Freunde von Freunden

Sven Hausherr
Graphic Designer, Apartment, Mitte, Berlin
Interviews > Sven Hausherr

Schnell ist es um einen geschehen. Sobald man den ersten Schritt in Svens trautes Heim macht schießt einem dieser ganz bestimmte Gedanke unwiderruflich durch den Kopf: “Schön, so etwas zu sehen zu bekommen. Schön, Menschen wie diese kennenzulernen.”

Sven Hausherr ist Grafikdesigner und Mitbegründer des Cee Cee Newsletters, der neugierige Berliner Nasen Woche für Woche mit einer feinen Selektion aller Dinge versorgt, für deren Entdeckung zumeist die Zeit oder die Fantasie fehlt. Sven selbst lässt sich aber nicht von der Hektik des Alltags einschränken, was auch schnell klar wird, wenn man den Blick quer durch sein Familiennest schweifen lässt. Simples Design statt lauter Kunst, charakterstarke Bewohnbarkeit an Stelle von dekorativem Überfluss.

Sven und Rei. Zürich und Tokyo. Getroffen in New York und mit der gemeinsamen Blickrichtung für ein Leben in der deutschen Hauptstadt entschieden. Mit ihren Söhnen Seo und Riu haben sie ein perfektes, kleines Heim geschaffen, das so einiges zu bieten hat. Einen Teppich zum Beispiel, der oftmals als die selbsternannte Familienbühne dient oder ein Kinderzimmer mit ausgeklügeltem Bahnverkehrsnetz. Auch nach einem gemütlichen Zusammensitzen bei hausgemachtem Eiscafe konnten wir diese vier Wände nur schweren Herzens verlassen. Zum Glück bleibt aber mehr als die schöne Erinnerung an diesen Tag. Eine gute Dosis Zukunftsinspiration und ein verschmitztes Lächeln von Riu, das gewiss auch das ein oder andere Alltagsgrau vergessen lassen wird.

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Du bist Mitbegründer des Cee Cee Newsletters, des Onlinemagazins. Wie ist das Format entstanden, was war das Konzept dahinter?
Ich war immer neugierig, bin mit offenen Augen durch die Straßen gelaufen und habe aus Magazinen Inspirationsfutter rausgerissen, markiert, notiert. Nun habe ich einfach noch ein passendes Instrument dazu. Zudem kommt, dass ich andere auch immer an meinen Entdeckungen teilhaben lassen wollte. Die Geheimnistuerei, die gezwungene Coolness wenn es um Events, Shops, Restaurants geht verstehe ich einfach nicht.
Vor Cee Cee hatte ich einen Blog und schnell gemerkt, dass es nicht einfach ist, innerhalb dieses Formates regelmäßige Leser zu halten. E-Mails hingegen kommen einfach zu dir. Du trägst dich einmal in den Verteiler ein und das wars. Ich kenne niemanden der keine Email-Adresse hat. Ich habe den Newseltter im Frühjahr vergangenen Jahres mit Nina, die unter anderem Cheredakteurin des DERZEIT Magazins ist, gegründet. Sie lebt in Neukölln, ich in Mitte – das ergänzt sich perfekt.
Den richtigen Namen zu finden hat aber noch ewig gedauert. Nina kommt aus dem journalistischen Bereich und geht sehr aufs Sprachliche ein. Crimes in a clover war dann eine Idee, also CC. CC wie bei Emails “carbon copy”. Und das haben wir zu cee cee weitergesponnen – der Bedeutung entsprechend wurde das Logo auch grafisch umgesetzt – es sieht aus wie gepaust.

Hauptberuflich bist du Grafikdesigner. Hast du so etwas wie einen “Traumkunden”, ein Label, ein Medium für das du gerne mal grafisch tätig wärst?

Ich würde super gerne mal für ein Industrieunternehmen arbeiten. Beispielsweise für eine Betonfirma. Dann müsste ich mir darüber Gedanken machen, wie der Zementtruck beschriftet ist, wie die Leitern und die Bestellscheine aussehen. Zum Beispiel mal ein violettes Gerüst designen, das fällt auf. “Ist das nicht das Violett dieser einen Baufirma…?” – Die Leute sollen auch mal auf solche Unternehmen aufmerksam gemacht werden. Im Mode- und Kunstbereich gibt es definitiv eine Übersättigung an Ideen und visuellen Eindrücken.

