Freunde von Freunden

(EN) Ayzit Bostan
Fashion Designer & Artist, Studio, Bahnhofsviertel, Munich
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Ein Hinterhof im Bahnhofsviertel in München: Zwischen den Nähmaschinen Berge von Büchern und Stoffproben. Das Atelier ist Arbeitsbereich und auch Lebensraum der Künstlerin Ayzit Bostan. Hier in ihrem kreativen wie produktivem Chaos entstehen ihre geradlinigen, fast minimalistischen Entwürfe. Ayzit bereichert die deutsche Mode mit ihrer stilsicheren Handschrift und die Kunstwelt seit nun über 15 Jahren mit digitalen und dreidimensionalen Installationen, die in Museen ausgestellt und prämiert werden.

Herausragende Resonanz bekam die Wahlmünchnerin aktuell für die mondänen Taschenmodelle, die sie für „PB0110“ kreierte. Das vor wenigen Monaten gelaunchte Label gehört Philipp Bree, der das namensgebende internationale Familienunternehmen „Bree“ nach 10 Jahren verließ, um nun die ideale Tasche zu entwerfen. Taschen, die mit der Zeit und dem Gebrauch noch schöner werden. Ayzit Bostan verwirklichte neben anderen Designern ihre Vision von Beständigkeit innerhalb neun eigener Entwürfe mit dem Ansatz, einen modernen Klassiker zu entwerfen.

Wir sprachen über ihren individuellen Designkosmos, Münchens schönste Seiten und warum sie beim Fußball stets der türkischen Mannschaft die Daumen drückt.

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Gibt es irgendwas, was Du an Dir als typisch-türkisch bezeichnen würdest?
Ich finde, dass ich immer türkischer aussehe, je älter ich werde. Ich habe zwar türkische Wurzeln, aber ich bin seit meinem 4. Lebensjahr hier und führe ein europäisches Leben. Beim Fußball bin ich trotzdem für die türkische Mannschaft, weil sie es ja nicht so oft schaffen.

Was entgegnest Du Leuten, die München als Schicki-Micki-Stadt bezeichnen?

In anderen Städten gibt es auch Villen-Gegenden und auch in München gibt es Gegenden, wo sozial schwächere Einkommensgruppen wohnen. Natürlich erscheint München immer so wahnsinnig glatt, so wie Disney World. Nachdem ich zur Fashion Week ein Wochenende in Berlin war, kam mir hier schon alles sehr niedrig und sehr geordnet vor. Aber hier gibt es, wie auch in Berlin, viele tolle Menschen, die ich sehr gerne mag und schätze.

Wo treffe ich Dich an einem Sonntag in München?

In meinem Atelier wahrscheinlich. Ich bin total gerne hier und an den Wochenenden vor allem, weil ich dann auch alleine bin und meine Ruhe habe. Das ist dann mein ganz eigener Kosmos. Das heißt nicht, dass ich hier jede Minute arbeite. Wenn ich alleine bin, dann sitze ich oft auf dem Sofa und lese Bücher. Ich bin einfach mehr hier als in meiner Wohnung und bereite hier auch mein Seminar für meine Professur an der Kunsthochschule in Kassel vor.

Was versuchst Du Deinen Studenten zu vermitteln?

Ziel ist es mit spannenden Themen gute, leidenschaftliche Projekte umzusetzen und gute Ergebnisse zu erzielen. Es geht vor allem darum, viel auszuprobieren. Auch wenn man scheitert, lernt man dabei Kompromisse einzugehen und dadurch auch neue Lösungen zu finden.

Zurück zum Sonntag: Nehmen wir mal den gesonderten Fall: Du bist nicht im Atelier sondern gehst mit jemandem frühstücken.

Das mache ich ungern, weil es mir in Frühstücklokalen immer zu voll ist. Ich mag ja den Hofgarten sehr gerne – wahrscheinlich würde ich mir im Kunstverein einen Kaffee kaufen und mich draußen in die Sonne setzen.

Du bist ja sozusagen Kunst-Expertin: Wo würdest Du Freunde, die zu Besuch sind, hinführen?

Ins Haus der Kunst, weil dort immer sehr gute Ausstellungen sind, in die Sammlung Götz, und anschließend in den Kunstverein. Ich freue mich auch schon auf das neue Lehnbachhaus – es wird ein architektonisches Highlight mit sicher sehr spannenden Ausstellungen. Ich würde sonntags am frühen Abend ins Schumann’s gehen zum Wiener Schnitzel essen und ein Pils trinken.

Das Projekt „REPLIKA“ wurde im Hofgarten realisiert – welcher andere Ort würde Dich denn für ein Projekt reizen?
Mich würde es auf jeden Fall reizen, noch mal ein Projekt im öffentlichen Raum zu machen, nicht unbedingt ein rein visuelles. Ich finde es spannend, ohne Vorwarnung in öffentliche Plätze einzugreifen, die so selbstverständlich genutzt werden. Der Hofgarten ist natürlich ein schöner, zentraler Platz, er hat so ein internationales Flair. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir damit den Wettbewerb gewonnen haben.

Du bist ja sehr verbandelt mit der Kunst und Deine Entwürfe werden oft ausgestellt – was sagst Du, wenn Dich ein Unbekannter nach Deinem Beruf fragt?

