Buchhaltung heißt und was dahinter steht. Aber wenn man schon mal in einem kreativen Bereich gearbeitet hat, ist es ganz schön hart in so einen Bereich zu wechseln.

War die Übernahme des HutGeschäfts deiner Eltern der nächste logische Schritt?

Naja, logisch und nicht logisch zugleich. Ich war nach dem Studium drei Jahre in einem Textilunternehmen im Waldviertel. Dort habe ich an der Schnittstelle zwischen Produktion, Marketing und Produktgestaltung gearbeitet, was mir gut gefallen hat. Als ich dann von einemgroßen Modeunternehmen aus Deutschland ein Jobangebot bekommen hatte, sagte mir mein Vater, dass er in den Ruhestand gehen und die Werkstätte schließen wollte. Da hat es mir schon einen Ruck gegeben. Zehn Jahre zuvor habe ich mitbekommen, wie toll dieses Handwerk ist und was wir da alles rausholen können. Ich habe ihn dann gebeten ein bisschen zu warten und mir Zeit zum Nachdenken zu geben.

Worüber?

Eher über die Frage, wie ich den Betrieb meiner Eltern in Zukunft führen soll, als ob ich es machen soll. Denn das Unternehmen war schon ein bisschen in die Jahre gekommen und es wurde länger nicht mehr investiert. Es war keine Richtung mehr erkennbar. Meine Eltern mussten das Unternehmen mehrfach umpositionieren. Sie haben die schwere Zeit erlebt, als die Hutbranche in den siebziger Jahren niedergegangen ist: Auf einmal wollte niemand mehr Hüte tragen, sondern mehr Haar zeigen. Doch am Ende meiner Überlegungen habe ich in Deutschland abgesagt und war im April 2001 wieder in Wien.

Wusstest du da schon, wohin die Reise gehen soll?

Die Idee war noch nicht ganz ausgereift, aber mir war klar, dass es neue Hüte geben muss. Ich habe von meinen Eltern sechs Geschäfte übernommen. Dort wurde hauptsächlich Kleidung verkauft, Hüte aus der eigenen Fertigung waren eher das Randsortiment. Trotzdem war ich schon damals entschlossen, das Unternehmen zurück zum Ursprung zu führen. Das war immer noch das, was uns einzigartig gemacht hat: die Hüte mit eigener Handschrift. Klar war auch, dass Österreich als Markt für so ein hochwertiges, handgefertigtes Produkt zu klein war. Wir mussten den Vertrieb komplett ändern und über die Grenzen des Landes hinaus agieren.

Wie hast du diese Rückbesinnung auf die Ursprünge mit der kompletten Erneuerung der Designs verbunden?

Die Wichtigste war das Produkt selbst. Mein Anspruch damals wie heute: die Hüte so attraktiv zu machen, dass sie auch für junge Menschen interessant sind. Nicht nur für ältere Damen und Herren, die damit schon aus früheren Zeiten vertraut sind. Damit haben wir in Bezug auf das Design eine kleine Revolution ausgelöst. Denn was wir von 2003 bis 2005 gemacht haben, hat mit dem von 1998 bis 2000 optisch nur sehr wenig zu tun. Den Ursprung hat das alles aber in der handwerklichen Tradition, die in unserem Unternehmen mehr als hundert Jahre alt ist. Die Fertigung findet noch genauso statt wie im Jahr 1903, als wir angefangen haben.

Lässt dir dieser traditionelle Rahmen auch Platz zum Experimentieren?

Der Raum zum Experimentieren ist groß, fast grenzenlos. Wir können zwar nicht von einer Saison auf die andere alles ändern. Aber wir haben bei jeder neuen Kollektion trotzdem den Anspruch, etwas zu machen, das die Grenzen des Möglichen auslotet; oder neue Dinge zu erfinden, die es bislang noch nicht gegeben hat. Der Neuheitswert von unseren Hutdesigns ist auch das wodurch wir international bekannt geworden sind.

Wie schätzt du Wien als Standort für traditionelles Handwerk ein?

Wien ist ein guter Standort für das Handwerk. Vor allem im Vergleich zu Städten wie Berlin, Paris oder London. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht sind die Wiener gute Geschäftsleute, die in der Lage sind, ihre Produktion nicht zu verlagern, wie das in den letzten fünfzehn Jahren Mode geworden ist. Oder es ist eine gewisse Resistenz: Wir mauern uns zu und drücken das mit dem Handwerk durch. Es ist einfach ein bisschen mehr in Wien geblieben als woanders. Ich habe nicht den Eindruck, dass das politisch bedingt ist oder von öffentlicher Seite besonders gefördert wurde. Das kommt eher von den Menschen hier.

Trifft das auch auf Mode zu?