Was hast du für eine Ausbildung ?

Ich habe eine vierjährige Lehre als Schriftengestalter gemacht. Dabei habe ich beispielsweise Straßen- und Hausschilder entworfen. Freunde von mir hatten später die Firma Raffinerie gegründet – ein super Grafikbüro. So bin ich immer mehr ins Grafikdesign geschlittert. Und ich habe immer wahnsinnig viel auf einmal gemacht. Grafik, Eventaufbau und auch viel um und in der Hip-Hop-Szene.

Was genau hast du in dem Bereich gemacht?

Ich war MC habe Rap-Workshops , Parties und eine Bar gemacht, die einmal die Woche zu einem Hip Hop-Treffunkt wurde. Wir haben in die Sketchbooks gezeichnet und gesprüht, die DJs haben aufgelegt, die MCs waren am Rappen. Danach kam ich viel im Streetart-Bereich rum und in Berlin habe ich noch ab und zu aufgelegt. Aber irgendwann habe ich all das beendet. Es waren so viele verschiedene Sachen. Manche sahen mich dann primär als den Partytypen, den DJ an und nicht als den Grafikdesigner. Man kann natürlich vieles sein. Modedesigner, Fotograf, Grafikdesigner – alles in einem. Aber die Leute verstehen das irgenwann einfach nicht mehr. Die Allgemeinheit braucht etwas zum greifen.

Wo hast du Rei kennengelernt, wie seid ihr in Berlin gelandet?
Ich hatte einen Züricher Freund, der in New York gelebt hat. Während eines Sommeraufenthaltes bei ihm wurden wir auf eine Poolparty eingeladen, wo ich dann Rei kennengelernt habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie einen Freund, der aber lustigerweise gerade in Zürich im Urlaub war. Wir sind dann zusammen ein paar Wochen in New York verschwunden und haben sehr viel unternommen. Ihr Freund kam zurück, sie machte mit ihm Schluss und wir blieben den Sommer über erstmal zusammen. Auf eine Fernbeziehung hatten wir aber dann auf Dauer beide keine Lust. Und in New York wollte ich nicht bleiben. Ehrlich gesagt komme ich mit den Werten und dem Konsumverhalten der Amerikaner nicht gut klar. Damals hatten wir beide schon viel Gutes über Berlin gehört und über WG-gesucht schnell eine tolle Wohnung gefunden, ohne sie überhaupt vor Ort gesehen zu haben. Zwei Monate später waren wir dann da. Sie mit dem Flugzeug, ich mit dem Zug. Das war 2006.

Was ist deine erste prägnante Erinnerung in Berlin?
Unsere Freunde, Streetartist Nomad und Daniel Wang, der DJ, haben uns direkt in die Szene eingeführt. Besonders die Apartement Dinners, die jahrelang Dienstags in Prenzlauer Berg stattgefunden haben, überzeugten mich, dass Berlin genau so ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Coole Musik, interessante Leute, tolles Essen. Rei wurde dann schwanger. Kein Wunder – man sagt ja in Prenzlauer Berg muss etwas im Wasser sein, bei der Schwangerschaftsquote. Wir haben dann geheiratet und sind endgültig hier geblieben. Berlin ist der perfekte Mittlepunkt Europas.

Würdet ihr Berlin nun als euer Zuhause bezeichnen, obwohl ihr beide aus verschiedenen Regionen zugezogen seid?

Definitiv. Dies betreffend ist man als Mensch in gewisserweise ja wie eine Pflanze. Man wächst an seinem Fleckchen Erde auf, wird dann vielleicht aus dieser Erde gehoben und woanders neu eingepflanzt. Dann hast du erstmal unverwurzelte Wurzeln. Mit der Zeit ändert sich das, du verwurzelst dich mit den anderen in deinem neuen Fleckchen und die Wurzeln vergraben sich wieder tief. Unsere wachsen nun in Berlin weiter.