Dann sage ich beides. Wenn die Frage aus der Kunstrichtung kommt, sage ich „Künstlerin und Designerin“ und wenn sie aus der Moderichtung kommt, sage ich „Designerin und Künstlerin“.

Wie bist Du denn ursprünglich zur Mode gekommen?

Eigentlich aus dem eigenen Bedürfnis heraus, Kleider zu besitzen, die ich mir nicht leisten konnte und auch nicht mit Massenprodukten herumzulaufen. Zusätzlich habe ich ein handwerkliches Geschick und habe auch eine Schneiderlehre gemacht. Nach der Meisterschule habe ich direkt selbstständig gearbeitet, ohne dass ich wusste, dass ich mich selbstständig gemacht hatte. Mir war klar, dass ich bei keinem Label arbeiten möchte und ich konnte es mir finanziell auch nicht leisten, einfach mal ein Jahr ins Ausland zu gehen.

Ist Design für Dich kräftezehrender Prozess oder kommt das wie von selbst?

Das ist mein Kosmos, der auch 24 Stunden in mir drin passiert. Natürlich gibt es Aufgaben, die schwieriger zu lösen sind und das ist ja auch die Herausforderung: nicht stehen zu bleiben. Ich habe sehr viel Glück, dass ich das machen kann, was ich gerne mache. Obwohl es auch sehr anstrengende, harte Seiten gibt, setze ich mich sehr gerne mit Design und Problemen auseinander.

Du hast einen sehr klassischen, aber ebenso modernen Chelsea Boot entworfen. Wie gehst Du an den Entwurf heran?

Ich versuche in die bestehende Klassik eine Spur mehr Sexyness reinzubringen und noch mehr moderne Zeitlosigkeit. Eine Freundin von mir, der das Schuhlabel gehört, hat mich nach der Kooperation gefragt. Ein halbes Jahr später hatte ich dann die Idee mit dieser Lackkappe für den klassischen Chelsea-Boot. Er fällt auf und das ohne, dass er nach Mode schreit.

Wie sind denn die Reaktionen auf so einen Print wie Blackflag?
Verschieden. Ich bekomme immer das Feedback, dass meine Kunden und Freunde oft auf die Prints angesprochen werden – es sind „conversation pieces“. Hier im Bahnhofsviertel finden es viele ganz toll, weil es türkisch ist und sie sich geschmeichelt fühlen.

Zu Deinem aktuellen Projekt: Deine Taschenkollektion für BP 0110:

Ich habe die Damenkollektion gemacht. Ich hatte ja schon mal mit Bree gearbeitet und habe mich sehr gefreut, als ich von Philipp Bree angefragt wurde, bei der neuen Marke mitzuwirken. Als ich dann das Konzept gesehen habe, war mir klar, dass ich da Lust zu habe. Kein Fashion-Wahnsinn, sondern Lieblingstaschen. Ich fand es sehr spannend, erwachsenere Taschen zu machen, die trotzdem vielen Altersgruppen gut stehen. An mir sieht die Tasche zum Beispiel viel punkiger aus, an anderen eher elegant.

Wo werden die PB 0110 Taschen hergestellt?

Sie werden in Tschechien gefertigt, die Beschläge sind aus Italien und das Leder kommt aus Belgien.

Spürt man viel Druck, wenn jemand da so viel Vertrauen in einen setzt?

Eigentlich nicht. Philipp und ich stehen eher beide unter dem gleichen Druck, dass die Qualität top sein muss. Anders als bei Bree, wo es eine Massenproduktion war. Diesmal sind die Details und die Verarbeitung viel wichtiger. Das ist ja auch eine andere Preisklasse. Es ist auch nicht so, dass ich jede Saison hunderte neue Taschenmodelle entwerfen muss, da kommen vielleicht ein bis zwei neue Modelle dazu – sehr klassisch und modern.

Wie sieht der nächste Schritt aus?

Wir treffen uns bald wieder für die neue Kollektion, um Ergänzungen oder neue Farbgebungen für bestehende Modelle zu besprechen. Mir war es wichtig, dass die Taschen auch akkurat und sinnlich in Berlin präsentiert wurden. Zum einen der Messe-Auftritt und dann die Off-Location, bei der wir die Marke noch mal extra präsentieren und feiern konnten. Wir haben da etwas geschaffen, dass uns kein bisschen peinlich ist.

Ayzit lacht herzlich. Diese charmante Aussage ist sehr bescheiden, denn die Taschenkollektion wurde von der Presse ausnahmslos begeistert aufgenommen. Phillip Bree und Ayzit Bostan haben mit der ersten Kollektion von PB0110 ihr Ziel mühelos erreicht: Lieblingsstücke zu schaffen. Die Kollektion wird ab Mai erhältlich sein.

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Ayzit. Wer mehr über ihre aktuellen Mode- und Kunstprojekte erfahren möchte, kann sich auf ihrer Webseite informieren.

Dieses Portrait ist der erste Teil einer Kollaboration mit Elle Online. Die erste Episode ist hier zu finden.

Fotografie: Christoph Schaller
Text&Interview: Isabelle Braun

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