Freunde von Freunden

Felix Petersen
Entrepreneur, Apartment, Mitte, Berlin
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Man könnte Felix Petersen für einen Doktoranden der Geisteswissenschaften halten, für einen Grafikdesigner oder Musiker- oberflächlich weist nicht viel auf die Geekyness hin, die ihn in die erste Liga der Internet Start-Ups gebracht hat.

Der gebürtige West-Berliner hatte seinen ersten Kontakt mit dem Internet 1988 als kleiner Junge im Wohnzimmer seiner Eltern in Zehlendorf und legte dort in bester DIY-Mentalität und mit einem analogen Akustikkoppler nicht nur die familiäre Telefonleitung lahm, sondern auch den Grundstein für eine anhaltende Faszination für Technologie und die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Veränderungen.

Aufgewachsen in den Achziger Jahren unweit des Hauptquartiers der Amerikanischen Besatzungstruppen, hat er die Wendezeit und die anarchischen Anfänge der Ost-Berliner Partykultur, von der sich der Mythos der Stadt bis heute speist, hautnah miterlebt.

Mit Ausnahme eines kurzen akademischen Ausflugs in die Soziologie und Informatik bastelt Felix kontinuierlich an seinen eigenen Ideen und ist zugleich Zeitzeuge einer der spannendsten gesellschaftlichen Umbrüche der jüngeren Geschichte und Protagonist Berlins aufstrebender Start-Up-Szene, in der sich kulturelles Insiderwissen und spielerische Technikbegeistertheit die Hand reichen.

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Woher kommst du?

Ich komme aus Zehlendorf. Früher war der Berliner Westen ja in Norden und Süden aufgeteilt und der Ku’damm war die Grenze- dort hat man sich zum Skaten getroffen.

War dir die Teilung der Stadt als Kind bewusst? Hattest du ein Inselgefühl?
Ja, auf jeden Fall. Wenn wir mit dem Fahrrad durch die Gegend gefahren sind, kam man früher oder später an die Mauer und da ging‘s dann nicht weiter. Aber mir war nicht bewusst, wie krass diese Tatsache eigentlich war. Es hätte mich auch nicht gewundert, wenn es in anderen Städten auch Mauern gegeben hätte.

Eine andere prägende Kindheitserinnerung war das sehr präsente Militär: auf dem Schulweg mussten wir manchmal 20 Minuten warten bis die amerikanische Panzerkolonne vorbeigefahren ist. Ich habe damals in der Nähe des American Headquarters gewohnt und war früh mit dieser anderen Kultur in Kontakt gekommen. Zehlendorf war ja amerikanische Besatzungszone und deshalb hatten wir den PeEx, ein Shop für die Angehörigen des Militärs und die Diplomaten um die Ecke- der Burgerking auf dem Gelände war ein echtes Highlight. Es gab dort lauter Produkte die man sonst nirgends finden konnte.

Unser Nachbar war der Deutschlandkorrespondent der Financial Times und durfte dort einkaufen. Seine Söhne waren fünf Jahre älter als ich und hatten immer die schärfsten Spielzeuge, die sie dann an mich weitergegeben haben.

Woher kommen deine Eltern ursprünglich?

Meine Mutter aus Berlin und mein Vater aus Flensburg. Er ist wie so viele hergekommen, weil es in West-Berlin keine Bundeswehr und kein Wehrdienst gab.

Kannst du dich an die Wendezeit erinnern?

Ja, da war ich 14. Ich wünschte mir manchmal ich hätte eine Zeitmaschine. Dann würde ich mich in einen Samstag Abend um 1988 in den Prenzlauer Berg beamen und mich in einer Eckkneipe an der Eberswalderstraße betrinken. Das fänd ich super!

Da komm ich mit.

Zu der Zeit dachte ich noch „ach, im Osten geht ja eh nix“ aber jetzt fänd ich das super spannend. Ich würde auch mal die stasiverseuchten Hotelbars abchecken. Und ins Café Moskau gehen und mich mit strangen bulgarischen oder russischen Diplomaten betrinken. Das ist schon ein verrückter Gedanke: mit der S-Bahn in ein anderes Land reisen.