Eher nicht, als ModeStandort ist Wien nicht wahnsinnig genial, muss man sagen. Da gibt es wichtigere Treffpunkte, und das merkt man teilweise schon. Wir müssen immer nach Paris, Mailand, London, Berlin und New York fahren, um präsent zu sein. Dort ist man näher an der Quelle und die Wahrnehmbarkeit als Label und Unternehmen ist dort wesentlich größer als in Wien. Daran müssen wir als Modeschaffende arbeiten. Denn ich glaube, dass man das ändern kann. Ich habe immer gedacht, dass das schneller gehen wird. Denn Wien ist ja durch die Öffnung des Ostens viel mehr in das Zentrum Europas gerückt. Doch bis jetzt hat das nicht so im großen Stil stattgefunden. Aber vielleicht wird das ja noch.

Würden deine Designs denn anders aussehen, wenn du sie in einer Modemetropole, wie beispielsweise Paris produzieren würdest?

Nein, die würden genauso aussehen. Jedenfalls, wenn ich Wiener bleiben und nicht als Franzose wiedergeboren würde. Diese regionale Handschrift finde ich als

Wiedererkennungmerkmal sehr wichtig. Man sieht das zwar nicht jedem Stück an, aber in der Gesamtschau unserer Kollektion kann man die regionale Herkunft erkennen. Es ist wichtig, nicht zu verstecken, dass man aus Wien und dieser Ecke Europas ist. Es ist eben speziell. Und wir sehen ja, wie das auf der ganzen Welt geschätzt wird. Anders wäre in Paris lediglich die Verbindung zum Markt: Wir würden mehr Geldgeber finden, die bei uns einsteigen wollen.

departure war einer dieser, wie schätzt du ihre Rolle am Standort Wien ein?

Obwohl wir unser Projekt der Neupositionierung auch ohne die departure Förderung durchgezogen hätten, haben wir uns über das Geld natürlich sehr gefreut. Ich finde bei departure aber die Rolle als Branchenvermittler, Netzwerk und Pressestelle viel wichtiger. departure hat sehr viel gemacht, um die geförderten Labels und Unternehmen in der Öffentlichkeit gut zu präsentieren. Diese Unterstützung durch Buchund Filmprojekte oder verschiedene

Veranstlatungen finde ich oft viel hilfreicher als die reine monetäre Förderung.

Woher bekommst du deine Inspiration?

Das kann ich gar nicht an einer Sache festmachen, das begleitet einen ständig. Wir befinden uns da immer in einem kontinuierlichen Prozess. Ich notiere mir alles geistig, manchmal auch physisch zum Beispiel auf einem „Kaszettel“ (=Käsezettel, österreichisch für herumliegendes Stück Papier). Das passiert aber wie gesagt ständig: Abends vorm Einschlafen, bei einem Spaziergang im Wald oder im Kaffeehaus.

Apropos Kaffehaus, welches ist denn dein Lieblingskaffeehaus in Wien?

Ich bin viel im Café Diglas am Fleischmarkt anzutreffen.

Und welche Orte kannst du in Wien zum Entspannen empfehlen?

Natürlich bin ich oft in der Gegend rund um den Karmelitermarkt. Da gibt es viele nette Lokale. Das Madiani dort ist gemütlich und hat eine echt gute georgische Küche. Ich versuche allerdings, nicht immer am selben Fleck zu verweilen und nutze viele andere Orte, wie den Prater oder den Wienerwald. Was ich immer gerne mache ist, irgendwo ins Grüne zu gehen. Mir taugen der Wald und Spaziergänge. Entspannen heißt für mich auch immer, mich langsam fortzubewegen, oder gar nicht.

Und wo finden wir dich am Abend?

Direkt neben unserem Geschäft liegt die LoosBar, die hat einen festen Platz in der Wiener Geschichte und ist immer einen Besuch Wert.

Legst du in der Werkstatt eigentlich noch selbst Hand an?

Sehr selten. Es ist aber immer noch wichtig, dass ich das kann. Sowohl für mich, weil es mir Sicherheit gibt in meinem Tun und Schaffen, als auch für meine Kolleginnen und Kollegen in den Werkstätten. Die denken sich dann: Aha, der Mann hat das auch gelernt. Und wenn ich mir etwas wünsche, dann weiß ich, was funktionieren kann und was nicht; ich weiß, wo sie stöhnen werden, auch wenn ich am Schluss darauf bestehe es so zu machen. Es ist sozusagen ein Knowhow, das zum Arbeiten wichtig ist, aber es ist auch eine Zeitfrage, selbst in der Produktion Hand anlegen zu können. Zeit, die ich dann für andere Sachen nicht zur Verfügung habe.

Dann machen wir es jetzt mal kurz: wie würdest du deine Arbeitsphilosophie in drei Worten zusammenfassen?

Hut, Handwerk und… Designanspruch. (lacht)

Vielen Dank an Klaus für das interessante Gespräch und die spannenden Einblicke in deine Werkstätte. Wer mehr über die Bandbreite von Klaus Arbeit erfahren möchte, besucht die Website der Manufaktur hier.

Dieses Porträt ist in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsagentur Wien und ihrem Kreativzentrum departure entstanden. Mehr Porträts und Berichte zu der Wiener Kreativszene gibt es hier

Fotografie: Martin Stöbich

Interview & Text: Philipp Daun

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