Besteht für euch die Möglichkeit, aus Berlin wieder wegzugehen? Wenn ja, wohin?
Wir hatten überlegt für zwei Jahre nach Tokio zu gehen. Reis ganze Familie lebt ja dort. Aber wir haben nun gemerkt, dass Berlin einfach unschlagbare Attribute hat. Es ist unmöglich, in Tokyo, in Zürich oder in New York so eine Wohnung zu einem ansatzweise vergleichbaren Preis zu bekommen. Wir müssten woanders beide full-time arbeiten, auf halb so viel Raum leben, die Kinder müssten in eine super teure Kita. Das wäre einfach nur schwer glücklich realisierbar. Wir sind aber regelmäßig zum Jahreswechsel da, das ist die größte Feier in Japan.

Wie war es für dich, in diese neue Kultur einzutauchen? Warst du mit Rei da?
Ja. Es hat mich komplett überwältigt, du bist in einem anderen Universum. Aber dann fallen immer wieder Dinge auch auf, die du nicht so angenehm findest. Ich bin und bleibe dort immer der Ausländer. Das ist mit dem Kulturreichtum in Deutschland oder insbesondere Berlin trotzdem nicht vergleichbar. Ein Türke könnte ein Deutscher könnte ein Spanier sein. Und dort bin ich nun der Weisse. Immer. Eine weitere Sache ist dieser künstliche Lärm. Viele finden es hier bei mir an der Torstraße schon laut, aber das sind Autos, Menschen. In Tokyo quiekt und piepst alles . “Achtung, Vorsicht, Stufe! Passen Sie bitte auf. Achtung,Vorsicht; Stufe…” – Das ist für mich Lärm.

Was ist in eurer Wohnung mittlerweile die Lieblingsecke, das Herzstück der Wohnung?
Zuerst war es unser Sofa von Hay. Wir haben praktisch auf diesem Ding gelebt. Es war sozusagen das ultimative Upgrade. Dann kam aber der Teppich hinzu. Er ist wie unsere eigene, kleine Performance Stage. Wir machen zum Beispiel oft mit den Kids ein zwei Lieblinge via Youtube an und der Teppich dient dann oft als der familieninterne Dancefloor.

Was soll dieses Jahr noch passieren?
CeeCee soll auf jedenfall ein kleines Business werden. Langsam werden wir auch angefragt, ob wir dieses oder jenes featuren wollen. Aber es ist natürlich auch ein schwieriges Gebiet. Die Cafes, Restaurants, Läden haben ja selber oftmals kaum Geld. Und es ist widerum schon auch eine Zwickmühle, eingeladen zu werden. Es fällt einem dann natürlich schwer, nicht darüber zu schreiben. Und mein Businessmodell soll ja auch nicht sein, gratis zu essen und dafür keine Freiheiten mehr zu haben. Es sollen Anzeigen geschaltet werden, die dann finanzieren, so dass ich dann frei entscheiden kann, was ich teste.

Hast du einen Lieblingsort in Berlin, wo du am besten abschalten kannst?
Morgens bringe ich Riu zur Kita und bevor ich dann zur Arbeit weiterziehe, setze ich mich super gerne ins Cafe Lois, in der Gormannstraße, und trinke einen frisch gepressten Orangensaft. Da stehle ich mich sehr oft weg. Ich sollte arbeiten, aber dort bin ich in meiner Auszeit. Denn wenn ich nach der Arbeit nach hause komme, essen wir gleich, spielen noch mit den Kids und dann sind wieder die letzten E-mails zu checken. Da ist so ein Morgenritual, ohne Laptop, ohne zu viele Eindrücke und nur mit der Tageszeitung in der Hand – ein unheimlich kostbarer Moment.

Danke für eure Gastfreundschaft und den schönen Nachmittag.

Ihr könnt euch Sven’s Arbeiten auf seiner Homepage Studio Hausherr ansehen.

Interview: Zsuzsanna Toth
Photos: Philipp Langenheim

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