Stimmt. Heute fliegt man um die halbe Welt und oft ist nicht mal das exotisch…

Das hätte ich echt mehr nutzen sollen. Aber ich war noch sehr jung. In der Nacht der Wende stand ich dann oben auf der Mauer am Brandenburger Tor und habe mit meiner kleinen Kamera Bilder gemacht, die stehen jetzt noch auf Flickr. Obwohl viele Leute dort fotografiert haben, gibt es nur ganz wenige original Aufnahmen in digitalisierter Form. Ich bin in der Nacht mit meinen Kumpels auf der Ostseite runtergesprungen und wir sind so lange durch Ost-Berlin gelaufen bis wir von Vo-Po‘s auf einem Sammeltransporter zurückgebracht wurden.

Aber es hat bestimmt noch etwas gedauert bis der Osten wirklich spannend wurde zum Ausgehen und so, oder?

Ja, in der allerersten Welle haben wir uns Ost-Berlin mit der Familie angeschaut. Aber eher unter touristischen Gesichtspunkten. Dann war es ein paar Jahre eher langweilig. Ich bin 1992 in Chicago zur Schule gegangen und als ich zurück kam, hatte sich viel verändert. Vorher sind wir ins UFO und Dschungel gegangen, und ab 1994 kamen die neuen Ost-Clubs dazu: E-Werk und Globus und so weiter… Bis 1997 war ich fast jede Nacht im Osten.

Und wann bist du dann nach Ost-Berlin gezogen?

Das hat noch etwas gedauert. Ich hab in Moabit, Schöneberg und Charlottenburg gewohnt und bin erst 2004 rübergekommen.

Und jetzt wohnst du mitten drin. Wie kommt man darauf in die Friedrichstraße zu ziehen?

Naja, ich wohne ja in einer Stadt weil ich Stadt mag: Heterogenität! Alte, junge, eine gute Mischung wie es auch in der U-Bahn ist. Durch die spezielle Situation in Berlin sind ja manche Viertel unerträglich homogen. Im Prenzlauer Berg haben ja echt alle die gleiche Demografie. Es gibt zwar tolle Cafés und Shops, aber es fühlt sich nicht wie eine richtige Großstadt an. Und als ich 2003 mit meiner Frau Emmy aus Köln zurück nach Berlin gekommen bin, haben wir erstmal in der Schönhauser Allee gewohnt. Das war noch ein bisschen assig mit Rudis Resterampe und so. Aber es wurde immer cleaner und uninteressanter und ich habe mich dabei erwischt, wie ich nachmittags zum Nachdenken und Entspannen mit der U8 zum Hermannplatz gefahren bin. Hier mag ich die Mischung, es erinnert mich an London oder andere große Städte. Besser als die homogenen Kieze wie Kreuzberg oder Prenzlauer Berg.

Du hast auch nicht vor umzuziehen, oder?

Nee, höchstens zurück nach Schöneberg. Aber ich halte nicht viel von diesen ganzen Prognosen über die neuen upcoming Viertel wie Wedding oder so. Diese Prognosen werden immer auf Grund der geografischen Nähe gemacht, aber das ist Quatsch! Nur weil Wedding nahe an Mitte liegt, heißt es nicht dass es automatisch das nächste In-Viertel wird. Das ist ja wie in New York- wenn du in Manhattan über die 110 Straße gehst bist du halt in Harlem und nicht in der Upper East Side. Genauso ist es in der Bernauer Straße ja auch.

Was wolltest du als Kind oder Jugendlicher werden? Wahrscheinlich nicht das was du heute bist, oder?

Ich hatte mal die Idee Fotograf zu werden. Aber so richtig viel darüber nachgedacht habe ich eigentlich nie. Das war eine andere Zeit. Gestern hat hier an unserer Bürotür ein 10.Klässler geklingelt und meinte, er wolle ein Start-Up machen und ob ich ihm ein paar Tipps geben kann. Es fing an mit den BWLern die während des Studiums ihre Karriere und die besten Praktika durchgeplant haben, aber heute ist jeder Blogger oder arbeitet während des Studiums an verschiedenen Projekten und hat nen Tumblr noch bevor er Abi hat.

Du hast mal Soziologie und Informatik studiert, richtig?

Ja, genau. Aber nur angefangen und auch das eher als Alibi. Eigentlich habe ich die ersten Jahre nach dem Abi nur dem Ost-Berliner Partyleben gefrönt. Und irgendwann hat es dann mit dem Computerkram angefangen. Meine Mutter als alte 68er, war total gegen Computer und Roboter. Sie meinte, die zerstören Arbeitsplätze.

Und wie bist du dann das erste Mal mit Computern in Kontakt gekommen?

Der neue Mann meiner Mutter war Programmierer und der hat mir einen alten PC geschenkt. Allerdings hatte dieser nicht einmal eine Grafikkarte und so konnte man auch nicht darauf spielen. Aber dadurch habe ich gelernt den PC selber zu tunen und habe früh meine Hände an einen Akustikkoppler bekommen, den Vorgänger des Modems. Ich war damit 1988 das erste Mal online. Damals hat man sich bei anderen Leuten in den Computer eingewählt mit einer Art „Negativ-Telefonhörer“. Und über die Telefonleitung warst du dann online. Hätte ich einen coolen Spielecomputer gehabt, wär ich wahrscheinlich nie so tief in die Materie eingedrungen. Das war mein erstes krasses Gänsehaut-Erlebnis was Technologie anging und alles was danach kam, war keine große Überraschung mehr, sondern nur logische Schritte. Nach der Mailbox kam das Mailbox Netzwerk, dann kam das Internet. Im Gegensatz zum Rest von Westdeutschland war das Telefonieren und somit das Einwählen ins Internet in Berlin sehr billig: pro Gespräch hat man 20 Pfenning bezahlt, egal wie lang es war. Das einzige Problem war, dass wenn wir Kinder online waren, man uns zuhause telefonisch nicht mehr erreicht hat.

Und wie ging es dann weiter? Ab wann hast du dich professionell mit dem Internet beschäftigt?

Ab 1998 habe ich HTML Websites programmiert und gestaltet. Es herrschte eine totale Goldgräberstimmug, weil jeder Frisörsalon seine eigene Website haben wollte und nur wenige Leute wussten, wie das ging. Obwohl es ja eigentlich recht trivial war, haben wir unsere Dienstleistung als Geheimwissenschaft verkauft und haben so ganz gutes Geld verdient. Ich und ein Kumpel haben unter „Kinderfield Incorporated“ nach Außen hin immer so getan als seinen wir eine große Firma mit vielen Mitarbeitern um die guten Jobs an Land zu ziehen. Im Endeffekt waren wir aber nur zu zweit und haben dann all unsere Kumpels angestellt und saßen kiffend in meiner Studenten-WG und haben den Online-Auftritt von Sony gemacht. Das war schon irgendwie verrückt. Wir haben dann in Berlin die Deutschland Dependance einer Schweizer Agentur geleitet, die dann aber 2001 pleite ging.

Wie kam es dazu?

Diese erste Welle der Start-Ups wurde ja meistens von so „BWL-Bubis“ gegründet, die eine Million Venture Kapital eingesammelt hatten, aber nicht so genau wussten wie es dann weitergeht. Damals haben die Star-Ups ihre Websites nicht selber gebaut, sondern hatten die meisten Mitarbeiter im Marketing. Das wäre ja heute kaum noch vorstellbar- dass du deine eigene Plattform, dein eigenes Produkt, nicht selber baust sondern an eine Agentur outsourced.

Hast du jemals angestellt gearbeitet?

Ja, ich war dann zwei, drei Jahre als angestellter Creative Director in Agenturen unterwegs. Erst bei Aperto in Berlin und dann bei Antwerpes in Köln.

Wann hast du Plazes gegründet?

2004 habe ich Plazes als Projekt neben der Agenturarbeit begonnen und dann ein Jahr später habe ich die Firma gegründet. Das ging dann bis 2008, als Nokia uns gekauft hat. Danach kam Amen.

Es gibt ja Leute die sehen die Art wie sie arbeiten, ob angestellt oder freelance, fast als Religion. Du nicht, oder?

Nee. Es kommt ja drauf an was man macht. Am Ende gibt es den Entwurf „Freelance“ in dem du genau so viel arbeitest wie du musst um das zu tun worauf du Lust hast, Kunst oder Reisen etc. Das ist ein Lebensentwurf, der es sicher schwer macht jemals wieder in „klassichen“ Anstellungsverhältnissen zu arbeiten. Aber es ist nicht das ideale Set-Up um wirklich etwas zu bewegen. Und wenn du das willst, bist du eh 100% dabei. Ich habe mich dafür entschieden und finde es dann auch nicht schlimm wenn ich nicht Mittwoch Nachmittags in Brandenburg am See liege.

Ich habe das Gefühl, dass sich das Ansehen und die gesellschaftliche Rolle der Start-Up Szene, grade in Berlin, stark verändert hat. Sie ist cooler und relevanter geworden, auch für Leute außerhalb der Szene. Beobachtest du das auch?

Ja, auf jeden Fall! Es gibt ja immer Schnittstellen zwischen den „coolen“ Feldern der Bildenden Kunst oder Fashion und der Wirtschaft. Früher war das vielleicht die Filmindustrie. Es gibt neue Regeln, auch was Wachstum und wirtschaftliche Relevanz angeht und es gibt Leute die diese Regeln verstehen und Dinge gestalten. Früher waren das Ideen für Geschäftsmodelle von Leuten mit BWL-Hintergrund, aber heute sind es Dinge die unser tägliches Leben verändern. Seitdem wird es erster genommen auch von den „Nicht-Internet“-Freunden.

Die Leute haben verstanden, dass das Internet nicht nur der Ort ist an dem man seine Bücher und Flugtickets kauft, sondern ein Ort der sozialen Interaktion. Und deswegen ist es nicht nur den Nerds oder dem E-Commerce vorbehalten, sondern allen. Alles was offline stattfindet, gibt es auch online. Und dazu kommt, das die Leute die hier in den Start-Ups arbeiten auch oft Teil der lokalen Kulturszene sind. In San Francisco ist das zum Beispiel ganz anders. Da gibt es die coolen Jungs und die Nerds aber die Schnittstellen sind kleiner.

Wie sieht ein optimales Wochenende für dich aus?

Naja, ich wohn hier zwischen dem Grill Royal, King Size und Tausend und gehe gerne aus. Ich muss mich nicht irgenwo „sehen lassen“, wenn ich Ausgehe dann richtig. Und natürlich verbringe ich die Tage dann mit meinen zwei Kids. Wir haben uns auch grad eine kleines Häuschen auf einer Insel im Tegeler See gebaut, da sind wir auch oft.

Wenn du Besuch von Freunden aus dem Ausland hast – wo schleppst du sie in Berlin hin?

Heute kennen sich die Leute ja meistens schon ziemlich gut aus durch Google oder Unlike oder so. Aber es gibt so meine „West-Berlin“ Tour die ich immer gerne mache, das Corbusier Haus, Olympia Stadion oder um den Schlachtensee laufen, der Flakturm im Humboldthain, die Bruno-Taut-Siedlung… Kulinarisch gibts ja auch super Orte im Westen: Little Asia auf der Kantstraße, Paris Bar, Florians…

Danke, Felix für das interessante Interview! Wer mehr über sein momentanes “Baby” Amen erfahren will, kann dies hier tun.

Interview & Text: Sarah Weinknecht

Fotos: Lukas Gansterer